Was schwarze Magie für mich bedeutet
Wie ich bereits auf der Seite Weiße Magie beschrieben habe, teile ich Magie nicht einfach in „gut“ und „böse“ ein.
Für mich hat jede magische Kraft ihre eigene Aufgabe.
Die weiße Kraft klärt, öffnet, offenbart und führt.
Die schwarze Kraft nimmt auf, hütet, beendet und verwandelt.
Deshalb ist schwarze Magie für mich nicht automatisch zerstörerisch, gefährlich oder böse. Sie arbeitet dort, wo etwas nicht weitergeführt, sondern begrenzt, beendet, gelöst, aufgenommen oder verwandelt werden soll.
Ich nehme schwarze Magie für Arbeiten, bei denen eine klare Grenze notwendig ist, bei denen etwas seinen Abschluss finden muss oder bei denen ich mich bewusst mit dem beschäftige, was im Verborgenen liegt.
Dazu gehören für mich unter anderem Schutz und Abwehr, Bannung und Trennung, Loslassen, Schattenarbeit, Rückführung, das Beenden belastender Verbindungen und die bewusste Arbeit mit Kräften, die nicht einfach durch Licht ersetzt werden können.
Dabei arbeite ich nicht gegen die Dunkelheit.
Ich arbeite mit ihrer Aufgabe.
Ein Schatten muss nicht verschwinden, nur weil ich ihn erkenne. Manchmal muss ich verstehen, was in ihm liegt. Manchmal muss ich etwas darin bewahren. Und manchmal muss etwas dort seinen Abschluss finden, bevor überhaupt etwas Neues entstehen kann.
Genau darin liegt für mich die Kraft der schwarzen Magie.
Sie nimmt nicht weg, was bestehen soll.
Sie beendet, was beendet werden muss.
Sie schützt, was geschützt werden soll.
Und sie verwandelt, was nicht in seiner bisherigen Form bleiben kann.
Was auch bei schwarzer Magie für meine Ritualarbeit gilt
Die grundlegende Art, wie ich Rituale vorbereite und durchführe, verändert sich nicht dadurch, dass ich mit schwarzer statt mit weißer Magie arbeite.
Was ich auf der Seite Weiße Magie bereits zu meiner Ritualarbeit beschrieben habe, gilt deshalb auch hier.
Dazu gehören für mich:
- eine klare Absicht vor Beginn des Rituals
- ein bewusst vorbereiteter Ritualraum
- Werkzeuge mit einer klaren Aufgabe
- Worte, die zur Absicht des Rituals passen
- ein achtsamer und verantwortungsvoller Umgang mit Energie
- die bewusste Entscheidung, ob und wie ich für andere Menschen oder Tiere arbeite
- ein klarer Beginn und ein ebenso bewusster Abschluss
- meine abschließenden Worte „Sic fiat“
Diese Grundlagen wiederhole ich hier nicht noch einmal vollständig.
Wer wissen möchte, wie ich meine Rituale grundsätzlich vorbereite, welche Bedeutung Werkzeuge und gesprochene Worte für mich haben und worauf ich bei der Durchführung achte, findet die ausführliche Erklärung auf der Seite Weiße Magie.
Bei schwarzer Magie kommen jedoch einige Punkte hinzu, die für diese Form der Arbeit besonders wichtig sind.
Denn wenn ich etwas banne, trenne, beende, zurückführe oder bewusst in eine andere Form bringe, muss ich meine Absicht noch genauer benennen, was geschehen soll – und wo die Arbeit endet.
Schwarze Magie braucht für mich deshalb nicht mehr Angst oder Misstrauen.
Sie braucht Klarheit, Konsequenz und eine deutlich gesetzte Grenze.
Worauf ich bei schwarzer Magie besonders achte
Die allgemeinen Grundlagen meiner Ritualarbeit habe ich bereits auf der Seite Weiße Magie beschrieben. Sie gelten auch für meine Arbeit mit schwarzer Magie.
Bei schwarzer Magie achte ich zusätzlich auf einige Punkte besonders.
Ich benenne genau, was beendet werden soll
Bei einer schwarzen Arbeit reicht mir eine allgemeine Absicht wie:
„Das soll weg.“
nicht aus.
Ich benenne so genau wie möglich, was ich lösen, trennen, bannen, begrenzen oder beenden möchte.
Denn ich möchte nicht mehr aus einer Situation herausnehmen, als tatsächlich zu meiner Absicht gehört.
Wenn ich eine Verbindung trenne, trenne ich diese Verbindung.
Wenn ich eine Belastung banne, banne ich diese Belastung.
Wenn ich eine Grenze setze, bestimme ich, wo diese Grenze liegt.
Je deutlicher meine Absicht ist, desto klarer kann ich mit ihr arbeiten.
Ich bestimme auch das Ende meiner Arbeit
Schwarze Magie beschäftigt sich häufig mit Abschluss, Trennung und Wandlung.
Deshalb gehört für mich zu einem Ritual nicht nur die Frage:
Was soll geschehen?
Sondern auch:
Wann ist diese Arbeit beendet?
Ich halte eine Bannung nicht unnötig offen.
Ich binde mich nicht dauerhaft an etwas, das ich eigentlich aus meinem Leben lösen möchte.
Und ich beschäftige mich nach einem abgeschlossenen Ritual nicht immer wieder mit derselben Energie, nur um zu prüfen, ob noch etwas passiert.
Wenn ich eine Arbeit bewusst beendet habe, lasse ich sie auch beendet sein.
Schutz, Bannung und Rückführung sind für mich nicht dasselbe
Diese Begriffe werden oft miteinander vermischt.
Für mich haben sie unterschiedliche Aufgaben.
Schutz setzt eine Grenze und bewahrt.
Bannung entfernt etwas aus einem bestimmten Bereich und verweigert ihm dort seinen Platz.
Trennung löst eine bestehende Verbindung.
Rückführung richtet etwas dorthin zurück, woher es gekommen ist, anstatt es selbst weiterzutragen.
Welche Arbeit ich nehme, hängt deshalb davon ab, was tatsächlich geschehen soll.
Ich banne nicht, wenn eine klare Grenze genügt.
Ich trenne nicht, wenn eigentlich nur Abstand gebraucht wird.
Und ich führe nichts zurück, nur weil ich wütend bin.
Ich arbeite nicht aus einem kurzen Moment heraus
Wut kann sehr viel Energie tragen.
Das bedeutet für mich aber nicht, dass jeder wütende Gedanke sofort ein Ritual braucht.
Bevor ich eine stärkere schwarze Arbeit beginne, möchte ich wissen, ob meine Entscheidung auch dann noch steht, wenn der erste emotionale Höhepunkt vorbei ist.
Das nimmt der Arbeit nichts von ihrer Kraft.
Im Gegenteil.
Eine bewusste Entscheidung ist für mich stärker als eine spontane Reaktion.
Ich achte darauf, was nach dem Ritual mit den Materialien geschieht
Bei schwarzer Magie trägt auch der Abschluss der verwendeten Materialien eine Bedeutung.
Nicht alles wird nach einem Ritual aufgehoben.
Nicht alles gehört auf den Altar.
Und nicht alles gehört in die Natur.
Je nach Ritual werden Materialien gereinigt, wiederverwendet, sicher entsorgt oder bewusst aus der Arbeit genommen.
Was eine Aufgabe nur für dieses eine Ritual hatte, muss für mich danach nicht automatisch weiter Teil meiner spirituellen Werkzeuge bleiben.
Deshalb beschreibe ich bei den einzelnen Ritualen auch, was nach dem Abschluss mit den verwendeten Dingen geschieht.
Ich unterscheide zwischen Wandlung und Zerstörung
Etwas zu beenden bedeutet für mich nicht automatisch, es zu zerstören.
Manchmal soll eine Verbindung aufhören.
Manchmal soll eine alte Form zerbrechen, damit etwas anderes entstehen kann.
Manchmal muss etwas lediglich seinen Platz verlassen.
Und manchmal muss ich akzeptieren, dass eine Entwicklung tatsächlich abgeschlossen ist.
Schwarze Magie ist für mich deshalb nicht die Kraft, die wahllos vernichtet.
Sie ist die Kraft, die einen Abschluss zulässt, eine Grenze setzt und Wandlung möglich macht.
Die Bereiche der schwarzen Magie
Schutz und Abwehr
Schutz gibt es auch in der weißen Magie. Dort arbeite ich vor allem mit Klarheit, bewussten Grenzen, Stärkung und einem geschützten Raum.
Schwarzer Schutz geht für mich einen Schritt weiter.
Ich nehme ihn dort, wo es nicht mehr nur darum geht, meinen eigenen Raum zu stärken, sondern etwas ausdrücklich abzuwehren, auszuschließen oder daran zu hindern, meine gesetzte Grenze zu überschreiten.
Wenn etwas gegen mich gerichtet ist, muss ich es nicht willkommen heißen, verstehen oder mit Licht beantworten.
Ich darf sagen:
Bis hierhin und nicht weiter.
Abwehr bedeutet für mich deshalb nicht automatisch Angriff.
Ich muss niemanden angreifen, um mich konsequent zu schützen. Aber ich muss auch nicht so tun, als wäre jede Form von Gegenwehr falsch.
Wenn jemand meine Grenzen bewusst überschreitet, mich bedrängt, manipuliert oder gezielt magisch gegen mich arbeitet, nehme ich mir das Recht, meinen Raum zu schließen und diese Einwirkung abzuwehren.
Dabei unterscheide ich klar zwischen Schutz, Abwehr, Bannung und Rückführung.
Schutz bewahrt meinen Raum.
Abwehr hält etwas fern, das diesen Raum überschreiten will.
Bannung entfernt etwas, das bereits keinen Platz mehr erhalten soll.
Rückführung gibt etwas dorthin zurück, woher es gekommen ist.
Diese Unterschiede sind für meine Arbeit wichtig, weil ich nicht wahllos mit der stärksten Möglichkeit beginne.
Aber wenn eine starke Grenze notwendig ist, setze ich auch eine starke Grenze.
Schwarzer Schutz entsteht für mich nicht aus Angst.
Er entsteht aus der bewussten Entscheidung:
Ich bestimme, was Zugang zu mir und meinem Raum erhält – und was draußen bleibt.
Bannung und Entfernung
Bannung nehme ich dort, wo eine Grenze allein nicht mehr ausreicht.
Wenn etwas bereits in meinem Raum, meinem Alltag oder meiner Wahrnehmung einen Platz eingenommen hat und dort nicht bleiben soll, arbeite ich nicht nur mit Schutz.
Dann arbeite ich mit Entfernung.
Für mich bedeutet Bannung:
Etwas erhält keinen Platz mehr.
Das kann sich auf eine belastende Verbindung, einen wiederkehrenden Einfluss, eine unerwünschte Präsenz, eine festgesetzte Gewohnheit oder eine Situation beziehen, die immer wieder in denselben Raum zurückkehrt.
Dabei ist Bannung für mich nicht dasselbe wie Reinigung.
Reinigung klärt.
Bannung entfernt.
Wenn ich reinige, schaffe ich Ordnung.
Wenn ich banne, treffe ich eine Entscheidung.
Ich sage nicht:
„Vielleicht darf das jetzt gehen.“
Ich sage:
„Das bleibt nicht.“
Genau deshalb arbeite ich bei einer Bannung sehr klar.
Ich benenne, was ich entferne.
Ich benenne den Bereich, aus dem es entfernt wird.
Und ich benenne auch, dass diese Arbeit dort endet, wo meine eigene Grenze endet.
Ich banne nicht wahllos Menschen, Situationen oder Energien aus meinem Leben, nur weil sie unangenehm sind.
Unangenehm ist nicht automatisch schädlich.
Aber wenn etwas wiederholt meine Grenze überschreitet, sich festsetzt oder bewusst keinen Platz mehr in meinem Leben haben soll, dann beende ich diesen Raum dafür.
Bannung ist für mich kein Drama und keine Drohung.
Sie ist eine Entscheidung.
Was keinen Platz mehr haben soll, erhält keinen Platz mehr.
Trennung und Lösen von Verbindungen
Nicht jede Verbindung ist dafür bestimmt, bestehen zu bleiben.
Menschen verändern sich. Beziehungen enden. Wege trennen sich. Manche Bindungen verlieren ihre Bedeutung, andere werden belastend, einseitig oder halten etwas fest, das längst abgeschlossen sein sollte.
Für solche Arbeiten nehme ich Trennung und Lösung.
Dabei geht es nicht darum, eine gemeinsame Vergangenheit auszulöschen oder so zu tun, als hätte eine Verbindung niemals existiert.
Was geschehen ist, bleibt Teil der eigenen Geschichte.
Aber nur weil etwas einmal verbunden war, muss es nicht für immer verbunden bleiben.
Eine Trennung kann sich auf einen Menschen beziehen, aber ebenso auf eine alte Beziehung, eine Freundschaft, eine Gewohnheit, einen Ort, einen Lebensabschnitt, ein Versprechen oder eine andere Bindung, die weiterhin Kraft beansprucht.
Ich unterscheide dabei zwischen Abstand und tatsächlicher Trennung.
Manchmal braucht eine Verbindung nur Ruhe oder eine neue Grenze.
Manchmal muss sie vollständig gelöst werden.
Wenn ich mich für eine Trennung entscheide, arbeite ich deshalb nicht halbherzig mit dem Gedanken:
„Vielleicht möchte ich loslassen, aber eigentlich soll die Verbindung trotzdem bestehen bleiben.“
Dann ist für mich noch nicht der richtige Zeitpunkt für diese Arbeit.
Eine Trennung braucht eine klare Entscheidung.
Ich benenne, welche Verbindung gelöst wird und was danach nicht weitergetragen werden soll.
Dabei versuche ich nicht, Erinnerungen, Gefühle oder Erfahrungen gewaltsam zu entfernen. Auch Schmerz verschwindet nicht automatisch, nur weil ein Ritual durchgeführt wurde.
Das Ritual setzt für mich an einer anderen Stelle an:
Die Verbindung erhält nicht länger das Recht, meinen gegenwärtigen Weg zu bestimmen.
Ich darf etwas beenden, ohne es zu hassen.
Ich darf jemanden loslassen, ohne alles zwischen uns schlechtreden zu müssen.
Und ich darf eine Verbindung auch dann trennen, wenn der andere Mensch damit nicht einverstanden ist.
Denn für meine eigene Bindung, meinen eigenen Raum und meinen eigenen weiteren Weg brauche ich keine Erlaubnis eines anderen Menschen.
Trennung bedeutet für mich deshalb nicht, die Vergangenheit zu vernichten.
Sie bedeutet, ihr den Platz zu geben, an den sie gehört: hinter mir.
Rückführung und Gegenzauber
Rückführung nehme ich dann, wenn etwas nicht zu mir gehört und nicht bei mir bleiben soll.
Das können fremde Absichten, gezielt gegen mich gerichtete Arbeiten, anhaltende Einwirkungen oder Energien sein, die ich nicht übernehmen und nicht weitertragen möchte.
Für mich bedeutet Rückführung nicht automatisch Vergeltung.
Ich muss nicht mehr zurückgeben, als bei mir angekommen ist.
Aber ich sehe auch keinen Grund, etwas Fremdes dauerhaft bei mir zu behalten, nur damit niemand behaupten kann, ich hätte „negativ“ reagiert.
Wenn etwas bewusst gegen mich gerichtet wurde, darf es dorthin zurück, woher es gekommen ist.
Nicht verstärkt.
Nicht ausgeschmückt.
Nicht aus Rache.
Aber auch nicht bei mir.
Genau darin unterscheidet sich Rückführung für mich von einem Fluch.
Bei einer Rückführung erschaffe ich nicht erst etwas Neues, das ich gegen einen Menschen richte.
Ich nehme das, was mich erreicht hat, und verweigere ihm seinen Platz bei mir.
Ein Gegenzauber geht einen Schritt weiter.
Dafür nehme ich eine gezielte Arbeit, wenn eine magische Einwirkung gelöst, unterbrochen oder unwirksam gemacht werden soll.
Dabei interessiert mich nicht nur, wer möglicherweise dahintersteht.
Viel wichtiger ist:
Was wirkt hier?
Woran ist es gebunden?
Und was muss beendet werden, damit diese Wirkung keinen Halt mehr hat?
Ich arbeite deshalb nicht automatisch gegen eine Person.
Ich arbeite gegen die Verbindung, die Handlung oder die gesetzte Absicht, die ich aufheben möchte.
Wenn ein Knoten gebunden wurde, kann die Arbeit darin bestehen, ihn zu lösen.
Wenn etwas versiegelt wurde, kann es notwendig sein, diese Versiegelung zu brechen.
Wenn eine Verbindung gesetzt wurde, kann sie getrennt werden.
Wenn etwas an einen Gegenstand gebunden wurde, muss dieser Gegenstand entsprechend in die Arbeit einbezogen werden.
Das ist für mich Gegenzauber:
Nicht einfach zurückschlagen, sondern erkennen, worauf eine Arbeit beruht und genau dort ansetzen.
Es gibt allerdings Situationen, in denen ich mich bewusst für eine Rückführung entscheide.
Dann lautet meine Entscheidung klar:
Was von dir kommt und mir nicht gehört, geht zu dir zurück.
Ich übernehme weder die Verantwortung für die ursprüngliche Handlung noch für das, was jemand mit seiner eigenen gesetzten Energie anschließend erlebt.
Meine Verantwortung liegt darin, nicht mehr zurückzugeben, als ich zurückführe, und meine Arbeit dort zu beenden, wo sie ihren Zweck erfüllt hat.
Rückführung bedeutet für mich deshalb nicht Rache.
Gegenzauber bedeutet nicht wahllosen Angriff.
Beides bedeutet:
Ich lasse eine fremde Einwirkung nicht einfach bestehen, nur weil Gegenwehr unbequem klingt.
Schattenarbeit und verborgenes Wissen
Schattenarbeit nehme ich dort, wo es nicht darum geht, etwas sofort zu entfernen, sondern hinzusehen.
Nicht alles, was unangenehm ist, muss gebannt werden.
Nicht alles, was dunkel ist, muss verschwinden.
Manches gehört verstanden.
Manches gehört angenommen.
Und manches zeigt erst dann seine eigentliche Bedeutung, wenn ich aufhöre, davor wegzulaufen.
Für mich bedeutet Schattenarbeit, mich bewusst mit den Teilen auseinanderzusetzen, die ich lieber nicht sehen würde.
Das können Ängste sein.
Neid.
Wut.
Eifersucht.
Schuld.
Scham.
Kontrollbedürfnis.
Verletzungen.
Alte Muster.
Oder Seiten meiner Persönlichkeit, die nicht zu dem Bild passen, das ich gern von mir selbst hätte.
Ich mache diese Dinge nicht schöner, als sie sind.
Wenn ich neidisch bin, nenne ich es Neid.
Wenn ich wütend bin, nenne ich es Wut.
Wenn ich jemandem etwas übel nehme, tue ich nicht so, als hätte ich längst vergeben, nur weil Vergebung spiritueller klingt.
Schattenarbeit beginnt für mich mit Ehrlichkeit.
Dabei bedeutet Annehmen nicht, alles gutzuheißen.
Ich kann erkennen, dass etwas zu mir gehört, und trotzdem entscheiden, dass ich danach nicht handeln möchte.
Ich kann meine Wut anerkennen, ohne jemanden zu verletzen.
Ich kann meinen Neid erkennen, ohne einem anderen Menschen etwas wegnehmen zu wollen.
Ich kann meine Angst sehen, ohne ihr jede Entscheidung zu überlassen.
Gerade darin liegt für mich die eigentliche Arbeit:
Ich sehe meinen Schatten, aber ich gebe ihm nicht automatisch die Führung.
Zum verborgenen Wissen gehört für mich noch etwas anderes.
Nicht jede Erkenntnis liegt offen vor uns.
Manche Dinge zeigen sich erst, wenn ich still werde, beobachte, Zusammenhänge erkenne und bereit bin, auch Antworten anzunehmen, die mir nicht gefallen.
Dafür arbeite ich unter anderem mit meiner Intuition, mit Symbolen, Träumen, Karten, Runen, Pendel, Ahnenarbeit oder anderen Formen der spirituellen Erkenntnis.
Aber auch hier gilt:
Ein Werkzeug nimmt mir nicht das Denken ab.
Ein Zeichen ist nicht automatisch eine Botschaft.
Und nur weil ich etwas sehen möchte, bedeutet das nicht, dass es deshalb wahr ist.
Verborgenes Wissen verlangt für mich deshalb ebenso viel Unterscheidungsvermögen wie Offenheit.
Ich suche nicht nach Geheimnissen, nur damit etwas geheimnisvoll wirkt.
Ich suche nach dem, was unter der sichtbaren Oberfläche liegt.
Manchmal finde ich dort eine Antwort.
Manchmal eine unangenehme Wahrheit.
Und manchmal erkenne ich, dass das, wonach ich gesucht habe, überhaupt nicht außerhalb von mir verborgen war.
Schattenarbeit bedeutet für mich deshalb nicht, mich in Dunkelheit zu verlieren.
Sie bedeutet, in sie hineinsehen zu können, ohne den Blick wieder abzuwenden.
Loslassen, Abschluss und Wandlung
Nicht alles, was endet, ist gescheitert.
Manche Dinge erfüllen ihren Zweck und gehen zu Ende.
Andere müssen beendet werden, weil sie keinen Platz mehr im eigenen Leben haben.
Und manches lässt sich nicht einfach zurückholen, reparieren oder in seinen früheren Zustand bringen.
Für solche Arbeiten nehme ich Loslassen, Abschluss und Wandlung.
Dabei geht es für mich nicht darum, etwas möglichst schnell „positiv“ umzudeuten.
Ein Verlust bleibt ein Verlust.
Ein Abschied bleibt ein Abschied.
Eine Enttäuschung wird nicht dadurch kleiner, dass ich sofort nach einer Lektion darin suche.
Manche Dinge dürfen erst einmal genau das sein, was sie sind.
Zu Ende.
Schwarze Magie hat für mich gerade dort ihren Platz, weil sie nicht verlangt, dass ich an etwas festhalte, nur weil es einmal wichtig war.
Sie erlaubt einen Abschluss.
Das kann einen Lebensabschnitt betreffen.
Eine alte Rolle.
Eine Beziehung.
Eine berufliche Situation.
Einen Ort.
Einen Traum, der nicht mehr zu mir gehört.
Oder eine Vorstellung davon, wer ich einmal sein wollte.
Loslassen bedeutet für mich dabei nicht vergessen.
Ich muss etwas nicht aus meiner Erinnerung löschen, damit es keinen Einfluss mehr auf meinen weiteren Weg hat.
Ich kann anerkennen:
Das war ein Teil meines Lebens.
Aber es ist nicht mehr mein Jetzt.
Ein Abschluss wird für mich dann notwendig, wenn ich innerlich immer wieder zu etwas zurückkehre, obwohl die eigentliche Situation längst vorbei ist.
Dann geht es nicht mehr darum, etwas zu retten.
Dann geht es darum, die Verbindung zum Vergangenen so zu verändern, dass sie nicht mehr meinen gegenwärtigen Weg bestimmt.
Genau dort beginnt für mich auch die Wandlung.
Denn Wandlung bedeutet nicht, dass aus allem etwas Schönes entstehen muss.
Sie bedeutet:
Etwas bleibt nicht in derselben Form.
Trauer kann irgendwann Erinnerung werden.
Wut kann zu einer Grenze werden.
Enttäuschung kann Klarheit schaffen.
Ein Ende kann Raum freimachen.
Und eine alte Version meiner selbst kann zurückbleiben, ohne dass ich sie verleugnen muss.
Ich nehme schwarze Magie deshalb nicht nur, um etwas zu beenden.
Ich nehme sie auch, um den Zustand nach dem Ende bewusst anzunehmen.
Denn ein Ritual, das nur trennt, aber keinen Abschluss schafft, lässt oft genau das offen, was eigentlich beendet werden sollte.
Für mich gehören deshalb drei Schritte zusammen:
Erkennen, was vorbei ist.
Beenden, was nicht weitergetragen werden soll.
Und annehmen, dass danach etwas anders ist als vorher.
Wandlung heißt nicht Rückkehr zum alten Zustand.
Wandlung heißt, dass etwas eine neue Form bekommt – und dass ich bereit bin, diese Veränderung auch wirklich zuzulassen.
Bindung, Versiegelung und Verwahrung
Nicht jede schwarze Arbeit dient dazu, etwas zu entfernen.
Manches soll festgesetzt, begrenzt, verschlossen oder bewusst verwahrt werden.
Dafür nehme ich Bindung, Versiegelung und Verwahrung.
Diese drei Arbeiten haben für mich unterschiedliche Aufgaben.
Bindung hält etwas innerhalb einer gesetzten Grenze.
Versiegelung schließt etwas ab und verhindert, dass eine bereits beendete oder gesetzte Arbeit wieder geöffnet wird.
Verwahrung gibt etwas einen festen Ort, an dem es bleiben soll.
Gerade bei Bindungsarbeit ist für mich wichtig, klar zu benennen, was tatsächlich gebunden wird.
Ich muss nicht automatisch einen Menschen binden.
Ich kann eine Handlung begrenzen.
Ein Verhalten.
Eine bestimmte Einwirkung.
Eine wiederkehrende Situation.
Oder eine Energie, die nicht weiter frei wirken soll.
Wenn jemand beispielsweise immer wieder dieselbe Grenze überschreitet, kann meine Arbeit darauf ausgerichtet sein, diese Grenzüberschreitung zu binden, statt den gesamten Menschen in eine magische Bindung zu setzen.
Das ist für mich ein entscheidender Unterschied.
Ich arbeite so genau wie möglich mit dem, was tatsächlich beendet oder begrenzt werden soll.
Eine Versiegelung hat eine andere Aufgabe.
Wenn ich etwas abgeschlossen habe, möchte ich nicht, dass dieselbe Arbeit ständig wieder geöffnet wird.
Dann kann ich sie versiegeln.
Eine Versiegelung sagt:
Hier ist der Abschluss.
Diese Grenze bleibt bestehen.
Diese Arbeit wird nicht immer wieder neu begonnen.
Ich nutze Versiegelungen deshalb unter anderem nach Trennungen, Bannungen, Schutzarbeiten oder anderen Ritualen, bei denen ein gesetzter Zustand bewusst erhalten werden soll.
Dabei ist eine Versiegelung für mich keine Garantie dafür, dass sich im Leben niemals etwas verändert.
Wenn sich die Situation verändert, kann auch eine alte Versiegelung bewusst gelöst werden.
Aber solange sie besteht, hat sie eine klare Aufgabe.
Sie hält den gesetzten Abschluss.
Verwahrung geht noch einmal in eine andere Richtung.
Es gibt Dinge, die ich weder vernichten noch ständig bei mir tragen möchte.
Eine Erinnerung.
Einen Namen.
Ein Symbol.
Einen Gegenstand aus einer abgeschlossenen Arbeit.
Etwas, das seinen Platz behalten darf, aber nicht mehr frei in meinem Alltag wirken soll.
Dann gebe ich ihm einen bewussten Ort.
Das kann eine verschlossene Schachtel sein.
Ein Gefäß.
Ein versiegelter Umschlag.
Ein bestimmter Platz innerhalb meiner spirituellen Arbeit.
Verwahrung bedeutet für mich nicht Verdrängung.
Ich tue nicht so, als wäre etwas nicht vorhanden.
Im Gegenteil.
Ich weiß genau, dass es da ist.
Aber ich entscheide, wo es liegt und welchen Platz es noch in meinem Leben bekommt.
Auch hier arbeite ich nicht wahllos.
Nicht jede unangenehme Erinnerung gehört in eine verschlossene Kiste.
Nicht jedes Problem wird dadurch gelöst, dass ich es symbolisch wegsperre.
Aber wenn etwas abgeschlossen ist und keinen täglichen Raum mehr erhalten soll, kann eine bewusste Verwahrung genau der richtige Schritt sein.
Bindung, Versiegelung und Verwahrung haben deshalb für mich eines gemeinsam:
Ich überlasse nicht alles sich selbst.
Ich setze eine Grenze.
Ich bestimme einen Ort.
Ich schließe eine Arbeit ab.
Und wenn etwas dort bleiben soll, dann bleibt es dort, bis ich selbst entscheide, diese Arbeit wieder zu öffnen.
Verantwortung in der schwarzen Magie
Vieles von dem, was ich auf der Seite Weiße Magie über Verantwortung, Absicht und bewusstes Arbeiten beschrieben habe, gilt für mich genauso hier.
Bei schwarzer Magie kommt jedoch etwas Entscheidendes hinzu:
Ich muss bereit sein, die Konsequenz meiner eigenen Entscheidung zu tragen.
Wenn ich banne, trenne, zurückführe, binde oder verfluche, bestimme ich vorher genau, was meine Arbeit tun soll, wo ihre Grenze liegt und wann sie beendet ist.
Schwarze Magie verlangt für mich keine Rechtfertigung.
Aber sie verlangt Klarheit.
Was ich setze, setze ich bewusst.
Mein Weg mit der schwarzen Magie
Auch hier gilt vieles von dem, was ich bereits unter Weiße Magie über meinen Weg beschrieben habe:
Magie entsteht für mich aus Absicht, Energie und Handeln.
Schwarze Magie ist für mich nicht das Gegenteil davon und auch nicht automatisch „böse“.
Sie hat eine andere Aufgabe.
Die schwarze Kraft nimmt auf, hütet, beendet und verwandelt.
Mit ihr schütze ich nicht nur – ich wehre ab.
Ich reinige nicht nur – ich banne.
Ich lasse nicht nur los – ich trenne.
Ich führe zurück, binde, versiegle, verwahre und setze einen Fluch, wenn genau diese Arbeit notwendig ist.
Ich arbeite nicht gegen die Dunkelheit.
Ich arbeite mit ihrer Aufgabe.
Sic fiat.

Wenn du Fragen hast
Nicht immer ist sofort klar, welches Ritual zu einer Situation passt oder wie eine bestimmte Arbeit durchgeführt werden soll.
Wenn du dich noch nicht auskennst, bei einem Ritual nicht weiterweißt oder unsicher bist, ob Schutz, Bannung, Trennung, Rückführung, Bindung oder eine andere Arbeit für dein Anliegen richtig ist, zögere nicht und frag mich.
Du musst nicht alles wissen, um eine Frage stellen zu dürfen.
Ich helfe dir dabei, die passende Richtung für deine Arbeit zu finden.
Wenn du ein Ritual nicht selbst durchführen möchtest, kann ich die magische Arbeit auch für dich übernehmen. Ebenso erstelle ich individuelle Rituale, die auf deine persönliche Situation, dein Anliegen und das gewünschte Ziel abgestimmt sind.
Denn nicht jedes Anliegen passt in ein bereits bestehendes Ritual.
Manchmal braucht es eine Arbeit, die genau für diese eine Situation geschaffen wird.