Was schwarze Magie für mich bedeutet

Wie ich bereits auf der Seite Weiße Magie beschrieben habe, teile ich Magie nicht einfach in „gut“ und „böse“ ein.

Für mich hat jede magische Kraft ihre eigene Aufgabe.

Die weiße Kraft klärt, öffnet, offenbart und führt.

Die schwarze Kraft nimmt auf, hütet, beendet und verwandelt.

Deshalb ist schwarze Magie für mich nicht automatisch zerstörerisch, gefährlich oder böse. Sie arbeitet dort, wo etwas nicht weitergeführt, sondern begrenzt, beendet, gelöst, aufgenommen oder verwandelt werden soll.

Ich nehme schwarze Magie für Arbeiten, bei denen eine klare Grenze notwendig ist, bei denen etwas seinen Abschluss finden muss oder bei denen ich mich bewusst mit dem beschäftige, was im Verborgenen liegt.

Dazu gehören für mich unter anderem Schutz und Abwehr, Bannung und Trennung, Loslassen, Schattenarbeit, Rückführung, das Beenden belastender Verbindungen und die bewusste Arbeit mit Kräften, die nicht einfach durch Licht ersetzt werden können.

Dabei arbeite ich nicht gegen die Dunkelheit.

 

Ich arbeite mit ihrer Aufgabe.

Ein Schatten muss nicht verschwinden, nur weil ich ihn erkenne. Manchmal muss ich verstehen, was in ihm liegt. Manchmal muss ich etwas darin bewahren. Und manchmal muss etwas dort seinen Abschluss finden, bevor überhaupt etwas Neues entstehen kann.

Genau darin liegt für mich die Kraft der schwarzen Magie.

Sie nimmt nicht weg, was bestehen soll.

Sie beendet, was beendet werden muss.

Sie schützt, was geschützt werden soll.

Und sie verwandelt, was nicht in seiner bisherigen Form bleiben kann.

 

Was auch bei schwarzer Magie für meine Ritualarbeit gilt

Die grundlegende Art, wie ich Rituale vorbereite und durchführe, verändert sich nicht dadurch, dass ich mit schwarzer statt mit weißer Magie arbeite.

Was ich auf der Seite Weiße Magie bereits zu meiner Ritualarbeit beschrieben habe, gilt deshalb auch hier.

Dazu gehören für mich:

  • eine klare Absicht vor Beginn des Rituals
  • ein bewusst vorbereiteter Ritualraum
  • Werkzeuge mit einer klaren Aufgabe
  • Worte, die zur Absicht des Rituals passen
  • ein achtsamer und verantwortungsvoller Umgang mit Energie
  • die bewusste Entscheidung, ob und wie ich für andere Menschen oder Tiere arbeite
  • ein klarer Beginn und ein ebenso bewusster Abschluss
  • meine abschließenden Worte „Sic fiat“

 

Diese Grundlagen wiederhole ich hier nicht noch einmal vollständig.

Wer wissen möchte, wie ich meine Rituale grundsätzlich vorbereite, welche Bedeutung Werkzeuge und gesprochene Worte für mich haben und worauf ich bei der Durchführung achte, findet die ausführliche Erklärung auf der Seite Weiße Magie.

Bei schwarzer Magie kommen jedoch einige Punkte hinzu, die für diese Form der Arbeit besonders wichtig sind.

Denn wenn ich etwas banne, trenne, beende, zurückführe oder bewusst in eine andere Form bringe, muss ich meine Absicht noch genauer benennen, was geschehen soll – und wo die Arbeit endet.

Schwarze Magie braucht für mich deshalb nicht mehr Angst oder Misstrauen.

Sie braucht Klarheit, Konsequenz und eine deutlich gesetzte Grenze.

 

Worauf ich bei schwarzer Magie besonders achte

Die allgemeinen Grundlagen meiner Ritualarbeit habe ich bereits auf der Seite Weiße Magie beschrieben. Sie gelten auch für meine Arbeit mit schwarzer Magie.

Bei schwarzer Magie achte ich zusätzlich auf einige Punkte besonders.

Ich benenne genau, was beendet werden soll

Bei einer schwarzen Arbeit reicht mir eine allgemeine Absicht wie:

„Das soll weg.“

nicht aus.

Ich benenne so genau wie möglich, was ich lösen, trennen, bannen, begrenzen oder beenden möchte.

Denn ich möchte nicht mehr aus einer Situation herausnehmen, als tatsächlich zu meiner Absicht gehört.

Wenn ich eine Verbindung trenne, trenne ich diese Verbindung.

Wenn ich eine Belastung banne, banne ich diese Belastung.

Wenn ich eine Grenze setze, bestimme ich, wo diese Grenze liegt.

Je deutlicher meine Absicht ist, desto klarer kann ich mit ihr arbeiten.

Ich bestimme auch das Ende meiner Arbeit

Schwarze Magie beschäftigt sich häufig mit Abschluss, Trennung und Wandlung.

Deshalb gehört für mich zu einem Ritual nicht nur die Frage:

Was soll geschehen?

Sondern auch:

Wann ist diese Arbeit beendet?

Ich halte eine Bannung nicht unnötig offen.

Ich binde mich nicht dauerhaft an etwas, das ich eigentlich aus meinem Leben lösen möchte.

Und ich beschäftige mich nach einem abgeschlossenen Ritual nicht immer wieder mit derselben Energie, nur um zu prüfen, ob noch etwas passiert.

Wenn ich eine Arbeit bewusst beendet habe, lasse ich sie auch beendet sein.

 

 

Schutz, Bannung und Rückführung sind für mich nicht dasselbe

Diese Begriffe werden oft miteinander vermischt.

Für mich haben sie unterschiedliche Aufgaben.

Schutz setzt eine Grenze und bewahrt.

Bannung entfernt etwas aus einem bestimmten Bereich und verweigert ihm dort seinen Platz.

Trennung löst eine bestehende Verbindung.

Rückführung richtet etwas dorthin zurück, woher es gekommen ist, anstatt es selbst weiterzutragen.

Welche Arbeit ich nehme, hängt deshalb davon ab, was tatsächlich geschehen soll.

Ich banne nicht, wenn eine klare Grenze genügt.

Ich trenne nicht, wenn eigentlich nur Abstand gebraucht wird.

Und ich führe nichts zurück, nur weil ich wütend bin.

Ich arbeite nicht aus einem kurzen Moment heraus

Wut kann sehr viel Energie tragen.

Das bedeutet für mich aber nicht, dass jeder wütende Gedanke sofort ein Ritual braucht.

Bevor ich eine stärkere schwarze Arbeit beginne, möchte ich wissen, ob meine Entscheidung auch dann noch steht, wenn der erste emotionale Höhepunkt vorbei ist.

Das nimmt der Arbeit nichts von ihrer Kraft.

Im Gegenteil.

Eine bewusste Entscheidung ist für mich stärker als eine spontane Reaktion.

Ich achte darauf, was nach dem Ritual mit den Materialien geschieht

Bei schwarzer Magie trägt auch der Abschluss der verwendeten Materialien eine Bedeutung.

Nicht alles wird nach einem Ritual aufgehoben.

Nicht alles gehört auf den Altar.

Und nicht alles gehört in die Natur.

Je nach Ritual werden Materialien gereinigt, wiederverwendet, sicher entsorgt oder bewusst aus der Arbeit genommen.

Was eine Aufgabe nur für dieses eine Ritual hatte, muss für mich danach nicht automatisch weiter Teil meiner spirituellen Werkzeuge bleiben.

Deshalb beschreibe ich bei den einzelnen Ritualen auch, was nach dem Abschluss mit den verwendeten Dingen geschieht.

Ich unterscheide zwischen Wandlung und Zerstörung

Etwas zu beenden bedeutet für mich nicht automatisch, es zu zerstören.

Manchmal soll eine Verbindung aufhören.

Manchmal soll eine alte Form zerbrechen, damit etwas anderes entstehen kann.

Manchmal muss etwas lediglich seinen Platz verlassen.

Und manchmal muss ich akzeptieren, dass eine Entwicklung tatsächlich abgeschlossen ist.

Schwarze Magie ist für mich deshalb nicht die Kraft, die wahllos vernichtet.

Sie ist die Kraft, die einen Abschluss zulässt, eine Grenze setzt und Wandlung möglich macht.

Die Bereiche der schwarzen Magie


Schutz und Abwehr

Schutz gibt es auch in der weißen Magie. Dort arbeite ich vor allem mit Klarheit, bewussten Grenzen, Stärkung und einem geschützten Raum.

Schwarzer Schutz geht für mich einen Schritt weiter.

Ich nehme ihn dort, wo es nicht mehr nur darum geht, meinen eigenen Raum zu stärken, sondern etwas ausdrücklich abzuwehren, auszuschließen oder daran zu hindern, meine gesetzte Grenze zu überschreiten.

Wenn etwas gegen mich gerichtet ist, muss ich es nicht willkommen heißen, verstehen oder mit Licht beantworten.

Ich darf sagen:

Bis hierhin und nicht weiter.

Abwehr bedeutet für mich deshalb nicht automatisch Angriff.

Ich muss niemanden angreifen, um mich konsequent zu schützen. Aber ich muss auch nicht so tun, als wäre jede Form von Gegenwehr falsch.

Wenn jemand meine Grenzen bewusst überschreitet, mich bedrängt, manipuliert oder gezielt magisch gegen mich arbeitet, nehme ich mir das Recht, meinen Raum zu schließen und diese Einwirkung abzuwehren.

Dabei unterscheide ich klar zwischen Schutz, Abwehr, Bannung und Rückführung.

Schutz bewahrt meinen Raum.

Abwehr hält etwas fern, das diesen Raum überschreiten will.

Bannung entfernt etwas, das bereits keinen Platz mehr erhalten soll.

Rückführung gibt etwas dorthin zurück, woher es gekommen ist.

Diese Unterschiede sind für meine Arbeit wichtig, weil ich nicht wahllos mit der stärksten Möglichkeit beginne.

Aber wenn eine starke Grenze notwendig ist, setze ich auch eine starke Grenze.

Schwarzer Schutz entsteht für mich nicht aus Angst.

Er entsteht aus der bewussten Entscheidung:

Ich bestimme, was Zugang zu mir und meinem Raum erhält – und was draußen bleibt.

Wächterflasche aus Eisen, Dorn und Blut

Diese Wächterflasche nehme ich für einen Ort, an dem ich eine dauerhafte Abwehr setzen möchte.

Ihre Aufgabe ist nicht Reinigung.

Sie soll eine gesetzte Grenze halten und das abfangen, was mit feindseliger, schädigender oder bewusst übergriffiger Absicht in meinen Raum gebracht wird.

Die Flasche arbeitet dort, wo ich sage:

Bis hierhin. Was gegen mich gerichtet ist, erhält keinen freien Weg weiter.

Zeit:
Am Abend oder in der Nacht.

Wenn der Schutz unmittelbar gebraucht wird, führe ich das Ritual dann durch und warte nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt.

Mondphase:
Immer durchführbar.

Wenn ich frei wählen kann, nehme ich für starke Abwehr gern den abnehmenden Mond.

Du benötigst:

  • ein stabiles Schraubglas mit dichtem Deckel
  • drei Eisennägel
  • einige Dornen, zum Beispiel von Schlehe oder Rose
  • schwarzen Baumwollfaden
  • etwas Asche von sauberem, unbehandeltem Holz
  • einen kleinen Zettel
  • einen Stift
  • einige Tropfen eigenes Blut
    ersatzweise sehr dunklen Rotwein
  • eine schwarze Kerze
  • Drachenblut-Harz
  • geeignete Räucherkohle
  • ein feuerfestes Räuchergefäß

Durchführung:

Stelle das leere Glas vor dich.

Die schwarze Kerze steht dahinter.

Links liegen Nägel und Dornen, rechts Faden, Asche und der Zettel.

Entzünde die schwarze Kerze.

Schreibe auf den Zettel:

„Was gegen mich und meinen Raum gerichtet ist, wird hier aufgehalten.“

Falte den Zettel einmal von dir weg und lege ihn auf den Boden des Glases.

Nimm den ersten Nagel.

Sprich:

„Ich setze die Grenze.“

Lege ihn hinein.

Beim zweiten:

„Ich halte die Grenze.“

Beim dritten:

„Ich verteidige die Grenze.“

Gib nun die Dornen dazu.

Sprich:

**„Wer meine Grenze achtet, begegnet keinem Widerstand.

Wer sie mit schädigender Absicht überschreiten will, findet Dornen auf seinem Weg.“**

Gib anschließend eine kleine Menge Asche hinein.

Sprich:

„Was hier endet, wird nicht weitergetragen.“

Nimm den schwarzen Faden.

Wickle ihn dreimal um die drei Nägel und Dornen innerhalb des Glases.

Beim ersten Umlauf:

„Gebunden an diesen Ort.“

Beim zweiten:

„Gebunden an diese Aufgabe.“

Beim dritten:

„Gebunden an meine Grenze.“

Jetzt gibst du einige Tropfen deines eigenen Blutes in das Glas.

Wenn du nicht mit Blut arbeitest, verwendest du eine kleine Menge sehr dunklen Rotwein.

Sprich:

**„Mein Blut erkennt, was mein ist.

Meine Grenze erkennt, was zu mir gehört.

Diese Arbeit steht für mich und meinen Raum.“**

Entzünde nun die Räucherkohle und gib etwas Drachenblut darauf.

Führe das offene Glas durch den Rauch.

Sprich:

**„Drachenblut,

steh an dieser Grenze.

Schütze, was meines ist.

Halte zurück, was gegen mich gerichtet ist.

Nimm auf, was meine Grenze durchbrechen will,

und gib ihm keinen Weg weiter.“**

Stelle das Glas zurück.

Halte beide Hände darum.

Sprich:

**„Diese Wächterflasche steht.

Sie schläft nicht.

Sie weicht nicht.

Sie sucht keinen Gegner.

Doch wer mit schädigender Absicht meine Grenze überschreitet,

trifft auf das, was ich hier gesetzt habe.

Was gegen mich gerichtet ist, bleibt nicht frei.

Was meinen Raum verletzen will, findet Widerstand.

Was mir nicht gehört, bleibt nicht an mir.

Meine Grenze steht.

Meine Wächter stehen.

Sic fiat.“**

Schraube das Glas fest zu.

Stelle es auf der Innenseite deiner Grenze auf, zum Beispiel verborgen im Eingangsbereich.

Beachte:
Wenn jemand diesen geschützten Bereich mit bewusst feindseliger Absicht betritt, kann sich die gesetzte Abwehr innerhalb der magischen Arbeit als starke Unruhe, Druckgefühl, Übelkeit, Kreislaufgefühl, Bauchunruhe oder plötzliches Bedürfnis zeigen, den Ort wieder zu verlassen. Solche körperlichen Beschwerden können selbstverständlich auch gewöhnliche Ursachen haben.

Wenn die Aufgabe der Flasche beendet ist, wird sie bewusst geöffnet und aufgelöst.

Tipp von mir:
Ich öffne eine gesetzte Wächterflasche niemals aus Neugier. Solange ihre Aufgabe besteht, bleibt sie geschlossen. Wenn ich ihre Aufgabe beende, mache ich das bewusst und vollständig – nicht Stück für Stück über mehrere Tage.

Das Gorgoneion – der Blick des Wächters

Dieses Ritual nehme ich für sichtbare oder verborgene Abwehr an einer Schwelle.

Das Gorgoneion ist kein freundliches Schutzzeichen.

Und genau das soll es auch nicht sein.

Seine Aufgabe ist nicht, einladend zu wirken.

Seine Aufgabe lautet:

Ich sehe dich. Ich erkenne deine Absicht. Und meine Grenze steht bereits, bevor du sie erreichst.

Zeit:
Am Abend oder zu einem Zeitpunkt, an dem der fertige Wächter unmittelbar danach an seinen Platz gebracht werden kann.

Mondphase:
Immer durchführbar.

Du benötigst:

  • eine kleine Holzscheibe oder lufttrocknenden Ton
  • ein Ritzwerkzeug oder einen geeigneten Stift
  • eine schwarze Kerze
  • Drachenblut-Harz
  • Räucherkohle
  • ein feuerfestes Räuchergefäß
  • etwas schwarzen Faden
  • einige Tropfen eigenes Blut
    ersatzweise sehr dunklen Rotwein
  • ein dunkles Tuch

Durchführung:

Lege den Träger auf das dunkle Tuch.

Stelle die schwarze Kerze dahinter und entzünde sie.

Beginne mit den Augen.

Zeichne oder ritze zwei deutlich geöffnete Augen in den Träger.

Beim ersten Auge sprich:

„Du siehst, was offen kommt.“

Beim zweiten:

„Du siehst, was verborgen kommt.“

Arbeite danach das Gesicht weiter aus.

Du kannst es schlicht halten oder Schlangen, Zähne, Zunge oder andere typische Gorgonenmerkmale ergänzen.

Dieses Zeichen muss nicht schön sein.

Es soll Präsenz haben.

Während du die äußere Form fertigstellst, sprich:

**„Du bist kein Schmuck.

Du bist ein Wächter.“**

Wenn das Gorgoneion fertig ist, gib einen Tropfen Blut auf die Rückseite.

Ersatzweise verwendest du einen Tropfen dunklen Rotwein.

Verreibe ihn mit dem Finger zu einem kleinen Kreis.

Sprich:

„Du erkennst, wessen Grenze du schützt.“

Nimm nun den schwarzen Faden.

Lege ihn einmal vollständig um den äußeren Rand des Gorgoneions.

Sprich:

„Innerhalb dieser Grenze liegt mein Raum.“

Verknote den Faden auf der Rückseite.

Entzünde die Räucherkohle und gib etwas Drachenblut darauf.

Führe den Wächter durch den Rauch.

Sprich:

**„Dunkler Rauch,

gib diesem Blick seine Aufgabe.

Er soll erkennen.

Er soll abwehren.

Er soll stehen.“**

Halte das Gorgoneion anschließend aufrecht vor dich.

Schau ihm direkt in die Augen.

Sprich:

**„Gorgoneion,

Blick an meiner Schwelle,

ich setze dich als Wächter meines Raumes.

Sieh, was sich nähert.

Erkenne, was sich verbirgt.

Wer in Frieden kommt, braucht deinen Blick nicht zu fürchten.

Wer mit schädigender Absicht kommt,

findet dich zuerst.

Lass den Schritt schwer werden.

Lass die Absicht ins Stocken geraten.

Lass den Blick sich abwenden,

bevor meine Grenze verletzt wird.

Du jagst niemanden.

Du folgst niemandem.

Du stehst dort, wo ich dich gesetzt habe.

Sic fiat.“**

Bringe den Wächter anschließend an oder nahe der Eingangsschwelle an.

Sein Gesicht zeigt in Richtung des Zugangs.

Beachte:
Bei Menschen, die mit feindseliger oder bewusst übergriffiger Absicht an diese Grenze kommen, kann sich die Abwehr in deiner spirituellen Wahrnehmung durch Unbehagen, Nervosität, das Gefühl beobachtet zu werden, plötzliches Zögern oder den Wunsch zeigen, den Ort nicht zu betreten beziehungsweise wieder zu verlassen.

Das Gorgoneion arbeitet für diese Schwelle. Wird es entfernt, endet auch seine Aufgabe dort.

Tipp von mir:
Ich verstecke ein Gorgoneion nicht deshalb, weil es jemandem unangenehm sein könnte. Ob es sichtbar oder verborgen hängt, entscheide ich danach, was für meinen Raum sinnvoll ist. Ein Wächter muss sich nicht entschuldigen, weil er wacht.

Der Fluch der schwarzen Schwelle

Dies ist ein Fluch.

Ich nehme ihn nicht als allgemeinen Hausschutz.

Ich nehme ihn dann, wenn meine Grenze bereits bewusst missachtet wurde oder ich davon ausgehe, dass jemand mit der Absicht kommt, zu schaden, zu bedrohen, zu manipulieren oder meinen Raum gegen meinen Willen zu verletzen.

Der Fluch richtet sich nicht gegen jeden Menschen, der die Schwelle überschreitet.

Er wird an eine Bedingung gebunden:

Die feindselige Absicht aktiviert die Arbeit.

Wer ohne diese Absicht kommt, gehört nicht zu diesem Fluch.

Zeit:
Nach Sonnenuntergang.

Mondphase:
Abnehmender Mond oder Dunkelmond.

Wenn die Situation keinen Aufschub erlaubt, wird die Arbeit durchgeführt, wenn sie gebraucht wird.

Du benötigst:

  • eine schwarze Kerze
  • einen kleinen schwarzen oder dunklen Spiegel
  • drei Dornen
  • einen Eisennagel
  • schwarzen Faden
  • einen kleinen Zettel
  • einen Stift
  • etwas Asche
  • einige Tropfen eigenes Blut
    ersatzweise sehr dunklen Rotwein
  • Drachenblut-Harz
  • Räucherkohle
  • ein feuerfestes Räuchergefäß
  • ein schwarzes Tuch

Durchführung:

Lege das schwarze Tuch vor dich.

Stelle den Spiegel darauf.

Die spiegelnde Seite zeigt zunächst nach unten.

Die schwarze Kerze steht dahinter.

Entzünde sie.

Schreibe auf den Zettel:

„Dieser Fluch gilt dem, der diese Schwelle mit der bewussten Absicht überschreitet, mir oder meinem Raum zu schaden.“

Keine Namen.

Keine Vermutungen.

Die Bedingung steht im Mittelpunkt.

Falte den Zettel dreimal von dir weg.

Lege ihn unter den Spiegel.

Drehe den Spiegel jetzt um, sodass die spiegelnde Seite nach oben zeigt.

Nimm den Eisennagel.

Lege ihn quer über den Spiegel.

Sprich:

„Dein Weg wird aufgehalten.“

Lege den ersten Dorn daneben.

„Deine Absicht findet Widerstand.“

Den zweiten:

„Dein Schritt verliert seine Sicherheit.“

Den dritten:

„Was du gegen mich trägst, bleibt nicht ungehindert.“

Streue eine dünne Linie Asche um den Spiegel.

Sprich:

**„Was hier auf meine Grenze trifft,

wird nicht in meinen Raum weitergetragen.“**

Gib nun einen Tropfen deines Blutes auf den gefalteten Zettel unter dem Spiegel.

Ersatzweise verwendest du dunklen Rotwein.

Sprich:

**„Diese Schwelle gehört zu meinem Raum.

Diese Arbeit erkennt meine Grenze.“**

Nimm jetzt den schwarzen Faden.

Führe ihn einmal um Spiegel, Nagel und Dornen.

Beim ersten Umlauf:

„Ich binde den Schritt.“

Beim zweiten:

„Ich binde die schädigende Absicht.“

Beim dritten:

„Ich binde den freien Weg durch meine Grenze.“

Setze drei Knoten.

Beim ersten:

„Wer Schaden trägt, soll Widerstand finden.“

Beim zweiten:

„Wer mich verletzen will, soll seinen eigenen Schritt schwer tragen.“

Beim dritten:

„Wer meine Grenze bewusst bricht, soll die Folgen seiner Absicht bei sich spüren.“

Entzünde nun das Drachenblut.

Führe Spiegel und gebundene Materialien durch den Rauch.

Sprich:

**„Was gegen mich kommt,

trifft auf sich selbst.

Was mich bedrängen soll,

findet keinen leichten Weg.

Was mich verletzen soll,

wird schwer in der Hand dessen, der es trägt.“**

Stelle alles zurück.

Halte beide Hände über die Arbeit.

Sprich deutlich:

**„Ich setze diesen Fluch an meine Schwelle.

Nicht gegen den Unwissenden.

Nicht gegen den Gast.

Nicht gegen den, der in Frieden kommt.

Er gilt dem, der weiß, was er tut,

und trotzdem meine Grenze überschreitet, um mir zu schaden.

Wenn du mit Schaden kommst,

soll dein Körper dir sagen, dass du falsch stehst.

Dein Magen soll sich gegen deinen Schritt wenden.

Dein Kreislauf soll dir die Sicherheit nehmen.

Deine Ruhe soll schwinden.

Dein Weg soll stocken.

Dein Wille soll an meiner Grenze schwer werden,

bis du dich von meinem Raum entfernst.

Was du gegen mich trägst,

trägst du nicht durch meine Schwelle.

Hier endet dein freier Weg.

Hier beginnt meine Abwehr.

Sic fiat.“**

Lass die Kerze noch einen Moment brennen und lösche sie anschließend bewusst.

Der Spiegel wird auf der Innenseite deiner Schwelle so aufgestellt oder verborgen, dass seine spiegelnde Seite nach außen zum Zugang zeigt.

Nagel, Dornen, Faden und Zettel bleiben bei ihm.

Beachte:
Dieser Fluch ist bewusst an eine schädigende Absicht gebunden. Innerhalb der magischen Arbeit können bei jemandem, der diese Bedingung erfüllt, Unruhe, Übelkeit, Bauchbeschwerden, Schwächegefühl, Kreislaufgefühl, Kopfdruck, Nervosität oder ein starkes Bedürfnis auftreten, den Bereich zu verlassen. Diese Symptome sind keine Möglichkeit, medizinisch festzustellen, ob jemand „verflucht“ ist; sie können selbstverständlich viele gewöhnliche Ursachen haben.

Wenn die betreffende Bedrohung vorbei ist oder du den Fluch nicht mehr an dieser Schwelle haben möchtest, löst du die drei Knoten bewusst, entfernst Dornen, Nagel und Zettel und reinigst den Spiegel, bevor du ihn anderweitig verwendest.

Tipp von mir:
Ich setze einen solchen Fluch nicht an jede Tür, nur weil ich grundsätzlich geschützt sein möchte. Dafür habe ich Schutz- und Abwehrarbeit. Einen Fluch setze ich dort, wo ich bewusst will, dass eine überschrittene Grenze Folgen hat. Genau deshalb entscheide ich vorher sehr klar, ob Schutz genügt oder ob ich tatsächlich einen Fluch setzen will.

Bannung und Entfernung

Bannung nehme ich dort, wo eine Grenze allein nicht mehr ausreicht.

Wenn etwas bereits in meinem Raum, meinem Alltag oder meiner Wahrnehmung einen Platz eingenommen hat und dort nicht bleiben soll, arbeite ich nicht nur mit Schutz.

Dann arbeite ich mit Entfernung.

Für mich bedeutet Bannung:

Etwas erhält keinen Platz mehr.

Das kann sich auf eine belastende Verbindung, einen wiederkehrenden Einfluss, eine unerwünschte Präsenz, eine festgesetzte Gewohnheit oder eine Situation beziehen, die immer wieder in denselben Raum zurückkehrt.

Dabei ist Bannung für mich nicht dasselbe wie Reinigung.

Reinigung klärt.

Bannung entfernt.

Wenn ich reinige, schaffe ich Ordnung.

Wenn ich banne, treffe ich eine Entscheidung.

Ich sage nicht:

„Vielleicht darf das jetzt gehen.“

Ich sage:

„Das bleibt nicht.“

Genau deshalb arbeite ich bei einer Bannung sehr klar.

Ich benenne, was ich entferne.

Ich benenne den Bereich, aus dem es entfernt wird.

Und ich benenne auch, dass diese Arbeit dort endet, wo meine eigene Grenze endet.

Ich banne nicht wahllos Menschen, Situationen oder Energien aus meinem Leben, nur weil sie unangenehm sind.

Unangenehm ist nicht automatisch schädlich.

Aber wenn etwas wiederholt meine Grenze überschreitet, sich festsetzt oder bewusst keinen Platz mehr in meinem Leben haben soll, dann beende ich diesen Raum dafür.

Bannung ist für mich kein Drama und keine Drohung.

Sie ist eine Entscheidung.

Was keinen Platz mehr haben soll, erhält keinen Platz mehr.

Die Glockenbannung – Ausweisung durch Klang und Eisen

Dieses Ritual nehme ich, wenn etwas einen Raum verlassen soll.

Nicht gereinigt.
Nicht beruhigt.
Nicht verwandelt.

Entfernt.

Ich nutze die Glocke dabei nicht für einen sanften Neubeginn. Ihr Klang gibt meiner Bannung eine Richtung. Ich beginne dort, wo sich die Belastung festgesetzt hat, und treibe sie Schritt für Schritt bis zur geöffneten Tür hinaus.

Der Eisennagel setzt anschließend den Abschluss.

Zeit:
Am Abend oder unmittelbar dann, wenn die Bannung notwendig ist.

Mondphase:
Immer durchführbar.

Wenn ich den Zeitpunkt frei wählen kann, nehme ich den abnehmenden Mond.

Du benötigst:

  • eine Glocke
  • eine schwarze Kerze
  • einen großen Eisennagel
  • ein kleines schwarzes Tuch
  • Drachenblut-Harz
  • geeignete Räucherkohle
  • ein feuerfestes Räuchergefäß
  • eine feuerfeste Unterlage

Durchführung:

Öffne zunächst die Tür, durch die das Gebannte den Raum verlassen soll.

Andere Türen innerhalb des Bereiches können geschlossen bleiben.

Stelle die schwarze Kerze in der Nähe des Ausgangs auf, aber so, dass du dich sicher im Raum bewegen kannst.

Lege den Eisennagel auf das schwarze Tuch vor die Kerze.

Entzünde die Kerze.

Nimm die Glocke in deine Hand.

Gehe an den Punkt des Raumes, der am weitesten von der geöffneten Tür entfernt ist.

Bleibe dort stehen.

Sprich:

„Ich habe erkannt, was hier keinen Platz mehr hat.“

Lass die Glocke einmal erklingen.

Warte, bis der Klang fast vollständig verschwunden ist.

Dann sprich:

**„Ich fordere dich nicht auf zu bleiben.

Ich fordere dich auf zu gehen.“**

Lass die Glocke ein zweites Mal erklingen.

Gehe einige Schritte in Richtung Ausgang.

Nicht hektisch.

Du führst die Bannung bewusst durch den Raum.

An jedem Punkt, an dem du anhältst, lässt du die Glocke einmal erklingen und sprichst:

„Weiter.“

Gehe auf diese Weise durch den Raum.

Wenn du an einer Ecke vorbeikommst, in der sich die Belastung für dich besonders fest anfühlt, bleibst du dort länger stehen.

Lass die Glocke dreimal erklingen.

Sprich:

**„Du hältst dich hier nicht fest.

Du verbirgst dich hier nicht.

Du bleibst hier nicht.

Weiter.“**

Gehe danach weiter zur geöffneten Tür.

Bleibe unmittelbar vor der Schwelle stehen.

Jetzt lässt du die Glocke noch einmal kräftig erklingen.

Sprich:

**„Bis hierhin hast du Raum gehabt.

Ab hier nicht mehr.

Was ich banne, verlässt diesen Ort.

Was ich entferne, kehrt nicht auf demselben Weg zurück.

Hinaus.“**

Gehe einen Schritt zur Seite.

Lass die geöffnete Tür einen Moment frei.

Dann kehrst du zur schwarzen Kerze zurück.

Entzünde das Drachenblut.

Nimm den Eisennagel und führe ihn durch den Rauch.

Sprich:

„Eisen, halte den Abschluss.“

Gehe mit dem Nagel zurück zur Tür.

Lege ihn quer auf der Innenseite der Schwelle an einen sicheren Ort, an dem niemand hineintreten oder sich daran verletzen kann.

Sprich:

„Was hinausgegangen ist, erhält hier keinen freien Weg zurück.“

Schließe jetzt die Tür.

Erst nachdem sie geschlossen ist, lässt du die Glocke ein letztes Mal erklingen.

Sprich:

**„Die Bannung ist vollzogen.

Der Raum ist meiner.

Die Grenze ist geschlossen.

Was entfernt wurde, bleibt außerhalb.

Sic fiat.“**

Lösche danach die Kerze.

Der Nagel bleibt zunächst an seiner gesetzten Stelle.

Beachte:
Nach einer starken Bannung kann ein Raum innerhalb der spirituellen Wahrnehmung zunächst ungewöhnlich leer, still oder sogar fremd wirken. Das muss nicht sofort wieder „gefüllt“ werden. Auch Unruhe, intensive Träume oder das Gefühl eines deutlichen Bruchs mit der vorherigen Atmosphäre können nach einer solchen Arbeit auftreten.

Wenn die Bannung auf einen wiederkehrenden fremden Einfluss gerichtet war, kann sich die gesetzte Entfernung in deiner magischen Deutung auch darin zeigen, dass Kontaktversuche nachlassen, jemand den Ort meidet oder eine zuvor ständig wiederkehrende Situation plötzlich abbricht.

Tipp von mir:
Nach einer Bannung renne ich nicht zehn Minuten später durch jeden Winkel und prüfe, ob „noch etwas da ist“. Damit würde ich meine Aufmerksamkeit sofort wieder an genau das binden, was ich gerade entfernt habe. Wenn ich hinaus sage, meine ich hinaus.

Das Spiegelwasser – dem Einfluss den Widerhall nehmen

Dieses Ritual nehme ich für etwas, das immer wieder zurückkehrt, obwohl ich ihm längst keinen Platz mehr geben möchte.

Manche Einflüsse halten sich nicht deshalb, weil sie besonders stark sind, sondern weil sie ständig einen Widerhall finden:

in Gedanken,
in Erinnerungen,
in Reaktionen,
in einem Raum
oder darin, dass immer wieder darauf geantwortet wird.

Bei dieser Bannung nehme ich genau diesen Widerhall weg.

Der Spiegel zeigt.

Das Wasser trägt.

Der Essig löst und verändert.

Am Ende bleibt für das Gebannte kein Bild mehr, an das es sich in dieser Arbeit heften kann.

Dieses Ritual ist meine eigene Ritualarbeit.

Zeit:
Abends oder nachts, wenn danach Ruhe ist.

Mondphase:
Abnehmender Mond.

Wenn die Entfernung sofort notwendig ist, ist das Ritual immer durchführbar.

Du benötigst:

  • eine schwarze Schale
  • einen kleinen Spiegel, der vollständig in die Schale passt
  • klares Wasser
  • einen kräftigen Essig
  • einen kleinen Zettel
  • einen schwarzen Stift
  • eine schwarze Kerze
  • etwas Asche von unbehandeltem Holz
  • ein schwarzes Tuch

Durchführung:

Lege das schwarze Tuch vor dich.

Stelle die leere Schale darauf.

Lege den Spiegel mit der spiegelnden Seite nach oben auf den Boden der Schale.

Die schwarze Kerze steht dahinter.

Entzünde sie.

Schreibe auf den Zettel genau das, was aus deinem Leben oder deinem Raum verschwinden soll.

Wenn es eine bestimmte Person betrifft, kannst du den Namen schreiben.

Wenn es nicht um den gesamten Menschen geht, sondern um dessen Einfluss, schreibst du genau diesen Einfluss auf.

Zum Beispiel:

„Der Einfluss von [Name] auf mein Leben.“

Oder:

„Die wiederkehrende Einmischung von [Name].“

Oder:

„Diese belastende Präsenz in meinem Raum.“

Lege den Zettel mit der Schrift nach unten auf den Spiegel.

Sprich:

„Ich sehe, was hier immer wieder Widerhall gesucht hat.“

Gieße langsam klares Wasser in die Schale, bis der Zettel vollständig bedeckt ist.

Sprich:

„Was sichtbar war, wird gelöst.“

Gib nun einen kleinen Schuss Essig dazu.

Beobachte, wie sich Wasser und Essig miteinander verbinden.

Sprich:

**„Was denselben Zustand behalten wollte, verändert sich.

Was sich an meinen Raum gebunden hat, verliert seinen Halt.“**

Streue eine kleine Prise Asche auf die Wasseroberfläche.

Sprich:

„Was beendet ist, erhält keinen neuen Anfang in derselben Form.“

Lege nun beide Hände links und rechts neben die Schale.

Nicht hinein.

Sprich:

**„Ich gebe dir keinen Widerhall mehr.

Ich antworte dir nicht.

Ich trage dich nicht.

Ich nähre dich nicht mit meiner Aufmerksamkeit.

Was du in meinem Raum gesucht hast, findest du hier nicht mehr.

Dein Bild verschwindet aus meinem Spiegel.

Dein Einfluss verschwindet aus meinem Raum.

Dein Platz bei mir endet hier.“**

Greife jetzt in die Schale und nimm den durchnässten Zettel heraus.

Zerreiße ihn langsam.

Bei jedem Riss sprich:

„Weniger.“

Zerreiße ihn weiter.

„Schwächer.“

Noch einmal.

„Fort.“

Lege die zerrissenen Stücke zurück ins Wasser.

Jetzt greifst du unter das Papier und nimmst den Spiegel heraus.

Drehe ihn sofort mit der spiegelnden Seite nach unten und lege ihn auf das schwarze Tuch.

Sprich:

„Du findest hier kein Bild mehr.“

Lass die Schale noch einen Moment stehen.

Dann sprich:

**„Was hier gelöst wurde, bleibt nicht bei mir.

Was hier entfernt wurde, erhält keinen Widerhall.

Meine Aufmerksamkeit gehört wieder mir.

Mein Raum gehört wieder mir.

Dein Einfluss endet.

Sic fiat.“**

Gieße die Flüssigkeit anschließend über den Abfluss weg und spüle mit klarem Wasser nach.

Die Papierstücke kommen in den Hausmüll.

Reinige den Spiegel gründlich.

Er wird erst wieder für eine andere magische Arbeit verwendet, nachdem dieses Ritual vollständig beendet ist.

Beachte:
Dieses Ritual kann gerade dann deutlich wirken, wenn ein Teil der Verbindung durch die eigene ständige Beschäftigung mit dem Thema aufrechterhalten wurde. Danach können Erinnerungen zunächst noch einmal stärker auftauchen. Für mich ist das kein Grund, die Bannung erneut zu öffnen.

Wenn eine reale Person gemeint ist, ersetzt die magische Entfernung natürlich keine praktische Grenze: Nummer blockieren, Kontakt abbrechen oder Zugang verweigern sind reale Handlungen und können Teil desselben gesetzten Abschlusses sein.

Tipp von mir:
Bei diesem Ritual achte ich besonders darauf, nachher nicht wieder im Spiegel zu suchen. Wenn ich jemanden aus meinem Einflussbereich entferne und danach täglich überprüfe, was diese Person macht, gebe ich ihr über meine eigene Aufmerksamkeit sofort wieder Raum.

Fluch der zerbrochenen Namensspur

Dies ist ein Fluch.

Ich nehme ihn, wenn ein Mensch seinen Platz in meinem Leben verloren hat und trotzdem bewusst immer wieder versucht, Einfluss zu nehmen, zurückzukehren, zu stören oder meine gesetzte Entfernung zu missachten.

Hier geht es nicht mehr um eine allgemeine Bannung.

Ich benenne die Person.

Ich benenne ihren Zugang zu mir.

Und ich breche diesen Zugang symbolisch.

Die Arbeit greift einen sehr alten magischen Grundgedanken auf. Aus Ägypten sind sogenannte Ächtungs- oder Execration-Rituale überliefert, bei denen Namen von Gegnern auf Gefäße oder Figuren geschrieben und diese anschließend zerstört wurden.

Ich führe kein altägyptisches Ritual nach.

Ich nehme den Gedanken:

Der Name erhält eine Form.
Die Form wird gebrochen.
Damit wird die gesetzte Macht dieses Namens innerhalb meiner Arbeit gebrochen.

Zeit:
Nach Sonnenuntergang.

Mondphase:
Abnehmender Mond oder Dunkelmond.

Du benötigst:

  • eine kleine unglasierte Tonscherbe oder eine kleine selbst hergestellte Tontafel
  • einen schwarzen Stift oder geeignete Farbe
  • eine schwarze Kerze
  • ein Stück schwarzes oder sehr dunkles Tuch
  • einen schweren Stein
  • etwas Asche
  • Drachenblut-Harz
  • geeignete Räucherkohle
  • ein feuerfestes Räuchergefäß
  • einen stabilen Beutel oder ein verschließbares Gefäß für die späteren Scherben

Durchführung:

Lege das dunkle Tuch vor dich.

Darauf kommt die Tonscherbe oder Tontafel.

Die schwarze Kerze steht dahinter.

Entzünde sie.

Schreibe den Namen der Person auf den Ton.

Wenn du den vollständigen Namen kennst, verwendest du ihn vollständig.

Unter den Namen schreibst du:

„Kein Weg mehr zu mir.“

Betrachte den Namen.

Sprich:

**„Ich weiß, wen ich aus meinem Raum entferne.

Ich verstecke meine Entscheidung nicht hinter allgemeinen Worten.“**

Ziehe nun eine kräftige Linie durch den Namen.

Sprich:

„Dein Zugang endet.“

Ziehe eine zweite Linie in die entgegengesetzte Richtung.

„Dein Einfluss endet.“

Ziehe eine dritte Linie senkrecht durch beide.

„Dein Platz in meinem Raum endet.“

Streue etwas Asche über die Schrift.

Verreibe sie mit dem Finger.

Sprich:

„Was zwischen uns verbrannt ist, wird nicht wieder zusammengesetzt.“

Entzünde nun das Drachenblut.

Führe die Tontafel durch den Rauch.

Sprich:

**„Dunkler Rauch,

nimm diese Entscheidung auf.

Was sich festgehalten hat, wird gelöst.

Was immer wiederkehrt, wird fortgeschickt.

Was meinen Abschluss missachtet, trifft auf meinen Fluch.“**

Lege die Tonscherbe wieder auf das Tuch.

Nimm den schweren Stein in beide Hände.

Halte ihn zunächst über die Tontafel.

Sprich:

**„[Name],

ich habe dir deinen Platz genommen.

Nicht aus meinen Erinnerungen.

Nicht aus meiner Vergangenheit.

Aus meinem jetzigen Raum.“**

Senke den Stein wieder.

Noch nicht schlagen.

Sprich weiter:

**„Wo du meinen Namen suchst, sollst du keinen Halt finden.

Wo du meinen Weg suchst, soll er sich dir entziehen.

Wo du versuchst, deinen Einfluss wieder in mein Leben zu tragen, soll er zerbrechen, bevor er mich erreicht.

Dein Weg zu mir wird leer.

Deine Spur zu mir endet.

Dein Einfluss über mich bricht.“**

Wickle nun das Tuch locker um die Tontafel, damit beim Zerbrechen keine Scherben umherfliegen.

Schlage mit dem Stein einmal darauf.

Öffne das Tuch.

Ist die Tafel bereits deutlich gebrochen, reicht das.

Wenn sie noch ganz ist, schlage ein zweites Mal.

Mit jedem Schlag sprich:

„Gebrochen.“

Wenn nötig beim zweiten:

„Beendet.“

Nimm anschließend die einzelnen Scherben nacheinander auf.

Bei jeder sprichst du:

„Kein ganzer Weg.“

„Kein ganzer Einfluss.“

„Keine Rückkehr in meinen Raum.“

Gib sämtliche Scherben in den stabilen Beutel oder das Gefäß.

Sprich:

**„[Name],

was du in meinem Leben warst, gehört meiner Vergangenheit.

Was du heute gegen meine Entscheidung zurückbringen willst, findet keinen Platz.

Deine Spur zu mir ist gebrochen.

Dein Zugang ist beendet.

Du gehst aus meinem Raum.

Du bleibst aus meinem Raum.

Sic fiat.“**

Verschließe den Beutel oder das Gefäß.

Die Scherben werden anschließend nicht wieder zusammengesetzt.

Entsorge sie sicher über den Hausmüll.

Beachte:
Ein solcher Fluch setzt einen sehr klaren Abschluss. Innerhalb der magischen Deutung kann sich das darin zeigen, dass Kontaktwege abbrechen, Begegnungen ausbleiben, gemeinsame Verbindungen auseinanderlaufen oder die betreffende Person zunehmend Schwierigkeiten hat, wieder Zugang zu deinem Leben zu finden.

Auch bei dir selbst kann nach einer solchen Arbeit zunächst Wut, Trauer, Leere oder starke Erleichterung auftreten. Der Fluch zerstört nicht die Tatsache, dass es eine gemeinsame Geschichte gab. Er richtet sich auf den gegenwärtigen Zugang und Einfluss.

Und weil hier echte Tonscherben entstehen: Das Tuch dient nicht der Symbolik allein. Es verhindert, dass Splitter herumfliegen. Die Scherben anschließend nicht mit bloßen Händen zusammendrücken.

Tipp von mir:
Diesen Fluch setze ich nicht, wenn ich heimlich darauf hoffe, dass die Person drei Tage später doch wieder vor meiner Tür steht. Eine zerbrochene Namensspur ist für mich ein Abschluss. Wenn ich sie breche, sollte meine Entscheidung genauso deutlich sein wie die Scherbe vor mir.


Trennung und Lösen von Verbindungen

Nicht jede Verbindung ist dafür bestimmt, bestehen zu bleiben.

Menschen verändern sich. Beziehungen enden. Wege trennen sich. Manche Bindungen verlieren ihre Bedeutung, andere werden belastend, einseitig oder halten etwas fest, das längst abgeschlossen sein sollte.

Für solche Arbeiten nehme ich Trennung und Lösung.

Dabei geht es nicht darum, eine gemeinsame Vergangenheit auszulöschen oder so zu tun, als hätte eine Verbindung niemals existiert.

Was geschehen ist, bleibt Teil der eigenen Geschichte.

Aber nur weil etwas einmal verbunden war, muss es nicht für immer verbunden bleiben.

Eine Trennung kann sich auf einen Menschen beziehen, aber ebenso auf eine alte Beziehung, eine Freundschaft, eine Gewohnheit, einen Ort, einen Lebensabschnitt, ein Versprechen oder eine andere Bindung, die weiterhin Kraft beansprucht.

Ich unterscheide dabei zwischen Abstand und tatsächlicher Trennung.

Manchmal braucht eine Verbindung nur Ruhe oder eine neue Grenze.

Manchmal muss sie vollständig gelöst werden.

Wenn ich mich für eine Trennung entscheide, arbeite ich deshalb nicht halbherzig mit dem Gedanken:

„Vielleicht möchte ich loslassen, aber eigentlich soll die Verbindung trotzdem bestehen bleiben.“

Dann ist für mich noch nicht der richtige Zeitpunkt für diese Arbeit.

Eine Trennung braucht eine klare Entscheidung.

Ich benenne, welche Verbindung gelöst wird und was danach nicht weitergetragen werden soll.

Dabei versuche ich nicht, Erinnerungen, Gefühle oder Erfahrungen gewaltsam zu entfernen. Auch Schmerz verschwindet nicht automatisch, nur weil ein Ritual durchgeführt wurde.

Das Ritual setzt für mich an einer anderen Stelle an:

Die Verbindung erhält nicht länger das Recht, meinen gegenwärtigen Weg zu bestimmen.

Ich darf etwas beenden, ohne es zu hassen.

Ich darf jemanden loslassen, ohne alles zwischen uns schlechtreden zu müssen.

Und ich darf eine Verbindung auch dann trennen, wenn der andere Mensch damit nicht einverstanden ist.

Denn für meine eigene Bindung, meinen eigenen Raum und meinen eigenen weiteren Weg brauche ich keine Erlaubnis eines anderen Menschen.

Trennung bedeutet für mich deshalb nicht, die Vergangenheit zu vernichten.

Sie bedeutet, ihr den Platz zu geben, an den sie gehört: hinter mir.

Das Entflechten – zwei Wege aus einem gemeinsamen Band

Dieses Ritual nehme ich, wenn eine Verbindung nicht zerstört, sondern vollständig gelöst werden soll.

Es eignet sich für eine vergangene Beziehung, Freundschaft, Zusammenarbeit oder andere Bindung, bei der zwei Menschen lange miteinander verbunden waren, deren Wege jetzt aber getrennt weitergehen sollen.

Ich schneide die Verbindung bei dieser Arbeit nicht durch.

Ich entflechte sie.

Denn nicht jede Verbindung ist wie ein einzelner Faden, den man einfach mit einer Schere durchtrennt.

Manche bestehen aus Erinnerungen, Gewohnheiten, gemeinsamen Entscheidungen, Erwartungen und Dingen, die über lange Zeit miteinander verwoben wurden.

Dann arbeite ich genau damit.

Zeit:
Am Abend, wenn danach keine Begegnung mit der betreffenden Person geplant ist.

Mondphase:
Abnehmender Mond.

Wenn eine Trennung unmittelbar notwendig ist, ist das Ritual immer durchführbar.

Du benötigst:

  • zwei verschiedenfarbige Schnüre aus Naturmaterial
  • zwei kleine naturbelassene Steine
  • einen schwarzen Faden
  • eine schwarze Kerze
  • eine Schale mit klarem Wasser
  • etwas Salz
  • einen Zettel
  • einen Stift

Eine Schnur steht für dich.

Die andere steht für die Person oder Verbindung, die gelöst werden soll.

Durchführung:

Lege die beiden Steine mit etwa einer Handbreit Abstand vor dich.

Bestimme eindeutig:

Der linke Stein steht für dich.

Der rechte Stein steht für die andere Person.

Lege jeweils eine Schnur zu dem entsprechenden Stein.

Stelle die schwarze Kerze hinter beide und entzünde sie.

Schreibe auf den Zettel:

„Ich löse die Verbindung zwischen [dein Name] und [Name].“

Darunter schreibst du möglichst genau, welche Verbindung endet.

Zum Beispiel:

„Die Verbindung als Partner.“

„Die Verbindung als Freunde.“

„Die Bindung an unsere vergangene Beziehung.“

Das ist wichtig.

Du löschst nicht automatisch jede Erinnerung und alles, was jemals zwischen zwei Menschen bestanden hat.

Du benennst, was endet.

Lege den Zettel zwischen die beiden Steine.

Nimm nun beide Schnüre.

Verknote sie nicht.

Verdrehe sie stattdessen langsam miteinander, bis aus zwei einzelnen Schnüren ein gemeinsamer Strang geworden ist.

Währenddessen sprich:

**„Was einmal getrennt begann,
wurde miteinander verbunden.

Erinnerung mit Erinnerung.

Weg mit Weg.

Zeit mit Zeit.“**

Lege den verflochtenen Strang auf den Zettel.

Betrachte ihn.

Sprich:

**„Ich leugne diese Verbindung nicht.

Sie hat bestanden.

Was zwischen uns war, war Teil meines Weges.

Doch Bestehen in der Vergangenheit bedeutet nicht Bestehen in meiner Zukunft.“**

Nimm den gemeinsamen Strang wieder auf.

Beginne am oberen Ende und drehe die beiden Schnüre langsam auseinander.

Nicht reißen.

Nicht schneiden.

Entflechte sie Stück für Stück.

Bei jeder gelösten Drehung sprich abwechselnd:

„Was deines ist, geht zu dir.“

„Was meines ist, bleibt bei mir.“

Arbeite weiter.

Wenn Erinnerungen oder Gefühle auftauchen, unterbrich die Handlung nicht.

Du musst sie nicht wegdrücken.

Entflechte weiter.

Sprich:

„Ich brauche unsere Vergangenheit nicht zu zerstören,
um unsere Zukunft zu trennen.“

Wenn die beiden Schnüre vollständig voneinander gelöst sind, legst du deine Schnur neben deinen Stein.

Die andere Schnur kommt zum anderen Stein.

Jetzt gibst du etwas Salz in die Wasserschale.

Rühre einmal mit dem Finger durch das Wasser.

Tauche zuerst deine Schnur kurz hinein.

Sprich:

„Was von dir an mir haftet und nicht mehr zu mir gehört, löst sich.“

Nimm sie heraus und lege sie zu deinem Stein.

Tauche danach die andere Schnur hinein.

Sprich:

„Was von mir an dir haftet und nicht mehr zu dir gehört, löst sich.“

Lege sie zum anderen Stein.

Jetzt nimmst du den schwarzen Faden.

Lege ihn zwischen die beiden Steine.

Er bildet eine letzte sichtbare Linie zwischen ihnen.

Fasse ihn in der Mitte.

Sprich:

„Dieser letzte Weg bleibt nicht bestehen.“

Zerreiße oder durchschneide nur diesen schwarzen Faden.

Schiebe anschließend die beiden Steine weiter auseinander.

Sprich:

**„Dein Weg gehört dir.

Mein Weg gehört mir.

Was uns verbunden hat, hat seinen Platz in der Vergangenheit.

Was uns getrennt weiterführt, beginnt jetzt.

Ich halte dich nicht.

Du hältst mich nicht.

Die Verbindung ist gelöst.

Sic fiat.“**

Deinen Stein und deine Schnur kannst du behalten.

Den zweiten Stein reinigst du und gibst ihn wieder zu deinen gewöhnlichen Steinen zurück oder legst ihn außerhalb deines persönlichen Ritualbereiches ab.

Die zweite Schnur und der getrennte schwarze Faden werden über den Hausmüll entsorgt.

Das Wasser kommt in den Abfluss.

Beachte:
Nach einer Trennungsarbeit können Erinnerungen, Träume oder Gefühle zunächst noch einmal sehr deutlich werden. Innerhalb der magischen Arbeit bedeutet das für mich nicht automatisch, dass die Verbindung wiederhergestellt wird.

Auch reale Veränderungen können folgen: weniger Kontakt, weniger gemeinsame Überschneidungen, das Ende bestimmter Gewohnheiten oder das Gefühl, dass eine Person plötzlich deutlich weiter entfernt ist als vorher.

Tipp von mir:
Dieses Ritual nehme ich besonders für Verbindungen, die nicht schlecht gewesen sein müssen, aber vorbei sind. Ich muss einen Menschen nicht zum Feind erklären, damit ich meinen Weg von seinem lösen darf.

Die Brücke, die nicht mehr trägt

Dieses Ritual nehme ich für eine Verbindung, bei der immer wieder dieselbe Brücke zurück entsteht.

Ein Gespräch führt zum nächsten.

Eine Nachricht öffnet wieder eine alte Tür.

Eine Begegnung stellt erneut dieselbe Nähe her.

Eigentlich ist die Verbindung beendet – aber es gibt immer wieder einen Weg zurück in denselben Zustand.

Dann arbeite ich nicht mit den beiden Menschen.

Ich arbeite mit der Brücke zwischen ihnen.

Zeit:
Am Abend oder unmittelbar nach der Entscheidung, dass dieser wiederkehrende Verbindungsweg endet.

Mondphase:
Abnehmender Mond.

Du benötigst:

  • zwei kleine Schalen oder Teller
  • zwei naturbelassene Steine
  • ein schmales Stück lufttrocknenden Ton
  • eine schwarze Kerze
  • einen schwarzen Stift oder Ritzwerkzeug
  • eine Schale mit Wasser
  • etwas Asche
  • ein dunkles Tuch

Vorbereitung:

Forme aus dem Ton einen schmalen länglichen Streifen.

Er soll wie eine kleine Brücke zwischen zwei Punkten liegen können.

Lass ihn nach Herstellerangabe vollständig trocknen.

Durchführung:

Lege das dunkle Tuch vor dich.

Stelle die beiden Teller mit deutlichem Abstand darauf.

Auf den linken Teller kommt dein Stein.

Auf den rechten der Stein für die andere Person.

Lege die Tonbrücke so zwischen die beiden Teller, dass sie beide Seiten miteinander verbindet.

Stelle die schwarze Kerze dahinter und entzünde sie.

Betrachte zuerst deinen Stein.

Sprich deinen Namen.

Dann den anderen.

Sprich dessen Namen.

Danach berührst du die Tonbrücke.

Sprich:

**„Das hier bist weder du noch ich.

Das hier ist der Weg zwischen uns.“**

Ritze auf die Brücke genau das, was diesen Weg immer wieder öffnet.

Zum Beispiel:

„Kontakt.“

„Abhängigkeit.“

„Rückkehr.“

„Alte Beziehung.“

„Gemeinsame Verpflichtung.“

Wähle das Wort, das tatsächlich zu deiner Situation gehört.

Streiche mit einem Finger von deinem Stein über die Brücke zum anderen Stein.

Sprich:

„Dieser Weg hat bestanden.“

Dann vom anderen Stein zurück zu deinem.

„Und dieser Weg führte immer wieder zurück.“

Lege beide Hände auf deine Seite des Tuches.

Sprich:

**„Ich trenne nicht die Vergangenheit.

Ich beende den Weg, über den sie immer wieder in meine Gegenwart zurückkehrt.“**

Nimm jetzt etwas Asche.

Ziehe damit eine dünne Linie quer über die Mitte der Tonbrücke.

Sprich:

„Hier liegt der Abschluss.“

Nimm die Brücke vorsichtig hoch.

Halte sie über die Schale mit Wasser.

Sprich:

„Was zwei Wege verbunden hat, muss nicht ewig tragen.“

Brich die Tonbrücke genau an der Aschelinie auseinander.

Die beiden Teile sollen getrennt in die Wasserschale fallen.

Sprich:

**„Die Brücke ist gebrochen.

Nicht du.

Nicht ich.

Der Weg zwischen uns.“**

Nimm den Stein der anderen Person vom Teller.

Stelle den Teller weiter weg.

Dann nimm deinen eigenen Stein.

Ziehe ihn näher zu dir.

Sprich:

**„Du gehst deinen Weg.

Ich gehe meinen.

Was zwischen uns keinen Bestand mehr haben soll, erhält keinen neuen Übergang.“**

Nimm die beiden Tonstücke aus dem Wasser.

Lege eines auf den Teller der anderen Person.

Das andere auf deinen.

Sprich:

„Jeder trägt nur noch seine Seite.“

Nimm danach dein Tonstück und zerreibe es, wenn das Material dies zulässt, oder brich es in mehrere kleine Stücke.

Sprich:

„Ich brauche keinen Rest dieser Brücke, um meinen Weg zu erinnern.“

Das andere Stück bleibt zunächst ganz.

Sprich:

„Was auf deiner Seite liegt, gehört nicht mehr zu meiner Arbeit.“

Gib beide Tonreste getrennt in den Hausmüll.

Nicht wieder zusammensetzen.

Zum Abschluss:

**„Der Übergang ist beendet.

Die alte Brücke trägt nicht mehr.

Kein Schritt von gestern bestimmt meinen Weg von morgen.

Meine Seite ist frei.

Deine Seite ist getrennt.

Sic fiat.“**

Das Wasser wird weggegossen.

Deinen Stein behältst du.

Den anderen reinigst du und nimmst ihn aus deiner persönlichen Arbeit heraus.

Beachte:
Wenn die „Brücke“ im wirklichen Leben aus einem bestimmten Kontaktweg besteht, kann das Ritual sehr deutlich machen, welche praktische Handlung dazugehört. Das kann bedeuten, einen Chat zu löschen, einen Schlüssel zurückzugeben, gemeinsame Zugänge zu trennen oder andere reale Verbindungen tatsächlich zu beenden.

Innerhalb der spirituellen Deutung kann sich die gelöste Brücke auch darin zeigen, dass Begegnungen seltener werden oder frühere Möglichkeiten zur Rückkehr nicht mehr entstehen.

Tipp von mir:
Ich breche keine Brücke und baue sie am nächsten Morgen selbst wieder auf. Wenn ich zum Beispiel den Kontaktweg lösen möchte und anschließend aus Gewohnheit selbst wieder schreibe, arbeite ich gegen meine eigene gesetzte Entscheidung.

Fluch der unvereinbaren Wege

Dies ist ein Fluch.

Ich nehme ihn, wenn eine Person eine beendete Verbindung bewusst nicht akzeptiert und immer wieder versucht, sich in meinen Weg zurückzudrängen.

Dieser Fluch soll keinen Menschen vernichten.

Er richtet sich darauf, dass unsere Wege miteinander unvereinbar werden.

Wo die betreffende Person versucht, zu mir zurückzukehren, soll der Weg ins Leere laufen.

Wo sie versucht, die alte Verbindung wiederherzustellen, soll sie keinen Halt finden.

Wo sie meinen Weg sucht, soll ihr eigener sie davon wegführen.

Die Verwendung von Namen in Bindungs- und Flucharbeiten hat eine lange Geschichte. Aus der griechisch-römischen Welt sind zahlreiche beschriftete Fluchtafeln erhalten; darunter befanden sich auch Arbeiten, die Beziehungen binden oder trennen sollten.

Ich verwende dafür kein Blei. Das historische Material ist giftig und für diese heutige Arbeit nicht erforderlich.

Zeit:
Nach Sonnenuntergang.

Mondphase:
Abnehmender Mond oder Dunkelmond.

Du benötigst:

  • zwei kleine Stücke schwarzen oder dunklen Ton
  • einen Ritzstift
  • einen langen schwarzen Faden
  • drei Dornen
  • eine schwarze Kerze
  • etwas Asche
  • einige Tropfen eigenes Blut
    ersatzweise sehr dunklen Rotwein
  • ein kleines verschließbares Glas
  • Drachenblut-Harz
  • Räucherkohle
  • ein feuerfestes Räuchergefäß

Durchführung:

Forme aus dem Ton zwei kleine flache Tafeln.

Ritze auf die erste deinen vollständigen Namen.

Auf die zweite kommt der vollständige Name der Person.

Lege beide Tafeln nebeneinander.

Deine liegt links.

Die andere rechts.

Zwischen beiden befindet sich zunächst kein Abstand.

Entzünde die schwarze Kerze.

Nimm den schwarzen Faden.

Lege ihn einmal um beide Tafeln gemeinsam.

Sprich:

„Diese Verbindung hat bestanden.“

Wickle ihn ein zweites Mal herum.

„Dieser Weg hat uns miteinander verbunden.“

Beim dritten Mal:

„Doch dieser Weg endet.“

Verknote den Faden nicht.

Ziehe ihn stattdessen vollständig wieder von beiden Tafeln ab.

Lege ihn gerade zwischen sie.

Gib einen Tropfen eigenes Blut auf deine Tafel.

Ersatzweise dunklen Rotwein.

Sprich:

„Ich erkenne meinen Weg.“

Auf die Tafel der anderen Person kommt kein Blut von dir.

Streue dort stattdessen etwas Asche auf den Namen.

Sprich:

„Dein Zugang zu meinem Weg endet.“

Ziehe die beiden Tafeln jetzt langsam auseinander.

Dabei wird der schwarze Faden zwischen ihnen gespannt.

Sprich:

**„Je weiter du gehst, desto weiter von mir.

Je weiter ich gehe, desto weniger gehört dein Weg zu meinem.“**

Wenn der Faden gespannt ist, nimm den ersten Dorn.

Stecke ihn durch den Faden oder unmittelbar davor in ein kleines Stück Ton, ohne dich zu verletzen.

Sprich:

„Kein gerader Weg zurück.“

Den zweiten Dorn setzt du ein Stück weiter.

„Kein leichter Weg zurück.“

Den dritten:

„Kein offener Weg zurück.“

Jetzt schneidest du den Faden auf deiner Seite durch.

Dein Ende nimmst du sofort an dich.

Sprich:

„Meine Verbindung ist gelöst.“

Das andere Fadenende bleibt bei der Tafel der betreffenden Person.

Wickle dieses Ende um deren Tontafel.

Setze drei Knoten.

Beim ersten:

„Wo du meinen Weg suchst, verlierst du die Richtung.“

Beim zweiten:

„Wo du die alte Verbindung suchst, findest du keinen Halt.“

Beim dritten:

„Wo du zu mir zurückwillst, führt dein eigener Weg von mir fort.“

Entzünde das Drachenblut.

Führe die fremde Tafel mit ihrem gebundenen Faden durch den Rauch.

Sprich:

**„[Name],

unsere Wege sind getrennt.

Ich verweigere dir den alten Übergang.

Was du zu mir zurückführen willst, soll auseinanderlaufen.

Menschen, Umstände und Wege sollen sich zwischen uns stellen.

Gelegenheiten zur Rückkehr sollen zerfallen.

Was dich zu mir zieht, soll schwächer werden.

Was dich von mir fortführt, soll stärker werden.“**

Lege die drei Dornen in das verschließbare Glas.

Gib die fremde Tafel dazu.

Streue Asche darüber.

Sprich:

„Dein Weg zu mir liegt unter Asche.“

Schließe das Glas.

Halte es in beiden Händen.

Sprich:

**„[Name],

ich verfluche nicht dein ganzes Leben.

Ich verfluche deinen Weg zurück zu mir.

Wo du meinen Namen suchst, soll Entfernung wachsen.

Wo du meine Nähe suchst, soll Abstand entstehen.

Wo du versuchst, die alte Bindung wieder aufzunehmen, soll sie dir aus den Händen gleiten.

Unsere Wege sollen sich nicht wieder vereinen.

Deiner geht von mir fort.

Meiner geht ohne dich weiter.

Die Verbindung ist getrennt.

Der Rückweg ist gebunden.

Sic fiat.“**

Deine eigene Tontafel bleibt außerhalb des Glases.

Löse den verbliebenen Faden vollständig davon und bewahre die Tafel für einige Tage an deinem Ritualplatz auf.

Danach kannst du sie zerbrechen und die Stücke entsorgen oder reinigen, wenn der verwendete Ton dafür geeignet ist.

Das verschlossene Glas mit der fremden Tafel wird außerhalb deines alltäglichen Wohnbereichs sicher verwahrt, bis du die Arbeit bewusst beendest.

Beachte:
Innerhalb dieser magischen Arbeit kann sich der Fluch darin zeigen, dass Kontaktversuche ins Leere laufen, Begegnungen nicht zustande kommen, gemeinsame Wege sich auflösen oder die betreffende Person immer weniger Möglichkeiten findet, wieder in deine Nähe zu gelangen.

Es kann auch vorkommen, dass unmittelbar nach einer starken Trennung noch einmal ein besonders deutlicher Kontaktversuch erfolgt. Für mich ist das kein Grund, die Arbeit aufzulösen.

Wenn es sich im realen Leben um Belästigung, Stalking, Drohungen oder Gewalt handelt, gehört zur gesetzten Grenze außerdem die reale Handlung: Kontaktwege sperren, Unterstützung holen und nötigenfalls Behörden einschalten.

Tipp von mir:
Bei diesem Fluch verwahre ich meine eigene Tafel niemals zusammen mit der Tafel der anderen Person. Genau das würde dem Sinn der Arbeit widersprechen. Zwei unvereinbare Wege bekommen nach der Trennung auch zwei getrennte Orte.

Rückführung und Gegenzauber

Rückführung nehme ich dann, wenn etwas nicht zu mir gehört und nicht bei mir bleiben soll.

Das können fremde Absichten, gezielt gegen mich gerichtete Arbeiten, anhaltende Einwirkungen oder Energien sein, die ich nicht übernehmen und nicht weitertragen möchte.

Für mich bedeutet Rückführung nicht automatisch Vergeltung.

Ich muss nicht mehr zurückgeben, als bei mir angekommen ist.

Aber ich sehe auch keinen Grund, etwas Fremdes dauerhaft bei mir zu behalten, nur damit niemand behaupten kann, ich hätte „negativ“ reagiert.

Wenn etwas bewusst gegen mich gerichtet wurde, darf es dorthin zurück, woher es gekommen ist.

Nicht verstärkt.
Nicht ausgeschmückt.
Nicht aus Rache.
Aber auch nicht bei mir.

Genau darin unterscheidet sich Rückführung für mich von einem Fluch.

Bei einer Rückführung erschaffe ich nicht erst etwas Neues, das ich gegen einen Menschen richte.

Ich nehme das, was mich erreicht hat, und verweigere ihm seinen Platz bei mir.

Ein Gegenzauber geht einen Schritt weiter.

Dafür nehme ich eine gezielte Arbeit, wenn eine magische Einwirkung gelöst, unterbrochen oder unwirksam gemacht werden soll.

Dabei interessiert mich nicht nur, wer möglicherweise dahintersteht.

Viel wichtiger ist:

Was wirkt hier?
Woran ist es gebunden?
Und was muss beendet werden, damit diese Wirkung keinen Halt mehr hat?

Ich arbeite deshalb nicht automatisch gegen eine Person.

Ich arbeite gegen die Verbindung, die Handlung oder die gesetzte Absicht, die ich aufheben möchte.

Wenn ein Knoten gebunden wurde, kann die Arbeit darin bestehen, ihn zu lösen.

Wenn etwas versiegelt wurde, kann es notwendig sein, diese Versiegelung zu brechen.

Wenn eine Verbindung gesetzt wurde, kann sie getrennt werden.

Wenn etwas an einen Gegenstand gebunden wurde, muss dieser Gegenstand entsprechend in die Arbeit einbezogen werden.

Das ist für mich Gegenzauber:

Nicht einfach zurückschlagen, sondern erkennen, worauf eine Arbeit beruht und genau dort ansetzen.

Es gibt allerdings Situationen, in denen ich mich bewusst für eine Rückführung entscheide.

Dann lautet meine Entscheidung klar:

Was von dir kommt und mir nicht gehört, geht zu dir zurück.

Ich übernehme weder die Verantwortung für die ursprüngliche Handlung noch für das, was jemand mit seiner eigenen gesetzten Energie anschließend erlebt.

Meine Verantwortung liegt darin, nicht mehr zurückzugeben, als ich zurückführe, und meine Arbeit dort zu beenden, wo sie ihren Zweck erfüllt hat.

Rückführung bedeutet für mich deshalb nicht Rache.

Gegenzauber bedeutet nicht wahllosen Angriff.

Beides bedeutet:

Ich lasse eine fremde Einwirkung nicht einfach bestehen, nur weil Gegenwehr unbequem klingt.

Der siebenfache Kräuterkreis der Rückführung

Dieses Ritual nehme ich, wenn ich eine fremde magische Einwirkung eindeutig aus meinem Raum entfernen und an ihren Ursprung zurückgeben möchte.

Ich versuche hier nicht herauszufinden, ob mir die Absicht des anderen gefällt oder ob ich sie verstehen soll.

Was nicht meines ist, bleibt nicht bei mir.

Die sieben Kräuter erhalten dabei jeweils eine eigene Aufgabe.

Sie werden nicht wahllos vermischt.

Gemeinsam bilden sie eine vollständige Arbeit aus Erkennen, Brechen, Trennen, Austreiben und Rückführen.

Zeit:
Nach Sonnenuntergang.

Besonders geeignet ist die Zeit, in der danach Ruhe herrscht und die Arbeit nicht sofort durch Alltag unterbrochen wird.

Mondphase:
Abnehmender Mond oder Dunkelmond.

Wenn eine fremde Einwirkung unmittelbar gebrochen werden muss, führe ich die Arbeit dann durch, wenn sie notwendig ist.

Du benötigst:

  • getrocknete Brennnessel
  • getrockneten Odermennig
  • getrockneten Salbei
  • getrockneten Ysop
  • Wacholder
  • Wermut
  • Rosmarin
  • einen kleinen schwarzen Spiegel
  • eine schwarze Kerze
  • eine schwarze Schale
  • klares Wasser
  • Salz
  • einen kleinen Zettel
  • einen schwarzen Stift
  • schwarzen Baumwollfaden
  • Drachenblut-Harz
  • Räucherkohle
  • ein feuerfestes Räuchergefäß

Durchführung:

Stelle den schwarzen Spiegel in die Mitte deines Ritualplatzes.

Die spiegelnde Seite zeigt von dir weg.

Hinter dem Spiegel steht die schwarze Kerze.

Entzünde sie.

Die schwarze Schale steht zwischen dir und dem Spiegel.

Fülle sie zur Hälfte mit Wasser.

Gib eine kräftige Prise Salz hinein.

Sprich:

**„Dieses Wasser nimmt auf, was ich von mir löse.

Dieses Salz hält die Grenze, die ich heute setze.“**

Schreibe auf den Zettel:

„Alle fremde magische Einwirkung, die gegen mich gerichtet und an mich gebunden wurde.“

Kennst du den Ursprung eindeutig, kannst du darunter den Namen schreiben.

Wenn du ihn nicht kennst, erfindest du keinen.

Dann bleibt die Formulierung allgemein.

Lege den Zettel vor den Spiegel.

Jetzt setzt du die sieben Kräuter.

Beginne mit der Brennnessel.

Lege eine kleine Menge links neben den Zettel.

Sprich:

**„Brennnessel,

was gegen mich geschickt wurde,

halte ich nicht fest.

Treibe es von mir fort

und sende seinen Weg zurück.“**

Danach kommt der Odermennig.

Sprich:

**„Odermennig,

wende um,

was gegen mich gerichtet wurde.

Was seinen Weg zu mir gefunden hat,

findet nun seinen Weg zurück.“**

Jetzt der Salbei.

Sprich:

**„Salbei,

löse fremde Spuren aus meinem Raum.

Nichts Fremdes erhält durch mich Nahrung,

Halt oder Bestand.“**

Lege als viertes den Ysop.

Sprich kräftiger:

**„Ysop,

brich die Arbeit.

Brich das Wort.

Brich das Siegel.

Brich den Willen,

mit dem diese Einwirkung an mich gebunden wurde.“**

Als fünftes kommt der Wacholder.

Sprich:

**„Wacholder,

treibe hinaus,

was sich festgesetzt hat.

Kein Versteck.

Kein Winkel.

Kein stiller Platz bleibt ihm bei mir.“**

Jetzt der Wermut.

Sprich:

**„Wermut,

trenne den Weg.

Was von dort zu mir führte,

wird durchschnitten.

Was mich mit dieser Arbeit verband,

wird gelöst.“**

Zuletzt kommt der Rosmarin.

Sprich:

**„Rosmarin,

vertreibe den letzten Rest.

Was hier nicht hingehört,

verlässt meinen Raum vollständig.“**

Du hast nun sieben Kräuter um den Zettel liegen.

Nimm den schwarzen Faden.

Lege ihn als Kreis außerhalb der sieben Kräuter.

Lass die Enden zunächst offen.

Sprich:

**„Innerhalb dieses Kreises liegt nur das,

was heute von mir genommen wird.

Es erhält keinen anderen Platz in meinem Leben.“**

Entzünde nun das Drachenblut.

Führe zuerst beide Hände durch den Rauch.

Danach den Spiegel.

Dann die schwarze Wasserschale.

Sprich:

**„Dunkler Rauch,

zeige die Grenze zwischen dem,

was mein ist,

und dem,

was niemals meines war.“**

Nimm nun den Zettel.

Halte ihn vor dich.

Sprich:

**„Ich erkenne diese Einwirkung.

Ich fürchte sie nicht.

Ich trage sie nicht.

Ich behalte sie nicht.“**

Falte den Zettel einmal von dir weg.

Sprich:

„Von mir fort.“

Noch einmal.

„Aus meinem Raum.“

Ein drittes Mal.

„Zurück an den Ursprung.“

Lege den gefalteten Zettel auf die spiegelnde Fläche.

Jetzt schließt du den schwarzen Fadenkreis.

Setze einen einzigen festen Knoten.

Sprich:

**„Was innerhalb liegt,

gehört nicht länger zu meinem Weg.“**

Lege beide Hände vor den Kreis.

Sprich langsam und deutlich:

**„Was gegen mich gesprochen wurde,

verliert meine Stimme.

Was gegen mich gebunden wurde,

verliert meinen Körper.

Was gegen mich geschickt wurde,

verliert meinen Raum.

Was sich an meine Gedanken hing,

verliert meinen Geist.

Was meinen Weg suchte,

verliert meinen Weg.

Ich löse.

Ich breche.

Ich treibe aus.

Ich trenne.

Und ich führe zurück.

Nicht verstärkt.

Nicht vermindert.

Nicht verändert.

Was zu mir kam,

kehrt an seinen Ursprung zurück.

Ich bin nicht sein Gefäß.

Ich bin nicht sein Ziel.

Ich bin nicht sein Zuhause.

Mein Raum schließt sich.

Der fremde Weg kehrt um.

Sic fiat.“**

Nimm jetzt die sieben Kräuter nacheinander auf und gib sie in die schwarze Wasserschale.

Bei jedem Kraut sprich:

„Gelöst.“

Wenn alle sieben darin liegen, nimm den Zettel vom Spiegel und gib auch ihn hinein.

Rühre das Wasser gegen den Uhrzeigersinn siebenmal.

Dabei sprichst du bei jeder Runde:

„Fort von mir.“

Danach lässt du die Schale einige Minuten stehen.

Der Spiegel bleibt weiterhin von dir weggerichtet.

Zum Abschluss gießt du die Flüssigkeit durch ein Sieb.

Die Kräuter und der Zettel kommen in den Hausmüll.

Das Wasser wird über den Abfluss fortgegeben und mit reichlich klarem Wasser nachgespült.

Der schwarze Faden wird zerschnitten und ebenfalls entsorgt.

Reinige Spiegel und Schale vollständig.

Beachte:
Nach einer starken Rückführungsarbeit können innerhalb der eigenen spirituellen Wahrnehmung ungewöhnliche Müdigkeit, Druck, intensive Träume, plötzliches Nachlassen einer zuvor belastenden Stimmung oder ein sehr deutliches Gefühl von Leere auftreten.

Auch der vermutete Ursprung kann innerhalb deiner magischen Deutung plötzlich unruhiger werden, Kontakt suchen oder sich unerwartet zurückziehen. Das ist für mich kein Grund, die Arbeit erneut zu öffnen.

Tipp von mir:
Wenn ich nicht weiß, wer etwas geschickt hat, schreibe ich keinen Namen aus Verdacht. Die Rückführung braucht keinen erfundenen Täter. Sie braucht nur einen eindeutigen Auftrag: Was nicht meines ist, geht dorthin zurück, wo es seinen Ursprung hat.

Das Brechen des fremden Siegels

Dieses Ritual ist ein Gegenzauber.

Ich nehme es dann, wenn ich nicht nur etwas zurückschicken möchte, sondern davon ausgehe, dass eine fremde Arbeit bewusst aufgebaut, gebunden oder versiegelt wurde.

Dann reicht mir ein allgemeines Reinigen nicht.

Ich breche die Struktur.

Ich greife nicht den Menschen an.

Ich greife die magische Konstruktion an.

Was gebunden wurde, wird geöffnet.

Was versiegelt wurde, wird gebrochen.

Was befestigt wurde, verliert seinen Halt.

Zeit:
Nach Sonnenuntergang.

Mondphase:
Abnehmender Mond oder Dunkelmond.

Du benötigst:

  • eine schwarze Kerze
  • eine dicke schwarze Wachsscheibe oder ausreichend schwarzes Kerzenwachs
  • ein Stück Backpapier oder eine feuerfeste Unterlage
  • getrockneten Ysop
  • Brennnessel
  • Wermut
  • Wacholder
  • Salbei
  • einen Mörser
  • einen Eisennagel oder dein Athame
  • einen kleinen Hammer oder schweren Stein
  • einen schwarzen Stift
  • einen kleinen Zettel
  • eine schwarze Schale
  • Salz
  • Drachenblut-Harz und Räucherzubehör

Vorbereitung:

Zerreibe im Mörser kleine Mengen von:

Ysop, Brennnessel, Wermut, Wacholder und Salbei.

Nicht zu einem feinen Staub.

Die Pflanzen sollen noch als Pflanzen erkennbar bleiben.

Sprich währenddessen:

**„Fünf Kräfte.

Fünf Aufgaben.

Ein Ziel:

Der fremde Zauber verliert seinen Halt.“**

Durchführung:

Stelle die schwarze Kerze hinter die Wachsscheibe.

Entzünde sie.

Schreibe auf den Zettel:

„Die gegen mich gerichtete magische Arbeit und alles, wodurch sie an mich gebunden wurde.“

Lege den Zettel unter die Wachsscheibe.

Streue die Kräutermischung in einem Ring darum.

Nimm den Eisennagel oder dein Athame.

Ritze sieben Linien in das schwarze Wachs.

Die erste von oben nach unten.

Sprich:

„Ich öffne, was geschlossen wurde.“

Die zweite quer darüber.

„Ich breche, was gebunden wurde.“

Die dritte diagonal.

„Ich löse, was befestigt wurde.“

Die vierte in die entgegengesetzte Richtung.

„Ich trenne, was an mich geheftet wurde.“

Die fünfte:

„Ich nehme dem fremden Wort seine Macht über meinen Raum.“

Die sechste:

„Ich nehme dem fremden Willen seinen Halt an mir.“

Die siebte:

„Ich breche das Siegel vollständig.“

Jetzt gibst du auf jede der sieben Linien eine kleine Menge der Kräutermischung.

Sprich:

**„Ysop bricht.

Brennnessel wehrt zurück.

Wermut trennt.

Wacholder treibt aus.

Salbei löst die fremde Spur.“**

Entzünde das Drachenblut.

Führe die Wachsscheibe durch den Rauch.

Sprich:

**„Was sich verborgen hat,

wird sichtbar.

Was sich festgesetzt hat,

wird locker.

Was sich an mich gebunden hat,

verliert seinen Griff.“**

Lege die Wachsscheibe wieder ab.

Nimm den Eisennagel.

Setze seine Spitze in die Mitte der sieben Linien.

Sprich:

„Hier liegt der Kern.“

Nimm den schweren Stein oder Hammer.

Schlage einmal kontrolliert auf den Nagel beziehungsweise auf die vorbereitete Wachsscheibe, sodass das Wachs bricht.

Sprich:

„Gebrochen.“

Bricht sie nicht vollständig, setze ein zweites Mal an.

„Gelöst.“

Bei einem dritten notwendigen Schlag:

„Beendet.“

Mehr braucht es nicht.

Nimm die einzelnen Wachsstücke.

Bei jedem Stück sprich:

„Du bist nicht mehr ganz.“

Lege alle Bruchstücke in die schwarze Schale.

Streue Salz darüber.

Sprich:

**„Was keine geschlossene Form mehr besitzt,

trägt kein geschlossenes Siegel mehr.“**

Nimm jetzt den Zettel unter der zerbrochenen Wachsscheibe hervor.

Zerreiße ihn zuerst längs.

Sprich:

„Die Bindung bricht.“

Dann quer.

„Der Weg bricht.“

Dann noch einmal.

„Die Arbeit bricht.“

Gib die Stücke zu Wachs und Salz.

Lege beide Hände an die Schale.

Sprich:

**„Hör mich.

Was gegen mich aufgebaut wurde,

fällt auseinander.

Was gegen mich gesprochen wurde,

verliert seinen Befehl.

Was gegen mich versiegelt wurde,

liegt offen und gebrochen vor mir.

Kein fremdes Siegel steht über meinem Willen.

Kein fremder Knoten hält meinen Weg.

Kein fremdes Werk besitzt Anspruch auf meinen Raum.

Ich breche deine Form.

Ich breche deinen Halt.

Ich breche deinen Zugang.

Was von dir aufgebaut wurde,

ist an mir beendet.

Es arbeitet nicht weiter.

Es erneuert sich nicht.

Es findet keinen neuen Anker.

Der Gegenzauber steht.

Die fremde Arbeit fällt.

Sic fiat.“**

Die Wachsstücke, Kräuter und Papierstücke werden über den Hausmüll entsorgt.

Die Schale wird gründlich gereinigt.

Beachte:
Ein Gegenzauber kann sich in deiner spirituellen Wahrnehmung heftiger anfühlen als eine gewöhnliche Reinigung, weil du bewusst an einer angenommenen Struktur arbeitest. Intensive Träume, plötzliche emotionale Entladung, starke Müdigkeit oder ein abrupter Wechsel der Atmosphäre können danach auftreten.

Wenn ein bestimmter Gegenstand als tatsächlicher Träger der fremden Arbeit erkannt wurde, gehört er nicht anschließend wieder ungeprüft an seinen alten Platz.

Tipp von mir:
Ich versuche bei einem Gegenzauber herauszufinden, woran die fremde Arbeit hängt. Ein Zauber kann an einem Gegenstand, einem Wort, einer wiederholten Handlung, einem Symbol oder einer Verbindung festgemacht worden sein. Je klarer ich den Anker erkenne, desto genauer kann ich ihn brechen.

Der Fluch des schwarzen Widerhalls

Dies ist ein Fluch.

Ich nehme ihn, wenn eine fremde magische Einwirkung bereits erkannt und zurückgeführt wurde, der Ursprung aber weiter gegen mich arbeitet.

Hier geht es nicht nur um eine einmalige Rücksendung.

Ich verfluche den Weg selbst, über den weitere Angriffe zu mir gelangen sollen.

Jede erneute gegen mich gerichtete Arbeit soll auf diesem Weg keinen Halt bei mir finden.

Sie soll den eigenen Ursprung wiederfinden.

Nicht irgendwann.

Nicht nachdem sie sich bei mir festgesetzt hat.

Sondern sobald sie gegen mich geschickt wird.

Zeit:
In der tiefen Nacht.

Mondphase:
Dunkelmond oder die letzten Tage des abnehmenden Mondes.

Du benötigst:

  • einen schwarzen Spiegel
  • zwei schwarze Kerzen
  • Brennnessel
  • Odermennig
  • Salbei
  • Ysop
  • Wacholder
  • Wermut
  • Rosmarin
  • einen langen schwarzen Faden
  • sieben kleine Stücke schwarzen Wachs
  • einen Zettel
  • schwarzen Stift
  • einige Tropfen eigenes Blut
    ersatzweise sehr dunklen Rotwein
  • Drachenblut-Harz
  • Räucherkohle und feuerfestes Räuchergefäß
  • eine schwarze Schale

Durchführung:

Stelle den schwarzen Spiegel vor dich.

Die spiegelnde Seite zeigt von dir weg.

Links und rechts davon steht jeweils eine schwarze Kerze.

Entzünde beide.

Schreibe auf den Zettel den Namen der Person, wenn du den Ursprung eindeutig kennst.

Kennst du ihn nicht, schreibst du:

„Ursprung aller gegen mich gerichteten magischen Arbeit.“

Darunter:

„Dein Weg zu mir wird zum Weg zurück zu dir.“

Gib einen Tropfen eigenes Blut auf die Rückseite des Zettels.

Ersatzweise dunklen Rotwein.

Sprich:

**„Mein Blut bezeichnet meine Grenze.

Es bindet mich nicht an dich.

Es bezeichnet nur,

wo dein Zugriff endet.“**

Lege den Zettel vor den Spiegel.

Jetzt kommen die sieben Kräuter.

Lege sie in einer Reihe vor den Zettel.

Sprich bei der Brennnessel:

„Was du sendest, wird zurückgewiesen.“

Beim Odermennig:

„Was du sendest, kehrt um.“

Beim Salbei:

„Was du sendest, haftet nicht an mir.“

Beim Ysop:

„Was du sendest, zerbricht seinen eigenen Zauberweg.“

Beim Wacholder:

„Was du sendest, wird aus meinem Raum getrieben.“

Beim Wermut:

„Was du sendest, verliert jede Verbindung zu mir.“

Beim Rosmarin:

„Was du sendest, findet keinen Aufenthalt bei mir.“

Nimm den schwarzen Faden.

Lege ein Ende auf den Zettel.

Führe ihn gerade auf dich zu.

Er stellt den Weg dar, auf dem etwas von dort zu dir gelangen soll.

Nimm nun das erste Stück schwarzen Wachses.

Drücke es auf den Faden.

Sprich:

„Erste Grenze.“

Das zweite:

„Zweite Grenze.“

Das dritte:

„Dritte Grenze.“

Arbeite weiter, bis sieben Wachspunkte auf dem Faden sitzen.

Beim siebten sprich:

„Hier endet jeder freie Weg zu mir.“

Jetzt nimmst du das Ende des Fadens, das auf deiner Seite liegt.

Führe es nicht bis an deinen Körper.

Halte es etwa eine Handbreit vor dir.

Sprich:

„Weiter kommt dieser Weg nicht.“

Schneide den Faden dort ab.

Das abgeschnittene Ende auf deiner Seite legst du sofort in die schwarze Schale.

Sprich:

„Von mir getrennt.“

Der längere Teil bleibt beim Zettel und Spiegel.

Jetzt drehst du diesen Faden zurück in Richtung Spiegel.

Aus einem Weg zu dir wird ein Weg von dir fort.

Sprich:

„Der Weg dreht sich.“

Führe den Faden über den Zettel und lege ihn direkt vor den Spiegel.

Sprich:

„Der Weg erkennt seinen Ursprung.“

Entzünde das Drachenblut.

Führe den Faden mit seinen sieben Wachspunkten vorsichtig durch den Rauch.

Sprich:

**„Sieben Grenzen stehen.

Kein Angriff findet mich ungeschützt.

Kein fremder Wille setzt sich unbemerkt fest.

Kein weiterer Zauber erhält freien Durchgang.“**

Jetzt sprichst du den Fluch.

Langsam.

Ohne zu flüstern.

**„[Name / Ursprung],

hör meine gesetzte Grenze.

Was du gegen mich sendest,

wird nicht mein.

Was du gegen mich bindest,

bindet mich nicht.

Was du gegen mich sprichst,

erhält keine Macht über meinen Raum.

Jeder neue Faden,

den du gegen mich spannst,

wickelt sich um deine eigene Hand.

Jede Tür,

die du gegen meinen Willen zu mir öffnen willst,

öffnet sich auf deiner Seite.

Jeder Weg,

den du für deinen Angriff suchst,

führt deine eigene Arbeit zurück.

Was du mir schicken willst,

findet dich.

Was du mir auferlegen willst,

bleibt bei seinem Ursprung.

Was du an mich binden willst,

bindet sich nicht an mich.

Solange du mich in Ruhe lässt,

liegt dieser Fluch still.

Doch sobald du erneut gegen mich arbeitest,

steht er auf.

Dann kehrt dein Werk um,

bevor es mich erreicht.

Deine Arbeit verliert mich als Ziel.

Dein Angriff verliert mich als Gefäß.

Dein Wille verliert seinen Zugriff auf meinen Raum.

Du erhältst von mir nichts zusätzlich.

Aber ich nehme dir auch nichts ab.

Was du erschaffst,

trägst du selbst.

Was du sendest,

kehrt zu dir.

Was du erneut beginnst,

findet seinen Abschluss an seinem Ursprung.

Der Widerhall steht.

Der Rückweg ist geöffnet.

Mein Weg ist geschlossen.

Sic fiat.“**

Nimm nun die sieben Kräuter und streue sie über den auf dem Zettel liegenden Faden.

Lege die rechte Hand über den Spiegel, ohne ihn zu berühren.

Sprich:

**„Nicht durch mich.

Zurück durch dich.“**

Lass die Arbeit bis zum Ende der Kerzenarbeit liegen.

Die Kerzen müssen dabei nicht vollständig abbrennen. Beende sie auf deine übliche sichere Weise.

Danach wickelst du Zettel, Faden, Wachs und Kräuter zusammen.

Das Bündel kommt in die schwarze Schale und wird dort bis zum nächsten Morgen verwahrt.

Am nächsten Tag wird alles sicher über den Hausmüll entsorgt.

Der Spiegel wird gereinigt und nicht unmittelbar danach für eine andere Person oder ein anderes Ritual verwendet.

Beachte:
Dieser Fluch ist an die Bedingung gebunden, dass erneut eine gegen dich gerichtete Arbeit ausgeht. Innerhalb der magischen Deutung können sich Rückwirkungen beim Ursprung als starke Unruhe, Schlafstörungen, wiederholtes Scheitern der eigenen magischen Arbeit, Erschöpfung, Widerstand, plötzliches Abbrechen einer Absicht oder das Gefühl zeigen, mit der eigenen Arbeit nicht mehr „durchzukommen“.

Bei dir selbst kann nach dem Setzen des Fluches eine starke Ruhe oder Leere entstehen, weil du den Weg nicht mehr ständig beobachten musst.

Körperliche oder psychische Beschwerden haben selbstverständlich auch gewöhnliche Ursachen und sind kein Beweis dafür, dass dieser Fluch wirkt.

Tipp von mir:
Der wichtigste Satz dieser Arbeit ist für mich nicht irgendeine Drohung.

Es ist:

„Du erhältst von mir nichts zusätzlich. Aber ich nehme dir auch nichts ab.“

Damit bleibt die Rückführung klar. Ich erschaffe nicht wahllos neues Leid. Aber ich verweigere mich vollständig als Ziel, Träger oder Auffangbecken für das, was jemand bewusst gegen mich richtet.


Schattenarbeit und verborgenes Wissen

Schattenarbeit nehme ich dort, wo es nicht darum geht, etwas sofort zu entfernen, sondern hinzusehen.

Nicht alles, was unangenehm ist, muss gebannt werden.

Nicht alles, was dunkel ist, muss verschwinden.

Manches gehört verstanden.

Manches gehört angenommen.

Und manches zeigt erst dann seine eigentliche Bedeutung, wenn ich aufhöre, davor wegzulaufen.

Für mich bedeutet Schattenarbeit, mich bewusst mit den Teilen auseinanderzusetzen, die ich lieber nicht sehen würde.

Das können Ängste sein.

Neid.

Wut.

Eifersucht.

Schuld.

Scham.

Kontrollbedürfnis.

Verletzungen.

Alte Muster.

Oder Seiten meiner Persönlichkeit, die nicht zu dem Bild passen, das ich gern von mir selbst hätte.

Ich mache diese Dinge nicht schöner, als sie sind.

Wenn ich neidisch bin, nenne ich es Neid.

Wenn ich wütend bin, nenne ich es Wut.

Wenn ich jemandem etwas übel nehme, tue ich nicht so, als hätte ich längst vergeben, nur weil Vergebung spiritueller klingt.

Schattenarbeit beginnt für mich mit Ehrlichkeit.

Dabei bedeutet Annehmen nicht, alles gutzuheißen.

Ich kann erkennen, dass etwas zu mir gehört, und trotzdem entscheiden, dass ich danach nicht handeln möchte.

Ich kann meine Wut anerkennen, ohne jemanden zu verletzen.

Ich kann meinen Neid erkennen, ohne einem anderen Menschen etwas wegnehmen zu wollen.

Ich kann meine Angst sehen, ohne ihr jede Entscheidung zu überlassen.

Gerade darin liegt für mich die eigentliche Arbeit:

Ich sehe meinen Schatten, aber ich gebe ihm nicht automatisch die Führung.

Zum verborgenen Wissen gehört für mich noch etwas anderes.

Nicht jede Erkenntnis liegt offen vor uns.

Manche Dinge zeigen sich erst, wenn ich still werde, beobachte, Zusammenhänge erkenne und bereit bin, auch Antworten anzunehmen, die mir nicht gefallen.

Dafür arbeite ich unter anderem mit meiner Intuition, mit Symbolen, Träumen, Karten, Runen, Pendel, Ahnenarbeit oder anderen Formen der spirituellen Erkenntnis.

Aber auch hier gilt:

Ein Werkzeug nimmt mir nicht das Denken ab.

Ein Zeichen ist nicht automatisch eine Botschaft.

Und nur weil ich etwas sehen möchte, bedeutet das nicht, dass es deshalb wahr ist.

Verborgenes Wissen verlangt für mich deshalb ebenso viel Unterscheidungsvermögen wie Offenheit.

Ich suche nicht nach Geheimnissen, nur damit etwas geheimnisvoll wirkt.

Ich suche nach dem, was unter der sichtbaren Oberfläche liegt.

Manchmal finde ich dort eine Antwort.

Manchmal eine unangenehme Wahrheit.

Und manchmal erkenne ich, dass das, wonach ich gesucht habe, überhaupt nicht außerhalb von mir verborgen war.

Schattenarbeit bedeutet für mich deshalb nicht, mich in Dunkelheit zu verlieren.

Sie bedeutet, in sie hineinsehen zu können, ohne den Blick wieder abzuwenden.

Das schwarze Wasser der sieben Fragen

Dieses Ritual nehme ich, wenn ich meinem eigenen Schatten nicht mehr ausweichen will.

Nicht um ihn zu verbannen.

Nicht um ihn schönzureden.

Und nicht, um aus jeder unangenehmen Eigenschaft sofort eine „Stärke“ zu machen.

Manchmal ist Neid Neid.

Angst ist Angst.

Wut ist Wut.

Scham ist Scham.

Kontrollzwang bleibt Kontrollzwang, nur weil ich ihm einen spirituelleren Namen gebe.

Bei dieser Arbeit geht es darum, das anzusehen, was in mir wirkt, gerade weil ich es normalerweise nicht ansehen möchte.

Zeit:
Nach Sonnenuntergang. Ich führe diese Arbeit nur durch, wenn danach ausreichend Ruhe bleibt.

Mondphase:
Dunkelmond.

Wenn eine konkrete innere Wahrheit dringend angesehen werden muss, ist das Ritual auch unabhängig von der Mondphase durchführbar.

Du benötigst:

  • eine große schwarze Schale
  • klares Wasser
  • einen kleinen schwarzen Spiegel
  • Beifuß
  • Wermut
  • Schafgarbe
  • Baldrian
  • Königskerze
  • sieben kleine dunkle Steine
  • eine schwarze Kerze
  • einen Zettel
  • einen schwarzen Stift
  • ein schwarzes Tuch
  • etwas Salz

Die Kräuter werden bei dieser Arbeit nicht eingenommen.

Durchführung:

Lege das schwarze Tuch vor dich.

Stelle die Schale darauf.

Der schwarze Spiegel steht hinter der Schale und zeigt zu dir.

Die schwarze Kerze steht hinter dem Spiegel.

Entzünde sie.

Fülle die Schale mit klarem Wasser.

Gib eine kleine Prise Salz hinein.

Sprich:

**„Wasser nimmt auf.

Dunkelheit verbirgt.

Heute fordere ich beides auf, mir zu zeigen, was ich selbst verborgen halte.“**

Lege nun die fünf Kräuter um die Schale.

Beginne mit Beifuß.

Sprich:

„Beifuß, öffne meinen Blick für das, was hinter dem Offensichtlichen liegt.“

Dann die Königskerze:

„Königskerze, bring Licht dorthin, wo ich selbst Dunkelheit geschaffen habe.“

Dann die Schafgarbe:

„Schafgarbe, öffne das Orakel meiner eigenen Wahrheit.“

Dann den Baldrian:

„Baldrian, halte die Schwelle ruhig, während ich tiefer gehe.“

Zuletzt den Wermut:

„Wermut, gib mir die bittere Wahrheit ohne Zucker und ohne Trost.“

Lege jetzt die sieben Steine in einer Reihe vor die Schale.

Jeder Stein gehört zu einer Frage.

Nimm den ersten Stein in die Hand.

Sieh in das schwarze Wasser.

Frage:

„Was verleugne ich an mir selbst?“

Warte.

Du musst keine Stimme hören.

Ein Gedanke, eine Erinnerung, ein Bild, ein Gefühl oder ein Widerstand kann bereits die Antwort tragen.

Schreibe auf, was zuerst deutlich wird.

Lege den ersten Stein links neben die Schale.

Nimm den zweiten.

„Was macht mich wütender, als ich zugeben möchte?“

Schreibe.

Lege den Stein ab.

Der dritte:

„Wen oder was beneide ich – und warum?“

Der vierte:

„Wovor habe ich Angst, obwohl ich behaupte, es sei mir gleichgültig?“

Der fünfte:

„Was kontrolliere ich, weil ich nicht vertrauen kann?“

Der sechste:

„Welche Wahrheit über mich möchte ich von anderen nicht hören?“

Der siebte:

„Welcher Teil meines Schattens bestimmt bereits Entscheidungen, obwohl ich so tue, als hätte er keine Macht?“

Wenn alle sieben Fragen beantwortet sind, lege den Stift weg.

Jetzt blickst du zuerst in den Spiegel.

Dann in das schwarze Wasser.

Dann wieder in den Spiegel.

Sprich:

**„Ich sehe nicht nur das Gesicht, das ich zeige.

Ich sehe auch das Gesicht dahinter.

Ich erkenne meinen Neid.

Ich erkenne meine Angst.

Ich erkenne meine Wut.

Ich erkenne meine Scham.

Ich erkenne meine Begierde.

Ich erkenne meinen Wunsch nach Kontrolle.

Ich erkenne die Teile von mir, die ich lieber anderen zuschreiben würde.

Ich verbanne sie nicht.

Sie gehören zu mir.

Aber weil ich sie sehe,

müssen sie mich nicht länger unbemerkt führen.“**

Nimm den Zettel mit deinen Antworten.

Halte ihn über die Wasserschale.

Sprich:

„Was ich benannt habe, kann sich nicht länger hinter Schweigen verstecken.“

Tauche nur die untere Kante des Papiers kurz in das Wasser.

Nicht vollständig.

Sprich:

**„Ich lösche diese Wahrheit nicht aus.

Ich markiere den Augenblick, in dem ich aufgehört habe, vor ihr wegzusehen.“**

Nimm das Blatt wieder heraus.

Lege es neben dich.

Jetzt nimmst du den Wermut zwischen die Finger.

Nicht ins Wasser geben.

Sprich:

„Bittere Wahrheit bleibt Wahrheit.“

Dann die Königskerze:

„Und Wahrheit braucht Licht, damit ich mit ihr arbeiten kann.“

Lege beide wieder zurück.

Halte beide Hände über die Schale.

Sprich:

**„Mein Schatten ist kein fremdes Wesen.

Er trägt meinen Namen.

Er kennt meine Geschichte.

Er kennt meine Schwächen.

Er kennt die Gedanken, die ich niemandem erzähle.

Heute kenne auch ich sie.

Ich nehme meinem Schatten nicht seine Existenz.

Ich nehme ihm die Macht, mich ungesehen zu lenken.

Was verborgen war, ist benannt.

Was benannt ist, kann bewusst geführt werden.

Sic fiat.“**

Gieße das Wasser anschließend in den Abfluss.

Reinige die Schale und den Spiegel.

Die sieben Steine bleiben zusammen an einem festen Platz.

Das Blatt mit den Antworten bewahre ich auf.

Nach einigen Wochen lese ich es erneut.

Beachte:
Dieses Ritual kann unangenehm werden. Gerade darum geht es.

Nach intensiver Schattenarbeit können alte Erinnerungen, Wut, Trauer, Scham oder sehr deutliche Träume auftauchen. Für mich bedeutet das nicht, dass die Arbeit „falsch“ war.

Es bedeutet aber auch nicht, dass jede Erinnerung oder jeder Gedanke automatisch eine übernatürliche Botschaft ist.

Wenn während einer solchen Arbeit psychisch etwas aufbricht, das den Alltag deutlich beeinträchtigt, gehört fachliche Unterstützung genauso zu verantwortungsvollem Handeln wie das Ritual selbst.

Tipp von mir:
Ich beantworte die sieben Fragen nicht so, wie ich gern wäre.

Wenn die ehrliche Antwort hässlich ist, schreibe ich die hässliche Antwort.

Schattenarbeit beginnt für mich dort, wo ich aufhöre, mich vor mir selbst besser darstellen zu wollen.

Das Tor der drei Stimmen

Dieses Ritual nehme ich für verborgenes Wissen, Ahnenarbeit und Fragen, bei denen eine einzige Form der Divination mir nicht genügt.

Ich arbeite mit drei Stimmen:

dem Zeichen,
der Bewegung
und dem Blick.

Eine Rune oder Karte gibt das Zeichen.

Das Pendel gibt Bewegung.

Das schwarze Wasser beziehungsweise der Spiegel gibt den Blick.

Erst wenn ich diese drei Ebenen nebeneinandergelegt habe, ziehe ich meine Schlussfolgerung.

Zeit:
Nachts, wenn der Ort ruhig ist.

Mondphase:
Immer durchführbar.

Für besonders tiefe Arbeit bevorzuge ich die dunkle Mondzeit.

Du benötigst:

  • eine Glocke
  • eine schwarze Kerze
  • eine weiße oder naturfarbene Kerze
  • eine schwarze Schale mit Wasser
  • einen kleinen schwarzen Spiegel
  • dein Pendel
  • Runen oder ein Kartendeck
  • Beifuß
  • Königskerze
  • Schafgarbe
  • Baldrian
  • etwas Holunder
  • Rosmarin
  • Drachenblut-Harz
  • geeignetes Räucherzubehör
  • einen Zettel und Stift

Durchführung:

Stelle die schwarze Schale in die Mitte.

Der Spiegel steht dahinter.

Links steht die schwarze Kerze.

Rechts die helle Kerze.

Entzünde zuerst die schwarze.

Sprich:

„Ich öffne den Blick in das Verborgene.“

Dann die helle.

„Ich behalte Klarheit in dem, was sich zeigt.“

Lege die Kräuter in einem Halbkreis vor die Schale.

Beifuß für den Blick hinter die Oberfläche.

Königskerze für Klarheit an der Schwelle.

Schafgarbe für Orakel und Zeichen.

Baldrian für Ruhe an der Grenze.

Holunder für die Verbindung zu den Ahnen.

Rosmarin für einen klaren Abschluss und dafür, dass nach der Arbeit nichts Fremdes bei dir bleibt.

Nimm die Glocke.

Lass sie dreimal erklingen.

Nach dem ersten Klang sprich:

„Ich bin hier.“

Nach dem zweiten:

„Meine Frage ist hier.“

Nach dem dritten:

„Was antworten darf, möge deutlich antworten.“

Wenn du bewusst mit deinen Ahnen arbeitest, sprich:

**„Meine Ahnen, die mir wohlgesonnen sind und meinen Weg achten:

Ich öffne diesen Raum für eure Weisheit.

Nicht für Täuschung.

Nicht für Verwirrung.

Nicht für alles, was nur deshalb antworten möchte, weil ich eine Tür geöffnet habe.

Nur was meinen Weg achten kann, erhält hier Gehör.“**

Schreibe jetzt eine einzige Frage auf.

Keine fünf.

Keine Fangfrage.

Keine Frage, deren Antwort du längst beschlossen hast.

Lege den Zettel vor die Wasserschale.

Erste Stimme – das Zeichen

Ziehe eine Rune oder eine Karte.

Lege sie links neben die Schale.

Sprich:

**„Erste Stimme.

Zeig mir die Gestalt der Antwort.“**

Betrachte das gezogene Zeichen.

Schreibe deine erste Deutung auf, bevor du lange darüber nachdenkst.

Zweite Stimme – die Bewegung

Nimm das Pendel.

Halte es über den geschriebenen Zettel.

Sprich:

**„Zweite Stimme.

Zeig mir Richtung und Bewegung.“**

Stelle zunächst eine Kontrollfrage, deren Antwort du kennst.

Danach stellst du deine eigentliche Frage so, dass das Pendel eine eindeutige Antwort geben kann.

Schreibe auch diese Antwort auf.

Dritte Stimme – der Blick

Jetzt kommt das schwarze Wasser.

Gib eine sehr kleine Menge Beifuß neben die Schale.

Nicht hinein.

Entzünde etwas Drachenblut.

Lass den Rauch hinter der Schale aufsteigen.

Blicke in die Wasseroberfläche beziehungsweise in die Spiegelung.

Sprich:

**„Dritte Stimme.

Zeig mir nicht, was ich sehen möchte.

Zeig mir, was unter meiner Frage liegt.“**

Bleibe still.

Achte auf:

Bilder.

Wörter.

Erinnerungen.

Körperliche Reaktionen.

Widerstand.

Gedanken, die plötzlich deutlich werden.

Schreibe anschließend auch diese Wahrnehmung auf.

Jetzt liegen drei Antworten vor dir.

Zeichen.

Bewegung.

Blick.

Lies sie nacheinander.

Wenn sie miteinander übereinstimmen, sprich:

**„Drei Stimmen zeigen in eine Richtung.

Ich habe gehört.“**

Wenn sie sich widersprechen, sprich:

**„Drei Stimmen sprechen nicht gemeinsam.

Ich zwinge heute keine Antwort.“**

Das ist ebenfalls ein Ergebnis.

Jetzt nimmst du den Rosmarin.

Halte ihn in beiden Händen.

Sprich:

**„Was sich gezeigt hat, bleibt als Erkenntnis.

Was nicht zu mir gehört, bleibt nicht.“**

Lass die Glocke einmal erklingen.

Sprich zu deinen Ahnen:

**„Ich danke denen, die gesprochen haben.

Was gesagt werden durfte, ist gesagt.

Was verborgen bleiben soll, bleibt verborgen.

Der Weg zwischen uns schließt sich für diese Arbeit.“**

Lass die Glocke ein zweites Mal erklingen.

Lösche die helle Kerze.

Dann die schwarze.

Beim dritten Glockenschlag sprich:

**„Das Tor ist geschlossen.

Sic fiat.“**

Das Wasser wird weggegossen.

Die gezogene Rune oder Karte kommt zurück an ihren Platz.

Alle Aufzeichnungen bleiben zusammen.

Beachte:
Bei intensiver Orakel- und Ahnenarbeit können Träume, Symbole oder Erinnerungen in den folgenden Nächten auffälliger werden.

Ich behandle trotzdem nicht jeden Zufall als Botschaft.

Wenn drei Krähen am nächsten Morgen auf einem Dach sitzen, bedeutet das nicht automatisch, dass eine Gottheit mir einen persönlichen Befehl geschickt hat.

Verborgenes Wissen verlangt nicht weniger Prüfung, sondern mehr.

Tipp von mir:
Die stärkste Form dieses Rituals entsteht für mich nicht durch möglichst viele Fragen.

Sie entsteht durch eine einzige gute Frage.

Je genauer die Frage, desto weniger Raum bleibt für Antworten, die ich mir selbst so zurechtlegen kann, wie ich sie gern hätte.

Fluch der zerbrochenen Maske

Dies ist ein Fluch.

Ich nehme ihn gegen einen Menschen, der mich bewusst belügt, täuscht, manipuliert oder hinter einer aufgebauten Fassade gegen mich arbeitet.

Dieser Fluch soll nicht dafür sorgen, dass ich Gedanken lesen kann.

Er hat eine andere Aufgabe:

Die Maske soll nicht länger halten.

Widersprüche sollen sichtbar werden.

Lügen sollen sich gegenseitig zerstören.

Verborgene Absichten sollen Spuren hinterlassen.

Was durch Täuschung geschützt wurde, soll diesen Schutz verlieren.

Für diese Arbeit verwende ich mehrere Kräuter aus meiner dunkleren Kräutersprache:

Eisenkraut für Wahrheit.

Gundermann für das Sichtbarwerden verborgener Wahrheit.

Wermut für bittere Wahrheit und Trennung von Täuschung.

Schafgarbe für das Erkennen.

Beifuß für den Blick hinter das Offensichtliche.

Odermennig für Spiegelung und Rückkehr dessen, was verborgen ausgesandt wurde.

Brennnessel für den Widerstand gegen das, was gegen mich gerichtet ist.

Zeit:
Nachts.

Mondphase:
Dunkelmond.

Du benötigst:

  • eine kleine Maske aus lufttrocknendem Ton
  • einen Ritzstift
  • einen schwarzen Spiegel
  • eine schwarze Kerze
  • Eisenkraut
  • Gundermann
  • Wermut
  • Schafgarbe
  • Beifuß
  • Odermennig
  • Brennnessel
  • schwarzen Baumwollfaden
  • etwas Asche
  • einen schweren Stein
  • einen kleinen Zettel
  • einen schwarzen Stift
  • einige Tropfen eigenes Blut
    ersatzweise sehr dunklen Rotwein
  • ein dunkles Tuch
  • ein stabiles Gefäß für die Bruchstücke

Vorbereitung:

Forme aus lufttrocknendem Ton eine einfache Maske.

Sie braucht keine schönen Gesichtszüge.

Zwei Augen.

Ein Mund.

Eine äußere Form.

Mehr braucht sie nicht.

Lass sie vollständig aushärten.

Durchführung:

Lege das dunkle Tuch vor dich.

Darauf kommt der schwarze Spiegel.

Die spiegelnde Seite zeigt nach oben.

Lege die Tonmaske darauf.

Die schwarze Kerze steht dahinter.

Entzünde sie.

Schreibe den vollständigen Namen der betreffenden Person auf den Zettel.

Darunter:

„Die Täuschung, die du gegen mich trägst.“

Lege den Zettel unter den Spiegel.

Nimm die Maske.

Ritze auf ihre Rückseite den Namen.

Drehe sie wieder um.

Jetzt arbeitest du mit den sieben Kräutern.

Lege Eisenkraut über den Mund der Maske.

Sprich:

„Was du mit Worten verdrehst, soll seine wahre Form zeigen.“

Lege Gundermann über die Stirn.

„Was du verbirgst, soll sichtbar werden.“

Lege Wermut unter den Mund.

„Deine Wahrheit soll bitterer sein als deine Lüge süß.“

Lege Schafgarbe an das linke Auge.

„Was verborgen liegt, erhält ein Zeichen.“

Beifuß an das rechte:

„Was hinter deiner Maske liegt, soll erkannt werden.“

Odermennig unter die Maske:

„Was du gegen mich spiegelst, kehrt auf deine eigene Darstellung zurück.“

Brennnessel darüber:

„Was mich durch Täuschung treffen soll, findet Widerstand.“

Jetzt gib einen Tropfen eigenes Blut auf deinen Zettel unter dem Spiegel, nicht auf die Maske.

Ersatzweise dunklen Rotwein.

Sprich:

**„Mein Blut bezeichnet meinen Platz in dieser Arbeit.

Deine Lüge gehört nicht in mich.

Deine Maske gehört nicht auf mein Gesicht.“**

Nimm den schwarzen Faden.

Wickle ihn siebenmal um die Maske.

Bei jeder Runde sprichst du:

„Eine Schicht.“

„Eine Lüge.“

„Eine Ausrede.“

„Ein verborgenes Wort.“

„Eine falsche Darstellung.“

„Eine Täuschung.“

Beim siebten:

„Eine Maske, die nicht länger trägt.“

Setze sieben Knoten.

Beim ersten:

„Was du verbirgst, arbeitet gegen deine Maske.“

Beim zweiten:

„Was du verdrehst, erzeugt Widerspruch.“

Beim dritten:

„Was du leugnest, hinterlässt Spuren.“

Beim vierten:

„Was du verschweigst, findet einen anderen Mund.“

Beim fünften:

„Was du verdeckst, findet einen Riss.“

Beim sechsten:

„Was du gegen mich inszenierst, verliert Bestand.“

Beim siebten:

„Deine Maske hält nicht.“

Nimm die gebundene Maske in beide Hände.

Sprich:

**„[Name],

ich verfluche die Täuschung, mit der du mir begegnest.

Nicht dein Gesicht.

Deine Maske.

Nicht deine Stimme.

Die Lüge darin.

Nicht dein ganzes Leben.

Den Schutz, den du dir aus Täuschung gebaut hast.

Jede neue Lüge soll einen Riss in die alte treiben.

Jede neue Geschichte soll der vorherigen widersprechen.

Jedes falsche Wort soll ein anderes falsches Wort entlarven.

Was du verborgen halten willst,

soll Spuren hinterlassen.

Was du verdrehst,

soll sich nicht sauber zusammenfügen.

Was du gegen mich inszenierst,

soll unter seinem eigenen Gewicht auseinanderbrechen.

Menschen sollen hören, wo deine Worte nicht zusammenpassen.

Augen sollen sehen, wo deine Fassade Risse trägt.

Ohren sollen wahrnehmen, was du nicht kontrollieren kannst.

Deine Täuschung soll dir keinen sicheren Schutz mehr geben.

Solange du wahr sprichst,

liegt dieser Fluch still.

Doch wo du bewusst lügst,

soll die Maske weiter brechen.“**

Lege die Maske wieder auf den Spiegel.

Streue die sieben Kräuter darüber.

Nimm den schweren Stein.

Halte ihn über die Maske.

Sprich:

**„Was durch Lüge zusammengehalten wurde,

wird durch Wahrheit gebrochen.“**

Wickle das dunkle Tuch um Maske und Spiegelbereich so, dass beim Brechen keine Stücke herumfliegen.

Der Spiegel selbst wird nicht mitgeschlagen.

Ziehe die eingewickelte Tonmaske vom Spiegel herunter und lege sie auf eine feste Unterlage.

Schlage einmal kontrolliert mit dem Stein darauf.

Sprich:

„Erster Riss.“

Öffne das Tuch.

Ist die Maske nur gerissen, aber noch fast vollständig zusammenhängend, schlage ein zweites Mal.

„Die Fassade fällt.“

Wenn notwendig ein drittes Mal.

„Die Täuschung trägt nicht mehr.“

Mehr braucht es nicht.

Nimm die Scherben einzeln auf.

Bei jeder sprichst du:

„Ein Stück Wahrheit findet seinen Weg.“

Gib die Scherben in das vorbereitete Gefäß.

Gib die sieben Kräuter dazu.

Streue zuletzt Asche darüber.

Sprich:

„Was zerbrochen ist, wird nicht durch eine neue Lüge wieder ganz.“

Halte das Gefäß vor den schwarzen Spiegel.

Sprich:

**„[Name],

sieh deine eigene Maske.

Ich trage sie nicht mehr für dich.

Ich glaube nicht mehr, nur weil du sprichst.

Ich zweifle nicht an meinen Augen, nur weil du leugnest.

Ich lasse mich nicht verdrehen, nur weil du eine andere Geschichte erzählst.

Was Wahrheit ist, soll bestehen.

Was Lüge ist, soll brechen.

Was verborgen wurde, soll sichtbar werden.

Was gegen mich getäuscht wurde, soll keinen Schutz mehr besitzen.

Die Maske ist gebrochen.

Der Blick ist offen.

Sic fiat.“**

Verschließe das Gefäß.

Bewahre es außerhalb deines alltäglichen Ritualbereiches auf, solange die Arbeit bestehen soll.

Wenn der Fluch beendet wird, entsorgst du die Scherben sicher über den Hausmüll und reinigst das Gefäß.

Der Spiegel wird ebenfalls gereinigt.

Beachte:
Innerhalb dieser magischen Arbeit kann sich der Fluch darin zeigen, dass Widersprüche häufiger sichtbar werden, Informationen unerwartet auftauchen, andere Menschen Aussagen hinterfragen oder eine Täuschung immer schwerer aufrechtzuerhalten ist.

Auch die betreffende Person kann in deiner spirituellen Deutung unruhiger, widersprüchlicher oder auffällig defensiv reagieren.

Das ist trotzdem kein automatischer Beweis für Schuld. Ein Fluch ersetzt nicht die Prüfung dessen, was tatsächlich geschehen ist.

Die Kräuter dieser Arbeit werden nicht eingenommen. Beim Zerbrechen der Tonmaske bleibt sie im Tuch, damit keine Splitter herumfliegen.

Tipp von mir:
Ich setze diesen Fluch nicht, um jemanden dazu zu bringen, mir endlich das zu gestehen, was ich ohnehin schon beschlossen habe.

Ich setze ihn dort, wo ich sage:

Wenn Wahrheit da ist, soll sie bestehen. Wenn Lüge da ist, soll sie ihren Schutz verlieren.

Denn eine zerbrochene Maske nutzt mir nichts, wenn ich anschließend selbst eine neue Geschichte darunter erfinde.

Loslassen, Abschluss und Wandlung

Nicht alles, was endet, ist gescheitert.

Manche Dinge erfüllen ihren Zweck und gehen zu Ende.

Andere müssen beendet werden, weil sie keinen Platz mehr im eigenen Leben haben.

Und manches lässt sich nicht einfach zurückholen, reparieren oder in seinen früheren Zustand bringen.

Für solche Arbeiten nehme ich Loslassen, Abschluss und Wandlung.

Dabei geht es für mich nicht darum, etwas möglichst schnell „positiv“ umzudeuten.

Ein Verlust bleibt ein Verlust.

Ein Abschied bleibt ein Abschied.

Eine Enttäuschung wird nicht dadurch kleiner, dass ich sofort nach einer Lektion darin suche.

Manche Dinge dürfen erst einmal genau das sein, was sie sind.

Zu Ende.

Schwarze Magie hat für mich gerade dort ihren Platz, weil sie nicht verlangt, dass ich an etwas festhalte, nur weil es einmal wichtig war.

Sie erlaubt einen Abschluss.

Das kann einen Lebensabschnitt betreffen.

Eine alte Rolle.

Eine Beziehung.

Eine berufliche Situation.

Einen Ort.

Einen Traum, der nicht mehr zu mir gehört.

Oder eine Vorstellung davon, wer ich einmal sein wollte.

Loslassen bedeutet für mich dabei nicht vergessen.

Ich muss etwas nicht aus meiner Erinnerung löschen, damit es keinen Einfluss mehr auf meinen weiteren Weg hat.

Ich kann anerkennen:

Das war ein Teil meines Lebens.
Aber es ist nicht mehr mein Jetzt.

Ein Abschluss wird für mich dann notwendig, wenn ich innerlich immer wieder zu etwas zurückkehre, obwohl die eigentliche Situation längst vorbei ist.

Dann geht es nicht mehr darum, etwas zu retten.

Dann geht es darum, die Verbindung zum Vergangenen so zu verändern, dass sie nicht mehr meinen gegenwärtigen Weg bestimmt.

Genau dort beginnt für mich auch die Wandlung.

Denn Wandlung bedeutet nicht, dass aus allem etwas Schönes entstehen muss.

Sie bedeutet:

Etwas bleibt nicht in derselben Form.

Trauer kann irgendwann Erinnerung werden.

Wut kann zu einer Grenze werden.

Enttäuschung kann Klarheit schaffen.

Ein Ende kann Raum freimachen.

Und eine alte Version meiner selbst kann zurückbleiben, ohne dass ich sie verleugnen muss.

Ich nehme schwarze Magie deshalb nicht nur, um etwas zu beenden.

Ich nehme sie auch, um den Zustand nach dem Ende bewusst anzunehmen.

Denn ein Ritual, das nur trennt, aber keinen Abschluss schafft, lässt oft genau das offen, was eigentlich beendet werden sollte.

Für mich gehören deshalb drei Schritte zusammen:

Erkennen, was vorbei ist.
Beenden, was nicht weitergetragen werden soll.
Und annehmen, dass danach etwas anders ist als vorher.

Wandlung heißt nicht Rückkehr zum alten Zustand.

Wandlung heißt, dass etwas eine neue Form bekommt – und dass ich bereit bin, diese Veränderung auch wirklich zuzulassen.

Das Begräbnis des alten Namens

Dieses Ritual nehme ich, wenn nicht nur eine einzelne Verbindung endet, sondern eine ganze frühere Form meines Lebens.

Eine alte Rolle.

Ein Lebensabschnitt.

Ein früheres Selbstbild.

Eine Beziehung, durch die ich mich jahrelang definiert habe.

Ein Beruf.

Ein Ort.

Ein Traum, der einmal meiner war und heute nicht mehr zu mir gehört.

Ich versuche dabei nicht, die Vergangenheit auszulöschen.

Ich begrabe den Anspruch, den sie noch auf meine Gegenwart erhebt.

Was gewesen ist, darf gewesen sein.

Aber es bekommt keinen Platz mehr als mein Jetzt.

Zeit:
Nach Sonnenuntergang.

Ich führe dieses Ritual an einem Abend durch, an dem danach nichts Neues mehr begonnen werden muss.

Mondphase:
Abnehmender Mond oder Dunkelmond.

Wenn ein realer Lebensabschnitt gerade tatsächlich endet, nehme ich diesen Zeitpunkt und warte nicht auf eine Mondphase.

Du benötigst:

  • eine schwarze Kerze
  • ein Stück dunkles Papier
  • einen schwarzen Stift
  • schwarzen Baumwollfaden
  • Thymian
  • Wermut
  • Quendel
  • Wacholder
  • Rosmarin
  • etwas Asche von sauberem, unbehandeltem Holz
  • eine kleine Menge dunkle Erde
  • einen kleinen naturbelassenen Stein
  • eine kleine Holzkiste, Tonschale oder ein anderes Gefäß
  • ein schwarzes Tuch

Durchführung:

Lege das schwarze Tuch vor dich.

Stelle die schwarze Kerze dahinter und entzünde sie.

Vor die Kerze kommt der Stein.

Links daneben liegen die Kräuter.

Rechts die Erde und die Asche.

Nimm das dunkle Papier.

Schreibe oben deinen vollständigen Namen.

Darunter schreibst du:

„So hieß der Teil von mir, der jetzt endet:“

Danach benennst du ihn.

Zum Beispiel:

„Die Frau, die in dieser Beziehung geblieben ist.“

„Der Mensch, der an diesem Ort gelebt hat.“

„Die Rolle, die ich für andere getragen habe.“

„Der Traum, an dem ich festgehalten habe.“

Schreib nicht nur:

„Vergangenheit.“

Sei genau.

Unter diese Bezeichnung schreibst du drei Dinge:

Was war.

Was endet.

Was ich nicht weitertrage.

Lies alles einmal laut.

Danach sprich:

**„Ich verleugne dich nicht.

Du warst ein Teil meines Lebens.

Du hast meinen Namen getragen.

Du hast durch meine Augen gesehen.

Du hast Entscheidungen getroffen.

Du hast geliebt.

Du hast gelitten.

Du hast gehofft.

Doch deine Zeit in meiner Gegenwart endet heute.“**

Lege das Papier vor dich.

Nimm den Thymian.

Streue ihn über den unteren Rand.

Sprich:

**„Thymian,

setze den Abschluss.

Was beendet ist,

soll nicht so behandelt werden,

als wäre es noch offen.“**

Nimm den Wermut.

Sprich:

**„Wermut,

trenne gestern von heute.

Was hinter mir liegt,

zieht nicht länger an meinem nächsten Schritt.“**

Nimm den Quendel.

Sprich:

**„Quendel,

verbrenne die alte Last,

die ich nur deshalb weitertrage,

weil ich sie so lange getragen habe.“**

Nimm den Wacholder.

Sprich:

**„Wacholder,

treibe aus meinem gegenwärtigen Weg,

was nur noch als alter Rest darin steht.“**

Zuletzt den Rosmarin.

Sprich:

**„Rosmarin,

halte meinen Geist klar,

während ich diesen Abschnitt schließe.“**

Falte das Papier dreimal zu dir hin.

Nicht weil du die Vergangenheit zurückholst.

Du nimmst sie ein letztes Mal bewusst in deine Hände.

Wickle den schwarzen Faden siebenmal darum.

Bei jeder Wicklung sprichst du:

„Ich erkenne.“

„Ich erinnere.“

„Ich akzeptiere.“

„Ich beende.“

„Ich löse.“

„Ich lasse zurück.“

Beim siebten:

„Ich gehe weiter.“

Setze einen Knoten.

Lege etwas Erde auf den Boden des Gefäßes.

Darauf kommt das Bündel.

Streue eine dünne Schicht Asche darüber.

Sprich:

**„Was diese Form einmal war,

bleibt nicht unverändert bestehen.“**

Bedecke das Bündel vollständig mit Erde.

Lege den Stein obenauf.

Sprich:

**„Dieser Stein ist kein Grabstein für mein Leben.

Er ist der Stein auf einer geschlossenen Tür.

Was darunter liegt,

gehört zu meiner Geschichte.

Es bestimmt nicht länger meinen gegenwärtigen Weg.“**

Lege beide Hände an das Gefäß.

Sprich:

**„Ich begrabe nicht mich.

Ich begrabe eine Form von mir,

deren Zeit abgelaufen ist.

Sie hat ihren Teil erfüllt.

Sie erhält keinen weiteren Tag,

nur weil ich Angst vor dem ersten Tag danach habe.

Was vorbei ist,

bleibt vorbei.

Was beendet ist,

bleibt abgeschlossen.

Was ich zurücklasse,

muss mir nicht folgen.

Ich schulde meiner Vergangenheit kein ewiges Weiterleben.

Ich schulde meinem alten Ich nicht,

für immer dasselbe zu bleiben.

Hier liegt mein Gestern.

Ich stehe davor.

Ich stehe darüber.

Und ich gehe von hier aus weiter.

Sic fiat.“**

Lass das Gefäß über Nacht an seinem Platz.

Am nächsten Tag wird es aus deinem unmittelbaren Ritualbereich entfernt.

Wenn ausschließlich biologisch abbaubare und für den jeweiligen Ort unproblematische Materialien verwendet wurden, kannst du den Inhalt an einem geeigneten eigenen Ort der Erde übergeben.

Andernfalls bleibt das Gefäß geschlossen oder der Inhalt wird entsprechend dem verwendeten Material entsorgt.

Den Stein behältst du zunächst nicht am Altar.

Er gehört zu diesem Abschluss.

Beachte:
Nach diesem Ritual behandle ich plötzlich auftauchende Erinnerungen nicht als Aufforderung, den alten Abschnitt wieder zu öffnen.

Gerade ein klarer Abschluss kann noch einmal Trauer, Wut, Sehnsucht oder das Gefühl hervorbringen, für kurze Zeit nicht genau zu wissen, wer man ohne die alte Rolle eigentlich ist.

Das ist bei dieser Arbeit kein Widerspruch.

Wandlung beginnt oft dort, wo die alte Form bereits weg ist und die neue noch keinen festen Namen trägt.

Tipp von mir:
Ich begrabe nichts, das ich heimlich morgen wieder ausgraben möchte.

Dieses Ritual gehört für mich zu den Arbeiten, bei denen die Entscheidung vorher fallen muss.

Nicht währenddessen.

Die sieben Feuer der Wandlung

Dieses Ritual nehme ich, wenn etwas nicht einfach verschwinden, sondern seine bisherige Form verlieren soll.

Hier liegt der Unterschied zwischen Loslassen und Wandlung.

Beim Loslassen sage ich:

„Das trage ich nicht weiter.“

Bei der Wandlung sage ich:

„Das bleibt nicht das, was es bisher war.“

Wut kann Grenze werden.

Trauer kann Erinnerung werden.

Enttäuschung kann Erkenntnis werden.

Eine zerbrochene Hoffnung kann Platz schaffen.

Aber ich bestimme nicht vorher, dass alles am Ende schön sein muss.

Manche Wandlung führt zunächst nur dazu, dass etwas endlich anders ist.

Für diese Arbeit verwende ich sieben Pflanzen mit sieben Aufgaben.

Zeit:
In der Nacht.

Mondphase:
Dunkelmond oder die Nacht unmittelbar nach einem tatsächlichen Abschluss.

Du benötigst:

  • eine schwarze Kerze
  • eine dunkelrote Kerze
  • eine große feuerfeste Schale
  • sieben kleine Papierstreifen
  • einen Stift
  • Thymian
  • Wermut
  • Quendel
  • Salbei
  • Brennnessel
  • Wacholder
  • Rosmarin
  • eine Schale mit klarem Wasser
  • einen naturbelassenen Stein
  • eine feuerfeste Unterlage

Durchführung:

Stelle die schwarze Kerze links auf.

Die dunkelrote steht rechts.

Zwischen beiden befindet sich die feuerfeste Schale.

Das Wasser steht vor dir.

Der Stein liegt zwischen Wasserschale und Feuerschale.

Entzünde zuerst die schwarze Kerze.

Sprich:

**„Schwarze Kraft,

nimm auf,

was seine alte Form verliert.“**

Dann die dunkelrote.

Sprich:

**„Kraft der Wandlung,

gib Bewegung,

wo nichts so bleiben soll wie bisher.“**

Nimm die sieben Papierstreifen.

Auf den ersten schreibst du:

„Was beendet ist.“

Auf den zweiten:

„Was mich noch festhält.“

Auf den dritten:

„Was ich nicht mehr sein will.“

Auf den vierten:

„Was ich nicht mehr tragen will.“

Auf den fünften:

„Was ich aus der Vergangenheit gelernt habe.“

Auf den sechsten:

„Was aus dieser Erfahrung bleiben darf.“

Auf den siebten:

„Was jetzt keinen Namen braucht.“

Fülle jeden Streifen mit wenigen klaren Worten.

Lege sie anschließend in einer Reihe vor dich.

Jetzt kommen die sieben Kräuter.

Zum ersten Papier legst du Thymian.

Sprich:

„Der Abschluss steht.“

Zum zweiten kommt Wermut.

„Die Bindung an die alte Form wird getrennt.“

Zum dritten Wacholder.

**„Was nicht mehr in mir wohnen soll,

wird ausgetrieben.“**

Zum vierten Brennnessel.

**„Was zurückkehren will,

nur weil es mich früher beherrscht hat,

findet Widerstand.“**

Zum fünften Salbei.

**„Was ich daraus verstanden habe,

wird klar von dem getrennt,

was ich nicht mehr brauche.“**

Zum sechsten Rosmarin.

**„Was Erinnerung bleiben darf,

bleibt ohne Herrschaft über mich.“**

Zum siebten Quendel.

**„Was seine alte Last verliert,

darf eine andere Form annehmen.“**

Schiebe die Kräuter etwas zurück.

Sie werden bei dieser Arbeit nicht gemeinsam ins Feuer geworfen.

Die sieben Papiere sind die sieben Feuer.

Nimm das erste Papier.

Lies es laut.

Halte es anschließend mit einer geeigneten Zange an die Flamme der schwarzen Kerze und lass es vollständig in der feuerfesten Schale verbrennen.

Sprich:

**„Erstes Feuer:

Das Ende wird anerkannt.“**

Das zweite:

**„Zweites Feuer:

Der alte Griff löst sich.“**

Das dritte:

**„Drittes Feuer:

Die alte Gestalt verliert ihren Anspruch.“**

Das vierte:

**„Viertes Feuer:

Die Last wird nicht weitergetragen.“**

Das fünfte:

**„Fünftes Feuer:

Die Erkenntnis bleibt,

aber die Wunde muss nicht dieselbe Form behalten.“**

Das sechste:

**„Sechstes Feuer:

Die Erinnerung bleibt hinter mir,

nicht auf meinem Rücken.“**

Beim siebten Papier hältst du kurz inne.

Dann sprich:

**„Siebtes Feuer:

Ich zwinge das Neue nicht,

wie das Alte auszusehen.“**

Verbrenne auch diesen Streifen.

Warte, bis alle Flammen vollständig erloschen sind.

Sieh auf die Asche.

Sprich:

**„Das hier kann nicht mehr zu dem Papier werden,

das es vor wenigen Augenblicken war.

So nehme ich Wandlung an.

Nicht als Rückkehr.

Nicht als Reparatur der alten Form.

Als Veränderung.“**

Nimm den Stein.

Halte ihn mit beiden Händen über die Asche.

Sprich:

**„Was Bestand braucht,

erhält einen neuen Träger.“**

Tauche den Stein anschließend kurz in das klare Wasser.

Sprich:

**„Was durch Feuer gegangen ist,

wird nicht weiter verbrannt.

Die Wandlung erhält jetzt Ruhe.“**

Nimm den Stein heraus.

Trockne ihn.

Nun nimmst du von jedem der sieben Kräuter nur eine kleine Menge und legst sie um den Stein, nicht darauf.

Sprich nacheinander:

„Thymian – Abschluss.“

„Wermut – Trennung.“

„Wacholder – Austreibung.“

„Brennnessel – Widerstand.“

„Salbei – Klärung.“

„Rosmarin – Erinnerung.“

„Quendel – Wandlung.“

Lege beide Hände um diesen Kreis.

Sprich:

**„Ich fordere nicht zurück,

was verbrannt ist.

Ich verlange nicht,

wieder der Mensch von vorher zu werden.

Was endete, bleibt beendet.

Was verbrannte, bleibt verwandelt.

Was ich gelernt habe,

gehört mir.

Was mich zerstören wollte,

erhält nicht automatisch einen Platz in meiner Zukunft.

Was aus mir entsteht,

muss der Vergangenheit nicht gefallen.

Die alte Form ist fort.

Die neue Form entsteht aus meiner Entscheidung,

meiner Energie

und meinem Handeln.

Ich gehe nicht zurück.

Ich werde.

Sic fiat.“**

Die vollständig erkaltete Asche wird gesammelt.

Einen kleinen Teil kannst du in einem geschlossenen Gefäß für einige Tage zusammen mit dem Stein aufbewahren.

Danach wird die Asche sicher entsorgt.

Der Stein bleibt.

Er steht nicht für das, was verbrannt wurde.

Er steht für das, was nach der Wandlung noch trägt.

Beachte:
Eine echte Wandlungsarbeit räumt nicht immer sanft um.

In meiner magischen Deutung gehören dazu auch plötzliche Entscheidungen, das Aussortieren alter Gegenstände, veränderte Beziehungen, intensive Träume oder die Erkenntnis, dass etwas, das bisher noch „irgendwie ging“, endgültig nicht mehr passt.

Wer Wandlung fordert, fordert nicht nur ein neues Gefühl.

Er akzeptiert, dass sich dadurch auch reale Entscheidungen verändern.

Tipp von mir:
Ich schreibe auf den siebten Zettel bewusst nicht, was unbedingt entstehen muss.

Das ist der stärkste Teil dieser Arbeit.

Ich verwandle etwas, ohne der neuen Form sofort wieder ein Gefängnis zu bauen.

Fluch des letzten Wortes

Dies ist ein Fluch.

Ich nehme ihn, wenn etwas von meiner Seite beendet ist, ein anderer Mensch diesen Abschluss aber immer wieder aufbrechen will.

Eine alte Auseinandersetzung.

Eine beendete Beziehung.

Ein Streit.

Ein Anspruch.

Eine Einmischung.

Eine Geschichte, die ständig neu erzählt wird, damit sie nie sterben darf.

Dieser Fluch richtet sich gegen das Wiederöffnen dessen, was ich abgeschlossen habe.

Er sagt:

Du bekommst keinen neuen Anfang aus meinem Ende.

Für diese Arbeit setze ich sieben Kräuter mit sieben harten Aufgaben.

Thymian setzt den Abschluss.

Wermut trennt.

Lärche stellt die Mauer.

Knoblauch isoliert den fremden Zugriff.

Wegwarte setzt Hindernisse auf den Weg zurück.

Brennnessel weist erneute Angriffe zurück.

Wacholder treibt den Versuch aus meinem Raum.

Zeit:
Nach Mitternacht oder in einer vollständig ruhigen Nacht.

Mondphase:
Dunkelmond oder abnehmender Mond.

Du benötigst:

  • eine große schwarze Kerze
  • sieben kleine schwarze Kerzen oder sieben schwarze Wachsstücke
  • Thymian
  • Wermut
  • Lärchennadeln
  • Knoblauchschale oder getrockneten Knoblauch
  • Wegwarte
  • Brennnessel
  • Wacholder
  • einen schwarzen Zettel
  • einen hellen oder silbernen Stift
  • einen persönlichen Bezug zur betreffenden Person, beispielsweise Name, Handschrift, Foto oder Haar
  • schwarzen Baumwollfaden
  • etwas Asche
  • schwarzen Siegellack oder schwarzes Kerzenwachs
  • einige Tropfen eigenes Blut
    ersatzweise sehr dunklen Rotwein
  • eine schwere dunkle Schale
  • einen flachen schwarzen Stein

Durchführung:

Stelle die große schwarze Kerze in die Mitte.

Um sie herum setzt du sieben kleine Kerzen oder Wachsstücke.

Noch wird nichts entzündet.

Lege den schwarzen Stein vor die mittlere Kerze.

Darauf kommt der persönliche Bezug zur betreffenden Person.

Schreibe auf den schwarzen Zettel den vollständigen Namen.

Darunter:

„Was zwischen uns beendet ist, erhält durch dich keinen neuen Anfang.“

Darunter benennst du genau die Sache.

Zum Beispiel:

„Unsere Beziehung.“

„Dein Anspruch auf mein Leben.“

„Dieser Streit.“

„Deine Einmischung in meinen Weg.“

Lege den Zettel auf den persönlichen Bezug.

Gib einen Tropfen deines eigenen Blutes auf deine Seite des Steines, unterhalb des Namens.

Ersatzweise dunklen Rotwein.

Sprich:

**„Hier stehe ich.

Hier endet dein Anspruch.“**

Entzünde nun die große schwarze Kerze.

Sprich:

„Ich setze das Ende.“

Jetzt legst du die sieben Kräuter einzeln um den Stein.

Beim Thymian:

**„Was beendet ist,

bleibt abgeschlossen.“**

Beim Wermut:

**„Was getrennt wurde,

wächst nicht wieder zusammen,

nur weil du daran ziehst.“**

Bei der Lärche:

**„Zwischen deinem Willen

und meinem Weg

steht eine Mauer.“**

Beim Knoblauch:

**„Was du erneut an mich heften willst,

bleibt auf deiner Seite.“**

Bei der Wegwarte:

**„Jeder Weg,

über den du meinen Abschluss wieder öffnen willst,

findet Hindernisse.“**

Bei der Brennnessel:

**„Was du gegen meine Entscheidung richtest,

trifft auf Widerstand.“**

Beim Wacholder:

**„Was trotzdem eindringen will,

wird wieder hinausgetrieben.“**

Nun entzündest du die sieben kleinen Kerzen nacheinander.

Bei jeder sprichst du nur ein Wort:

„Ende.“

„Trennung.“

„Mauer.“

„Isolation.“

„Hindernis.“

„Abwehr.“

„Austreibung.“

Nimm jetzt den schwarzen Faden.

Wickle ihn siebenmal um Zettel und persönlichen Bezug, nicht um deinen Stein.

Bei jeder Runde sprichst du:

„Du öffnest es nicht.“

Beim siebten Mal:

„Du öffnest es nie wieder über mich.“

Setze sieben Knoten.

Beim ersten:

„Dein Wort erreicht meinen Abschluss nicht.“

Beim zweiten:

„Deine Hand erreicht meinen Abschluss nicht.“

Beim dritten:

„Deine Forderung erreicht meinen Abschluss nicht.“

Beim vierten:

„Deine Wut öffnet meinen Abschluss nicht.“

Beim fünften:

„Deine Sehnsucht öffnet meinen Abschluss nicht.“

Beim sechsten:

„Deine Magie öffnet meinen Abschluss nicht.“

Beim siebten:

„Dein Wille steht nicht über meinem Ende.“

Lege das Bündel in die schwere schwarze Schale.

Streue die sieben Kräuter darüber.

Danach die Asche.

Sprich:

**„Unter sieben Kräften.

Unter sieben Grenzen.

Unter Asche dessen,

was keinen neuen Anfang erhält.“**

Jetzt kommt der eigentliche Fluch.

Sprich den Namen laut.

Dann:

**„[Name],

ich habe mein letztes Wort gesprochen.

Du bekommst kein weiteres aus mir heraus.

Was ich beendet habe,

wirst du nicht wiederbeleben.

Wo du erneut nach meinem Weg greifst,

sollen Hindernisse vor dir stehen.

Wo du meinen Namen benutzt,

um das Alte zurückzurufen,

sollen deine Worte ohne Zugang bleiben.

Wo du versuchst,

über andere Menschen zu mir zurückzukehren,

sollen Wege auseinanderlaufen.

Wo du Druck erzeugst,

sollst du auf Widerstand treffen.

Wo du meine Grenze prüfst,

soll sie härter vor dir stehen als zuvor.

Wo du eine geschlossene Tür öffnen willst,

sollst du keine Klinke finden.

Wo du aus meinem Ende einen neuen Anfang machen willst,

soll dein Vorhaben unter seinem eigenen Gewicht zum Stillstand kommen.

Ich schulde dir keine weitere Erklärung.

Ich schulde dir keine weitere Antwort.

Ich schulde dir keine Wiederholung meiner Entscheidung.

Mein Nein wird nicht verhandelt.

Mein Ende wird nicht diskutiert.

Mein Weg gehört nicht zu deinem Besitz.

Was vorbei ist,

bleibt vorbei.

Was geschlossen wurde,

bleibt dir geschlossen.

Was du erneut gegen mich sendest,

wird zurückgewiesen.

Was du erneut an mich binden willst,

findet keinen Halt.

Was du erneut beginnen willst,

endet an meiner Grenze.

Dies ist mein letztes Wort.

Danach kommt Schweigen.

Sic fiat.“**

Nimm nun das schwarze Wachs.

Lass es über die sieben Knoten des Bündels tropfen.

Nicht auf deine Haut.

Versiegle jeden Knoten.

Bei jedem Wachstropfen sprichst du:

„Geschlossen.“

Siebenmal.

Zum Schluss drückst du den flachen schwarzen Stein kurz auf das erkaltende Wachs.

Sprich:

„Mein Ende trägt Gewicht.“

Nimm den Stein danach wieder an dich.

Das versiegelte Bündel bleibt in der schwarzen Schale, bis die Kerzenarbeit beendet ist.

Danach kommt es an einen Ort außerhalb deines alltäglichen Ritualbereiches.

Es wird nicht wieder geöffnet, solange der Fluch bestehen soll.

Beachte:
Innerhalb dieser magischen Arbeit zeigt sich der Fluch dort, wo erneute Zugänge ins Leere laufen: Nachrichten erhalten keine Antwort, Begegnungen kommen nicht zustande, Vermittlungsversuche scheitern, gemeinsame Wege lösen sich weiter auf oder Versuche, das alte Thema wieder in dein Leben zu tragen, verlieren ihren Halt.

Es kann unmittelbar nach dem Setzen des Fluches noch einmal zu einem starken Versuch kommen, den Abschluss zu durchbrechen.

Darauf antworte ich nicht magisch mit zehn neuen Ritualen.

Das letzte Wort bleibt das letzte Wort.

Besteht im realen Leben Belästigung, Bedrohung oder Stalking, bleibt die praktische Grenze genauso bestehen wie die magische.

Tipp von mir:
Der stärkste Bestandteil dieses Fluches ist für mich nicht Wermut, Blut oder schwarzes Wachs.

Es ist die Tatsache, dass ich danach wirklich aufhöre, die geschlossene Tür selbst wieder zu öffnen.

Ein Fluch des letzten Wortes verliert seinen Sinn, wenn ich drei Tage später das nächste Kapitel schreibe.


Bindung, Versiegelung und Verwahrung

Nicht jede schwarze Arbeit dient dazu, etwas zu entfernen.

Manches soll festgesetzt, begrenzt, verschlossen oder bewusst verwahrt werden.

Dafür nehme ich Bindung, Versiegelung und Verwahrung.

Diese drei Arbeiten haben für mich unterschiedliche Aufgaben.

Bindung hält etwas innerhalb einer gesetzten Grenze.

Versiegelung schließt etwas ab und verhindert, dass eine bereits beendete oder gesetzte Arbeit wieder geöffnet wird.

Verwahrung gibt etwas einen festen Ort, an dem es bleiben soll.

Gerade bei Bindungsarbeit ist für mich wichtig, klar zu benennen, was tatsächlich gebunden wird.

Ich muss nicht automatisch einen Menschen binden.

Ich kann eine Handlung begrenzen.

Ein Verhalten.

Eine bestimmte Einwirkung.

Eine wiederkehrende Situation.

Oder eine Energie, die nicht weiter frei wirken soll.

Wenn jemand beispielsweise immer wieder dieselbe Grenze überschreitet, kann meine Arbeit darauf ausgerichtet sein, diese Grenzüberschreitung zu binden, statt den gesamten Menschen in eine magische Bindung zu setzen.

Das ist für mich ein entscheidender Unterschied.

Ich arbeite so genau wie möglich mit dem, was tatsächlich beendet oder begrenzt werden soll.

Eine Versiegelung hat eine andere Aufgabe.

Wenn ich etwas abgeschlossen habe, möchte ich nicht, dass dieselbe Arbeit ständig wieder geöffnet wird.

Dann kann ich sie versiegeln.

Eine Versiegelung sagt:

Hier ist der Abschluss.
Diese Grenze bleibt bestehen.
Diese Arbeit wird nicht immer wieder neu begonnen.

Ich nutze Versiegelungen deshalb unter anderem nach Trennungen, Bannungen, Schutzarbeiten oder anderen Ritualen, bei denen ein gesetzter Zustand bewusst erhalten werden soll.

Dabei ist eine Versiegelung für mich keine Garantie dafür, dass sich im Leben niemals etwas verändert.

Wenn sich die Situation verändert, kann auch eine alte Versiegelung bewusst gelöst werden.

Aber solange sie besteht, hat sie eine klare Aufgabe.

Sie hält den gesetzten Abschluss.

Verwahrung geht noch einmal in eine andere Richtung.

Es gibt Dinge, die ich weder vernichten noch ständig bei mir tragen möchte.

Eine Erinnerung.

Einen Namen.

Ein Symbol.

Einen Gegenstand aus einer abgeschlossenen Arbeit.

Etwas, das seinen Platz behalten darf, aber nicht mehr frei in meinem Alltag wirken soll.

Dann gebe ich ihm einen bewussten Ort.

Das kann eine verschlossene Schachtel sein.

Ein Gefäß.

Ein versiegelter Umschlag.

Ein bestimmter Platz innerhalb meiner spirituellen Arbeit.

Verwahrung bedeutet für mich nicht Verdrängung.

Ich tue nicht so, als wäre etwas nicht vorhanden.

Im Gegenteil.

Ich weiß genau, dass es da ist.

Aber ich entscheide, wo es liegt und welchen Platz es noch in meinem Leben bekommt.

Auch hier arbeite ich nicht wahllos.

Nicht jede unangenehme Erinnerung gehört in eine verschlossene Kiste.

Nicht jedes Problem wird dadurch gelöst, dass ich es symbolisch wegsperre.

Aber wenn etwas abgeschlossen ist und keinen täglichen Raum mehr erhalten soll, kann eine bewusste Verwahrung genau der richtige Schritt sein.

Bindung, Versiegelung und Verwahrung haben deshalb für mich eines gemeinsam:

Ich überlasse nicht alles sich selbst.

Ich setze eine Grenze.

Ich bestimme einen Ort.

Ich schließe eine Arbeit ab.

Und wenn etwas dort bleiben soll, dann bleibt es dort, bis ich selbst entscheide, diese Arbeit wieder zu öffnen.

Die sieben Knoten der gebundenen Handlung

Dieses Ritual nehme ich, wenn eine bestimmte Handlung, Einwirkung oder wiederkehrende Grenzüberschreitung gebunden werden soll.

Ich binde dabei nicht automatisch den ganzen Menschen.

Ich benenne, was ich festsetze.

Zum Beispiel:

die Einmischung,
die Verleumdung,
das ständige Kontaktieren,
das Ausspionieren,
die Manipulation,
die magische Einwirkung
oder eine andere klar bezeichnete Handlung.

Die Bindung sagt:

Du kannst existieren.
Aber diese Handlung erhält an mir keinen freien Lauf mehr.

Zeit:
Nach Sonnenuntergang.

Für eine starke, länger bestehende Bindung nehme ich eine Nacht, in der ich danach Ruhe habe und das gebundene Werk unmittelbar versiegeln kann.

Mondphase:
Abnehmender Mond oder Dunkelmond.

Wenn die Bindung unmittelbar notwendig ist, wird sie dann gesetzt, wenn sie gebraucht wird.

Du benötigst:

  • eine schwarze Kerze
  • einen festen schwarzen Baumwollfaden
  • sieben kleine Stoffstücke oder sieben kleine Papierquadrate
  • einen persönlichen Bezug zur betreffenden Person, wenn eine konkrete Person gemeint ist, beispielsweise Name, Foto, Handschrift oder Haar
  • Majoran
  • Hauswurz
  • Lärchennadeln
  • Knoblauchschale
  • Weißdorn
  • Thymian
  • Brennnessel
  • einen schwarzen Stift
  • ein kleines dunkles Tuch
  • schwarzes Wachs oder schwarzen Siegellack
  • einen kleinen Eisenring oder einen alten eisernen Schlüssel
  • eine stabile verschließbare Schachtel oder Dose

Die Pflanzen werden bei dieser Arbeit nicht eingenommen und nicht gemeinsam verräuchert.

Durchführung:

Lege das dunkle Tuch vor dich.

Stelle die schwarze Kerze dahinter und entzünde sie.

Lege den persönlichen Bezug vor dich.

Wenn du nur einen Namen verwendest, schreibe ihn vollständig auf ein Stück Papier.

Darunter schreibst du nicht einfach „Ich binde dich.“

Schreibe genau:

„Ich binde deine Handlung: …“

Dann benennst du sie.

Zum Beispiel:

„Ich binde deine Einmischung in mein Leben.“

Oder:

„Ich binde deine Versuche, mich zu verleumden.“

Oder:

„Ich binde jede gegen mich gerichtete magische Einwirkung, die von dir ausgeht.“

Lies den Satz laut.

Sprich danach:

**„Ich weiß, was ich binde.

Ich verstecke meine Absicht nicht hinter unklaren Worten.

Nicht dein ganzes Leben.

Nicht jeden deiner Wege.

Diese Handlung.

Diese Einwirkung.

Diesen Zugriff.“**

Jetzt legst du die sieben Pflanzen in einer Reihe vor dich.

Erster Knoten – Majoran

Lege etwas Majoran auf das erste Stoffstück.

Sprich:

**„Majoran,

nimm auf, was gebunden werden soll.

Was frei gegen mich wirkte,

wird jetzt festgesetzt.“**

Falte das Stoffstück zusammen.

Lege es neben den persönlichen Bezug.

Zweiter Knoten – Hauswurz

Sprich:

**„Hauswurz,

bring zum Stillstand,

was sich immer wieder gegen meine Grenze bewegt.“**

Falte auch dieses Päckchen.

Dritter Knoten – Lärche

Sprich:

**„Lärche,

stelle die Mauer.

Zwischen dieser Handlung

und meinem Leben

steht eine feste Grenze.“**

Vierter Knoten – Knoblauch

Sprich:

**„Knoblauch,

isoliere den Zugriff.

Was gegen mich wirken will,

bleibt von meinem Raum getrennt.“**

Fünfter Knoten – Weißdorn

Sprich:

**„Weißdorn,

halte die Grenze.

Was sie überschreiten will,

findet keinen offenen Durchgang.“**

Sechster Knoten – Brennnessel

Sprich:

**„Brennnessel,

stelle dich gegen jeden erneuten Versuch.

Was die Bindung prüfen will,

findet Widerstand.“**

Siebter Knoten – Thymian

Sprich:

**„Thymian,

setze den Abschluss.

Was ich heute binde,

wird nicht halb gebunden zurückgelassen.“**

Jetzt liegen sieben kleine Pflanzenpäckchen vor dir.

Lege den persönlichen Bezug in ihre Mitte.

Nimm den schwarzen Faden.

Führe ihn zunächst einmal locker um alles herum.

Sprich:

„Noch ist der Weg offen.“

Ziehe ihn enger.

„Jetzt beginnt die Bindung.“

Nimm das erste Kräuterpäckchen und setze es an den Faden.

Setze den ersten Knoten.

Sprich:

„Deine Handlung wird erkannt.“

Zweiter Knoten:

„Deine Handlung wird begrenzt.“

Dritter:

„Deine Handlung wird aufgehalten.“

Vierter:

„Deine Handlung verliert ihren Zugriff.“

Fünfter:

„Deine Handlung überschreitet meine Grenze nicht.“

Sechster:

„Deine Handlung findet keinen neuen Weg zu mir.“

Siebter:

„Deine Handlung ist gebunden.“

Ziehe jeden Knoten fest.

Nicht hastig.

Jeder Knoten ist eine Entscheidung.

Nimm anschließend den Eisenring oder Schlüssel.

Führe den restlichen Faden einmal hindurch.

Sprich:

**„Eisen hält,

was meine Worte gesetzt haben.“**

Wickle den verbleibenden Faden siebenmal um den Eisenring.

Sprich bei jeder Runde:

„Gebunden.“

Beim siebten Mal:

„Gebunden und gehalten.“

Lege nun den persönlichen Bezug, die sieben Kräuterpäckchen und den Eisenring zusammen.

Sprich:

**„[Name],

ich binde nicht deinen Atem.

Ich binde nicht dein Leben.

Ich binde nicht jeden deiner Wege.

Ich binde, was du gegen mich richtest.

Deine Einmischung verliert ihre Freiheit.

Dein Zugriff verliert seinen Weg.

Deine Handlung verliert ihre Bewegung.

Wo du erneut ansetzt,

zieht sich dieser Knoten fester.

Wo du meine Grenze respektierst,

liegt die Bindung still.

Wo du sie erneut überschreiten willst,

steht sie wieder auf.

Sieben Kräuter.

Sieben Knoten.

Eine gesetzte Grenze.

Was gebunden wurde,

bleibt gebunden,

bis ich selbst diese Arbeit löse.

Sic fiat.“**

Lege alles in die Schachtel.

Schließe sie.

Lass schwarzes Wachs über die Verschlusskante tropfen.

Setze darauf sieben kleine Wachspunkte.

Bei jedem sprichst du:

„Versiegelt.“

Die geschlossene Bindung kommt an einen festen Ort.

Sie wird nicht ständig geöffnet.

Beachte:
Innerhalb der magischen Arbeit kann sich eine Bindung darin zeigen, dass die bezeichnete Handlung ins Stocken gerät: Kontaktversuche brechen ab, Pläne verlaufen im Sand, Einflussmöglichkeiten verschwinden, Aussagen erreichen ihr Ziel nicht oder eine Person findet immer weniger Möglichkeiten, genau die gebundene Handlung gegen dich auszuführen.

Eine Bindung ist keine Trennung. Die Person kann weiterhin existieren, sprechen, handeln und ihren eigenen Weg gehen. Gebunden wurde die bezeichnete Handlung.

Wenn du die Bindung später lösen willst, öffnest du die Schachtel bewusst, brichst das Wachs, löst oder durchschneidest alle sieben Knoten und erklärst die Arbeit ausdrücklich für beendet.

Tipp von mir:
Je genauer ich eine Bindung formuliere, desto besser.

„Ich binde dich“ ist mir zu ungenau.

„Ich binde deine wiederholten Versuche, mich gegen meinen Willen zu kontaktieren“ sagt dagegen exakt, was stillstehen soll.

Das schwarze Archiv – Verwahrung unter sieben Siegeln

Nicht jede schwarze Arbeit soll etwas vertreiben.

Manches soll verwahrt werden.

Ein Name.

Ein Gegenstand aus einer abgeschlossenen Ritualarbeit.

Eine Erinnerung.

Ein Brief.

Ein Symbol.

Eine frühere Verbindung.

Ein Stück eines vergangenen Lebens.

Etwas, das nicht mehr offen auf meinem Altar liegen soll, das ich aber auch nicht vernichten möchte.

Dann gebe ich ihm einen festen Ort.

Dieses Ritual sagt:

**Du existierst.

Aber du liegst jetzt dort, wo ich dich hingelegt habe.

Du wanderst nicht mehr frei durch meinen gegenwärtigen Raum.**

Zeit:
Nach Sonnenuntergang.

Mondphase:
Immer durchführbar.

Für eine besonders endgültige Verwahrung nehme ich den Dunkelmond.

Du benötigst:

  • eine stabile Holzkiste oder Metallbox mit Deckel
  • ein schwarzes Tuch
  • eine schwarze Kerze
  • den Gegenstand, Namen, Brief oder das Symbol, das verwahrt werden soll
  • Thymian
  • Lärchennadeln
  • Hauswurz
  • Knoblauchschale
  • Rosmarin
  • Wacholder
  • Wermut
  • etwas Asche
  • schwarzen Baumwollfaden
  • schwarzes Wachs oder Siegellack
  • einen alten Schlüssel
  • sieben kleine Papierstreifen
  • einen schwarzen Stift
  • einen naturbelassenen dunklen Stein

Durchführung:

Stelle die leere Kiste vor dich.

Lege das schwarze Tuch daneben.

Die schwarze Kerze steht hinter der Kiste.

Entzünde sie.

Lege den zu verwahrenden Gegenstand zunächst noch außerhalb der Kiste auf das Tuch.

Betrachte ihn.

Sprich:

**„Ich vernichte dich nicht.

Ich leugne dich nicht.

Aber ich bestimme heute deinen Platz.“**

Schreibe auf den ersten Papierstreifen:

„Was hier verwahrt wird:“

Danach benennst du es genau.

Auf den zweiten:

„Warum es verwahrt wird:“

Auf den dritten:

„Was davon nicht mehr in meinen Alltag gehört:“

Auf den vierten:

„Was davon bestehen bleiben darf:“

Auf den fünften:

„Welche Grenze ab heute gilt:“

Auf den sechsten:

„Unter welcher Bedingung dieses Archiv wieder geöffnet werden darf:“

Auf den siebten:

„Wer darüber entscheidet:“

Auf den letzten schreibst du:

„Ich.“

Lies alle sieben Streifen laut.

Lege sie übereinander.

Wickle sie mit schwarzem Faden zusammen.

Setze einen Knoten.

Sprich:

„Die Bedingungen sind festgelegt.“

Jetzt bereitest du die Kiste vor.

Streue eine dünne Schicht Asche auf den Boden.

Sprich:

„Hier liegt, was keinen offenen Platz mehr besitzt.“

Lege darauf etwas Thymian.

„Abschluss.“

Danach Wermut.

„Trennung vom gegenwärtigen Weg.“

Dann Lärche.

„Mauer.“

Dann Hauswurz.

„Stillstand.“

Dann Knoblauchschale.

„Isolation.“

Dann Rosmarin.

„Erinnerung ohne Herrschaft.“

Zuletzt Wacholder.

„Kein fremder Rest verlässt diese Verwahrung in meinen Raum.“

Lege den zu verwahrenden Gegenstand auf diese Schicht.

Darauf kommen die sieben beschriebenen Papierstreifen.

Sprich:

„Du hast jetzt einen Ort.“

Lege den dunklen Stein darauf.

Sprich:

„Und dieser Ort trägt Gewicht.“

Schließe den Deckel zunächst nur locker.

Lege beide Hände darauf.

Sprich:

**„Was in diesem Archiv liegt,

liegt nicht vergessen.

Es liegt verwahrt.

Es erhält keinen freien Platz mehr in meinem Alltag.

Es erhält keinen freien Platz mehr auf meinem Altar.

Es erhält keinen freien Platz mehr in meiner gegenwärtigen Arbeit.

Ich entscheide,

wann ich erinnere.

Ich entscheide,

wann ich öffne.

Ich entscheide,

ob ich überhaupt wieder öffne.“**

Schließe jetzt den Deckel vollständig.

Nimm den schwarzen Faden.

Wickle ihn siebenmal um die Kiste.

Nach jeder Runde setzt du einen Knoten.

Erster Knoten:

„Innen bleibt innen.“

Zweiter:

„Außen bleibt außen.“

Dritter:

„Vergangenheit bleibt Vergangenheit.“

Vierter:

„Erinnerung bleibt Erinnerung.“

Fünfter:

„Was schweigt, wird nicht gerufen.“

Sechster:

„Was ruht, wird nicht geweckt.“

Siebter:

„Was verwahrt ist, bleibt verwahrt.“

Jetzt kommt das Wachs.

Versiegle den Deckel an sieben Punkten.

Beim ersten:

„Erstes Siegel – Ort.“

Beim zweiten:

„Zweites Siegel – Grenze.“

Beim dritten:

„Drittes Siegel – Schweigen.“

Beim vierten:

„Viertes Siegel – Ruhe.“

Beim fünften:

„Fünftes Siegel – Erinnerung.“

Beim sechsten:

„Sechstes Siegel – Entscheidung.“

Beim siebten:

„Siebtes Siegel – mein Wille.“

Nimm nun den alten Schlüssel.

Halte ihn über die verschlossene Kiste.

Sprich:

**„Dieser Schlüssel öffnet dieses Schloss nicht mit Metall.

Er trägt nur die Erinnerung:

Öffnen geschieht durch Entscheidung.

Nicht durch Neugier.

Nicht durch Schwäche.

Nicht durch einen schlechten Abend.

Durch meine bewusste Entscheidung.“**

Lege den Schlüssel nicht in die Kiste.

Bewahre ihn getrennt davon auf.

Lege beide Hände auf die versiegelte Kiste.

Sprich:

**„Unter sieben Kräutern.

Unter sieben Knoten.

Unter sieben Siegeln.

Was ich verwahrt habe,

liegt an seinem Ort.

Es ruft mich nicht.

Es verfolgt mich nicht.

Es fordert keinen Platz in meinem Heute.

Ich weiß, dass es existiert.

Das genügt.

Ich muss es nicht täglich tragen,

nur weil es einmal zu meinem Leben gehörte.

Hier ist dein Ort.

Hier bleibst du.

Bis ich selbst anders entscheide.

Sic fiat.“**

Stelle das schwarze Archiv an einen festen Ort außerhalb deines täglichen Ritualplatzes.

Beachte:
Eine Verwahrung kann sich zunächst anders anfühlen als Loslassen. Das Verwahrte ist nicht zerstört. Gerade deshalb kann in den ersten Tagen der Impuls entstehen, die Kiste wieder zu öffnen, nachzusehen oder noch etwas hinzuzufügen.

Für mich gehört genau dieser Impuls zur gesetzten Grenze.

Ich öffne nicht jedes Siegel wieder, nur weil die Erinnerung plötzlich laut wird.

Eine Verwahrung sollte allerdings nicht benutzt werden, um reale Angelegenheiten zu ignorieren, die noch geregelt werden müssen. Was praktisch erledigt werden muss, wird praktisch erledigt.

Tipp von mir:
Der Schlüssel bleibt getrennt von der Kiste.

Das ist für mich wichtig.

Das Archiv trägt das Verwahrte.

Der Schlüssel trägt meine Entscheidungsgewalt darüber.

Beides gehört nicht an denselben Ort.

Fluch der gebundenen Hand

Dies ist ein Bindungsfluch.

Und innerhalb dieses Bereiches ist es die stärkste Arbeit.

Ich nehme ihn gegen einen Menschen, der bewusst und wiederholt gegen mich handelt, obwohl meine Grenze bekannt ist.

Nicht wegen eines einzigen unbedachten Satzes.

Nicht weil jemand mich nicht mag.

Sondern wenn tatsächlich immer wieder gehandelt wird:

gegen meinen Ruf,
gegen meinen Besitz,
gegen meinen Weg,
gegen meine Arbeit,
gegen meine Familie,
gegen meine gesetzten Grenzen
oder magisch gegen mich.

Dann richte ich den Fluch nicht darauf, den ganzen Menschen zu zerstören.

Ich binde die Hand, die gegen mich handelt, den Weg, über den sie mich erreicht, und den Willen, der diese Handlung immer wieder neu gegen mich richtet.

Solange die Person mich in Ruhe lässt, liegt die Bindung still.

Sobald sie erneut gegen mich handelt, zieht sie sich fest.

Zeit:
Nach Mitternacht.

Ich führe diese Arbeit nur dann durch, wenn danach vollständige Ruhe möglich ist.

Mondphase:
Dunkelmond.

Wenn eine konkrete wiederholte Schädigung unmittelbar gestoppt werden muss, wird nicht auf die Mondphase gewartet.

Du benötigst:

  • eine große schwarze Kerze
  • eine kleine Hand aus lufttrocknendem Ton
  • einen Ritzstift
  • einen persönlichen Bezug zur betreffenden Person: vollständiger Name, Foto, Handschrift oder Haar
  • sieben lange schwarze Fäden
  • Majoran
  • Hauswurz
  • Lärchennadeln
  • Knoblauchschale
  • Wegwarte
  • Brennnessel
  • Thymian
  • etwas Asche
  • einen Eisennagel
  • einen Eisenring oder alten Schlüssel
  • schwarzes Wachs oder Siegellack
  • einige Tropfen eigenes Blut
    ersatzweise sehr dunklen Rotwein
  • ein dunkles Tuch
  • eine schwere schwarze Schachtel oder Dose

Vorbereitung:

Forme aus Ton eine kleine Hand.

Sie muss anatomisch nicht vollkommen sein.

Eine Handfläche.

Fünf Finger.

Ein Handgelenk.

Mehr brauche ich nicht.

Lass sie vollständig aushärten.

Durchführung:

Lege das dunkle Tuch vor dich.

Stelle die schwarze Kerze dahinter.

Die Tonhand liegt mit der Handfläche nach oben vor dir.

Entzünde die Kerze.

Ritze den vollständigen Namen der betreffenden Person in die Handfläche.

Darunter ritzt du:

„Was du gegen mich tust.“

Lege den persönlichen Bezug auf die Handfläche.

Wenn du ein Papier mit Namen verwendest, falte es klein genug, dass es auf die Hand passt.

Nimm nun einen Tropfen deines eigenen Blutes.

Gib ihn nicht auf den Namen der anderen Person.

Setze ihn auf das dunkle Tuch unmittelbar vor der Tonhand.

Ersatzweise verwendest du dunklen Rotwein.

Sprich:

**„Hier beginnt meine Grenze.

Mein Blut bezeichnet mich.

Es verbindet mich nicht mit dir.

Es zeigt nur,

wo dein Zugriff endet.“**

Jetzt setzt du die sieben Pflanzen um die Hand.

Majoran an das Handgelenk.

Sprich:

**„Was gegen mich handelt,

wird gebunden.“**

Hauswurz an die Finger.

**„Was nach mir greift,

kommt zum Stillstand.“**

Lärche oberhalb der Fingerspitzen.

**„Was mich erreichen will,

trifft auf eine Mauer.“**

Knoblauchschale links neben die Hand.

**„Was sich an mich heften will,

bleibt isoliert.“**

Wegwarte rechts.

**„Auf jedem Weg gegen mich

stehen Hindernisse.“**

Brennnessel unterhalb des Handgelenks.

**„Jeder erneute Angriff

findet Widerstand.“**

Thymian über der Handfläche.

**„Was gegen mich begonnen wird,

findet hier seinen Abschluss.“**

Jetzt kommen die sieben schwarzen Fäden.

Erster Faden – das Handgelenk

Wickle den ersten Faden siebenmal um das Handgelenk der Tonhand.

Setze einen Knoten.

Sprich:

„Ich binde die Handlung.“

Zweiter Faden – Daumen

Wickle den zweiten um den Daumen.

„Ich binde den Griff.“

Dritter Faden – Zeigefinger

**„Ich binde die Richtung,

in die du gegen mich weist.“**

Vierter Faden – Mittelfinger

**„Ich binde die Kraft,

mit der du gegen mich handelst.“**

Fünfter Faden – Ringfinger

**„Ich binde die Verbindung,

über die du mich erreichen willst.“**

Sechster Faden – kleiner Finger

**„Ich binde den verborgenen Weg,

den du für deine Handlung suchst.“**

Siebter Faden – über die gesamte Hand

Wickle den letzten Faden von den Fingerspitzen bis zum Handgelenk um die gesamte Tonhand.

Ziehe ihn fest.

Sprich:

**„Und ich binde die ganze Handlung zusammen,

damit kein Teil von ihr frei bleibt.“**

Setze sieben Knoten in diesen letzten Faden.

Erster Knoten:

„Deine Hand gegen mich wird gebunden.“

Zweiter:

„Dein Zugriff gegen mich wird gebunden.“

Dritter:

„Dein Weg gegen mich wird gebunden.“

Vierter:

„Dein Wort gegen mich wird gebunden.“

Fünfter:

„Deine Einmischung wird gebunden.“

Sechster:

„Deine gegen mich gerichtete Magie wird gebunden.“

Siebter:

**„Was du bewusst gegen mich richtest,

bleibt gebunden.“**

Nimm nun den Eisennagel.

Lege ihn quer über die gebundene Hand.

Nicht hineinstechen.

Sprich:

**„Eisen liegt über deiner Handlung.

Nicht über deinem Leben.

Über dem, was du gegen mich tust.“**

Lege den Eisenring um das Handgelenk oder unmittelbar daneben.

Sprich:

**„Was gebunden ist,

erhält einen festen Kreis.“**

Jetzt streust du die sieben Kräuter über die gebundene Hand.

Nacheinander:

„Majoran – Bindung.“

„Hauswurz – Stillstand.“

„Lärche – Mauer.“

„Knoblauch – Isolation.“

„Wegwarte – Hindernis.“

„Brennnessel – Widerstand.“

„Thymian – Abschluss.“

Darüber kommt eine dünne Schicht Asche.

Sprich:

**„Unter Asche liegt,

was keinen freien Weg mehr besitzt.“**

Jetzt sprichst du den Fluch.

Den Namen zuerst.

Dann:

**„[Name],

ich kenne deine Handlung.

Ich kenne deinen Zugriff.

Ich kenne den Weg,

über den du immer wieder gegen mich gehst.

Heute endet deine Freiheit darin.

Solange deine Hand sich nicht gegen mich erhebt,

liegt diese Bindung still.

Solange dein Wort mich nicht verletzen soll,

liegt diese Bindung still.

Solange dein Weg meinen nicht angreift,

liegt diese Bindung still.

Aber sobald du erneut gegen mich handelst,

ziehen sich diese Knoten fest.

Dann soll deine Hand ihren Zugriff verlieren.

Dein Vorhaben soll ins Stocken geraten.

Dein Weg soll sich vor dir schließen.

Menschen, die du gegen mich benutzen willst,

sollen sich deinem Vorhaben entziehen.

Worte, die du gegen mich sendest,

sollen ihren Einfluss verlieren.

Pläne, die meinen Schaden tragen,

sollen auseinanderbrechen.

Möglichkeiten, über die du mich erreichen willst,

sollen verschwinden.

Türen sollen sich schließen,

bevor du hindurchkommst.

Wege sollen enden,

bevor sie mich erreichen.

Deine eigene Entscheidung,

mich in Ruhe zu lassen,

ist der einzige Weg,

auf dem diese Bindung locker liegt.

Ich nehme dir nicht dein Leben.

Ich nehme dir nicht deinen freien Weg durch die Welt.

Aber deinen freien Weg gegen mich

nehme ich dir.

Meine Grenze ist nicht dein Übungsplatz.

Mein Leben ist nicht dein Besitz.

Meine Arbeit ist nicht dein Ziel.

Meine Familie ist nicht dein Zugriff.

Mein Name steht nicht zu deiner Verfügung.

Wo du gegen mich greifst,

ist deine Hand gebunden.

Wo du gegen mich gehst,

ist dein Weg versiegelt.

Wo du gegen mich wirkst,

endet deine Handlung.

Sieben Fäden.

Sieben Kräuter.

Sieben Knoten.

Eisen darüber.

Asche darunter.

Mein Wille davor.

Hier endet dein Zugriff.

Sic fiat.“**

Lege die Tonhand jetzt in die schwarze Schachtel.

Lege Eisennagel und Ring darüber.

Gib die restlichen Kräuter dazu.

Schließe den Deckel.

Versiegle ihn vollständig mit schwarzem Wachs.

Setze sieben Siegelpunkte um die Verschlusskante.

Bei jedem sprich:

„Gebunden.“

Beim siebten:

„Gebunden und versiegelt.“

Halte die geschlossene Schachtel zwischen beiden Händen.

Sprich:

**„Du bleibst nicht in meinen Gedanken.

Du bleibst hier.

Deine gegen mich gerichtete Handlung liegt gebunden an diesem Ort.

Ich muss sie nicht beobachten.

Ich muss sie nicht täglich erneuern.

Ich habe gesetzt,

was ich setzen wollte.

Sic fiat.“**

Die Schachtel erhält einen festen Platz außerhalb deines gewöhnlichen Ritualbereiches.

Sie wird nicht geöffnet, solange der Fluch bestehen soll.

Beachte:
Innerhalb der magischen Arbeit kann sich dieser Fluch darin zeigen, dass gerade die gegen dich gerichteten Vorhaben zunehmend scheitern: Pläne kommen nicht zustande, Mitstreiter springen ab, Kontaktwege verschwinden, Aussagen verlieren Einfluss, Zugänge schließen sich oder die betreffende Person findet immer weniger Möglichkeiten, die gebundene Handlung tatsächlich auszuführen.

Das ist eine Bindung, keine Rückführung. Ich warte hier nicht darauf, dass etwas zurückkommt. Ich will, dass es gar nicht erst weiter ausgeführt werden kann.

Wenn die betreffende Person ihr Verhalten dauerhaft beendet und du die Bindung irgendwann lösen möchtest, brichst du die sieben Wachssiegel, öffnest die Schachtel und löst die Arbeit bewusst rückwärts: erst Eisen entfernen, dann sieben Hauptknoten, anschließend die einzelnen Fingerbindungen. Danach erklärst du die Bindung ausdrücklich für beendet.

Bei realen Straftaten, Bedrohungen oder Stalking ersetzt auch eine starke Bindungsarbeit keine praktischen Schutzmaßnahmen.

Tipp von mir:
Bei diesem Fluch binde ich die Hand nicht und verbringe danach jeden Tag damit, auf die Person zu schauen.

Eine starke Bindung braucht kein Publikum.

Wenn ich die Hand gebunden und versiegelt habe, lasse ich sie dort liegen.

Ich habe bereits entschieden, wo der Zugriff endet.

Verantwortung in der schwarzen Magie

Vieles von dem, was ich auf der Seite Weiße Magie über Verantwortung, Absicht und bewusstes Arbeiten beschrieben habe, gilt für mich genauso hier.

Bei schwarzer Magie kommt jedoch etwas Entscheidendes hinzu:

Ich muss bereit sein, die Konsequenz meiner eigenen Entscheidung zu tragen.

Wenn ich banne, trenne, zurückführe, binde oder verfluche, bestimme ich vorher genau, was meine Arbeit tun soll, wo ihre Grenze liegt und wann sie beendet ist.

Schwarze Magie verlangt für mich keine Rechtfertigung.

Aber sie verlangt Klarheit.

Was ich setze, setze ich bewusst.

Mein Weg mit der schwarzen Magie

Auch hier gilt vieles von dem, was ich bereits unter Weiße Magie über meinen Weg beschrieben habe:

Magie entsteht für mich aus Absicht, Energie und Handeln.

Schwarze Magie ist für mich nicht das Gegenteil davon und auch nicht automatisch „böse“.

Sie hat eine andere Aufgabe.

Die schwarze Kraft nimmt auf, hütet, beendet und verwandelt.

Mit ihr schütze ich nicht nur – ich wehre ab.

Ich reinige nicht nur – ich banne.

Ich lasse nicht nur los – ich trenne.

Ich führe zurück, binde, versiegle, verwahre und setze einen Fluch, wenn genau diese Arbeit notwendig ist.

Ich arbeite nicht gegen die Dunkelheit.

Ich arbeite mit ihrer Aufgabe.

Sic fiat.

Wenn du Fragen hast

Nicht immer ist sofort klar, welches Ritual zu einer Situation passt oder wie eine bestimmte Arbeit durchgeführt werden soll.

Wenn du dich noch nicht auskennst, bei einem Ritual nicht weiterweißt oder unsicher bist, ob Schutz, Bannung, Trennung, Rückführung, Bindung oder eine andere Arbeit für dein Anliegen richtig ist, zögere nicht und frag mich.

Du musst nicht alles wissen, um eine Frage stellen zu dürfen.

Ich helfe dir dabei, die passende Richtung für deine Arbeit zu finden.

Wenn du ein Ritual nicht selbst durchführen möchtest, kann ich die magische Arbeit auch für dich übernehmen. Ebenso erstelle ich individuelle Rituale, die auf deine persönliche Situation, dein Anliegen und das gewünschte Ziel abgestimmt sind.

Denn nicht jedes Anliegen passt in ein bereits bestehendes Ritual.

Manchmal braucht es eine Arbeit, die genau für diese eine Situation geschaffen wird.