Die Sabbate – die acht Feste des Jahreskreises
Auf meiner Jahreskreis-Seite spreche ich von den Jahreskreisfesten. Hier verwende ich dafür auch den Begriff Sabbate, denn so werden die acht Feste im Wicca und in vielen heutigen Hexentraditionen bezeichnet.
Gemeint sind dabei dieselben acht Stationen im Jahreslauf: Samhain, Yule, Imbolc, Ostara, Beltane, Litha, Lughnasadh und Mabon.
Sie begleiten den Wandel der Natur durch das Jahr – vom Rückzug und Neubeginn über Erwachen, Wachstum und Fülle bis hin zu Ernte und erneutem Loslassen.
Für mich gehören sie nicht als einzelne Termine nebeneinander. Sie bilden gemeinsam einen Kreis, in dem jedes Fest in das nächste übergeht.
Und innerhalb dieses Kreises hat eines für mich eine besondere Bedeutung:
Samhain ist für mich das wichtigste Fest des Jahreskreises.
Es ist mein Fest des Neubeginns, mein spirituelles Neujahr – mein Silvester im Oktober. Ein Kreis schließt sich, und ein neuer beginnt.
Samhain
31. Oktober – 1. November
Samhain stammt aus der keltischen Tradition und markiert den Übergang in die dunkle Jahreshälfte. Die Erntezeit ist beendet, die Natur zieht sich zurück und der Blick richtet sich stärker nach innen.
Für viele steht Samhain für Loslassen, Erinnerung, Ahnen und den Übergang zwischen Altem und Neuem. Es ist eine Zeit, in der Vergangenes gewürdigt werden darf, bevor ein neuer Kreis beginnt.
Für mich ist Samhain deshalb das wichtigste Fest des Jahreskreises.
Es ist mein spirituelles Neujahr – mein Silvester im Oktober.
Ein Jahr liegt hinter mir. Ich schaue zurück auf das, was war, auf das, was bleiben darf und auf das, was ich nicht mit in den neuen Kreis nehmen möchte.
Samhain bedeutet für mich nicht nur Ende. Es bedeutet vor allem Neubeginn.
Yule
21. Dezember – Wintersonnenwende
Yule liegt in der dunkelsten Zeit des Jahres. Mit der Wintersonnenwende erreicht die längste Nacht ihren Höhepunkt – und danach beginnt das Licht langsam zurückzukehren.
Für mich trägt Yule deshalb Hoffnung in sich. Noch ist die Natur still, vieles ruht verborgen unter der Erde, und trotzdem beginnt bereits eine neue Bewegung.
Es ist eine Zeit für Ruhe, Wärme, Licht und das Vertrauen darauf, dass auch nach der dunkelsten Phase wieder etwas Neues entstehen kann.
Yule erinnert mich daran, dass ein Neubeginn manchmal beginnt, lange bevor wir ihn sehen können.
Imbolc
1. – 2. Februar
Bei Imbolc ist der Winter noch nicht vorbei, doch die ersten Veränderungen werden spürbar.
Das Licht bleibt länger. Die Natur beginnt sich langsam zu regen. Noch geschieht vieles im Verborgenen, aber der Stillstand löst sich.
Für mich steht Imbolc deshalb für Erwachen, Reinigung und die ersten Schritte eines neuen Anfangs.
Es ist die Zeit, in der aus einer Idee langsam eine Richtung werden darf.
Noch muss nichts fertig sein.
Manchmal reicht es, zu spüren: Da beginnt etwas.
Ostara
20. – 21. März – Frühlings-Tagundnachtgleiche
Zu Ostara sind Tag und Nacht ungefähr gleich lang.
Licht und Dunkelheit begegnen sich für einen Moment im Gleichgewicht, bevor das Licht weiter zunimmt.
Gleichzeitig wird der Frühling immer sichtbarer. Pflanzen beginnen zu wachsen, Tiere werden aktiver und überall zeigt sich neues Leben.
Für mich steht Ostara für Gleichgewicht, Wachstum, Fruchtbarkeit und neue Möglichkeiten.
Was bei Imbolc noch verborgen war, darf nun deutlicher nach außen treten.
Ostara ist die Zeit, in der aus dem ersten Erwachen wirkliches Wachstum wird.
Beltane
30. April – 1. Mai
Beltane steht mitten im erwachenden Frühling.
Die Natur ist voller Bewegung, Farben und Lebenskraft. Alles wächst, verbindet sich und strebt nach außen.
Das Fest wird mit Fruchtbarkeit, Liebe, Leidenschaft, Lebensfreude und Verbindung in Zusammenhang gebracht.
Für mich geht es dabei nicht nur um Fruchtbarkeit im körperlichen Sinn.
Auch Ideen können fruchtbar sein.
Beziehungen können wachsen.
Pläne können sich entwickeln.
Und manchmal bedeutet Fruchtbarkeit einfach, dem Leben wieder mehr Raum zu geben.
Beltane erinnert mich daran, das Leben nicht nur zu beobachten, sondern es auch zu feiern.
Litha
20. – 21. Juni – Sommersonnenwende
Mit Litha erreicht die Sonne ihren höchsten Stand.
Es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht des Jahres.
Die Natur steht in voller Kraft. Alles ist hell, lebendig und voller Wachstum.
Für mich ist Litha deshalb ein Fest der Fülle, Lebenskraft und Sonnenenergie.
Doch gerade an diesem höchsten Punkt beginnt auch bereits die nächste Veränderung: Von nun an werden die Tage langsam wieder kürzer.
Damit trägt Litha für mich beides in sich.
Den Höhepunkt.
Und den ersten leisen Hinweis darauf, dass nichts für immer auf seinem höchsten Stand bleibt.
Auch die größte Fülle ist Teil eines Kreises.
Lughnasadh
1. August
Lughnasadh ist das erste der Erntefeste.
Das, was im Frühjahr begonnen hat und über den Sommer gewachsen ist, beginnt nun sichtbar Früchte zu tragen.
Traditionell gehören Getreide und Brot stark zu diesem Fest. Für mich geht es aber ebenso um die Frage:
Was ist in meinem eigenen Leben gereift?
Nicht alles, was wir beginnen, führt zu dem Ergebnis, das wir erwartet haben.
Manches wächst anders.
Manches trägt reichlich Früchte.
Und manches zeigt uns, dass es Zeit ist, einen anderen Weg einzuschlagen.
Lughnasadh ist für mich deshalb eine Zeit der ersten Ernte, Dankbarkeit und bewussten Rückschau.
Mabon
22. – 23. September Herbst-Tagundnachtgleiche
Mit Mabon begegnen sich Licht und Dunkelheit erneut im Gleichgewicht.
Doch diesmal führt der Weg weiter in die dunkle Jahreshälfte.
Die große Wachstumszeit neigt sich dem Ende zu. Die Ernte wird eingebracht, die Blätter beginnen sich zu verfärben und die Natur bereitet sich langsam auf den Rückzug vor.
Für mich steht Mabon deshalb für Dankbarkeit, Ernte, Ausgleich und Loslassen.
Es ist eine Zeit, bewusst wahrzunehmen, was dieses Jahr gebracht hat.
Was möchte ich bewahren?
Wofür bin ich dankbar?
Und was brauche ich nicht mehr?
Mabon erinnert mich daran, dass auch Loslassen ein Teil der Ernte sein kann.
Wie ich die Sabbate lebe
Für mich sind die Sabbate keine acht Termine, die ich einfach im Kalender abhake.
Jedes Fest hat seine eigene Stimmung und jedes Jahr fühlt sich ein Fest ein wenig anders an.
Ich schaue darauf, was draußen in der Natur geschieht, was sich gerade in meinem eigenen Leben bewegt und was zu diesem Zeitpunkt seinen Platz braucht.
Manchmal gehört ein Ritual dazu.
Manchmal eine Kerze, bestimmte Kräuter oder ein bewusst gestalteter Altar.
Manchmal reicht es mir aber auch, den Wandel wahrzunehmen und mir Zeit dafür zu nehmen.
Ich brauche kein festes Schema, um mit dem Jahreskreis verbunden zu sein.
Besonders Samhain nimmt für mich dabei einen eigenen Platz ein. Dort endet für mich ein Kreis und ein neuer beginnt.
Und genau das ist für mich das Schöne an den Sabbaten:
Kein Fest steht allein. Jedes führt zum nächsten – und irgendwann stehen wir wieder am Anfang, ohne noch dieselben zu sein wie ein Jahr zuvor.