Die Welt der Pendel

Ein Pendel besteht im Grunde aus einem frei beweglichen Gewicht an einer Kette oder einem Faden. Durch seine Bewegungen werden Antworten, Richtungen und Tendenzen sichtbar gemacht. Dabei kann ganz schlicht mit Ja und Nein gearbeitet werden, aber ebenso mit Pendeltafeln, mehreren Auswahlmöglichkeiten oder unterschiedlichen Antwortfeldern.

Für mich ist ein Pendel jedoch weit mehr als nur ein Werkzeug. Es ist Verbindung und Sprachrohr zugleich. Über seine Bewegung wird für mich sichtbar, was ich über meine Intuition wahrnehme und was sich mir aus der Verbindung zu meinen Ahnen und der geistigen Welt zeigt. Genau diese persönliche Verbindung zwischen Mensch und Pendel ist für meine Arbeit entscheidend.

Ein Pendel nimmt keine Entscheidung ab. Es gibt eine Antwort auf das, was jetzt vorliegt, und hilft dabei, einen Weg klarer zu erkennen. Welche Richtung anschließend gegangen wird, bleibt immer eine eigene Entscheidung.

Wenn Bewegung zur Antwort wird

Ein Pendel beginnt dort zu sprechen, wo seine Bewegung für mich eine Bedeutung bekommt.

Es schwingt vor und zurück, bewegt sich seitlich oder zieht Kreise. Diese Bewegung ist für mich nicht einfach nur ein Ausschlag an einer Kette. Sie ist die Form, in der sich eine Antwort sichtbar zeigen kann.

Dabei gehört auch mein eigener Körper zur Verbindung. Meine Hand hält das Pendel, mein Körper trägt die Bewegung und gleichzeitig bin ich Teil der Matrix, in der für mich alles miteinander verbunden ist.

Deshalb trenne ich die Bewegung des Pendels nicht von mir.

Ich bin Teil der Verbindung, durch die die Antwort sichtbar wird.

Was eine bestimmte Bewegung bedeutet, lege ich nicht allgemein für jedes Pendel fest. Das zeigt sich in der persönlichen Arbeit mit ihm – und genau daraus entsteht mit der Zeit seine eigene Sprache.

Auf den Spuren des Pendels

Die Geschichte des Pendelns lässt sich nicht auf einen einzigen Ursprung zurückführen. Menschen haben seit langer Zeit versucht, Verborgenes zu finden, Zeichen zu deuten und Antworten sichtbar zu machen. Dabei wurden unterschiedliche Werkzeuge verwendet – Stäbe, Ruten und später auch Pendel.

Eine der frühesten gut belegten europäischen Beschreibungen der Wünschelrute im Zusammenhang mit der Suche nach Erzen findet sich bei Georgius Agricola. In seinem 1556 erschienenen Werk De re metallica beschreibt er, wie Bergleute gegabelte Ruten zur Suche nach Erzadern verwendeten. Interessant ist dabei, dass Agricola selbst dieser Methode skeptisch gegenüberstand und die Bewegung der Rute eher dem Menschen zuschrieb, der sie hielt.

Das Pendel entwickelte sich später zu einem eigenen Werkzeug innerhalb dessen, was heute häufig Radiästhesie genannt wird. Darunter versteht man Praktiken, bei denen mit einer Rute oder einem Pendel nach verborgenen Dingen gesucht oder auf Fragen reagiert wird. Der Begriff selbst ist wesentlich jünger als die Praktiken, die damit verbunden werden; er verbreitete sich erst im 20. Jahrhundert.

Mit der Zeit wurde das Pendel nicht mehr nur zum Suchen verwendet. Es fand seinen Platz auch bei Fragen, Auswahlmöglichkeiten, spiritueller Deutung und der Arbeit mit Pendeltafeln.

So hat sich aus einem sehr einfachen Prinzip etwas entwickelt, das bis heute Menschen begleitet:

Ein Gewicht bewegt sich. Der Mensch beobachtet. 
Und in dieser Bewegung sucht er nach einer Antwort.

Viele Formen – eine Bewegung

Pendel gibt es in vielen Formen und aus ganz unterschiedlichen Materialien. Manche bestehen aus Kristall oder Edelstein, andere aus Metall, Holz oder Glas. Es gibt schlichte Pendel ebenso wie aufwendig gearbeitete Formen, Kugeln, Tropfen oder spitz zulaufende Pendelkörper.

Auch innerhalb eines Materials unterscheiden sie sich. Ein schwereres Metallpendel liegt anders in der Bewegung als ein sehr leichtes Holzpendel. Form, Gewicht und Schwerpunkt bestimmen mit, wie ruhig, schnell oder deutlich ein Pendel schwingt. Ein bestimmtes Material ist deshalb nicht automatisch besser als ein anderes.

In der Radiästhesie gibt es außerdem besondere Formen wie Hohl- oder Zeugenpendel. Sie besitzen einen kleinen Innenraum, in den beispielsweise ein Bezugsmaterial eingelegt werden kann. Solche Pendel gehören bereits zu spezielleren Arbeitsweisen und sind für die ersten Schritte nicht notwendig.

Kristall, Metall oder Holz können innerhalb einer spirituellen Praxis zusätzlich eine eigene Bedeutung bekommen. Für mich entscheidet aber nicht allein, woraus ein Pendel besteht.

Ein Pendel muss zu dem Menschen passen, der mit ihm arbeitet.

Denn das schönste Pendel nützt mir nichts, wenn sich die Verbindung damit nicht richtig anfühlt.

 

Das Pendel, das zu mir gehört

Genau deshalb suche ich ein Pendel nicht nur mit den Augen aus. Ich nehme es in die Hand. Ich spüre sein Gewicht, seine Bewegung und wie es sich für mich anfühlt.

Ein Pendel darf schlicht sein. Es darf auffällig sein. Es darf aus einem Stein bestehen, zu dem ich mich hingezogen fühle, oder aus einem Material, das ich einfach gerne in der Hand halte.

Entscheidend ist für mich nicht, welches Pendel andere empfehlen. Entscheidend ist, mit welchem Pendel ich arbeiten kann.

Ein geschenktes Pendel kann genauso richtig sein wie eines, das ich selbst gekauft habe. Aber die Verbindung zwischen Mensch und Pendel ist persönlich.

Und genau deshalb sollte niemand ein Pendel wählen, nur weil irgendwo steht, dass gerade dieses das „richtige“ sein soll.

Die Sprache des Pendels

Bevor ich einem Pendel Fragen stelle, muss ich zuerst wissen, wie es mir antwortet.

Denn es gibt keine Bewegung, die bei jedem Pendel automatisch dasselbe bedeutet. Ein Kreis nach rechts muss nicht immer Ja heißen. Eine Bewegung nach links muss nicht immer Nein bedeuten. Jedes Pendel kann sich anders zeigen.

Deshalb beginne ich damit, seine Antworten kennenzulernen.

Ich halte das Pendel ruhig und frage:

„Zeig mir ein Ja.“

Dann beobachte ich, welche Bewegung entsteht.

Danach folgt:

„Zeig mir ein Nein.“

Und ebenso lasse ich mir zeigen, wie sich eine Antwort äußert, wenn etwas unklar ist, nicht beantwortet werden soll oder die Frage anders gestellt werden muss.

So entsteht nach und nach eine eigene Sprache zwischen Mensch und Pendel.

Für mich gehört genau das zur Verbindung. Ich bestimme nicht vorher, wie das Pendel antworten muss. Ich beobachte, wie es sich mir zeigt.

 

Erst wenn diese Grundbewegungen klar sind, beginne ich mit den eigentlichen Fragen.

Denn eine Antwort kann nur verstanden werden, wenn ich zuvor weiß, wie sie zu mir spricht.

Fragen stellen und Antworten lesen

Ein Pendel antwortet auf das, was ich es frage. Deshalb beginnt eine gute Pendelarbeit für mich nicht mit der Bewegung, sondern mit einer klaren Frage.

Ich stelle immer nur eine Frage zur gleichen Zeit. Je einfacher und eindeutiger sie formuliert ist, desto leichter kann ich die Antwort lesen. Fragen, in denen mehrere Möglichkeiten miteinander vermischt werden, teile ich deshalb auf.

Auch der Zeitraum kann wichtig sein. Statt nur zu fragen: „Wird sich etwas verändern?“, kann ich genauer fragen: „Zeigt sich innerhalb der nächsten vier Wochen eine Veränderung?“ Dadurch weiß ich später auch, worauf sich die Antwort bezogen hat.

Bei einer einfachen Pendelarbeit reichen mir häufig Ja · Nein · Unklar. Aber nicht jede Frage lässt sich sinnvoll mit Ja oder Nein beantworten. Dann arbeite ich mit einer Pendeltafel oder verschiedenen Antwortfeldern. Darauf können zum Beispiel mehrere Möglichkeiten, Zahlen, Zeiträume, Buchstaben oder andere vorher festgelegte Antworten stehen. Das Pendel bewegt sich dann in die Richtung des entsprechenden Feldes.

Dabei achte ich auch auf mich selbst. Starke Erwartungen, der Wunsch nach einer bestimmten Antwort, innere Unruhe oder Müdigkeit können meine Konzentration und damit meine Arbeit beeinflussen. Wenn ich merke, dass ich unbedingt ein bestimmtes Ergebnis hören möchte, unterbreche ich lieber.

Dasselbe gilt, wenn ich dieselbe Frage immer wieder stelle, nur weil mir die erste Antwort nicht gefällt. Dadurch wird die Antwort für mich nicht klarer.

Wenn eine Antwort jedoch unklar bleibt, frage ich noch einmal nach. Dabei stelle ich die Frage anders, eindeutiger oder teile sie in kleinere Fragen auf.

Manchmal liegt die Unklarheit nicht an der Antwort, sondern daran, wie ich gefragt habe.

Dann formuliere ich neu, grenze den Zeitraum genauer ein oder frage zuerst nach einem einzelnen Teil der Situation.

Ich frage. Ich beobachte. Ich prüfe, ob meine Frage klar genug war.

Erst wenn auch danach keine eindeutige Antwort kommt, lasse ich die Frage für diesen Moment ruhen.

 
 
 

 

 

Was das Pendel bewegt

Wenn ich ein Pendel in der Hand halte, ist es mit mir verbunden. Jede Bewegung geht durch meine Hand, meinen Körper und durch die Verbindung, in der ich mich während der Pendelarbeit befinde.

Für mich geschieht diese Bewegung nicht einfach zufällig. Ich sehe sie als Teil der Schwingungen der Matrix – jenes Geflechts, in dem alles miteinander verbunden ist: Menschen, Energien, unsere Welt, die geistige Welt und die Ebenen, die wir nicht mit unseren körperlichen Augen sehen können.

Auch wenn sich meine Hand oder mein Körper dabei unbewusst bewegt, widerspricht das für mich dieser Verbindung nicht. Die Bewegung ist der Weg, über den sich die Antwort zeigen kann.

Die Wissenschaft erklärt solche unbewussten Bewegungen unter anderem mit dem sogenannten Ideomotor-Effekt. Für meine spirituelle Arbeit beantwortet das jedoch nicht die Frage, woher der Impuls kommt, der sich durch diese Bewegung ausdrückt.

Genau dort beginnt für mich die Arbeit mit dem Pendel.

Ich glaube, dass wir niemals vollkommen voneinander getrennt sind. Wir sind Teil eines größeren Geflechts. Gedanken, Energien, Menschen, Ahnen und die geistige Welt stehen für mich innerhalb dieser Matrix miteinander in Verbindung.

Das Pendel macht etwas davon sichtbar.

Es ist für mich ein Sprachrohr zwischen meiner Intuition, der Matrix und dem, was sich mir zeigen möchte.

Es entscheidet nicht für mich. Es besitzt auch keine eigene Macht über meinen Weg. Aber seine Bewegung gibt einer Verbindung eine sichtbare Form.

Und genau deshalb ist das Pendel für mich weit mehr als ein Gewicht an einer Kette.

Mein Umgang mit dem Pendel

Mein Pendel ist für mich ein persönliches Werkzeug und ein Begleiter meiner spirituellen Arbeit. Deshalb behandle ich es auch entsprechend.

Wenn ich mit ihm gearbeitet habe, lege ich es nicht einfach irgendwo zwischen andere Dinge. Es hat seinen festen Platz, an dem ich es aufbewahre und an dem es geschützt liegt. Das kann ein kleines Kästchen, ein Beutel oder ein Platz auf meinem Altar sein.

Auch die Reinigung gehört für mich dazu. Dabei geht es nicht darum, dass ein Pendel nach jeder einzelnen Frage unbedingt gereinigt werden muss. Ich reinige es dann, wenn es sich für mich richtig anfühlt oder wenn ich bewusst eine Arbeit abschließen und neu beginnen möchte.

 

Je nach Material nutze ich dafür unterschiedliche Möglichkeiten. Ich arbeite beispielsweise mit Rauch, Mondlicht, Klang oder meiner eigenen energetischen Reinigung. Bei Kristallpendeln achte ich darauf, welche Reinigung der jeweilige Stein tatsächlich verträgt. Nicht jeder Stein gehört ins Wasser, in Salz oder für längere Zeit in die Sonne.

Vor einer Pendelarbeit nehme ich mir einen Moment, um mich zu sammeln und die Verbindung bewusst aufzunehmen. Nach der Arbeit beende ich sie ebenso bewusst.

Für mich gehört auch das dazu:

Ich öffne eine Verbindung nicht nur. Ich schließe sie auch wieder.

Danach kommt das Pendel zurück an seinen Platz – bis ich wieder mit ihm arbeite.

Mein Weg mit dem Pendel

Das Pendel begleitet mich nicht, weil es mir Entscheidungen abnimmt. Es begleitet mich, weil es mir hilft, hinzusehen, wahrzunehmen und Antworten sichtbar werden zu lassen.

Mit der Zeit entsteht dabei eine ganz eigene Verbindung. Ich kenne die Bewegungen meines Pendels, ich weiß, wie es sich in meiner Hand anfühlt, und ich merke, wenn eine Antwort klar ist oder wenn ich noch einmal anders fragen muss.

Für mich verbindet das Pendel Intuition, Wahrnehmung und die Matrix, in der alles miteinander verbunden ist. Es ist ein Werkzeug, aber gleichzeitig auch ein Begleiter meiner spirituellen Arbeit.

Für mich ist das Pendel Verbindung und Sprachrohr zugleich.

Und genau deshalb gehört es zu meinem Weg.