
Was rote Magie für mich bedeutet
Wie ich bereits bei der weißen und schwarzen Magie beschrieben habe, teile ich Magie nicht einfach in „gut“ und „böse“ ein.
Auch die rote Magie hat ihre eigene Aufgabe.
Für mich arbeitet sie mit dem, was verbindet, begehrt, anzieht, entfacht und mit Lebenskraft erfüllt ist.
Rot ist die Farbe des Blutes, der Leidenschaft, der Sexualität, der Begierde, der Liebe und der starken emotionalen Verbindung zwischen Menschen.
Rote Magie ist deshalb für mich weit mehr als ein einfacher Liebeszauber.
Mit ihr kann Liebe entstehen oder verstärkt werden.
Leidenschaft kann neu entfacht werden.
Menschen können einander nähergebracht und Verbindungen gefestigt werden.
Aber dieselbe Kraft kann auch in die andere Richtung geführt werden.
Liebe kann erkalten.
Begehren kann verschwinden.
Nähe kann zu Distanz werden.
Menschen können entzweit und bestehende Verbindungen zerstört werden.
Die rote Kraft verbindet – aber sie kann Verbindungen ebenso auseinanderreißen.
Genau deshalb arbeite ich mit ihr sehr bewusst.
Was auch bei roter Magie für meine Ritualarbeit gilt
Die allgemeinen Grundlagen meiner Ritualarbeit habe ich bereits auf der Seite Weiße Magie ausführlich beschrieben.
Klare Absicht, Vorbereitung, der bewusste Einsatz meiner Werkzeuge, gesprochene Worte, der Beginn und Abschluss einer Arbeit sowie mein Sic fiat gelten genauso für die rote Magie.
Diese Grundlagen wiederhole ich hier nicht noch einmal.
Bei roter Magie muss jedoch besonders klar sein, welche Verbindung verändert werden soll und in welche Richtung die Arbeit gehen soll.
Liebe ist nicht automatisch Partnerschaft.
Nähe ist nicht dasselbe wie Begehren.
Begehren ist nicht dasselbe wie Bindung.
Und Bindung ist etwas vollkommen anderes als eine vorübergehende Anziehung.
Je genauer die Absicht gesetzt wird, desto genauer ist auch die Arbeit.
Bevor du einen Menschen an dich binden möchtest
Wenn mich jemand nach einer magischen Bindung fragt, sage ich eines sehr deutlich:
Überlege dir das gut.
Eine starke Bindung betrifft nicht nur den Menschen, der gebunden werden soll.
Sie bindet in der Regel beide Seiten.
Wer einen Menschen an sich bindet, bindet damit auch sich selbst an diese Verbindung.
Und genau das wird häufig vergessen.
Vielleicht möchtest du diesen Menschen heute unbedingt bei dir haben.
Aber Menschen verändern sich.
Gefühle verändern sich.
Situationen verändern sich.
Und du weißt heute nicht, was in einigen Jahren zwischen euch geschehen wird.
Deshalb frage dich nicht nur:
Möchte ich, dass dieser Mensch an mich gebunden ist?
Frag dich auch:
Möchte ich selbst an diesen Menschen gebunden bleiben – egal, was später passiert, wie er sich verändert oder was er tut?
Oder möchtest du frei bleiben und aus einer zukünftigen Situation heraus selbst entscheiden können, ob du diese Verbindung noch möchtest?
Gebunden ist meistens gebunden.
Eine Bindung lässt sich wieder lösen. Aber eine wirklich gesetzte Bindung rückgängig zu machen, ist eine eigene magische Arbeit und nicht immer leicht.
Wenn du dir darüber nicht sicher bist, überlege sehr genau, ob eine Bindung wirklich das ist, was du möchtest.
Liebe entfachen / bekommen
Wenn ich hier von Liebe spreche, meine ich nicht nur Partnerschaft oder romantische Liebe.
Und es muss auch nicht immer um eine Verbindung gehen, an der du selbst beteiligt bist.
Rote Magie kann auf die Verbindung zwischen dir und einem anderen Menschen gerichtet werden – oder auf die Verbindung zwischen zwei anderen Menschen.
Liebe, Nähe und emotionale Verbundenheit bestehen zwischen Partnern, Freunden, Eltern und Kindern, Geschwistern, Familienmitgliedern und vielen anderen Menschen.
Je nach Ritual kann es darum gehen, Aufmerksamkeit zu wecken, Anziehung entstehen zu lassen, Gefühle zu entfachen, eine vorhandene Liebe zu stärken, Nähe zurückzubringen, Versöhnung zu fördern, Leidenschaft zu wecken, Treue zu festigen oder eine Verbindung zu binden.
Dabei entscheidet immer die Art der Verbindung, welches Ritual überhaupt dazugehört.
Ein Ritual für sexuelles Begehren gehört selbstverständlich nicht in eine familiäre Beziehung.
Ein Ritual für Nähe, Versöhnung oder emotionale Verbindung kann dagegen genauso zwischen Freunden, Geschwistern, Mutter und Tochter oder anderen nahestehenden Menschen eingesetzt werden.
Nicht das Wort Liebe bestimmt die Arbeit. Die tatsächliche Verbindung zwischen den Menschen tut es.
Der rote Spiegel der Ausstrahlung
Dieses Ritual nehme ich, wenn die eigene Anziehung, Präsenz und Ausstrahlung verstärkt werden soll.
Es richtet sich nicht auf einen bestimmten Menschen.
Niemand wird hier gebunden.
Die Arbeit wird auf die Person selbst gesetzt, damit sie stärker wahrgenommen wird, ihre rote Kraft deutlicher nach außen trägt und Aufmerksamkeit leichter auf sie fällt.
Gerade deshalb eignet sich dieses Ritual für Begegnungen, Dating, Veranstaltungen, einen besonderen Abend oder Zeiten, in denen die eigene sinnliche und persönliche Ausstrahlung bewusst gestärkt werden soll.
Zeit:
Am Abend, bevor die verstärkte Ausstrahlung gebraucht wird.
Für eine länger aufgebaute Arbeit kann das Ritual an drei aufeinanderfolgenden Abenden wiederholt werden.
Mondphase:
Zunehmender Mond.
Wenn die Arbeit für einen konkreten Anlass gebraucht wird, führe ich sie zu diesem Anlass durch und warte nicht auf eine bestimmte Mondphase.
Du benötigst:
- einen kleinen Spiegel, den du ausschließlich für diese Arbeit verwenden kannst
- eine rote Kerze
- getrocknete Rosenblüten
- etwas Liebstöckel
- etwas Basilikum
- etwas Wegwarte
- einen roten Baumwollfaden
- ein kleines Stück rotes Papier
- einen Stift
- dein Parfüm oder einen Duft, den du selbst gern trägst
- eine kleine Schale
- einen kleinen roten oder naturbelassenen Stein
- einige Tropfen dunklen Rotwein
- optional einen Tropfen eigenes Blut anstelle des Rotweins
Durchführung:
Lege den Spiegel vor dich.
Die spiegelnde Seite zeigt zunächst nach unten.
Stelle die rote Kerze dahinter.
Links vom Spiegel liegen die vier Pflanzen.
Rechts liegen roter Faden, Papier und Stein.
Entzünde die rote Kerze.
Sprich:
**„Rote Kraft,
ich rufe dich nicht zu einem anderen Menschen.
Ich rufe dich zu mir.“**
Nimm das rote Papier.
Schreibe deinen vollständigen Namen darauf.
Darunter schreibst du drei Eigenschaften, mit denen du wahrgenommen werden möchtest.
Zum Beispiel:
anziehend
selbstbewusst
begehrenswert
Oder:
offen
lebendig
unübersehbar
Nimm nur Worte, die tatsächlich zu dem passen, was du ausstrahlen möchtest.
Lege den Zettel unter den noch umgedrehten Spiegel.
Sprich:
**„Mein Name trägt diese Arbeit.
Nicht der Name eines anderen.
Was heute verstärkt wird,
geht von mir aus.“**
Jetzt beginnt die Kräuterarbeit.
Die Rose – das Herz der Ausstrahlung
Nimm einige Rosenblüten.
Lege sie oberhalb des Spiegels ab.
Sprich:
**„Rose,
trage die Kraft des Herzens in meine Ausstrahlung.
Lass Wärme sichtbar werden,
wo ich Wärme trage.
Lass meine Gegenwart nicht leer bleiben.“**
Liebstöckel – Anziehung und Begehren
Nimm etwas Liebstöckel.
Lege es rechts neben den Spiegel.
Sprich:
**„Liebstöckel,
wecke die rote Kraft meiner Anziehung.
Was an mir begehrenswert ist,
soll nicht verborgen bleiben.
Was ich ausstrahle,
soll wahrgenommen werden.“**
Basilikum – Sympathie und offene Wahrnehmung
Lege etwas Basilikum links neben den Spiegel.
Sprich:
**„Basilikum,
öffne die Wahrnehmung für meine Gegenwart.
Wo ich erscheine,
soll man mich bemerken.
Wo ich spreche,
soll meine Stimme nicht untergehen.
Wo ich begegne,
soll Sympathie ihren Weg finden.“**
Wegwarte – der geöffnete Weg
Lege die Wegwarte unterhalb des Spiegels.
Damit liegen jetzt vier Pflanzen um ihn herum.
Sprich:
**„Wegwarte,
öffne die Wege der Begegnung.
Führe Aufmerksamkeit dorthin,
wo sie mich finden kann.
Öffne den Weg.
Ich werde ihn selbst gehen.“**
Jetzt drehst du den Spiegel langsam um.
Sieh hinein.
Nicht nur kurz.
Betrachte dein Gesicht bewusst.
Schau zuerst in dein linkes Auge.
Dann in dein rechtes.
Dann in dein ganzes Spiegelbild.
Sprich:
**„Das bin ich.
Nicht die Vorstellung eines anderen.
Nicht die Rolle, die jemand von mir erwartet.
Ich.“**
Nimm nun den roten Stein.
Halte ihn vor dein Spiegelbild.
Sprich:
**„Was ich heute erwecke,
bekommt einen Träger.“**
Lege ihn auf den unteren Rand des Spiegels.
Nimm jetzt den roten Faden.
Lege ihn als Kreis um den Spiegel und die vier Kräuter.
Die Enden bleiben zunächst offen.
Sprich:
**„Meine Kraft zerstreut sich nicht.
Sie sammelt sich.“**
Ziehe die Enden zusammen.
Setze einen Knoten.
Sprich:
„Meine Ausstrahlung erhält Form.“
Setze einen zweiten Knoten.
„Meine Gegenwart erhält Gewicht.“
Setze einen dritten.
„Meine rote Kraft wird sichtbar.“
Jetzt nimmst du den Rotwein oder den Tropfen eigenen Blutes.
Gib einen Tropfen auf die Rückseite des roten Namenszettels.
Nicht auf den Spiegel.
Sprich:
**„Was meinen Namen trägt,
erkennt mich.
Was meine Kraft trägt,
gehört zu mir.“**
Schiebe den Zettel wieder vollständig unter den Spiegel.
Nimm jetzt dein Parfüm oder deinen persönlichen Duft.
Sprühe einmal in die Luft vor dir, nicht auf Kräuter oder Kerze.
Führe anschließend beide Hände durch den Duft und halte sie links und rechts neben dein Gesicht.
Sieh weiter in den Spiegel.
Sprich:
**„Mein Duft geht vorüber.
Meine Gegenwart bleibt.“**
Jetzt beginnt der eigentliche Aufbau.
Lege beide Hände links und rechts neben den Spiegel.
Atme tief ein.
Beim Ausatmen stellst du dir nicht vor, dass etwas von außen in dich hineinkommt.
Du lässt die rote Kraft von innen nach außen gehen.
Vom Bauch.
Über die Brust.
Durch Hals und Gesicht.
Bis in die Haut.
Bis in deinen Blick.
Bis in deine Haltung.
Sieh dich dabei weiterhin an.
Sprich:
**„Ich verstecke meine Gegenwart nicht.
Ich verkleinere mich nicht.
Ich ziehe meinen Blick nicht zurück.
Ich trete sichtbar in meinen Raum.“**
Berühre den roten Stein.
Sprich:
„Liebstöckel trägt meine Anziehung.“
Berühre die Rose.
„Rose trägt meine Wärme.“
Berühre Basilikum.
„Basilikum trägt meine Sympathie.“
Berühre die Wegwarte.
„Wegwarte öffnet meine Wege.“
Dann berührst du mit zwei Fingern den Rand des Spiegels.
Sprich:
**„Und der Spiegel zeigt,
was bereits da ist.“**
Jetzt siehst du deinem Spiegelbild direkt in die Augen.
Sprich die Worte langsam und ohne sie herunterzulesen:
**„Sieh mich.
Ich stehe nicht im Schatten meiner eigenen Gegenwart.
Meine rote Kraft lebt.
Mein Blick trägt sie.
Meine Stimme trägt sie.
Meine Haltung trägt sie.
Mein Körper trägt sie.
Wo ich erscheine,
darf ich wahrgenommen werden.
Wo ich begegne,
darf Aufmerksamkeit entstehen.
Wo Anziehung möglich ist,
darf sie erwachen.
Wo Sympathie möglich ist,
darf sie wachsen.
Wo Begehren auf mich antwortet,
darf es mich erkennen.
Ich zwinge meinen Weg nicht zu einem bestimmten Menschen.
Ich öffne meinen Weg für die Menschen,
deren Blick auf mich fällt.
Meine Kraft geht von mir aus.
Meine Ausstrahlung gehört mir.
Ich trete hervor.
Ich werde gesehen.
Ich werde wahrgenommen.
Ich bin gegenwärtig.
Sic fiat.“**
Bleibe noch einen Moment vor dem Spiegel sitzen.
Dann nimm den roten Stein in die Hand.
Halte ihn vor dein Herz.
Sprich:
**„Was ich im Spiegel geweckt habe,
trage ich außerhalb dieses Spiegels weiter.“**
Der Stein kommt anschließend in deine Tasche, an deinen Schmuckplatz oder an einen anderen Ort, an dem du ihn bei dir tragen kannst.
Den Spiegel deckst du nach dem Ritual mit einem Tuch ab.
Die Kräuter bleiben bis zum nächsten Morgen um ihn liegen.
Danach gibst du sie zurück in deine Kräutersammlung, wenn sie sauber geblieben sind, oder entsorgst sie.
Den roten Namenszettel bewahre ich zusammen mit dem Spiegel auf.
Wenn du das Ritual drei Abende hintereinander durchführen möchtest, verwendest du denselben Zettel, denselben Stein und denselben Spiegel.
Beachte
Dieses Ritual richtet sich auf Ausstrahlung und Aufmerksamkeit.
Wenn du deine Präsenz bewusst verstärkst, bestimmst du damit nicht automatisch, wer darauf reagiert.
Es kann innerhalb dieser Arbeit passieren, dass nicht nur die Person auf dich aufmerksam wird, die du interessant findest. Auch andere Menschen können häufiger Blickkontakt suchen, Gespräche beginnen, flirten oder deine Nähe suchen.
Genau deshalb ist dieses Ritual keine Bindung an einen bestimmten Menschen.
Es öffnet Aufmerksamkeit. Es wählt nicht für dich aus, was du anschließend daraus machst.
Auch die eigene Wahrnehmung kann sich verändern. Manche Menschen erleben nach einer solchen Arbeit ihre Haltung, ihren Blick oder ihr Auftreten deutlich selbstbewusster und direkter. Das ist für mich ein Teil des Rituals: Die rote Kraft soll nicht nur im Spiegel liegen. Sie muss mit nach draußen genommen werden.
Tipp von mir
Ich verwende für dieses Ritual einen Spiegel, den ich nicht jeden Morgen nebenbei zum Zähneputzen oder Schminken benutze.
Er bekommt seine eigene Aufgabe.
Und vor allem:
Nach dem Ritual verstecke ich mich nicht.
Wenn ich eine Arbeit für Ausstrahlung setze und anschließend jedem Blick ausweiche, leise in einer Ecke stehe und darauf hoffe, dass die Magie alles allein erledigt, fehlt ein entscheidender Teil.
Rote Magie will Bewegung.
Wenn ich gesehen werden möchte, muss ich auch bereit sein, sichtbar zu sein.
Die Wegwarte der Begegnung
Dieses Ritual nehme ich, wenn ein bestimmter Mensch auf den eigenen Weg gezogen und seine Aufmerksamkeit auf eine Begegnung gelenkt werden soll.
Es ist noch keine Liebesbindung.
Es setzt auch keine bestehende Beziehung fest.
Die Arbeit beginnt früher:
Zwei Wege sollen sich begegnen.
Der andere Mensch soll mich wahrnehmen, meine Nähe suchen oder eine Gelegenheit erhalten, auf meinen Weg zu treten.
Dafür arbeite ich nicht mit einem gemeinsamen Herz oder miteinander verschlungenen Kerzen.
Ich lege zwei getrennte Wege, die erst während des Rituals zusammengeführt werden.
Zeit:
Am Abend.
Besonders passend ist ein Zeitpunkt, an dem in den folgenden Tagen eine Begegnung tatsächlich möglich wäre.
Mondphase:
Zunehmender Mond.
Wenn eine konkrete Begegnung zeitnah gebraucht wird, führe ich das Ritual unabhängig von der Mondphase durch.
Du benötigst
- eine rote Kerze
- eine kleine gelbe oder goldene Kerze
- Wegwarte
- Basilikum
- Liebstöckel
- zwei längliche rote Fäden oder Schnüre
- zwei kleine naturbelassene Steine
- einen dritten etwas größeren Stein
- zwei kleine Papierstreifen
- einen roten Stift
- eine flache Schale oder ein Holzbrett
- einige Tropfen Rosenwasser
- etwas Honig
- einen kleinen Schlüssel
- optional ein Foto oder einen anderen eindeutigen Bezug zur betreffenden Person
Durchführung
Stelle die rote Kerze links und die goldene Kerze rechts hinter deinen Arbeitsplatz.
Die rote Kerze steht für Anziehung und rote Kraft.
Die goldene Kerze steht für Aufmerksamkeit, Sichtbarkeit und den geöffneten Weg.
Entzünde zuerst die goldene Kerze.
Sprich:
„Ich öffne den Weg.“
Entzünde danach die rote Kerze.
Sprich:
„Ich gebe dem Weg Anziehung.“
Lege die beiden kleinen Steine weit voneinander entfernt vor dich.
Der linke Stein steht für dich.
Der rechte Stein steht für den Menschen, dessen Aufmerksamkeit du auf deinen Weg ziehen möchtest.
Der größere Stein liegt zunächst noch außerhalb der beiden.
Er wird später der Begegnungspunkt.
Nimm den ersten Papierstreifen.
Schreibe deinen vollständigen Namen darauf.
Lege ihn unter deinen Stein.
Auf den zweiten Papierstreifen schreibst du den vollständigen Namen der anderen Person.
Wenn du ein Foto oder einen anderen eindeutigen Bezug verwendest, kommt er unter deren Stein.
Sprich:
„Hier stehe ich.“
Berühre deinen Stein.
Dann den anderen.
„Dort stehst du.“
Sieh auf den freien Raum zwischen beiden.
Sprich:
„Zwischen uns liegt noch Weg.“
Jetzt nimmst du die Wegwarte.
Lege mit ihr eine dünne Spur von deinem Stein in Richtung Mitte.
Aber noch nicht bis zum anderen Menschen.
Sprich:
**„Wegwarte,
öffne meinen Weg.
Was sich begegnen soll,
soll einen Weg zueinander finden.“**
Lege nun von der anderen Seite ebenfalls eine Spur Wegwarte in Richtung Mitte.
Die beiden Kräuterspuren sollen sich noch nicht berühren.
Sprich:
**„Öffne auch dort einen Weg,
wo heute noch Entfernung liegt.“**
Jetzt nimmst du den größeren Stein.
Setze ihn genau zwischen beide Kräuterspuren.
Sprich:
„Hier bestimme ich den Punkt der Begegnung.“
Nimm etwas Basilikum.
Streue es um diesen mittleren Stein.
Sprich:
**„Basilikum,
lege Sympathie auf diese Begegnung.
Wo unsere Wege zusammentreffen,
soll Ablehnung nicht vor uns stehen.
Lass Offenheit entstehen.
Lass Interesse entstehen.
Lass die Begegnung Raum bekommen.“**
Jetzt kommt das Liebstöckel.
Lege eine kleine Menge direkt auf den Begegnungsstein.
Sprich:
**„Liebstöckel,
gib dieser Begegnung Anziehung.
Lass den Blick nicht achtlos weitergehen.
Lass Interesse dort entstehen,
wo unsere Wege sich berühren.“**
Nimm anschließend den kleinen Schlüssel.
Lege ihn oberhalb des Begegnungssteins ab.
Der Bart des Schlüssels zeigt auf den Stein.
Sprich:
**„Der Weg ist nicht verschlossen.
Die Tür zur Begegnung öffnet sich.“**
Jetzt nimmst du den ersten roten Faden.
Lege ihn von deinem Stein zum Begegnungsstein.
Noch nicht zum anderen Menschen.
Sprich:
„Das ist mein Weg.“
Nimm den zweiten roten Faden.
Lege ihn vom Stein der anderen Person ebenfalls zum Begegnungsstein.
Sprich:
„Das ist dein Weg.“
Jetzt treffen beide Fäden am mittleren Stein zusammen.
Sie werden nicht miteinander verknotet.
Das ist wichtig.
Dieses Ritual soll eine Begegnung herbeiführen und Aufmerksamkeit erzeugen.
Es ist noch keine Bindung.
Nimm das Rosenwasser.
Gib einen Tropfen auf deinen Weg.
Einen auf den Begegnungspunkt.
Einen auf den Weg der anderen Person.
Sprich:
**„Was hart zwischen uns liegt,
soll weich genug werden,
damit Begegnung möglich wird.“**
Nimm jetzt eine sehr kleine Menge Honig.
Streiche sie auf den Begegnungsstein, nicht auf die Namenszettel.
Sprich:
**„Die Begegnung soll nicht bitter sein.
Sie soll einen Grund geben,
noch einmal hinzusehen.“**
Jetzt bewegst du deinen Stein langsam ein Stück näher zur Mitte.
Sprich:
„Ich gehe meinen Teil des Weges.“
Dann bewegst du den anderen Stein ebenfalls ein Stück näher.
Sprich:
„Dein Weg bewegt sich auf meinen zu.“
Wiederhole dies abwechselnd.
Immer nur wenige Zentimeter.
Dein Stein.
Der andere Stein.
Dein Stein.
Der andere Stein.
Bis beide dicht am Begegnungsstein liegen.
Die beiden Steine berühren sich dabei nicht.
Zwischen ihnen liegt weiterhin der größere Stein.
Er ist der Punkt, an dem sich ihre Wege treffen.
Jetzt legst du beide Hände links und rechts neben die Arbeit.
Sieh zuerst auf deinen Namen.
Dann auf den Namen der anderen Person.
Dann auf den Begegnungsstein.
Gesprochene Worte
Sprich:
**„[Name],
dein Weg kennt meinen noch nicht vollständig.
Doch ich öffne heute eine Möglichkeit zwischen uns.
Wo du mich bisher übersehen hast,
soll dein Blick nicht achtlos weitergehen.
Wo Entfernung zwischen uns lag,
soll Gelegenheit entstehen.
Wo kein Gespräch war,
soll ein Anfang möglich werden.
Wo kein Anlass bestand,
soll sich ein Anlass zeigen.
Wegwarte öffnet den Weg.
Basilikum legt Gunst auf unsere Begegnung.
Liebstöckel trägt Anziehung in den Augenblick,
in dem unsere Wege sich berühren.
Du sollst mich wahrnehmen.
Du sollst mich erkennen.
Meine Gegenwart soll in deiner Wahrnehmung nicht leer bleiben.
Wenn du meinen Weg kreuzt,
soll dein Blick einen Augenblick länger verweilen.
Wenn du meine Stimme hörst,
soll sie nicht zwischen anderen Stimmen verschwinden.
Wenn sich eine Gelegenheit zwischen uns öffnet,
soll sie nicht unbemerkt vorübergehen.
Ich ziehe deinen Weg nicht mit Gewalt an meinen.
Ich öffne den Punkt,
an dem beide Wege einander finden.
Der Schlüssel liegt.
Der Weg ist offen.
Die Begegnung erhält ihren Ort.
Sic fiat.“**
Nimm anschließend den Schlüssel auf.
Lege ihn direkt auf den Begegnungsstein.
Die beiden roten Fäden bleiben darunter liegen.
Lass die gesamte Arbeit bis zum nächsten Morgen stehen.
Am nächsten Morgen nimmst du deinen Stein an dich.
Den Stein der anderen Person lässt du zunächst noch beim Begegnungsstein liegen.
Nach drei Tagen werden beide getrennt.
Der Stein der anderen Person wird gereinigt und aus deiner persönlichen Arbeit genommen.
Den Begegnungsstein und den Schlüssel kannst du zusammen aufbewahren, bis die Begegnung stattgefunden hat oder du die Arbeit beenden möchtest.
Dann werden auch sie gereinigt und voneinander getrennt.
Die Kräuter kommen anschließend in den Hausmüll oder werden, wenn sie sauber und unbehandelt sind, entsprechend deiner üblichen Praxis entsorgt.
Beachte
Dieses Ritual richtet sich auf Begegnung, Aufmerksamkeit und Anziehung.
Es bestimmt nicht, wie eine daraus entstehende Verbindung später aussehen wird.
Innerhalb der magischen Arbeit kann sich der geöffnete Weg sehr unterschiedlich zeigen:
eine zufällige Begegnung,
eine Nachricht,
eine Einladung,
eine gemeinsame Person, die Kontakt herstellt,
ein Gespräch,
ein wiederholtes Aufeinandertreffen
oder eine Situation, in der der andere Mensch plötzlich stärker auf dich aufmerksam wird.
Deshalb achte ich nach diesem Ritual besonders auf Wege und Gelegenheiten.
Wenn eine Begegnungsmöglichkeit entsteht, muss sie auch genutzt werden.
Es bringt wenig, den Weg magisch zu öffnen und dann selbst vor der geöffneten Tür stehen zu bleiben.
Und noch etwas:
Die beiden Fäden werden bei diesem Ritual bewusst nicht verknotet.
Ein Knoten würde aus der Begegnungsarbeit bereits eine Bindungsarbeit machen.
Das kommt später – und ist etwas anderes.
Tipp von mir
Ich mag an diesem Ritual besonders den dritten Stein.
Viele Arbeiten setzen nur „ich“ und „du“ auf den Altar und versuchen anschließend, beide unmittelbar zusammenzuzwingen.
Hier bekommt dagegen die Begegnung selbst einen eigenen Platz.
Denn manchmal ist genau das der fehlende Teil:
Nicht Liebe.
Nicht Bindung.
Nicht einmal Leidenschaft.
Sondern überhaupt erst ein Moment, in dem zwei Menschen einander wirklich wahrnehmen können.
Erst wenn ein Weg entstanden ist, entscheide ich, was ich auf diesem Weg weiterarbeite.
Der erste Funke – Gefühle in einem Menschen entfachen
Dieses Ritual nehme ich, wenn sich die Arbeit auf die Gefühle eines bestimmten Menschen richten soll.
Hier geht es nicht mehr nur darum, gesehen zu werden.
Und es geht auch nicht nur darum, eine Begegnung herbeizuführen.
Dieses Ritual setzt direkt dort an, wo Zuneigung, emotionale Wärme, Sehnsucht und das Bedürfnis nach Nähe entstehen.
Es ist trotzdem noch keine Bindung.
Ich setze keinen dauerhaften Knoten zwischen zwei Menschen.
Ich entfache den ersten emotionalen Funken und gebe ihm Nahrung.
Zeit:
Am Abend.
Besonders geeignet ist eine Zeit, in der danach Ruhe herrscht und die Arbeit ungestört liegen bleiben kann.
Mondphase:
Zunehmender Mond.
Wenn die Arbeit unmittelbar gesetzt werden soll, führe ich sie unabhängig von der Mondphase durch.
Du benötigst
- eine rote Kerze
- eine kleine rosa oder weiße Kerze
- getrocknete Rosenblüten
- Majoran
- Mädesüß
- Lavendel
- zwei kleine Papierstreifen
- einen roten Stift
- einen kleinen flachen Teller oder eine Schale
- einen kleinen naturbelassenen Stein mit möglichst glatter Oberfläche
- etwas Honig
- einige Tropfen Rosenwasser
- einen langen roten Baumwollfaden
- einen kleinen roten Stoffbeutel
- optional ein Foto, eine Handschrift oder einen anderen eindeutigen Bezug zur betreffenden Person
Durchführung
Stelle die rote Kerze links vor dich.
Die helle Kerze steht rechts.
Die rote Kerze trägt in dieser Arbeit Begehren, Bewegung und rote Kraft.
Die helle Kerze steht für die emotionale Seite der Verbindung.
Entzünde zuerst die helle Kerze.
Sprich:
„Ich öffne den Raum des Herzens.“
Danach entzündest du die rote Kerze.
Sprich:
„Ich setze den ersten Funken hinein.“
Lege den flachen Stein zwischen beide Kerzen.
Er ist in diesem Ritual das Herzstück.
Nicht das Herz des anderen Menschen selbst.
Er trägt den Punkt, an dem die Gefühle innerhalb dieser Arbeit gesammelt und aufgebaut werden.
Nimm den ersten Papierstreifen.
Schreibe deinen vollständigen Namen darauf.
Lege ihn links unter den Stein.
Auf den zweiten Papierstreifen schreibst du den vollständigen Namen der anderen Person.
Lege ihn rechts unter den Stein.
Die beiden Papierstreifen liegen zunächst getrennt voneinander.
Wenn du einen persönlichen Bezug zur anderen Person verwendest, legst du ihn auf deren Namensstreifen.
Berühre zuerst deinen Namen.
Sprich:
„Hier stehe ich.“
Berühre danach den anderen Namen.
Sprich:
„Hier stehst du.“
Berühre den Stein in der Mitte.
Sprich:
„Und hier setze ich den Funken zwischen uns.“
Jetzt kommen die vier Kräuter.
Rose – das Herz
Nimm einige Rosenblüten.
Lege sie in einem kleinen Halbkreis auf deiner Seite des Steines.
Sprich:
**„Rose,
öffne den Weg der Liebe.
Wo Gefühl entstehen kann,
soll das Herz nicht kalt bleiben.“**
Majoran – die wachsende Zuneigung
Lege Majoran auf die andere Seite des Steines.
Sprich:
**„Majoran,
gib dem Gefühl Kraft.
Was als kleiner Gedanke beginnt,
soll nicht sofort wieder verschwinden.
Was als Zuneigung erwacht,
soll Nahrung finden.“**
Mädesüß – das Angenehme der Verbindung
Lege Mädesüß oberhalb des Steines.
Sprich:
**„Mädesüß,
lege Freude auf meinen Namen.
Lass meine Nähe nicht schwer sein.
Lass Erinnerung an mich mit etwas verbunden sein,
das man gern wieder fühlen möchte.“**
Lavendel – der Weg in Gedanken und Gefühl
Lege den Lavendel unterhalb des Steines.
Sprich:
**„Lavendel,
trage meinen Namen in Gedanken und Gefühl.
Wo ich erinnert werde,
soll Wärme entstehen.
Wo an mich gedacht wird,
soll der Gedanke nicht leer vorüberziehen.“**
Jetzt liegen vier Kräuter um den Stein.
Rose.
Majoran.
Mädesüß.
Lavendel.
Nimm das Rosenwasser.
Gib drei Tropfen auf den Stein.
Beim ersten:
„Gedanke.“
Beim zweiten:
„Gefühl.“
Beim dritten:
„Nähe.“
Nimm anschließend eine sehr kleine Menge Honig.
Streiche damit einen dünnen Punkt in die Mitte des Steines.
Sprich:
**„Was an mich erinnert,
soll nicht bitter sein.
Was zwischen uns wächst,
soll gern wieder gesucht werden.“**
Jetzt nimmst du den roten Faden.
Lege ihn zunächst gerade zwischen deinen Namen und den Namen der anderen Person.
Er verbindet sie noch nicht.
Sprich:
„Noch liegt der Weg offen.“
Nimm das Ende auf deiner Seite.
Lege es einmal um deinen Namensstreifen.
Nicht verknoten.
Sprich:
„Ich gebe meine Absicht in diese Arbeit.“
Dann führst du den Faden über die Rose zum Stein.
Lege ihn einmal um den Stein.
Sprich:
„Der erste Funke entsteht.“
Von dort führst du ihn über den Majoran zum Namensstreifen der anderen Person.
Lege den Faden auch dort einmal herum.
Wieder ohne Knoten.
Sprich:
„Das Gefühl erhält einen Weg.“
Jetzt führst du den Faden zurück zum Stein.
Danach wieder zu deinem Namen.
Dann erneut zum Stein und zurück zum anderen Namen.
Auf diese Weise entsteht langsam eine rote Bahn zwischen drei Punkten:
dein Name,
der Funke,
der andere Name.
Führe diesen Weg insgesamt dreimal vollständig.
Beim ersten Durchgang sprich:
„Du bemerkst mich.“
Beim zweiten:
„Du erinnerst dich an mich.“
Beim dritten:
„Gefühl bewegt sich zu mir.“
Jetzt legst du beide Hände links und rechts neben die Arbeit.
Schau auf den Namen der betreffenden Person.
Dann auf den Stein.
Sprich:
**„Ich rufe nicht nur deinen Blick.
Ich rufe dein Gefühl.“**
Nimm einige Rosenblüten zwischen beide Hände.
Reibe sie nicht klein.
Halte sie nur zwischen deinen Handflächen.
Atme dreimal langsam darüber.
Beim ersten Atemzug denkst du an Nähe.
Beim zweiten an Zuneigung.
Beim dritten an Sehnsucht.
Lege die Rosenblüten danach direkt auf den Stein.
Sprich:
„Mein Atem gibt dem Funken Bewegung.“
Nimm nun etwas Majoran dazu.
Sprich:
**„Was erwacht,
soll wachsen.“**
Etwas Mädesüß:
**„Was wächst,
soll gern gefühlt werden.“**
Zum Schluss etwas Lavendel:
**„Was gefühlt wird,
soll in Gedanken wiederkehren.“**
Jetzt ziehst du den roten Faden vorsichtig näher an den Stein.
Nicht fest.
Nicht verknoten.
Die beiden Namensstreifen werden dadurch etwas näher zur Mitte gezogen.
Lass aber weiterhin einen kleinen Abstand zwischen ihnen.
Sprich:
**„Noch binde ich nicht.
Ich ziehe Gefühl in Bewegung.“**
Gesprochene Worte
Sprich den vollständigen Namen der Person.
Dann:
**„[Name],
wo du mich siehst,
soll dein Blick nicht leer bleiben.
Wo du meine Stimme hörst,
soll etwas in dir antworten.
Wo du meinen Namen hörst,
soll er nicht bedeutungslos vorübergehen.
Rose öffnet dein Gefühl für mich.
Majoran nährt, was in dir erwacht.
Mädesüß legt Freude auf die Erinnerung an mich.
Lavendel trägt meinen Namen tiefer in deine Gedanken.
Denk an mich,
wenn Ruhe um dich wird.
Erinnere dich an mich,
wenn etwas Schönes deinen Tag berührt.
Spüre Wärme,
wenn mein Name fällt.
Spüre Nähe,
wenn wir uns begegnen.
Spüre, dass zwischen uns mehr entstehen kann
als ein flüchtiger Augenblick.
Was bisher nur Aufmerksamkeit war,
soll Gefühl werden.
Was bisher nur Gedanke war,
soll Wärme bekommen.
Was bisher still lag,
soll sich bewegen.
Ich setze keinen Knoten um dein Herz.
Noch nicht.
Ich entzünde den Funken.
Ich gebe ihm Raum.
Ich gebe ihm Nahrung.
Ich gebe ihm meinen Namen.
Und wenn dein Gefühl darauf antwortet,
soll es wachsen.
Von Gedanke zu Erinnerung.
Von Erinnerung zu Sehnsucht.
Von Sehnsucht zu Nähe.
Von Nähe zu Gefühl.
Der erste Funke brennt.
Sic fiat.“**
Bleibe danach einen Moment still.
Sieh auf den Stein.
Nimm anschließend die beiden Namensstreifen.
Lege sie nicht aufeinander.
Lege deinen zuerst in den roten Stoffbeutel.
Dann den Stein.
Dann den Namensstreifen der anderen Person.
Zwischen beiden Papierstreifen liegt damit weiterhin der Stein.
Gib Rose, Majoran, Mädesüß und Lavendel dazu.
Der rote Faden wird locker um alles gelegt.
Kein Knoten.
Schließe den Beutel auf seine gewöhnliche Weise.
Sprich:
**„Der Funke liegt zwischen uns.
Er wächst,
aber er bindet noch nicht.“**
Bewahre den Beutel zunächst sieben Tage an deinem Ritualplatz auf.
An jedem Abend kannst du ihn kurz zwischen beide Hände nehmen und einmal sprechen:
„Was entfacht wurde, erhält Nahrung.“
Danach legst du ihn wieder zurück.
Nach sieben Tagen entscheidest du, ob die Arbeit abgeschlossen ist oder ob später eine stärkere rote Arbeit darauf aufgebaut wird.
Beachte
Dieses Ritual richtet sich gezielt auf die emotionale Zuneigung eines bestimmten Menschen.
Es ist deutlich stärker als eine allgemeine Ausstrahlungs- oder Begegnungsarbeit.
Innerhalb dieser magischen Arbeit können sich die ersten Veränderungen beispielsweise darin zeigen, dass die Person häufiger an dich denkt, Kontakt sucht, emotionaler reagiert, persönliche Gespräche beginnt, Nähe sucht oder plötzlich stärker an gemeinsamen Erinnerungen festhält.
Es kann ebenso passieren, dass bereits vorhandene Gefühle wesentlich schneller nach oben kommen, als erwartet.
Deshalb ist wichtig:
Gefühle entfachen ist nicht dasselbe wie eine Beziehung festsetzen.
Auch ein starkes Gefühl kann später schwanken.
Wer dauerhaft binden will, arbeitet mit einer anderen Form der roten Magie.
Genau deshalb bleibt der rote Faden hier unknotet.
Ein Knoten wäre bereits der erste Schritt in Richtung Bindung.
Tipp von mir
Ich schreibe bei diesem Ritual nicht einfach nur:
„Liebe mich.“
Das ist mir zu grob.
Ich arbeite lieber mit den einzelnen Schichten:
Gedanke.
Erinnerung.
Wärme.
Sehnsucht.
Nähe.
Gefühl.
Denn starke Emotionen entstehen für mich nicht als ein einziges Wort.
Sie bauen sich auf.
Und genau deshalb heißt dieses Ritual:
Der erste Funke.
Ein Funke ist noch kein Feuer.
Aber wenn er Nahrung bekommt, kann daraus eines werden.
Der wiederkehrende Herzschlag
Dieses Ritual nehme ich, wenn Liebe bereits vorhanden war, aber kalt, still oder schwach geworden ist.
Es ist kein Ritual für einen fremden Menschen, zu dem noch nie eine emotionale Verbindung bestand.
Hier arbeite ich mit etwas, das bereits gelebt hat.
Mit gemeinsamen Erinnerungen.
Mit Nähe, die einmal selbstverständlich war.
Mit einem Gefühl, das nicht neu erfunden, sondern wieder in Bewegung gebracht werden soll.
Für diese Arbeit nehme ich Rose für die Liebe, Majoran für die Liebesstärkung, Zitronenmelisse für Herz und Trost und Rosmarin für Treue und das Erinnern an die bestehende Verbindung.
Zeit:
Am Abend, wenn beide Menschen normalerweise zur Ruhe kommen.
Mondphase:
Zunehmender Mond.
Besonders passend ist die Zeit vom ersten zunehmenden Mond bis kurz vor Vollmond.
Wenn eine bestehende Beziehung gerade an einem entscheidenden Punkt steht, führe ich die Arbeit dann durch, wenn sie gebraucht wird.
Du benötigst
- zwei rote Kerzen
- eine kleine dunkelrote oder weinrote Kerze
- Rosenblüten
- Majoran
- Zitronenmelisse
- Rosmarin
- zwei kleine Papierstücke
- einen roten Stift
- zwei kleine Steine
- eine flache Schale
- etwas Honig
- etwas Rosenwasser
- einen langen roten Baumwollfaden
- einen Gegenstand oder ein Bild, das mit einer guten gemeinsamen Erinnerung verbunden ist
- einen kleinen roten Stoffbeutel
Durchführung
Stelle die beiden roten Kerzen zunächst weit auseinander.
Die linke steht für den einen Menschen.
Die rechte für den anderen.
Die dunkelrote Kerze kommt noch nicht dazwischen.
Sie bleibt zunächst vor dir liegen.
Schreibe auf das erste Papier den vollständigen Namen des einen Menschen.
Auf das zweite den Namen des anderen.
Wenn die Arbeit für die eigene Beziehung durchgeführt wird, steht auf einem Zettel der eigene Name.
Lege unter jeden Namenszettel einen Stein.
Entzünde zuerst nur die beiden roten Kerzen.
Sprich zur linken:
„Hier lebt, was du getragen hast.“
Zur rechten:
„Hier lebt, was du getragen hast.“
Sieh auf den Abstand zwischen ihnen.
Sprich:
„Zwischen euch liegt heute mehr Raum als früher.“
Lege nun den Gegenstand oder das Bild mit der guten gemeinsamen Erinnerung genau in die Mitte.
Sprich:
**„Doch zwischen euch liegt nicht nur Entfernung.
Hier liegt auch das, was bereits gelebt hat.“**
Jetzt nimmst du die Rose.
Streue einige Blütenblätter um die Erinnerung.
Sprich:
**„Rose,
rufe nicht irgendeine Liebe.
Rufe die Liebe,
die zwischen diesen Namen bereits einen Platz hatte.“**
Lege Majoran dazu.
Sprich:
**„Majoran,
gib Kraft zurück,
wo Gefühl schwach geworden ist.
Nähre nicht die Gewohnheit.
Nähre das Herz.“**
Gib Zitronenmelisse dazu.
Sprich:
**„Zitronenmelisse,
lege Trost auf alte Verletzungen.
Mach den Weg weich genug,
damit Nähe wieder atmen kann.“**
Nun den Rosmarin.
Sprich:
**„Rosmarin,
erinnere an das,
was einander einmal gehalten hat.
Lass das Gute nicht unter dem Schweren verschwinden.“**
Jetzt nimmst du das Rosenwasser.
Gib je einen Tropfen auf die beiden Steine.
Einen dritten auf den Gegenstand in der Mitte.
Sprich:
**„Zwei Herzen.
Eine Erinnerung.
Ein Weg zurück in die Wärme.“**
Nimm etwas Honig.
Gib nur eine sehr kleine Menge auf den mittleren Gegenstand oder auf eine kleine Schale daneben, wenn der Gegenstand nicht beschmutzt werden soll.
Sprich:
**„Was bitter geworden ist,
soll nicht für immer bitter bleiben.“**
Jetzt stellst du die dunkelrote Kerze auf den Punkt zwischen beiden roten Kerzen.
Entzünde sie.
Sprich:
„Hier beginnt der Herzschlag erneut.“
Nimm den roten Faden.
Lege das eine Ende bei der linken Kerze.
Führe ihn zur dunkelroten Kerze.
Von dort zur rechten.
Dann wieder zurück zur Mitte.
Noch kein Knoten.
Sprich:
**„Das Band besteht.
Es war nur still.“**
Schiebe nun beide roten Kerzen jeweils ein kleines Stück näher zur Mitte.
Sprich beim ersten Verschieben:
„Erinnerung wird wieder Nähe.“
Beim zweiten:
„Nähe wird wieder Wärme.“
Wieder links:
„Wärme wird wieder Gefühl.“
Wieder rechts:
„Gefühl wird wieder lebendig.“
Wiederhole dies, bis zwischen den drei Kerzen nur noch ein kleiner Abstand bleibt.
Sie dürfen sich nicht berühren.
Jetzt nimm den roten Faden in beide Hände.
Ziehe ihn so, dass er die drei Kerzen in einer weiten Form miteinander verbindet.
Setze einen einzigen lockeren Knoten in die Mitte.
Sprich:
**„Ich binde nicht für die Ewigkeit.
Ich halte den wiederkehrenden Herzschlag,
damit er wieder Kraft bekommt.“**
Lege beide Hände neben die mittlere Kerze.
Gesprochene Worte
Sprich die beiden Namen.
Dann:
**„[Name] und [Name],
was zwischen euch gelebt hat,
soll nicht an Kälte sterben,
wenn darunter noch Liebe liegt.
Erinnert euch.
Nicht nur an Streit.
Nicht nur an Enttäuschung.
Nicht nur an das,
was schwer geworden ist.
Erinnert euch an den Blick,
der einmal länger blieb.
An Berührung,
die einmal selbstverständlich war.
An Worte,
die einmal Wärme trugen.
An den Grund,
warum eure Wege sich überhaupt verbunden haben.
Rose ruft das Herz.
Majoran stärkt die Liebe.
Zitronenmelisse bringt Wärme zurück,
wo Verletzung Raum genommen hat.
Rosmarin erinnert an Treue,
Nähe und das gemeinsame Band.
Was nur eingeschlafen ist,
soll erwachen.
Was nur erkaltet ist,
soll wieder Wärme tragen.
Was noch lebt,
soll wieder schlagen.
Ein Herzschlag.
Ein zweiter.
Dann ein gemeinsamer Rhythmus.
Die Liebe, die noch da ist,
tritt wieder hervor.
Sic fiat.“**
Lass die Kerzen eine angemessene Zeit weiterbrennen.
Danach werden sie sicher gelöscht.
Lege die beiden Namenszettel, etwas von den vier Kräutern und den roten Faden in den Stoffbeutel.
Der Erinnerungsgegenstand kommt nur hinein, wenn er dafür geeignet ist. Ansonsten bleibt er außerhalb.
Bewahre den Beutel sieben Tage auf.
Am siebten Tag löst du den lockeren Knoten.
Nicht zerreißen.
Lösen.
Sprich:
**„Was wieder schlagen kann,
braucht keinen Knoten,
um weiterzuleben.“**
Beachte
Dieses Ritual arbeitet mit einer bereits bestehenden oder früher deutlich vorhandenen Liebe.
Es kann Gefühle, Erinnerungen und auch alte Verletzungen wieder stärker in den Vordergrund bringen.
Denn wer eine erkaltete Verbindung wieder erwärmt, bringt nicht nur die schönen Erinnerungen zurück.
Auch das, was zwischen zwei Menschen ungelöst geblieben ist, kann wieder deutlich werden.
Genau deshalb gehört nach diesem Ritual auch reales Handeln dazu.
Gespräch.
Berührung.
Zeit miteinander.
Oder eine klare Entscheidung darüber, was zwischen beiden tatsächlich noch vorhanden ist.
Tipp von mir
Ich verwende für dieses Ritual am liebsten eine echte positive Erinnerung.
Ein Foto.
Eine Eintrittskarte.
Eine kleine Muschel von einem gemeinsamen Urlaub.
Etwas, bei dem die Verbindung wirklich einmal lebendig war.
Denn dieses Ritual soll nicht irgendeine romantische Vorstellung erzeugen.
Es soll etwas wieder ansprechen, das zwischen diesen Menschen tatsächlich schon gelebt hat.
Das Band der versöhnten Stimmen
Dieses Ritual nehme ich, wenn Liebe oder Verbundenheit noch vorhanden ist, aber Streit, verletzende Worte, Stolz oder langes Schweigen zwischen zwei Menschen stehen.
Es eignet sich nicht nur für Partnerschaften.
Ich nehme diese Arbeit ebenso für:
Freunde.
Geschwister.
Eltern und erwachsene Kinder.
Mutter und Tochter.
Vater und Sohn.
Oder andere Menschen, deren Verbindung nicht zerstört werden soll, obwohl sie sich voneinander entfernt haben.
Hier geht es nicht darum, jemanden verliebt zu machen.
Die Aufgabe lautet:
Die Stimmen sollen wieder zueinanderfinden.
Für diese Arbeit nehme ich Baldrian für Versöhnung, Eisenkraut für Diplomatie, Zitronenmelisse für Herz und Trost und Lavendel für Frieden und Liebe.
Zeit:
Am Abend.
Besonders passend ist eine Zeit, in der der Streit nicht gerade in seinem heißesten Moment steht.
Mondphase:
Immer durchführbar.
Wenn ich wählen kann, nehme ich den zunehmenden Mond.
Du benötigst
- eine weiße Kerze
- eine rote Kerze
- Baldrian
- Eisenkraut
- Zitronenmelisse
- Lavendel
- zwei Papierstreifen
- zwei Stifte
- eine kleine Schale mit Wasser
- etwas Honig
- zwei kleine Holzstücke oder flache Steine
- ein langes rotes Band
- eine kleine Glocke
- eine leere Schale
- optional einen persönlichen Bezug zu beiden Menschen
Durchführung
Stelle die weiße Kerze links.
Die rote Kerze rechts.
Zwischen beiden steht die Schale mit Wasser.
Entzünde zuerst die weiße Kerze.
Sprich:
„Ich kläre den Raum zwischen den Worten.“
Dann die rote.
Sprich:
„Ich rufe die Verbindung zurück in diesen Raum.“
Nimm die beiden Papierstreifen.
Auf einen kommt der vollständige Name des ersten Menschen.
Auf den anderen der zweite.
Lege jeden Namen auf einen eigenen Stein.
Die beiden Steine stehen zunächst einander abgewandt.
Sprich:
**„Zwei Menschen.
Zwei Stimmen.
Heute voneinander abgewandt.“**
Nimm den Baldrian.
Lege ihn zwischen beide Steine.
Sprich:
**„Baldrian,
lege Versöhnung zwischen das,
was sich verhärtet hat.“**
Nimm Eisenkraut.
Sprich:
**„Eisenkraut,
gib den Worten einen Weg,
der nicht nur verletzen will.“**
Nimm Zitronenmelisse.
Sprich:
**„Zitronenmelisse,
erinnere das Herz daran,
warum diese Verbindung einmal wichtig war.“**
Nimm Lavendel.
Sprich:
**„Lavendel,
lege Ruhe über den Stolz,
damit beide wieder hören können.“**
Jetzt nimmst du die Glocke.
Lass sie einmal erklingen.
Sprich:
„Erste Stimme.“
Drehe den ersten Stein ein kleines Stück in Richtung des anderen.
Lass die Glocke ein zweites Mal erklingen.
Sprich:
„Zweite Stimme.“
Drehe den zweiten Stein ebenfalls ein Stück.
Beim dritten Glockenschlag:
„Der Raum zwischen beiden hört wieder zu.“
Jetzt gibst du eine kleine Menge Honig in die Wasserschale.
Rühre dreimal.
Sprich:
**„Nicht jedes Wort muss süß sein.
Aber nicht jedes Wort muss schneiden.“**
Nimm das rote Band.
Lege ein Ende zum ersten Stein.
Das andere zum zweiten.
In der Mitte liegt das Band noch locker durch die Wasserschale beziehungsweise um sie herum, je nachdem wie dein Aufbau steht.
Sprich:
**„Das Band ist nicht verschwunden.
Es liegt nur zwischen Schweigen und Verletzung.“**
Nimm den ersten Stein.
Drehe ihn vollständig zum zweiten.
Sprich:
„Höre.“
Dann den zweiten:
„Höre.“
Schiebe beide etwas näher.
Sprich:
„Antwortet.“
Noch etwas näher:
**„Nicht aus Stolz.
Aus dem, was noch zwischen euch lebt.“**
Jetzt nimmst du das rote Band.
Führe es einmal um beide Steine, aber setze keinen festen Knoten.
Stattdessen machst du eine lockere Schleife.
Sprich:
„Diese Verbindung darf sich wieder öffnen.“
Gib auf jeden Namenszettel mit dem Finger einen kleinen Tropfen des Honigwassers.
Sprich beim ersten:
„Deine Worte finden einen anderen Weg.“
Beim zweiten:
„Auch deine Worte finden einen anderen Weg.“
Gesprochene Worte
Sprich:
**„[Name] und [Name],
zwischen euch stehen Worte,
die gesprochen wurden,
und Worte,
die nie gesprochen wurden.
Stolz steht dort.
Verletzung steht dort.
Schweigen steht dort.
Doch ich rufe heute auch das,
was darunter geblieben ist.
Baldrian ruft Versöhnung.
Eisenkraut öffnet den Weg der Verständigung.
Zitronenmelisse erinnert das Herz.
Lavendel legt Ruhe auf das,
was sich verhärtet hat.
Hört nicht nur,
um zu antworten.
Hört,
um zu verstehen.
Erinnert euch nicht nur daran,
wer recht hatte.
Erinnert euch daran,
warum der andere Mensch überhaupt einmal wichtig war.
Wenn noch Liebe zwischen euch lebt,
soll sie eine Stimme bekommen.
Wenn noch Nähe zwischen euch lebt,
soll sie einen Weg bekommen.
Wenn noch Versöhnung möglich ist,
soll Stolz nicht stärker sein als sie.
Die Stimmen wenden sich einander wieder zu.
Das Schweigen bricht.
Der Weg zum Gespräch öffnet sich.
Sic fiat.“**
Lass die Glocke ein letztes Mal erklingen.
Löse danach die Schleife des roten Bandes.
Lege die beiden Steine dicht nebeneinander, aber nicht aufeinander.
Die Kräuter kommen für eine Nacht in die leere Schale.
Am nächsten Tag werden sie entsorgt.
Das rote Band kannst du sieben Tage aufbewahren.
Wenn innerhalb dieser Zeit ein Gespräch oder eine deutliche Annäherung stattfindet, löst du die Arbeit und reinigst die Steine.
Beachte
Versöhnung bedeutet nicht automatisch, dass alles wieder so wird wie vorher.
Eine versöhnte Mutter und Tochter können sich wieder sprechen und trotzdem neue Grenzen brauchen.
Zwei Freunde können Frieden schließen, ohne wieder täglich miteinander zu tun zu haben.
Ein Paar kann wieder miteinander reden und dabei erkennen, dass es trotzdem nicht zusammenbleiben will.
Dieses Ritual öffnet den Weg der Verbindung und Verständigung. Es schreibt nicht vor, welche Form diese Verbindung danach annehmen muss.
Tipp von mir
Ich nehme für diese Arbeit bewusst eine Glocke.
Denn manchmal liegt zwischen zwei Menschen nicht zu wenig Gefühl, sondern zu viel Lärm aus alten Worten.
Der Klang setzt für mich einen neuen Punkt.
Jetzt spricht nicht mehr der alte Streit allein. Jetzt bekommt auch die Verbindung wieder eine Stimme.
Der Kelch des roten Begehrens
Dieses Ritual nehme ich, wenn sexuelle Anziehung, Lust und körperliches Begehren zwischen zwei erwachsenen Menschen entfacht oder verstärkt werden sollen.
Hier geht es nicht um familiäre Liebe.
Nicht um Freundschaft.
Nicht um Versöhnung.
Und nicht um allgemeine Sympathie.
Dieses Ritual arbeitet ausdrücklich mit Erotik, körperlicher Spannung und sexueller Anziehung.
Es kann für eine bestehende Partnerschaft genutzt werden, in der Leidenschaft eingeschlafen ist, oder für eine bereits vorhandene erotische Verbindung, die verstärkt werden soll.
Für diese Arbeit nehme ich Liebstöckel für Lust, Anziehung und sexuelle Bindung, Rose für Liebe und Begehren, Basilikum für Feuer und Anziehung sowie Petersilie für Vitalität und körperliche Kraft.
Zeit:
Nach Sonnenuntergang.
Besonders passend ist die Zeit vor einer geplanten Begegnung.
Mondphase:
Zunehmender Mond oder Vollmond.
Wenn eine konkrete gemeinsame Nacht oder Begegnung bevorsteht, führe ich die Arbeit zu diesem Zeitpunkt durch.
Du benötigst
- eine rote Kerze
- eine dunkelrote Kerze
- einen Kelch oder ein schönes Glas
- dunklen Rotwein
ersatzweise roten Traubensaft - Liebstöckel
- Rosenblüten
- Basilikum
- Petersilie
- zwei rote Papierstreifen
- einen roten Stift
- roten Baumwollfaden
- etwas Honig
- einen kleinen roten Stein
- einen persönlichen Duft oder Parfüm
- optional je einen eindeutigen persönlichen Bezug zu beiden erwachsenen Personen
Die Kräuter werden bei dieser Arbeit nicht in den Wein gegeben und nicht getrunken. Sie tragen die rituelle Arbeit um den Kelch.
Durchführung
Stelle den Kelch in die Mitte.
Die rote Kerze steht links.
Die dunkelrote rechts.
Entzünde die rote Kerze.
Sprich:
„Ich rufe die rote Lebenskraft.“
Entzünde die dunkelrote.
Sprich:
**„Ich rufe das Begehren,
das nicht nur im Herzen lebt,
sondern im Körper.“**
Gieße den Rotwein oder Traubensaft in den Kelch.
Sprich:
**„Rot trägt Leben.
Rot trägt Wärme.
Rot trägt Begehren.“**
Schreibe auf den ersten Papierstreifen den Namen der einen erwachsenen Person.
Auf den zweiten den anderen.
Lege beide unter den Kelch, zunächst in Form eines Kreuzes, ohne sie miteinander zu verkleben.
Sprich:
„Zwei Namen unter einem Kelch.“
Jetzt legst du die vier Pflanzen um ihn.
Liebstöckel
Lege es direkt vor den Kelch.
Sprich:
**„Liebstöckel,
wecke Lust.
Wecke körperliche Anziehung.
Lass Nähe nicht nur gedacht,
sondern gespürt werden.“**
Rose
Lege Rosenblüten links.
Sprich:
**„Rose,
gib dem Begehren Herz.
Lass Lust nicht leer sein,
wenn zwischen diesen Menschen auch Gefühl lebt.“**
Basilikum
Lege Basilikum rechts.
Sprich:
**„Basilikum,
gib dem Feuer Bewegung.
Lass den Blick mutiger werden.
Lass die Nähe nicht kühl bleiben.“**
Petersilie
Lege Petersilie hinter den Kelch.
Sprich:
**„Petersilie,
trage Vitalität in den Körper.
Gib Kraft,
wo Begehren Bewegung sucht.“**
Nimm den roten Stein.
Halte ihn über den Kelch.
Sprich:
„Hier sammelt sich die rote Kraft.“
Lege ihn danach vor das Liebstöckel.
Nimm etwas Honig.
Streiche eine kleine Spur außen an den Fuß des Kelches, nicht an den Trinkrand.
Sprich:
**„Lust soll gesucht werden,
nicht gemieden.“**
Jetzt nimm den roten Faden.
Führe ihn einmal um den Fuß des Kelches.
Setze noch keinen Knoten.
Sprich:
„Begehren bewegt sich.“
Zweiter Umlauf:
„Begehren wächst.“
Dritter:
„Begehren findet den Körper.“
Jetzt setze einen Knoten.
Nur einen.
Sprich:
**„Die Spannung hält,
bis sie ihren Ausdruck findet.“**
Nimm dein Parfüm oder den persönlichen Duft.
Gib einen Hauch in die Luft über dem Ritualplatz.
Nicht in den Kelch.
Führe deine Hände durch den Duft.
Halte sie danach um den Kelch, ohne ihn zu berühren.
Atme dreimal tief.
Beim ersten Atemzug:
„Wärme.“
Beim zweiten:
„Lust.“
Beim dritten:
„Begehren.“
Jetzt nimm den Kelch in beide Hände.
Halte ihn auf Brusthöhe.
Gesprochene Worte
Sprich beide Namen.
Dann:
**„[Name] und [Name],
zwischen euch soll rote Kraft erwachen.
Nicht nur im Gedanken.
Nicht nur im Wort.
Im Blick.
Im Atem.
In der Haut.
In der Nähe.
Liebstöckel ruft Lust.
Rose gibt dem Begehren Herz.
Basilikum trägt das Feuer.
Petersilie gibt dem Körper Kraft.
Wenn eure Blicke sich treffen,
soll Spannung zwischen ihnen liegen.
Wenn eure Hände sich berühren,
soll die Berührung nicht leer bleiben.
Wenn eure Körper sich nähern,
soll Wärme antworten.
Nähe soll Begehren wecken.
Begehren soll Nähe suchen.
Der Gedanke aneinander soll nicht kalt bleiben.
Der Körper soll erinnern,
was Worte allein nicht tragen.
Rote Kraft,
geh in Bewegung.
Von Blick zu Atem.
Von Atem zu Haut.
Von Haut zu Begehren.
Das Feuer erwacht.
Der Kelch ist gefüllt.
Sic fiat.“**
Setze den Kelch wieder ab.
Berühre den roten Stein.
Sprich:
**„Was gerufen wurde,
trägt jetzt seinen Funken.“**
Wenn der Wein beziehungsweise Traubensaft nur symbolisch für die Ritualarbeit verwendet wurde, wird er nach Abschluss entsprechend deiner Praxis entsorgt.
Wenn es das eigene Getränk ist und keine Kräuter, Körperflüssigkeiten oder andere nicht zum Verzehr geeignete Ritualstoffe hineingekommen sind, kann es selbstverständlich getrunken werden.
Der rote Faden bleibt drei Nächte um den Kelch oder wird zusammen mit den beiden Namenszetteln verwahrt.
Danach löst du den einzelnen Knoten.
Beachte
Dieses Ritual arbeitet ausdrücklich mit sexuellem Begehren.
Es gehört deshalb ausschließlich in Verbindungen zwischen erwachsenen Menschen, bei denen Sexualität überhaupt eine passende Ebene sein kann.
Es gehört nicht in familiäre Beziehungen.
Es gehört nicht in Freundschaften, wenn keine sexuelle Ebene gewollt ist.
Und es ersetzt keine reale Zustimmung zu sexueller Nähe.
Innerhalb der spirituellen Arbeit kann die sexuelle Spannung stärker werden, als ursprünglich erwartet:
häufigere erotische Gedanken,
stärkere körperliche Reaktion auf Nähe,
mehr Initiative,
intensivere Träume,
deutlichere Flirts
oder ein stärkeres Bedürfnis nach körperlicher Begegnung.
Begehren und Liebe sind trotzdem nicht dasselbe.
Ein Mensch kann jemanden stark begehren, ohne eine dauerhafte Beziehung zu wollen.
Genau deshalb ist dieses Ritual noch keine Partnerbindung.
Tipp von mir
Bei diesem Ritual lasse ich den Kelch tatsächlich Kelch sein.
Ich verwende kein beliebiges Wasserglas, wenn ich einen schönen Kelch zur Verfügung habe.
Der Kelch steht für mich hier für das Empfangen und das Weitergeben der roten Kraft.
Und ich halte Lust nicht für etwas, das in einer magischen Arbeit verschämt umschrieben werden muss.
Wenn das Ziel sexuelles Begehren ist, dann nenne ich es auch so.
Rote Magie muss nicht so tun, als hätte der Mensch keinen Körper.
Das rote Lebensrad
Dieses Ritual nehme ich, wenn die eigene rote Lebenskraft wieder deutlich in Bewegung gebracht werden soll.
Hier geht es nicht darum, einen anderen Menschen anzuziehen oder zu beeinflussen.
Die Arbeit richtet sich auf den eigenen Körper, die eigene Präsenz, den eigenen Willen, die Lust am Leben und die Kraft, wieder ins Tun, Fühlen und Begehren zu kommen.
Rote Magie besteht für mich nicht nur aus Liebe zwischen zwei Menschen.
Sie ist ebenso:
Lebenskraft.
Körper.
Blut.
Bewegung.
Wille.
Leidenschaft.
Und das eigene Feuer.
Für diese Arbeit nehme ich Brennnessel für Vitalität und Feuer, Petersilie für Vitalität, Thymian für Stärke und Liebstöckel für Lust und körperliche Anziehungskraft.
Zeit:
Morgens oder am frühen Abend.
Ich führe dieses Ritual nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen durch, weil die Arbeit auf Aktivierung und Bewegung ausgerichtet ist.
Mondphase:
Immer durchführbar.
Wenn ich einen Aufbau über mehrere Tage möchte, beginne ich bei zunehmendem Mond.
Du benötigst
- eine rote Kerze
- Brennnessel
- Petersilie
- Thymian
- Liebstöckel
- einen roten oder eisenhaltigen Stein
- vier kleine Schalen
- ein langes rotes Band
- ein Glas oder eine Schale mit klarem Wasser
- einen kleinen Spiegel
- ein Stück rotes Papier
- einen roten Stift
- optional ein Schmuckstück, das du häufig am Körper trägst
Durchführung
Stelle dich für dieses Ritual nicht einfach nur an einen Tisch.
Schaffe vor dir genügend Platz, damit du dich bewegen kannst.
Stelle die rote Kerze in die Mitte.
Um die Kerze werden vier Stationen gelegt.
Oben:
Brennnessel.
Rechts:
Thymian.
Unten:
Petersilie.
Links:
Liebstöckel.
In die Mitte vor die Kerze kommt der rote Stein.
Die Wasserschale steht außerhalb des Kreises.
Der Spiegel liegt zunächst mit der spiegelnden Seite nach unten.
Entzünde die rote Kerze.
Sprich:
**„Ich rufe heute nichts zu mir,
das einem anderen Menschen gehört.
Ich rufe zurück,
was in mir selbst lebt.“**
Nimm das rote Papier.
Schreibe deinen vollständigen Namen darauf.
Darunter schreibst du:
„Mein Körper.
Meine Kraft.
Mein Wille.
Mein Feuer.“
Lege den Zettel unter den roten Stein.
Sprich:
„Mein Name steht im Mittelpunkt dieser Arbeit.“
Jetzt stellst du dich vor die Brennnessel.
Nimm eine kleine Menge zwischen die Finger, bei getrockneter Brennnessel vorsichtig, damit sie die Haut nicht unnötig reizt.
Lege sie wieder ab.
Sprich:
**„Brennnessel,
du trägst Feuer und Widerstand.
Wecke in mir,
was sich nicht länger kleinhalten will.
Meine Kraft soll aufstehen.“**
Gehe im Uhrzeigersinn zur nächsten Station.
Zum Thymian.
Sprich:
**„Thymian,
gib meinem Willen Stärke.
Was ich beginne,
soll nicht an meiner eigenen Trägheit zerbrechen.
Was ich will,
soll Bewegung bekommen.“**
Gehe weiter zur Petersilie.
Sprich:
**„Petersilie,
rufe die Kraft des Lebendigen.
Körper und Geist sollen nicht stillstehen,
wenn Leben nach Bewegung verlangt.“**
Gehe weiter zum Liebstöckel.
Sprich:
**„Liebstöckel,
wecke Lust.
Nicht nur Lust auf einen Menschen.
Lust auf Berührung.
Lust auf Nähe.
Lust auf Schöpfung.
Lust auf Leben.“**
Jetzt gehst du zurück vor die rote Kerze.
Nimm das lange rote Band.
Halte ein Ende in der linken und eines in der rechten Hand.
Ziehe es vor deinem Körper gerade auseinander.
Sprich:
„Hier ist meine rote Linie.“
Führe das Band einmal locker um deine Taille.
Nicht festziehen.
Sprich:
„Mein Körper trägt meine Kraft.“
Führe es anschließend über Brusthöhe.
Nicht um den Hals.
Sprich:
„Mein Herz trägt meine Kraft.“
Nimm es wieder ab.
Halte es vor deiner Stirn.
Sprich:
„Mein Wille führt meine Kraft.“
Lege das Band anschließend kreisförmig um den roten Stein.
Jetzt gehst du einmal vollständig um die vier Kräuterstationen herum.
Beim ersten Rundgang gehst du langsam.
Sprich:
„Ich erwache.“
Beim zweiten etwas entschlossener:
„Ich bewege mich.“
Beim dritten:
„Ich nehme meinen Raum ein.“
Bleibe wieder vor der Kerze stehen.
Lege eine Hand auf den unteren Bauch.
Die andere auf die Brust.
Atme tief ein.
Beim Ausatmen sprich:
„Feuer.“
Noch einmal.
„Kraft.“
Noch einmal.
„Leben.“
Nun drehst du den Spiegel um.
Schau dich an.
Sprich:
**„Dieser Körper ist nicht nur Hülle.
Er ist mein Ort in dieser Welt.“**
Nimm etwas Brennnessel und lege es zum Stein.
„Feuer.“
Thymian:
„Stärke.“
Petersilie:
„Vitalität.“
Liebstöckel:
„Lust.“
Jetzt gießt du drei Tropfen Wasser auf den Stein.
Beim ersten:
„Ich nehme Kraft auf.“
Beim zweiten:
„Ich bringe Kraft in Bewegung.“
Beim dritten:
„Ich trage Kraft nach außen.“
Wenn du ein Schmuckstück verwendest, lege es jetzt auf den Stein.
Sprich:
**„Was ich später an meinem Körper trage,
erinnert mich an das,
was heute geweckt wurde.“**
Gesprochene Worte
Schau in den Spiegel und sprich:
**„Mein Name ist [Name].
Ich rufe meine rote Kraft.
Nicht morgen.
Nicht irgendwann.
Jetzt.
Was in mir müde geworden ist,
soll Bewegung finden.
Was in mir still geworden ist,
soll wieder antworten.
Was ich zurückgehalten habe,
soll seinen Platz einnehmen.
Brennnessel gibt Feuer.
Thymian gibt Stärke.
Petersilie trägt Vitalität.
Liebstöckel ruft Lust und Begehren zurück in das Lebendige.
Mein Körper gehört zum Weg meiner Magie.
Mein Wille gehört dazu.
Meine Leidenschaft gehört dazu.
Meine Lust gehört dazu.
Mein Zorn darf Kraft sein,
ohne mich zu beherrschen.
Mein Begehren darf leben,
ohne mich zu verschlingen.
Meine Freude darf Raum nehmen.
Meine Stimme darf Raum nehmen.
Mein Körper darf Raum nehmen.
Ich stehe.
Ich atme.
Ich bewege mich.
Ich will.
Ich lebe.
Die rote Kraft schläft nicht länger.
Sie bewegt sich durch mich,
und ich bewege mich mit ihr.
Sic fiat.“**
Nimm anschließend den roten Stein in beide Hände.
Stehe damit einen Moment still.
Danach hebst du ihn auf Brusthöhe.
Dann auf Bauchhöhe.
Dann wieder vor dein Herz.
Sprich:
**„Oben Wille.
Unten Leben.
Dazwischen ich.“**
Das rote Band wickelst du anschließend um den Stein.
Setze keinen Bindungsknoten.
Es wird lediglich darumgelegt.
Bewahre den Stein sieben Tage an deinem Ritualplatz auf oder trage ihn bei dir.
Wenn du ein Schmuckstück verwendet hast, kannst du dieses bereits am nächsten Tag tragen.
Beachte
Dieses Ritual arbeitet nicht mit einem fremden Menschen und versucht auch nicht, eine bestimmte Person herbeizurufen.
Es richtet die rote Arbeit vollständig auf die eigene Lebens-, Körper- und Willenskraft.
Innerhalb meiner spirituellen Arbeit kann sich das als mehr Tatendrang, stärkere Körperwahrnehmung, gesteigerte Sinnlichkeit, deutlichere Wünsche oder größere Bereitschaft zeigen, die eigene Meinung und die eigenen Bedürfnisse auszusprechen.
Das ist für mich kein Ritual des stillen Wartens.
Wer rote Lebenskraft ruft, ruft Bewegung.
Wenn danach der Wunsch entsteht, etwas anzufangen, zu verändern, auszugehen, kreativ zu werden, sich zu zeigen oder eine längst aufgeschobene Entscheidung zu treffen, gehört auch das Handeln zur Arbeit.
Tipp von mir
Ich mache dieses Ritual nicht im Sitzen.
Gerade hier wäre mir das zu widersprüchlich.
Ich möchte Lebenskraft wecken und bleibe dafür nicht eine Stunde regungslos vor einer Kerze sitzen.
Ich gehe.
Ich atme.
Ich richte mich auf.
Ich benutze meinen Körper.
Rote Magie darf körperlich sein.
Das Rosmarinsiegel der Treue
Dieses Ritual nehme ich, wenn eine bestehende Verbindung auf Treue, Beständigkeit und Loyalität ausgerichtet werden soll.
Bei einer Partnerschaft kann damit ausdrücklich sexuelle und partnerschaftliche Treue gemeint sein.
Bei einer Freundschaft oder einer anderen engen Verbindung kann dieselbe Arbeit auf Loyalität, Verlässlichkeit und das Einhalten eines gegebenen Wortes gerichtet werden.
Deshalb muss vor Beginn klar festgelegt werden, was „Treue“ in dieser Verbindung konkret bedeutet.
Für diese Arbeit nehme ich Rosmarin für Treue, Dill für Ehe und bestehende Partnerschaft, Majoran für Bindung und Liebesstärkung und Rose für das emotionale Band.
Zeit:
Freitagabend oder an einem Abend, an dem beide Menschen gemeinsam zur Ruhe kommen.
Mondphase:
Zunehmender Mond bis Vollmond.
Du benötigst
- zwei rote Kerzen
- Rosmarin
- Dill
- Majoran
- Rosenblüten
- zwei kleine Metallringe oder geschlossene Ringe aus Holz
- einen roten Faden
- ein Stück weißes Papier
- einen roten Stift
- zwei kleine persönliche Bezüge zu den betreffenden Menschen
beispielsweise Haare, Unterschriften, kleine Stofffäden aus getragenen Kleidungsstücken oder Fotos - rotes Siegelwachs oder eine rote Wachskerze
- ein kleines verschließbares Gefäß
- einen kleinen Schlüssel
- etwas Honig
- eine Schale
Durchführung
Schreibe auf das Papier zunächst den vollständigen Namen des ersten Menschen.
Darunter den Namen des zweiten.
Zwischen beide Namen schreibst du nicht einfach „Treue“.
Schreibe genau, was gesetzt werden soll.
Zum Beispiel:
„Treue in unserer Partnerschaft.“
Oder:
„Sexuelle Treue und Beständigkeit.“
Oder bei einer anderen Verbindung:
„Loyalität, Verlässlichkeit und das Einhalten unseres Wortes.“
Falte den Zettel noch nicht.
Stelle die beiden roten Kerzen links und rechts davon.
Entzünde die erste.
Sprich den ersten Namen.
Entzünde die zweite.
Sprich den zweiten.
Dann:
**„Zwei Namen.
Eine Vereinbarung.
Heute bekommt sie ein Siegel.“**
Lege den Rosmarin über die geschriebene Absicht.
Sprich:
**„Rosmarin,
du trägst Treue.
Halte das gegebene Wort im Gedächtnis.
Lass nicht leicht vergessen werden,
was zwischen diesen Menschen versprochen wurde.“**
Lege Dill dazu.
Sprich:
**„Dill,
steh über Haus und Verbindung.
Was miteinander aufgebaut wurde,
soll nicht leichtfertig gegen einen Augenblick eingetauscht werden.“**
Lege Majoran dazu.
Sprich:
**„Majoran,
stärke das Band.
Was Bestand haben soll,
soll Halt bekommen.“**
Lege einige Rosenblüten dazu.
Sprich:
**„Rose,
halte das Herz in Erinnerung daran,
warum dieses Band überhaupt gewählt wurde.“**
Nimm jetzt die beiden Ringe.
Lege einen auf den ersten Namen.
Den anderen auf den zweiten.
Sprich:
„Ein Ring hat kein offenes Ende.“
Nimm den roten Faden.
Führe ihn durch den ersten Ring.
Dann durch den zweiten.
Dann wieder durch den ersten.
Noch einmal durch den zweiten.
Jetzt liegen beide Ringe auf demselben Faden.
Sprich:
**„Was einer tut,
berührt die Verbindung.
Was der andere tut,
berührt die Verbindung.
Keiner handelt außerhalb dessen,
was gemeinsam gesetzt wurde.“**
Nimm die persönlichen Bezüge.
Lege den ersten in den ersten Ring.
Den zweiten in den anderen.
Wenn du Fotos verwendest, lege sie jeweils unter den entsprechenden Ring.
Gib einen winzigen Tropfen Honig auf die Mitte des Papieres.
Sprich:
**„Beständigkeit soll nicht nur Pflicht sein.
Sie soll ihren Wert behalten.“**
Jetzt ziehst du die beiden Ringe langsam näher zueinander.
Sie sollen sich schließlich berühren.
Setze den ersten Knoten in den roten Faden.
Sprich:
„Treue.“
Den zweiten:
„Beständigkeit.“
Den dritten:
„Loyalität.“
Wenn ausdrücklich sexuelle Treue gesetzt werden soll, sprich beim dritten Knoten stattdessen:
„Kein fremdes Begehren soll dieses Versprechen brechen.“
Jetzt faltest du das Papier von beiden Seiten nach innen.
Zuerst die Seite des ersten Namens.
Dann die Seite des zweiten.
Dadurch liegen beide Namen im Inneren.
Sprich:
**„Was außen versucht,
zwischen diese Namen zu treten,
findet hier keinen offenen Platz.“**
Lege die beiden verbundenen Ringe darauf.
Nimm das rote Siegelwachs.
Setze einen Wachspunkt auf die Faltung.
Drücke den kleinen Schlüssel kurz in das noch weiche Wachs oder verwende ein eigenes Siegel.
Sprich:
„Das Wort erhält ein Siegel.“
Der Schlüssel wird anschließend nicht im Wachs belassen.
Lege das versiegelte Papier, die verbundenen Ringe und etwas von den Kräutern in das Gefäß.
Schließe es.
Nimm den Schlüssel in die rechte Hand.
Gesprochene Worte
Sprich beide Namen.
Dann:
**„[Name] und [Name],
ich setze Treue auf dieses Band.
Rosmarin erinnert.
Dill bewahrt.
Majoran hält.
Rose erinnert das Herz an seinen Grund.
Was zwischen euch versprochen wurde,
soll nicht leicht werden,
nur weil Versuchung leicht erscheint.
Was aufgebaut wurde,
soll Gewicht haben.
Was gewählt wurde,
soll nicht im ersten fremden Blick vergessen sein.
Wenn ein anderer Mensch lockt,
soll Erinnerung an dieses Band dazwischenstehen.
Wenn Begehren nach außen geht,
soll das gegebene Wort sich melden.
Wenn Zweifel kommen,
soll nicht Heimlichkeit die erste Antwort sein.
Treue steht zwischen Versuchung und Handlung.
Beständigkeit steht zwischen Augenblick und Entscheidung.
Das Wort bleibt sichtbar,
auch wenn niemand zusieht.
Diese Verbindung kennt ihre Grenze.
Diese Verbindung kennt ihr Versprechen.
Diese Verbindung trägt ihr Siegel.
Sic fiat.“**
Lege den Schlüssel vor das Gefäß.
Lass alles sieben Nächte stehen.
Danach bewahrst du Gefäß und Schlüssel getrennt voneinander auf.
Das Gefäß bleibt geschlossen, solange die Treuearbeit bestehen soll.
Beachte
Vor diesem Ritual muss Treue eindeutig benannt werden.
Das Wort allein ist zu ungenau.
Für den einen Menschen bedeutet Treue ausschließlich sexuelle Exklusivität.
Für einen anderen gehören emotionale Exklusivität, Ehrlichkeit oder bestimmte gemeinsam gesetzte Grenzen dazu.
Magisch arbeite ich nicht mit einer schwammigen Forderung und hoffe anschließend, dass sie schon irgendwie das Richtige trifft.
Ich benenne, was gehalten werden soll.
Das Ritual setzt eine bestehende Verbindung fester.
Gerade deshalb ist es keine Arbeit, die ich für eine vollkommen unverbindliche Bekanntschaft wählen würde.
Tipp von mir
Ich verwende hier lieber zwei echte geschlossene Ringe als einfach zwei Kreise auf Papier.
Ein Ring lässt sich nicht öffnen, ohne dass etwas mit ihm geschieht.
Das passt zur Aufgabe.
Und ich schreibe die Bedeutung von Treue immer auf den Zettel.
Denn später soll nicht die Frage entstehen:
„Was genau hatte ich damals eigentlich gebunden?“
Der rote Bund der zwei Namen
Dieses Ritual ist eine starke Liebes- und Partnerbindung.
Ich nehme es nicht für Aufmerksamkeit.
Nicht für einen ersten Flirt.
Nicht dafür, dass jemand häufiger an einen denkt.
Hier wird ein Band bewusst festgesetzt.
Es richtet sich an zwei Menschen, zwischen denen eine Liebes- oder Partnerverbindung bestehen oder dauerhaft hergestellt werden soll.
Für andere Formen von Liebe kann eine Bindungsarbeit angepasst werden, aber dieses Ritual ist ausdrücklich als Liebes- und Partnerbindung aufgebaut.
Für diese Arbeit nehme ich Majoran für Bindung und Partnerbindung, Rose für Liebe, Dill für die Verbindung innerhalb einer Partnerschaft und Liebstöckel für Anziehung und sexuelle Bindung.
Blut verwende ich hier noch nicht.
Die Blutbindung ist eine eigene, stärkere Arbeit.
Zeit:
Nach Sonnenuntergang.
Für diese Arbeit nehme ich mir Zeit und führe sie nicht zwischen zwei anderen Dingen durch.
Mondphase:
Zunehmender Mond bis Vollmond.
Du benötigst
- zwei Figuren aus Bienenwachs oder zwei selbst geformte Wachskörper
- eine dunkelrote Kerze
- eine rote Kerze
- Majoran
- Rosenblüten
- Dill
- Liebstöckel
- einen langen roten Faden
- ein schmales dunkelrotes Band
- zwei kleine Papierstreifen
- einen roten Stift
- jeweils einen persönlichen Bezug zu beiden Menschen
besonders geeignet sind Haare, eine Unterschrift oder ein kleines Stück getragenen Stoffes - eine Schale
- etwas Honig
- einen kleinen Magnetstein oder zwei kleine Steine, die sich gut aneinanderlegen lassen
- rotes Siegelwachs
- eine kleine Schachtel oder ein festes Gefäß
Durchführung
Forme die beiden Wachskörper so, dass du eindeutig weißt, welcher für welchen Menschen steht.
Sie müssen keine kunstvollen Figuren sein.
Es reicht, wenn Kopf und Körper erkennbar sind.
Schreibe den vollständigen Namen des ersten Menschen auf einen Papierstreifen.
Den zweiten Namen auf den anderen.
Lege jedem Wachskörper seinen Namen zu.
Wenn Haare oder kleine Stofffäden verwendet werden, drücke sie vorsichtig in den jeweiligen Wachskörper.
Sprich beim ersten:
„Dieser Körper trägt [Name].“
Beim zweiten:
„Dieser Körper trägt [Name].“
Die beiden Figuren werden zunächst weit voneinander entfernt aufgestellt.
Stelle die rote Kerze hinter die erste.
Die dunkelrote hinter die zweite.
Entzünde beide.
Sprich:
**„Zwei Menschen.
Zwei Willen.
Zwei Wege.
Heute setze ich ein Band zwischen ihnen.“**
Lege den Majoran in die Mitte.
Sprich:
**„Majoran,
du trägst Bindung.
Was heute zusammengeführt wird,
soll Halt bekommen.“**
Lege Rose dazu.
**„Rose,
fülle das Band mit Liebe.
Nicht leerer Gewohnheit.
Nicht bloßer Nähe.
Liebe soll darin leben.“**
Lege Dill dazu.
**„Dill,
halte die Verbindung im gemeinsamen Leben.
Was miteinander aufgebaut wird,
soll Bestand erhalten.“**
Lege Liebstöckel dazu.
**„Liebstöckel,
halte Anziehung zwischen diesen Körpern.
Nähe soll nicht kalt werden.
Begehren soll das Band kennen.“**
Nimm jetzt den Magnetstein beziehungsweise die beiden passenden Steine.
Lege ihn oder sie in die Mitte der Kräuter.
Schiebe die erste Wachsfigur ein kleines Stück darauf zu.
Sprich:
„[Name], dein Weg geht zur Verbindung.“
Dann die zweite.
„[Name], auch dein Weg geht zur Verbindung.“
Wieder die erste.
„Nähe.“
Die zweite.
„Liebe.“
Die erste:
„Begehren.“
Die zweite:
„Bindung.“
Fahre fort, bis beide Wachskörper direkt nebeneinander vor dem Stein stehen.
Jetzt legst du zwischen ihre Brustseiten eine einzelne Rosenblüte.
Sprich:
„Zwischen euch liegt das Herz des Bundes.“
Drücke die Wachskörper vorsichtig aneinander.
Nur so weit, dass sie miteinander Kontakt haben.
Wenn das Wachs weich genug ist, können ihre Seiten leicht miteinander verbunden werden.
Nimm etwas Honig.
Gib einen winzigen Punkt auf die Stelle, an der die Figuren sich berühren.
Sprich:
**„Was sich verbindet,
soll nicht nur durch Zwang zusammenstehen.
Es soll einen Grund haben,
die Nähe zu suchen.“**
Jetzt kommt der rote Faden.
Führe ihn zuerst einmal um beide Figuren auf Höhe der Füße.
Setze einen Knoten.
Sprich:
„Eure Wege.“
Ein zweites Mal um beide auf Höhe des Bauches.
Setze einen Knoten.
„Euer Begehren.“
Ein drittes Mal auf Brusthöhe.
Nicht um Hals oder Kopf.
Setze einen Knoten.
„Eure Liebe.“
Nimm nun das dunkelrote Band.
Führe es einmal vollständig um beide Figuren.
Setze einen festen Knoten auf der Rückseite.
Sprich:
**„Und über allem:
der Bund.“**
Jetzt nimmst du die beiden Namenszettel.
Lege sie übereinander.
Nicht nebeneinander.
Drehe einen der beiden um, sodass beide beschriebenen Seiten zueinander zeigen.
Damit liegen die Namen einander zugewandt.
Sprich:
„Name zu Name.“
Lege beide Zettel unter die verbundenen Figuren.
„Weg zu Weg.“
Lege Majoran darauf.
„Band zu Band.“
Rose:
„Herz zu Herz.“
Dill:
„Leben zu Leben.“
Liebstöckel:
„Körper zu Körper.“
Nimm etwas rotes Siegelwachs.
Setze einen Wachspunkt auf den Knoten des dunkelroten Bandes.
Sprich:
**„Was gebunden wurde,
wird versiegelt.“**
Halte anschließend beide Hände über die Figuren.
Gesprochene Worte
Sprich beide vollständigen Namen.
Dann:
**„[Name] und [Name],
ich setze heute ein rotes Band zwischen euch.
Nicht für einen Augenblick.
Nicht für einen flüchtigen Blick.
Nicht für eine einzelne Nacht.
Majoran bindet.
Rose hält die Liebe im Band.
Dill hält die Verbindung im gemeinsamen Leben.
Liebstöckel hält Anziehung und Begehren zwischen euch.
Eure Wege kennen einander.
Eure Körper kennen einander.
Eure Herzen kennen einander.
Eure Namen liegen einander zugewandt.
Was euch verbindet,
soll Gewicht bekommen.
Was euch auseinanderzieht,
soll nicht leicht stärker werden als dieses Band.
Wenn Entfernung kommt,
soll Sehnsucht antworten.
Wenn Kälte kommt,
soll Erinnerung an Wärme antworten.
Wenn fremde Anziehung kommt,
soll das gemeinsame Band sich bemerkbar machen.
Wenn Zweifel kommen,
soll die Verbindung nicht beim ersten Wind zerbrechen.
Ein Knoten liegt auf euren Wegen.
Ein Knoten liegt auf eurem Begehren.
Ein Knoten liegt auf eurer Liebe.
Und ein Band hält alles zusammen.
[Name] zu [Name].
[Name] zu [Name].
Zwei Namen.
Ein Bund.
Was ich gebunden habe,
trägt von nun an die rote Kraft dieser Verbindung.
Sic fiat.“**
Nimm die beiden verbundenen Figuren anschließend gemeinsam auf.
Nicht mehr voneinander trennen.
Lege sie zusammen mit den Namenszetteln und einem Teil der Kräuter in die Schachtel.
Schließe sie.
Die übrigen Kräuter bleiben für eine Nacht vor der Schachtel liegen.
Danach werden sie entsorgt.
Die Schachtel wird an einem geschützten Ort aufbewahrt, solange die Bindung bestehen soll.
Beachte
Hier gilt genau das, was ich vor den Ritualen zur roten Magie bereits erklärt habe:
Eine starke Bindung betrifft normalerweise nicht nur den Menschen, der gebunden werden soll.
Wer jemanden an sich bindet, bindet auch sich selbst an diese Verbindung.
Deshalb frage dich nicht nur:
Möchtest du, dass dieser Mensch bei dir bleibt?
Frag dich ebenso:
Möchtest du selbst an diesen Menschen gebunden bleiben – egal, was später geschieht, wie er sich verändert oder was er tut?
Menschen verändern sich.
Gefühle verändern sich.
Lebenswege verändern sich.
Gebunden ist meistens gebunden.
Eine Bindung lässt sich wieder lösen.
Aber das Lösen ist eine eigene magische Arbeit und kann erheblich aufwendiger sein als das ursprüngliche Setzen des Bandes.
Die Wachskörper werden deshalb nach diesem Ritual nicht aus Neugier wieder auseinandergenommen.
Wenn die Bindung beendet werden soll, wird sie bewusst gelöst.
Tipp von mir
Ich mag bei einer starken Bindung keine Materialien, die schon beim ersten Anfassen auseinanderfallen.
Deshalb nehme ich hier lieber Wachs, Faden, Band und Siegel.
Jede Ebene macht etwas anderes:
Der persönliche Bezug gibt den Figuren ihre Zuordnung.
Die Kräuter bestimmen die Art des Bandes.
Der Faden setzt die einzelnen Knoten.
Das breite Band hält beide zusammen.
Das Siegel schließt die Arbeit.
Eine starke Bindung soll für mich auch im Aufbau zeigen, dass sie etwas anderes ist als ein Liebeswunsch mit einer roten Kerze.
Die sieben Knoten des Liebeszwangs
Dieses Ritual gehört zu den starken Arbeiten der roten Magie.
Ich nehme es nicht für Sympathie.
Nicht für eine erste Begegnung.
Nicht dafür, dass jemand häufiger an einen denkt.
Hier wird die Arbeit bewusst auf Liebe, Begehren, Bindung und Willen eines bestimmten Menschen gesetzt.
Der Unterschied zu einer gewöhnlichen Liebesbindung ist deutlich:
Bei einer Bindung wird eine Verbindung festgesetzt.
Beim Liebeszwang soll der betreffende Mensch immer wieder zu dieser Verbindung, zu seinen Gefühlen und zu der gebundenen Person zurückgezogen werden.
Für diese Arbeit nehme ich aus meinen Kräutern:
Rose für Liebe und Liebeszwang.
Dill für Liebeszwang.
Majoran für Partnerbindung.
Liebstöckel für Lust und sexuelle Bindung.
Lavendel für die Beeinflussung des Willens.
Kalmus für Herrschaft über Worte und Willen.
Damit hat jede Pflanze eine eigene Aufgabe.
Zeit:
Nach Sonnenuntergang.
Diese Arbeit führe ich ungestört und ohne Zeitdruck durch.
Mondphase:
Zunehmender Mond bis Vollmond.
Du benötigst
- eine dunkelrote Kerze
- eine schwarze oder sehr dunkelrote Kerze
- Rosenblüten
- Dill
- Majoran
- Liebstöckel
- Lavendel
- Kalmus
- einen langen roten Baumwollfaden
- sieben kurze rote Fäden
- ein Foto oder einen eindeutigen persönlichen Bezug zur betreffenden Person
- einen Papierstreifen mit ihrem vollständigen Namen
- einen Papierstreifen mit dem Namen der Person, an die gebunden werden soll
- einen roten Stift
- eine kleine Wachsfigur
- einen kleinen Magnetstein
- etwas Honig
- rotes Siegelwachs
- ein verschließbares dunkles Gefäß oder eine feste Schachtel
Durchführung
Stelle die dunkelrote Kerze vor dich.
Die zweite Kerze steht dahinter.
Entzünde zuerst die dunkelrote Kerze.
Sprich:
**„Ich rufe die Kraft der Liebe,
die nicht flüchtig bleibt.“**
Entzünde die zweite.
Sprich:
**„Ich rufe die Kraft,
die hält,
zieht
und nicht leicht loslässt.“**
Lege den Namenszettel der betreffenden Person vor dich.
Darauf kommt das Foto oder der persönliche Bezug.
Sprich den vollständigen Namen dreimal.
Dann:
„Dieser Name ist das Ziel dieser Arbeit.“
Nimm die Wachsfigur.
Drücke den Namenszettel beziehungsweise einen kleinen Teil davon an die Figur oder lege ihn unmittelbar darunter.
Sprich:
**„Diese Figur trägt deinen Namen in dieser Arbeit.
[Name].“**
Der zweite Namenszettel kommt gegenüber.
Sprich:
**„Und dies ist der Name,
zu dem das Band geführt wird.
[Name].“**
Lege den Magnetstein zwischen beide.
Noch besteht Abstand.
Jetzt kommen die sechs Kräuter.
Lege die Rose vor die Wachsfigur.
Sprich:
**„Rose,
setze Liebe in dieses Band.“**
Dill daneben.
**„Dill,
halte das Gefühl,
wenn es ausweichen will.“**
Majoran:
**„Majoran,
mache aus flüchtiger Nähe Bindung.“**
Liebstöckel:
**„Liebstöckel,
halte Lust und körperliche Anziehung
an diesem Band.“**
Lavendel:
**„Lavendel,
geh in Gedanken und Willen.
Lass diese Verbindung nicht einfach vergessen werden.“**
Kalmus:
**„Kalmus,
gib dem gesetzten Wort Gewicht.
Wo der Wille davonstrebt,
soll mein gesetzter Weg dagegenstehen.“**
Jetzt nimmst du den langen roten Faden.
Führe ihn von der Wachsfigur zum Magnetstein.
Vom Magnetstein zum zweiten Namen.
Dann wieder zurück zur Figur.
Wiederhole diesen Weg siebenmal.
Noch wird nichts verknotet.
Sprich bei jeder Runde:
**„Von dir zur Verbindung.
Von der Verbindung zum Namen.
Vom Namen zurück zu dir.“**
Nach der siebten Runde nimmst du die sieben kurzen roten Fäden.
Jetzt werden die sieben Knoten gesetzt.
Erster Knoten – der Gedanke
Binde den ersten kurzen Faden um den langen.
Sprich:
**„Wenn dein Gedanke wandert,
kehrt mein Name in ihn zurück.“**
Zweiter Knoten – die Erinnerung
**„Was zwischen uns liegt,
soll nicht einfach verblassen.“**
Dritter Knoten – das Gefühl
**„Dein Herz soll nicht kalt bleiben,
wenn mein Name dich erreicht.“**
Vierter Knoten – die Sehnsucht
**„Entfernung soll Sehnsucht nähren,
nicht Vergessen.“**
Fünfter Knoten – das Begehren
**„Dein Körper soll sich erinnern,
wohin sein Begehren geführt wurde.“**
Sechster Knoten – der Wille
**„Wenn dein Wille sich abwendet,
soll dieses Band Gewicht erhalten.“**
Siebter Knoten – die Bindung
Beim letzten Knoten ziehst du den Faden deutlich fest.
Sprich:
**„Sieben Knoten.
Sieben Wege.
Ein Band.“**
Jetzt schiebst du die Wachsfigur langsam zum Magnetstein.
Dann den zweiten Namen ebenfalls dorthin.
Lege beide so, dass der Magnetstein zwischen ihnen liegt.
Gib einen kleinen Punkt Honig auf einen separaten Rosenblütenkelch oder ein Rosenblatt und lege ihn daneben.
Sprich:
**„Was hält,
soll auch gesucht werden.“**
Wickle den langen roten Faden anschließend um Wachsfigur, Magnetstein und den gefalteten zweiten Namenszettel.
Nicht hastig.
Runde für Runde.
Dabei sprichst du immer wieder:
**„Gedanke.
Erinnerung.
Gefühl.
Sehnsucht.
Begehren.
Wille.
Bindung.“**
Wenn alles fest zusammenliegt, setzt du rotes Siegelwachs auf den letzten Fadenabschluss.
Sprich:
**„Sieben Knoten sind gesetzt.
Das Band ist geschlossen.“**
Gesprochene Worte
Sprich:
**„[Name],
ich rufe deinen Namen in die rote Kraft.
Rose legt Liebe auf deinen Weg.
Dill hält,
was sich lösen will.
Majoran bindet,
was nicht flüchtig bleiben soll.
Liebstöckel ruft Begehren und körperliche Erinnerung.
Lavendel geht in Gedanken und Willen.
Kalmus gibt meinem gesetzten Wort Gewicht.
Du denkst.
Du erinnerst dich.
Du fühlst.
Du vermisst.
Du begehrst.
Du kehrst zurück zu dem Band,
das heute gesetzt wird.
Entfernung soll nicht Vergessen bringen.
Schweigen soll das Band nicht löschen.
Ein fremder Blick soll nicht stärker sein.
Ein neuer Weg soll dieses Band nicht leicht überdecken.
Sieben Knoten halten sieben Ebenen.
Gedanke.
Erinnerung.
Gefühl.
Sehnsucht.
Begehren.
Wille.
Bindung.
Was sich von diesem Band entfernt,
spürt seinen Zug.
Was versucht zu vergessen,
findet Erinnerung.
Was kalt werden will,
findet die rote Kraft wieder vor sich.
Sieben Knoten.
Ein Name.
Ein Band.
Sic fiat.“**
Lege die gesamte Arbeit anschließend in das dunkle Gefäß.
Verschließe es.
Das Gefäß bleibt geschlossen, solange diese Arbeit bestehen soll.
Beachte
Das ist keine leichte Liebesarbeit.
Sie arbeitet ausdrücklich mit Bindung und Einfluss auf einen bestimmten Menschen.
Und hier gilt mein Grundsatz zur Bindung besonders deutlich:
Wer einen Menschen an sich bindet, bindet normalerweise auch sich selbst an diese Verbindung.
Gefühle verändern sich.
Menschen verändern sich.
Lebenssituationen verändern sich.
Der Liebeszwang löst dieses Problem nicht – er macht das Band gerade stärker.
Gebunden ist meistens gebunden.
Soll diese Arbeit später beendet werden, wird sie nicht einfach in den Müll geworfen.
Die sieben Knoten müssen bewusst gelöst und die Bindungsarbeit beendet werden.
Tipp von mir
Die sieben Knoten sind für mich keine Dekoration.
Jeder hält eine andere Ebene.
Deshalb sage ich beim späteren Lösen auch nicht einfach: „Alles ist vorbei.“
Ich löse sie in umgekehrter Reihenfolge:
**Bindung.
Wille.
Begehren.
Sehnsucht.
Gefühl.
Erinnerung.
Gedanke.**
Eine Arbeit, die Schicht für Schicht gesetzt wurde, löse ich auch Schicht für Schicht.
Der Blutbund der zwei Herzen
Der Blutbund gehört für mich zu den stärksten persönlichen Bindungsarbeiten der roten Magie.
Hier bekommt das Blut eine konkrete Aufgabe.
Es steht nicht einfach deshalb im Ritual, damit die Arbeit dramatischer aussieht.
Blut trägt den persönlichen Bezug unmittelbar in den Bund.
Darum verwende ich in einer solchen Arbeit ausschließlich eigenes Blut beziehungsweise Blut der Person, von der es bewusst für die Arbeit stammt.
Ich beschreibe hier nicht, wie Blut gewonnen wird.
Für die Arbeit genügt ein bereits sicher vorhandener kleiner Tropfen.
Wer kein Blut verwenden möchte, nimmt ersatzweise sehr dunklen Rotwein. Das ist eine Ersatzform und nicht vollkommen identisch mit einer persönlichen Blutbindung.
Für den Kräuterteil nehme ich:
Rose für Liebe.
Majoran für Bindung.
Liebstöckel für körperliche und sexuelle Verbindung.
Rosmarin für Treue.
Dill für Partnerschaft und das Halten des Bandes.
Zeit:
Nach Sonnenuntergang.
Diese Arbeit wird nicht nebenbei durchgeführt.
Mondphase:
Zunehmender Mond oder Vollmond.
Du benötigst
- zwei kleine rote Wachsscheiben oder Wachstafeln
- zwei dunkelrote Kerzen
- Rose
- Majoran
- Liebstöckel
- Rosmarin
- Dill
- zwei Namenszettel
- persönliche Bezüge zu beiden Menschen
- einen langen roten Faden
- ein dunkelrotes Band
- einen kleinen Magnetstein
- rotes Siegelwachs
- einen kleinen Tropfen eigenen Blutes beziehungsweise des bewusst für diese Arbeit vorhandenen Blutes
- ersatzweise sehr dunklen Rotwein
- eine kleine verschließbare Schachtel
Durchführung
Lege die beiden Wachsscheiben getrennt vor dich.
Schreibe jeweils einen Namen auf einen eigenen Zettel.
Lege den ersten Namen unter die erste Wachsscheibe.
Den zweiten unter die andere.
Persönliche Bezüge kommen jeweils zur passenden Seite.
Entzünde beide dunkelroten Kerzen.
Sprich:
**„Zwei Namen.
Zwei Leben.
Zwei eigene Wege.“**
Nimm die erste Wachsscheibe.
Ritze mit einem stumpfen Ritualwerkzeug oder schreibe in das weiche Wachs den Anfangsbuchstaben des ersten Namens.
Bei der zweiten entsprechend den anderen.
Sprich:
„Dieses Zeichen trägt [Name].“
Nun legst du um die erste Scheibe etwas Rose und Majoran.
Um die zweite ebenfalls.
Sprich:
**„Liebe auf beiden Seiten.
Bindung auf beiden Seiten.“**
Lege den Magnetstein in die Mitte.
Davor kommt Liebstöckel.
Sprich:
„Begehren erhält einen Mittelpunkt.“
Rosmarin kommt oberhalb.
„Treue steht über dem Band.“
Dill unterhalb.
„Beständigkeit hält den gemeinsamen Raum.“
Jetzt nimmst du den roten Faden.
Führe ihn einmal um die erste Wachsscheibe.
Dann um den Magnetstein.
Dann um die zweite.
Zurück zum Magnetstein.
Zur ersten.
Wieder zur zweiten.
Drei vollständige Durchgänge.
Sprich:
**„Ein Weg von dir zu dir.
Ein Weg zurück.
Ein Weg, der beide Namen kennt.“**
Jetzt kommt der persönliche Teil.
Gib einen kleinen Tropfen Blut auf deinen eigenen Namenszettel beziehungsweise auf die dafür bestimmte Wachsscheibe.
Wenn für beide Personen jeweils bewusst vorhandenes eigenes Material verwendet wird, bleibt jedes Material zunächst auf seiner eigenen Seite.
Sprich:
**„Blut trägt Leben.
Blut trägt Namen.
Blut trägt persönlichen Anteil.
Was hier von mir liegt,
gehört zu mir.“**
Bei Rotwein:
**„Rot trägt das Zeichen der Lebenskraft
an die Stelle des Blutes.“**
Warte einen Moment.
Dann legst du beide Wachsscheiben langsam aufeinander.
Die markierten Seiten zeigen nach innen.
Zwischen beiden liegt ein kleines Rosenblatt.
Sprich:
„Zwei Seiten werden ein Inneres.“
Drücke das Wachs vorsichtig zusammen.
Nimm den roten Faden.
Wickle ihn siebenmal um beide Wachsscheiben.
Beim ersten Umlauf:
„Name.“
Beim zweiten:
„Blut.“
Dritten:
„Herz.“
Vierten:
„Begehren.“
Fünften:
„Treue.“
Sechsten:
„Bindung.“
Siebten:
„Bund.“
Setze drei feste Knoten.
Beim ersten:
„Was lebt.“
Beim zweiten:
„Was liebt.“
Beim dritten:
„Was gebunden wird.“
Jetzt kommt das dunkelrote Band darüber.
Binde damit die Wachsscheiben und den Magnetstein zusammen.
Der Magnetstein liegt außen am Wachspaket an.
Sprich:
**„Was entfernt wird,
soll den Zug des Bundes kennen.“**
Versiegle den Knoten mit rotem Wachs.
Gesprochene Worte
Sprich beide Namen:
**„[Name] und [Name].
Nicht nur eure Namen liegen in dieser Arbeit.
Persönliche Kraft trägt diesen Bund.
Rose hält das Herz.
Majoran setzt Bindung.
Liebstöckel hält Begehren.
Rosmarin erinnert an Treue.
Dill hält den gemeinsamen Raum.
Was von mir stammt,
kennt mich.
Was von dir stammt,
kennt dich.
Und was heute miteinander verbunden wird,
kennt von nun an beide Namen.
Von Herz zu Herz.
Von Körper zu Körper.
Von Erinnerung zu Erinnerung.
Von Weg zu Weg.
Der Bund soll sich bemerkbar machen,
wenn Entfernung entsteht.
Er soll sich bemerkbar machen,
wenn Kälte entsteht.
Er soll sich bemerkbar machen,
wenn ein anderer Weg stärker werden will.
Was miteinander versiegelt wurde,
trägt seine Verbindung weiter.
Nicht nur im Wort.
Nicht nur im Wunsch.
Im persönlichen Zeichen.
Im roten Band.
Im gesetzten Siegel.
Zwei Namen.
Zwei Herzen.
Ein Bund.
Sic fiat.“**
Lege die Arbeit in die Schachtel.
Schließe sie.
Bewahre sie getrennt von gewöhnlichen Ritualmaterialien auf.
Beachte
Eine Blutbindung ist innerhalb meiner Praxis eine persönliche Bindungsarbeit von hohem Gewicht.
Deshalb benutze ich Blut nicht als bloße Verstärkung für jedes beliebige Liebesritual.
Der persönliche Bezug ist gerade der Sinn dieser Arbeit.
Und auch hier gilt:
Der Bund betrifft beide Seiten der Verbindung.
Wer heute unbedingt mit einem Menschen verbunden sein möchte, kann Jahre später anders darüber denken.
Das ändert nicht rückwirkend die Absicht, mit der eine solche Arbeit gesetzt wurde.
Soll der Blutbund beendet werden, braucht es eine eigene Lösungsarbeit.
Blut oder andere Körpermaterialien werden außerdem niemals geteilt, eingenommen oder auf andere Menschen aufgetragen.
Tipp von mir
Ich unterscheide sehr klar zwischen:
„Ich möchte diese Person.“
und
„Ich möchte einen persönlichen Bund mit dieser Person setzen.“
Das ist nicht dasselbe.
Für den ersten Wunsch brauche ich keinen Blutbund.
Wenn ich Blut in eine Arbeit nehme, dann nur, weil der persönliche Anteil selbst Bestandteil des Rituals sein soll.
Sonst lasse ich es weg.
Der rote Samen – Fruchtbarkeit und Schöpfung
Dieses Ritual zeigt eine andere Seite der roten Magie.
Nicht jede rote Arbeit richtet sich auf einen bestimmten Menschen.
Nicht jede rote Arbeit bindet.
Nicht jede rote Arbeit arbeitet mit Sexualität.
Rote Kraft ist ebenso die Kraft, aus der etwas entsteht.
Deshalb nehme ich dieses Ritual für:
Fruchtbarkeit.
Kinderwunsch als spirituelle Begleitarbeit.
Schöpferische Kraft.
Ein gemeinsames Vorhaben.
Eine neue Lebensphase.
Künstlerische Arbeit.
Ein Werk, das wachsen soll.
Oder etwas, das zwei Menschen gemeinsam in die Welt bringen möchten.
Der Kern ist immer derselbe:
Aus etwas Kleinem soll etwas Lebendiges und Eigenständiges wachsen.
Aus meiner Kräutertabelle gehört hier besonders die Mistel zur Fruchtbarkeit.
Da Mistel giftig ist, verwende ich sie ausschließlich geschlossen und symbolisch.
Sie wird bei diesem Ritual nicht verbrannt, nicht als Tee verwendet und nicht eingenommen.
Dazu nehme ich Mädesüß für Glück und Liebe, Rose für das Herz und Petersilie für Vitalität.
Zeit:
Am Morgen oder frühen Abend.
Mondphase:
Zunehmender Mond.
Für Arbeiten des Wachsens beginne ich bevorzugt kurz nach Neumond und lasse sie mit dem Mond zunehmen.
Du benötigst
- einen kleinen Blumentopf
- Erde
- einen ungiftigen keimfähigen Samen einer Pflanze deiner Wahl
- eine rote Kerze
- eine weiße Kerze
- Petersilie
- Mädesüß
- Rosenblüten
- ein kleines geschlossenes Glasröhrchen oder Miniaturgefäß
- ein sehr kleines Stück Mistel für dieses verschlossene Gefäß
- einen roten Stein
- ein Stück Papier
- einen roten Stift
- Wasser
- einen roten Faden
Durchführung
Fülle den Topf zunächst nur zur Hälfte mit Erde.
Stelle ihn in die Mitte.
Links davon steht die weiße Kerze.
Rechts die rote.
Entzünde die weiße Kerze.
Sprich:
**„Ich öffne Raum für das,
was noch nicht sichtbar ist.“**
Entzünde die rote.
Sprich:
„Ich rufe Leben und Wachstum in diesen Raum.“
Lege den Samen vor den Topf.
Noch nicht einpflanzen.
Schreibe auf den Zettel genau, was wachsen soll.
Bei einer schöpferischen Arbeit beispielsweise:
„Mein Buch erhält Form und wird vollendet.“
Bei einem gemeinsamen Vorhaben:
„Unser gemeinsames Werk wächst und erhält Bestand.“
Bei einer spirituellen Begleitung eines Kinderwunsches:
„Ich öffne meinen Weg für neues Leben und begleite diesen Wunsch mit meiner roten Arbeit.“
Keine medizinische Garantie.
Kein Versprechen.
Die magische Arbeit begleitet den Wunsch.
Falte den Zettel einmal zu dir hin.
Lege ihn unter den Topf.
Sprich:
„Unter allem Sichtbaren liegt zuerst die Absicht.“
Nimm die Petersilie.
Lege etwas auf die Erde.
Sprich:
**„Petersilie,
gib Vitalität dem,
was wachsen soll.“**
Mädesüß:
**„Mädesüß,
lege Glück auf seinen Weg.“**
Rose:
**„Rose,
gib Herz und Liebe zu dem,
was entstehen soll.“**
Jetzt nimmst du das geschlossene Röhrchen mit dem kleinen Stück Mistel.
Halte es zwischen beiden Händen.
Sprich:
**„Mistel,
du trägst für mich das Zeichen der Fruchtbarkeit.
Du bleibst geschlossen.
Deine Aufgabe ist Symbol und Zuordnung,
nicht Verzehr und nicht Rauch.“**
Lege das geschlossene Röhrchen neben den Topf, nicht hinein.
Jetzt nimmst du den Samen.
Halte ihn auf deiner geöffneten Hand.
Betrachte ihn.
Sprich:
**„Klein bedeutet nicht bedeutungslos.
Alles Große beginnt an einem Punkt,
an dem es noch nicht sichtbar war.“**
Halte die andere Hand darüber.
Sprich:
„In dir liegt Möglichkeit.“
Drücke mit dem Finger eine kleine Mulde in die Erde.
Lege den Samen hinein.
Noch nicht bedecken.
Sprich:
„Ich setze die Möglichkeit in die Erde.“
Nimm den roten Stein.
Halte ihn über den Samen.
Sprich:
**„Rote Kraft,
gib Bewegung zum Wachstum.“**
Lege den Stein anschließend neben den Topf.
Bedecke den Samen mit Erde.
Sprich:
**„Was jetzt verborgen ist,
ist nicht verloren.
Es beginnt.“**
Nimm das Wasser.
Gieße eine kleine, für den Samen angemessene Menge auf die Erde.
Sprich:
**„Was wachsen soll,
erhält Nahrung.“**
Jetzt nimmst du den roten Faden.
Lege ihn einmal locker um den Blumentopf.
Setze keinen festen Bindungsknoten.
Nur eine lösbare Schleife.
Sprich:
**„Ich halte Raum für Wachstum.
Ich fessele es nicht.“**
Stelle den roten Stein vor den Topf.
Die Mistel bleibt im verschlossenen Gefäß dahinter.
Gesprochene Worte
Sprich:
**„Was heute klein vor mir liegt,
trägt Möglichkeit.
Erde nimmt auf.
Wasser nährt.
Rote Kraft bewegt.
Petersilie trägt Vitalität.
Mädesüß gibt Glück auf den Weg.
Rose gibt Herz.
Mistel trägt das Zeichen der Fruchtbarkeit,
geschlossen und bewahrt.
Was entstehen soll,
beginnt seinen Weg.
Was wachsen soll,
erhält Raum.
Was geschaffen werden soll,
soll nicht nur Wunsch bleiben.
Ich nähre es.
Ich begleite es.
Ich handle dafür.
Aus Absicht wird Bewegung.
Aus Bewegung wird Form.
Aus Form wird etwas,
das seinen eigenen Platz in dieser Welt erhält.
Wachse,
was wachsen soll.
Entstehe,
was entstehen soll.
Werde sichtbar,
was heute noch verborgen liegt.
Sic fiat.“**
Lass beide Kerzen noch eine Weile brennen und lösche sie anschließend sicher.
Pflege den Samen danach wie eine wirkliche Pflanze.
Das gehört zum Ritual.
Nicht nur am ersten Tag.
Der rote Stein bleibt beim Topf.
Das geschlossene Mistelgefäß bleibt während der Aufbauzeit ebenfalls dort.
Wenn die Pflanze deutlich wächst, nimmst du die Schleife vom Topf.
Sprich:
**„Was Wurzeln gefunden hat,
muss nicht länger von meinem Band gehalten werden.“**
Beachte
Bei diesem Ritual ist das Wachsen selbst Teil der Arbeit.
Ein vertrockneter Topf, um den man anschließend nur weitere Zauber legt, widerspricht für mich dem Sinn des Rituals.
Die Pflanze braucht Licht.
Wasser.
Geeignete Erde.
Pflege.
Und Zeit.
Genau deshalb passt dieses Ritual zu meinem Verständnis von Manifestation:
Absicht + Energie + Handeln.
Wenn das Ritual einen Kinderwunsch begleitet, bleibt es eine spirituelle Arbeit. Es ersetzt weder medizinische Abklärung noch Behandlung und verspricht keine Schwangerschaft.
Die Mistel bleibt wegen ihrer Giftigkeit verschlossen und außerhalb der Erde. Sie gehört weder in Getränke noch in Räucherungen dieses Rituals.
Tipp von mir
Ich wähle den Samen passend zur Arbeit.
Für etwas Langfristiges nehme ich gern eine Pflanze, die nicht nach wenigen Tagen wieder verschwindet.
Für ein Projekt kann ich auch eine schnell keimende Pflanze wählen, wenn ich das sichtbare Wachstum bewusst begleiten möchte.
Und ich schreibe auf den Zettel keinen Satz wie:
„Ich wünsche mir Erfolg.“
Ich schreibe konkret, was entstehen soll.
Denn ein Same wächst auch nicht zu „irgendetwas“.
Er trägt bereits eine Richtung in sich.
Liebe trennen / zerstören
Auch dieser Bereich betrifft nicht nur Partnerschaften und nicht nur Beziehungen, an denen du selbst beteiligt bist.
Eine rote Arbeit kann ebenso gezielt auf die Verbindung zwischen zwei anderen Menschen gerichtet werden.
Das kann ein Liebespaar sein.
Eine Freundschaft.
Geschwister.
Mutter und Tochter.
Vater und Sohn.
Andere Familienmitglieder.
Oder jede andere enge emotionale Verbindung.
Je nach Ritual kann es darum gehen, Anziehung erlöschen zu lassen, Gefühle abzukühlen, sexuelles Begehren zu zerstören, Vertrauen zu schwächen, Nähe in Distanz zu verwandeln, Menschen voneinander zu entfremden, Zwietracht zu setzen, einen Keil zwischen zwei Menschen zu bringen oder eine Verbindung vollständig auseinanderbrechen zu lassen.
Auch hier muss genau benannt werden, was zwischen diesen Menschen besteht und welcher Teil dieser Verbindung getroffen werden soll.
Bei einem Paar können es romantische Liebe, Leidenschaft oder sexuelles Begehren sein.
Bei Freunden Vertrauen und Verbundenheit.
Bei Familienmitgliedern emotionale Nähe und familiäre Bindung.
Die Arbeit muss dich selbst nicht betreffen. Sie kann genauso auf die Liebe und Verbindung anderer Menschen gerichtet sein.
Das erloschene Rot – Anziehung zwischen zwei Menschen erkalten lassen
Dieses Ritual nehme ich, wenn Anziehung zwischen zwei Menschen schwächer werden und schließlich erlöschen soll.
Die Arbeit kann eine eigene Verbindung betreffen.
Sie kann sich aber genauso auf zwei andere Menschen richten.
Dabei muss es noch nicht um eine große Liebe oder feste Partnerschaft gehen.
Dieses Ritual setzt früher an:
am Blick,
am Interesse,
an der Faszination,
an dem Gefühl, den anderen Menschen immer wieder sehen oder seine Nähe suchen zu wollen.
Es eignet sich deshalb besonders dann, wenn eine Verbindung noch stark von gegenseitiger Anziehung getragen wird und genau diese Anziehung getroffen werden soll.
Für diese Arbeit nehme ich Wermut für Trennung, Knoblauch für Isolation und Wegwarte zum Setzen von Hindernissen zwischen zwei Wegen.
Zeit
Nach Sonnenuntergang.
Mondphase
Abnehmender Mond.
Wenn die Arbeit unmittelbar gebraucht wird, ist sie auch unabhängig von der Mondphase durchführbar.
Du benötigst
- zwei rote Kerzen
- eine schwarze Kerze
- Wermut
- eine Knoblauchzehe
- Wegwarte
- zwei kleine Spiegel oder Spiegelscherben mit sicheren, stumpfen beziehungsweise geschützten Kanten
- zwei kleine Papierstreifen
- einen schwarzen Stift
- zwei kleine Steine
- eine flache Schale
- kaltes Wasser
- sieben Eiswürfel
- einen langen roten Faden
- einen schwarzen Faden
- ein schwarzes Tuch
Durchführung
Stelle die beiden roten Kerzen einander gegenüber.
Zwischen ihnen bleibt zunächst nur wenig Abstand.
Die schwarze Kerze steht dahinter.
Sie wird noch nicht entzündet.
Schreibe auf den ersten Papierstreifen den vollständigen Namen des einen Menschen.
Auf den zweiten den Namen des anderen.
Lege jeden Namen unter einen eigenen Stein.
Stelle die beiden Steine dicht nebeneinander.
Sprich:
**„Hier stehen zwei Menschen,
deren Blicke einander noch suchen.“**
Entzünde die erste rote Kerze.
Sprich den ersten Namen.
Entzünde die zweite.
Sprich den anderen Namen.
Dann:
**„Was zwischen euch zieht,
ist heute das Ziel meiner Arbeit.“**
Lege einen Spiegel hinter den ersten Stein.
Den anderen hinter den zweiten.
Beide Spiegel zeigen zunächst so, dass die Menschen innerhalb der Arbeit symbolisch einander sehen können.
Sprich:
„Noch fällt Blick auf Blick.“
Nimm etwas Wegwarte.
Lege eine dünne Linie zwischen beiden Steinen.
Sprich:
**„Wegwarte,
du öffnest Wege,
doch in deiner anderen Aufgabe setzt du Hindernisse.
Heute soll zwischen diesen beiden Wegen etwas liegen,
das vorher nicht dort lag.“**
Nimm den ersten Stein.
Schiebe ihn ein kleines Stück zurück.
Dann den zweiten.
Sprich:
„Ein Schritt zurück.“
Wiederhole dies.
„Noch ein Schritt.“
Noch einmal.
**„Was nah war,
bekommt Abstand.“**
Nun drehst du den ersten Spiegel leicht nach außen.
Dann den zweiten.
Die Spiegel zeigen nicht mehr direkt zueinander.
Sprich:
„Der Blick findet den anderen nicht mehr so leicht.“
Nimm die Knoblauchzehe.
Teile sie nicht mit den Händen, wenn du den Geruch nicht an ihnen haben möchtest.
Lege sie in die Mitte.
Sprich:
**„Knoblauch,
setze Isolation zwischen diese Menschen.
Was ständig zueinander wollte,
soll auch allein stehen können.
Was immer die Nähe suchte,
soll Abstand ertragen.“**
Nimm den Wermut.
Lege ihn in einem schmalen Streifen quer über die rote Verbindung zwischen den beiden Steinen.
Sprich:
**„Wermut,
du trägst die bittere Trennung.
Geh zwischen Blick und Blick.
Zwischen Interesse und Interesse.
Zwischen Anziehung und Antwort.“**
Jetzt nimmst du den roten Faden.
Lege ihn von einem Stein zum anderen.
Sprich:
**„Das ist die Anziehung,
wie sie heute besteht.“**
Schneide ihn in der Mitte durch.
Lege die beiden Enden nicht wieder zusammen.
Sprich:
**„Was zog,
trägt keinen durchgehenden Weg mehr.“**
Jetzt nimmst du die Schale mit kaltem Wasser.
Lege die beiden abgeschnittenen Fadenenden hinein.
Nacheinander kommen sieben Eiswürfel dazu.
Beim ersten:
„Der Blick wird kühler.“
Beim zweiten:
„Die Neugier verliert ihre Hitze.“
Beim dritten:
„Die Nähe verliert ihren Reiz.“
Beim vierten:
„Die Faszination wird schwächer.“
Beim fünften:
„Das Verlangen nach Begegnung lässt nach.“
Beim sechsten:
**„Was anzog,
zieht nicht mehr wie zuvor.“**
Beim siebten:
„Das Rot erkaltet.“
Jetzt entzündest du die schwarze Kerze.
Sprich:
**„Was nicht mehr genährt wird,
darf erlöschen.“**
Nimm den schwarzen Faden.
Lege ihn quer zwischen beide Steine.
Er verbindet sie nicht.
Er bildet eine Grenze.
Sprich:
„Hier liegt nun Abstand.“
Drehe die beiden Spiegel vollständig voneinander weg.
Gesprochene Worte
Sprich beide Namen.
Dann:
**„[Name] und [Name],
was eure Blicke zueinander führte,
soll seinen Zug verlieren.
Was euch faszinierte,
soll gewöhnlich werden.
Was euch neugierig machte,
soll seinen Reiz verlieren.
Wegwarte setzt Hindernisse zwischen eure Wege.
Knoblauch stellt Abstand zwischen eure Nähe.
Wermut geht durch das,
was euch zueinander zog.
Euer Blick sucht nicht mehr denselben Blick.
Eure Aufmerksamkeit bleibt nicht mehr am anderen hängen.
Was gestern reizvoll erschien,
wird heute schwächer.
Was heute schwächer wird,
verliert morgen seine Bedeutung.
Die Hitze sinkt.
Die Farbe verblasst.
Der Zug lässt nach.
Ihr könnt einander sehen,
ohne einander suchen zu müssen.
Ihr könnt einander begegnen,
ohne dass der andere alles andere überstrahlt.
Was rot zwischen euch glühte,
wird kühl.
Was kühl wird,
erlischt.
Sic fiat.“**
Lass die Arbeit noch eine Weile stehen.
Danach werden die roten Kerzen zuerst gelöscht.
Die schwarze zuletzt.
Die beiden Steine bleiben über Nacht voneinander getrennt.
Am nächsten Tag wird jeder Stein an einem anderen Ort aufbewahrt oder gereinigt.
Die durchtrennten roten Fäden werden getrennt entsorgt.
Beachte
Dieses Ritual richtet sich zunächst gegen Anziehung und Faszination.
Das bedeutet nicht automatisch, dass jede andere Form von Beziehung zwischen diesen Menschen sofort verschwindet.
Zwei Menschen können sich weniger attraktiv finden und trotzdem miteinander befreundet bleiben.
Ein Paar kann sexuelles oder romantisches Interesse verlieren und dennoch aus Gewohnheit, Familie oder gemeinsamen Verpflichtungen zusammenbleiben.
Wenn die gesamte emotionale Verbindung zerstört werden soll, braucht es eine andere Arbeit.
Tipp von mir
Ich lasse bei diesem Ritual die Spiegel nicht zerbrechen.
Das wäre eine andere Aussage.
Hier soll nicht sofort alles zerstört werden.
Der Blick soll sich abwenden.
Deshalb drehe ich die Spiegel voneinander weg.
Das ist für mich wesentlich genauer als einfach irgendetwas zu zerschlagen
Der kalte Kelch – sexuelles Begehren zwischen zwei Menschen löschen
Dieses Ritual richtet sich ausdrücklich auf sexuelle Lust und körperliches Begehren zwischen zwei erwachsenen Menschen.
Es kann eine Partnerschaft betreffen.
Eine Affäre.
Eine sexuelle Verbindung ohne Partnerschaft.
Oder zwei andere erwachsene Menschen, deren körperliche Anziehung zueinander getroffen werden soll.
Hier geht es nicht darum, familiäre Liebe zu zerstören.
Es geht auch nicht um Freundschaft.
Der Zielbereich ist eindeutig:
körperliche und sexuelle Anziehung.
Für diese Arbeit verwende ich Liebstöckel als Zeichen des bestehenden Begehrens, weil es in meiner Zuordnung für Lust, Anziehung und sexuelle Bindung steht.
Dieses Begehren wird im Ritual bewusst aus der Verbindung genommen.
Wermut übernimmt die Trennung.
Knoblauch setzt Isolation.
Zeit
Später Abend oder Nacht.
Mondphase
Abnehmender Mond.
Du benötigst
- einen roten Kelch oder ein Glas
- zwei rote Kerzen
- eine schwarze Kerze
- Liebstöckel
- Wermut
- eine Knoblauchzehe
- kaltes Wasser
- Eis
- zwei kleine Namenszettel
- einen roten Stift
- zwei kleine Steine
- einen roten Faden
- ein schwarzes Tuch
- zwei kleine Schalen
- eine Zange oder Pinzette für die Kräuter, wenn gewünscht
Durchführung
Stelle den Kelch in die Mitte.
Die beiden roten Kerzen stehen dicht links und rechts davon.
Schreibe die beiden Namen auf getrennte Zettel.
Lege sie zunächst unter denselben Kelch.
Sprich:
„Zwei Namen unter einer roten Kraft.“
Entzünde beide roten Kerzen.
Sprich:
**„Hier steht das Begehren,
wie es zwischen diesen Menschen besteht.“**
Nimm Liebstöckel.
Lege es auf eine kleine Schale direkt vor den Kelch.
Sprich:
**„Liebstöckel,
du stellst heute dar,
was zwischen diesen Körpern zieht.“**
Berühre den ersten Namenszettel.
Sprich:
„[Name].“
Dann den zweiten.
„[Name].“
Lege den roten Faden einmal locker um beide Zettel.
Kein Knoten.
Sprich:
„Körperliche Anziehung hat einen Weg zwischen diesen Namen.“
Jetzt ziehst du die beiden Namenszettel unter dem Kelch hervor.
Lege einen links.
Den anderen rechts.
Der Kelch steht weiterhin dazwischen.
Sprich:
„Doch der gemeinsame Kelch wird getrennt.“
Gieße kaltes Wasser hinein.
Lege drei Eiswürfel dazu.
Sprich:
„Hitze verliert Wärme.“
Nimm jetzt etwas von dem Liebstöckel.
Halte es über der Mitte zwischen beiden Namen.
Sprich:
**„Dies steht für die Lust,
die euch zueinander zieht.“**
Lege es nicht zurück zwischen die Namen.
Gib es in die zweite, separate Schale.
Sprich:
„Ich nehme dieses Begehren aus eurer Mitte.“
Nimm den roten Faden.
Schneide ihn in der Mitte durch.
Lege ein Ende beim ersten Namen.
Das andere beim zweiten.
Sprich:
„Der körperliche Zug hat keinen durchgehenden Weg mehr.“
Nun legst du Wermut in den Kelch – nur wenn der Inhalt anschließend nicht getrunken wird.
Sprich:
**„Wermut,
mache bitter,
was bisher lockte.
Trenne Lust von Lust.
Trenne Körper von Verlangen.“**
Die Knoblauchzehe legst du vor den Kelch.
Sprich:
**„Knoblauch,
setze Isolation zwischen diese Körper.
Nähe soll nicht automatisch Begehren wecken.“**
Jetzt nimmst du die beiden roten Kerzen.
Schiebe sie langsam weiter auseinander.
Beim ersten Stück:
„Weniger Hitze.“
Weiter:
„Weniger Spannung.“
Weiter:
„Weniger Verlangen.“
Bis sie deutlich getrennt stehen.
Nun entzündest du die schwarze Kerze hinter dem Kelch.
Sprich:
**„Was erkalten soll,
wird nicht erneut genährt.“**
Gib weitere Eiswürfel in den Kelch, bis das Wasser deutlich kalt ist.
Bei jedem Eiswürfel sprichst du abwechselnd:
„Kälter.“
„Stiller.“
„Weiter.“
Nimm anschließend die Schale mit dem Liebstöckel.
Trage sie bewusst aus der Mitte des Ritualplatzes heraus und stelle sie an den äußersten Rand.
Sprich:
„Das Begehren steht nicht mehr zwischen euch.“
Gesprochene Worte
Sprich:
**„[Name] und [Name],
was eure Körper zueinander zog,
verliert seine Hitze.
Der Blick mag bleiben,
doch er muss nicht mehr entzünden.
Die Erinnerung mag bleiben,
doch sie muss den Körper nicht mehr rufen.
Liebstöckel zeigt,
was zwischen euch begehrt wurde.
Ich nehme dieses Zeichen aus eurer Mitte.
Wermut trennt,
was körperlich zueinander drängte.
Knoblauch setzt Abstand,
wo Nähe sofort Verlangen weckte.
Die Spannung sinkt.
Die Lust wird still.
Die Hitze wird Kälte.
Berührung verliert ihren alten Zug.
Der Gedanke aneinander verliert seine körperliche Macht.
Was euch gestern erregte,
muss euch morgen nicht mehr bewegen.
Der Körper vergisst nicht alles.
Doch er muss nicht mehr antworten.
Begehren wird schwach.
Begehren wird kalt.
Begehren verlässt diese Verbindung.
Der rote Kelch ist kalt.
Sic fiat.“**
Decke den Kelch anschließend vollständig mit dem schwarzen Tuch ab.
Lass ihn bis zum nächsten Morgen stehen.
Dann wird der Inhalt über den Abfluss entsorgt.
Nicht trinken.
Die Kräuter daraus werden ebenfalls entsorgt.
Die beiden Namenszettel werden getrennt aufbewahrt oder getrennt entsorgt.
Beachte
Dieses Ritual greift gezielt sexuelles Begehren an.
Es zerstört nicht automatisch emotionale Liebe.
Gerade bei langjährigen Paaren können Liebe, Freundschaft, familiäre Verbundenheit und sexuelle Anziehung sehr unterschiedliche Ebenen sein.
Ein Paar kann einander tief lieben und trotzdem kaum noch sexuelles Begehren füreinander empfinden.
Genau diese Trennung der Ebenen ist hier wichtig.
Wenn das Ziel lautet:
„Diese beiden Menschen sollen sich überhaupt nicht mehr lieben“
ist dieses Ritual allein nicht ausreichend.
Tipp von mir
Ich finde es bei solchen Arbeiten wichtig, das zu zerstörende Element zuerst sichtbar zu machen.
Deshalb kommt das Liebstöckel zunächst bewusst in die Mitte.
Es steht dort für das Begehren.
Erst danach nehme ich es heraus.
So arbeite ich nicht einfach gegen ein undefiniertes „Irgendwas zwischen den beiden“.
Ich benenne, was vorhanden ist.
Und genau das entferne ich.
Zwei Ufer – Ritual der zunehmenden Entfremdung
Dieses Ritual nehme ich, wenn zwei Menschen sich emotional immer weiter voneinander entfernen sollen.
Es ist eines der Rituale dieser Rubrik, das ausdrücklich nicht nur für Partnerschaften gedacht ist.
Es kann sich genauso richten auf:
Freunde,
Geschwister,
Mutter und Tochter,
Vater und Sohn,
andere Familienmitglieder,
Geschäftspartner mit enger persönlicher Bindung
oder zwei andere Menschen, deren Nähe und Verbundenheit auseinandergehen soll.
Das Ziel ist nicht zwingend ein plötzlicher großer Streit.
Die Arbeit ist langsamer.
Gemeinsamkeit soll weniger werden.
Gespräche sollen schwerer werden.
Interessen sollen auseinanderlaufen.
Nähe soll sich nicht mehr selbstverständlich anfühlen.
Aus einem gemeinsamen Ufer werden zwei getrennte Seiten.
Für diese Arbeit nehme ich:
Wermut für Trennung.
Knoblauch für Isolation.
Wegwarte für Hindernisse zwischen den Wegen.
Zeit
Am Abend.
Die Arbeit wird über sieben Tage geführt.
Mondphase
Beginn bei abnehmendem Mond.
Wenn das nicht möglich ist, kann sie dennoch durchgeführt werden.
Du benötigst
- zwei gleich große Schalen
- zwei kleine Steine
- zwei Namenszettel
- zwei schwarze oder dunkelrote Stifte
- Wermut
- Knoblauch
- Wegwarte
- Wasser
- Erde oder Sand
- einen langen roten Faden
- zwei schwarze Fäden
- sieben kleine Kieselsteine
- eine schwarze Kerze
- ein schwarzes oder dunkles Tuch
Durchführung
Stelle die beiden Schalen zunächst direkt nebeneinander.
Fülle beide zur Hälfte mit Wasser.
Schreibe die beiden Namen.
Unter jede Schale kommt ein Name.
Lege in jede Schale einen Stein.
Sprich:
„Zwei Menschen stehen heute noch nah.“
Nimm den roten Faden.
Lege ihn als Linie zwischen beiden Schalen.
Ein Ende berührt die eine.
Das andere die andere.
Sprich:
**„Hier liegt das Band,
das ihre Nähe trägt.“**
Entzünde die schwarze Kerze hinter den beiden Schalen.
Nimm Wermut.
Streue eine kleine Menge zwischen, nicht in die Schalen.
Sprich:
**„Wermut,
beginne die Trennung.“**
Nimm Wegwarte.
Lege sie ebenfalls zwischen beide.
Sprich:
**„Wegwarte,
setze Hindernisse dort,
wo bisher Wege leicht zusammenliefen.“**
Lege die Knoblauchzehe genau in die Mitte.
Sprich:
**„Knoblauch,
setze Isolation in den gemeinsamen Raum.“**
Jetzt kommen die sieben Kieselsteine.
Am ersten Abend verwendest du nur den ersten.
Lege ihn zwischen die beiden Schalen.
Sprich:
„Ein Hindernis.“
Schiebe die linke Schale wenige Zentimeter nach links.
Die rechte wenige Zentimeter nach rechts.
Sprich:
„Ein wenig weiter.“
Der rote Faden bleibt zunächst liegen.
Zweiter Abend
Entzünde erneut die schwarze Kerze.
Lege den zweiten Kiesel zwischen die Schalen.
Sprich:
**„Was gestern leicht überbrückt wurde,
braucht heute mehr Weg.“**
Schiebe die Schalen erneut auseinander.
Nimm den roten Faden.
Ziehe ihn noch einmal zwischen beiden Schalen straff.
Sprich:
„Das Band muss heute weiter reichen als gestern.“
Dritter Abend
Lege den dritten Kiesel.
Gib etwas Erde oder Sand zwischen die beiden Schalen.
Sprich:
„Gemeinsamer Boden wird weniger.“
Bewege beide Schalen weiter voneinander weg.
Vierter Abend
Lege den vierten Kiesel.
Nimm den roten Faden.
Schneide ihn noch nicht durch.
Aber lege einen schwarzen Faden quer darüber.
Sprich:
„Etwas liegt jetzt zwischen euch.“
Gib erneut etwas Wegwarte dazu.
„Der gemeinsame Weg wird schwieriger.“
Fünfter Abend
Lege den fünften Kiesel.
Nimm etwas Wermut.
Sprich:
**„Was vertraut war,
wird bitterer.“**
Lege ihn zwischen die Schalen.
Schiebe sie erneut auseinander.
Jetzt sollte zwischen ihnen bereits ein deutlich sichtbarer Raum liegen.
Sechster Abend
Lege den sechsten Kiesel.
Nimm den zweiten schwarzen Faden.
Lege auch ihn quer über den roten.
Sprich:
**„Was euch verband,
trägt immer mehr Unterbrechungen.“**
Jetzt nimmst du die Steine aus den beiden Wasserschalen.
Lege jeden an die äußere Seite seiner eigenen Schale.
Nicht mehr innen.
Sprich:
„Jeder zieht auf seine eigene Seite.“
Siebter Abend
Entzünde die schwarze Kerze.
Lege den siebten Kiesel in die Mitte.
Sprich:
„Sieben Schritte der Entfernung.“
Schiebe beide Schalen ein letztes Mal auseinander.
Jetzt nimmst du den roten Faden.
Halte ihn zwischen beiden Händen.
Sprich:
**„Was sieben Tage immer weiter gespannt wurde,
trägt nicht mehr dieselbe Nähe.“**
Schneide ihn in der Mitte durch.
Lege eine Hälfte in die linke Schale.
Die andere in die rechte.
Sprich:
„Jeder trägt nur noch seine Seite.“
Nimm die beiden schwarzen Fäden.
Lege sie nebeneinander zwischen die Schalen.
Sie bilden nun zwei getrennte Linien.
Sprich:
**„Zwei Wege.
Zwei Richtungen.
Zwei Ufer.“**
Gesprochene Worte
Sprich beide Namen.
Dann:
**„[Name] und [Name],
was zwischen euch selbstverständlich war,
soll es nicht länger sein.
Wermut trennt.
Knoblauch isoliert.
Wegwarte setzt Hindernisse auf gemeinsame Wege.
Gespräch findet weniger leicht Gespräch.
Verständnis findet weniger leicht Verständnis.
Gemeinsamkeit findet weniger Nahrung.
Wo ihr euch früher gesucht habt,
soll jeder seinen eigenen Raum finden.
Wo ihr euch alles erzählt habt,
soll Schweigen wachsen.
Wo ihr dieselbe Richtung saht,
sollen andere Wege sichtbar werden.
Wo Nähe selbstverständlich war,
soll Abstand normal werden.
Tag für Tag.
Schritt für Schritt.
Nicht ein großer Riss allein,
sondern viele kleine Entfernungen.
Andere Interessen.
Andere Gedanken.
Andere Wege.
Andere Menschen.
Was euch gemeinsam hielt,
trägt immer weniger Gewicht.
Ihr steht nicht mehr an demselben Ufer.
Ihr ruft nicht mehr selbstverständlich hinüber.
Jeder geht auf seiner Seite weiter.
Zwei Menschen.
Zwei Wege.
Zwei Ufer.
Sic fiat.“**
Decke die Mitte zwischen beiden Schalen anschließend mit dem dunklen Tuch ab.
Die Schalen selbst bleiben außerhalb des Tuches sichtbar.
Am nächsten Morgen wird das Wasser getrennt über den Abfluss entsorgt.
Die beiden Steine werden getrennt voneinander gereinigt und nicht gemeinsam aufbewahrt.
Die beiden roten Fadenhälften werden ebenfalls getrennt entsorgt.
Beachte
Dieses Ritual ist keine reine Paartrennung.
Es arbeitet an emotionaler Nähe und Gemeinsamkeit und kann deshalb auch Freundschaften oder familiäre Beziehungen betreffen.
Gerade darin unterscheidet es sich von einem Ritual, das nur sexuelle Anziehung oder romantische Liebe angreift.
Entfremdung kann innerhalb der spirituellen Deutung sehr unspektakulär beginnen:
weniger Nachrichten,
weniger gemeinsame Themen,
häufigere Missverständnisse,
weniger Interesse am Leben des anderen,
zunehmendes Bedürfnis nach Abstand
oder das Gefühl, dass man sich schlicht nicht mehr so viel zu sagen hat.
Genau diese langsame Bewegung ist hier beabsichtigt.
Tipp von mir
Ich mag an dieser Arbeit, dass die Entfernung sichtbar wächst.
Am ersten Abend stehen die Schalen fast zusammen.
Am siebten liegt zwischen ihnen ein ganzer Bereich aus Steinen, Kräutern, Erde und getrennten Linien.
Das macht einen Unterschied.
Ich sage nicht sieben Abende lang dieselben Worte über dieselbe Kerze.
Der Ritualaufbau selbst verändert sich jeden Tag mit der gesetzten Entfremdung.
Der Keil zwischen zwei Menschen
Dieses Ritual nehme ich, wenn zwischen zwei Menschen gezielt Abstand, Misstrauen und zunehmende Trennung gesetzt werden sollen.
Es ist ausdrücklich keine reine Paararbeit.
Der Keil kann zwischen Partner gesetzt werden, aber ebenso zwischen:
Mutter und Tochter, Geschwistern, Freunden, zwei Familienmitgliedern oder anderen Menschen, deren enge Verbindung auseinandergebracht werden soll.
Der Unterschied zur langsamen Entfremdung liegt in der Mechanik:
Hier warte ich nicht nur darauf, dass zwei Wege immer weiter auseinanderlaufen.
Ich setze bewusst etwas dazwischen.
Zeit
Nach Sonnenuntergang.
Mondphase
Abnehmender Mond.
Du benötigst
- einen kleinen Holzkeil
- zwei gleich große Holzscheiben oder flache Steine
- zwei Namenszettel
- einen schwarzen Stift
- Wermut
- Wegwarte
- eine Knoblauchzehe
- einen langen roten Faden
- zwei schwarze Fäden
- einen kleinen Hammer oder schweren Ritualstein
- eine schwarze Kerze
- eine flache Schale
- Erde
- ein dunkles Tuch
Durchführung
Lege die beiden Holzscheiben oder Steine zunächst direkt nebeneinander.
Unter jeden kommt der Name eines Menschen.
Sprich den ersten Namen.
Dann den zweiten.
Anschließend:
„Noch liegt wenig zwischen euch.“
Nimm den roten Faden.
Wickle ihn einmal locker um beide Steine.
Kein Knoten.
Sprich:
**„Das ist das Band,
wie es heute zwischen euch liegt.“**
Entzünde die schwarze Kerze.
Stelle sie hinter die beiden Steine.
Nimm den Holzkeil.
Halte ihn mit der Spitze auf den kleinen Spalt zwischen beiden.
Sprich:
„Heute setze ich den ersten Punkt zwischen euch.“
Reibe etwas Wermut zwischen deinen Fingern und gib ihn auf den Keil.
Sprich:
**„Wermut,
trage Trennung in diesen Keil.“**
Lege Wegwarte unter die Spitze.
Sprich:
**„Wegwarte,
lege Hindernisse auf den gemeinsamen Weg.“**
Die Knoblauchzehe kommt hinter den Keil.
Sprich:
**„Knoblauch,
setze Eigenraum und Isolation dort,
wo Nähe selbstverständlich war.“**
Jetzt nimmst du den Hammer oder Ritualstein.
Schlage einmal leicht auf den Keil.
Nicht so, dass etwas zerbricht.
Nur so weit, dass die beiden Steine ein kleines Stück auseinanderweichen.
Sprich:
„Ein Wort dazwischen.“
Zweiter Schlag:
„Ein Zweifel dazwischen.“
Dritter:
„Ein Abstand dazwischen.“
Jetzt liegt der Keil sichtbar zwischen beiden.
Nimm den roten Faden.
Er spannt sich nun um beide Steine und den Keil.
Schneide ihn auf der Rückseite durch.
Sprich:
**„Was euch umschloss,
ist nicht mehr ununterbrochen.“**
Lege die beiden roten Fadenenden jeweils zu einem der Menschen.
Nimm den ersten schwarzen Faden.
Lege ihn links am Keil entlang.
Den zweiten rechts.
Sprich:
„Jeder erhält seinen eigenen Weg.“
Jetzt drückst du den Keil mit dem Ritualstein noch einmal etwas tiefer hinein.
Sprich:
„Der Abstand bekommt Gewicht.“
Noch einmal:
**„Was klein begann,
bekommt Raum.“**
Noch einmal:
**„Was Raum bekommt,
kann nicht länger übersehen werden.“**
Fülle etwas Erde in die Schale.
Stelle die gesamte Arbeit darauf.
Die Erde steht hier für das, was festgesetzt werden soll.
Gesprochene Worte
Sprich beide Namen:
**„[Name] und [Name],
zwischen euch setze ich einen Keil.
Nicht an den Rand.
Nicht neben euch.
Zwischen euch.
Wo Vertrauen selbstverständlich war,
soll Zweifel einen Platz bekommen.
Wo Nähe selbstverständlich war,
soll Abstand hineinwachsen.
Wo einer den anderen zuerst suchte,
soll ein anderer Gedanke dazwischenstehen.
Wermut trägt Trennung.
Wegwarte legt Hindernisse zwischen eure Wege.
Knoblauch stellt euch auf eure eigenen Seiten.
Der Keil bleibt nicht klein.
Was heute ein Spalt ist,
wird morgen Abstand.
Was heute ein Zweifel ist,
wird morgen Distanz.
Was heute nur stört,
kann morgen trennen.
Eure Worte erreichen einander nicht mehr unverändert.
Eure Gedanken laufen nicht mehr selbstverständlich zusammen.
Eure Wege teilen sich.
Zwischen euch steht,
was vorher nicht dort war.
Der Keil sitzt.
Der Abstand wächst.
Sic fiat.“**
Decke die Arbeit anschließend mit dem dunklen Tuch ab.
Lass sie drei Nächte stehen.
An jeder der folgenden beiden Nächte entzündest du die schwarze Kerze erneut und drückst den Keil ein kleines Stück tiefer.
Am dritten Abend sprichst du:
**„Der Keil braucht meine Hand nicht länger.
Er steht.“**
Danach werden die beiden Steine getrennt voneinander aufbewahrt oder die gesamte Arbeit geschlossen verwahrt, solange sie bestehen soll.
Beachte
Ein Keil ist keine präzise Arbeit auf einen einzelnen Streitpunkt.
Er verändert die Position zweier Menschen zueinander.
Deshalb richte ich ihn nur dann auf die gesamte Verbindung, wenn genau das mein Ziel ist.
In meiner Arbeit zeigt sich der Keil zuerst dort, wo vorher Selbstverständlichkeit herrschte:
Gespräche werden anders aufgenommen.
Bemerkungen verletzen schneller.
Man verteidigt sich eher.
Man erzählt weniger.
Die Nähe verliert ihre Leichtigkeit.
Der Keil muss keinen großen Streit erzeugen, um wirksam gesetzt zu sein. Abstand genügt ihm bereits als Anfang.
Tipp von mir
Ich nehme tatsächlich einen Keil und nicht einfach einen schwarzen Stein.
Die Form ist die Aufgabe.
Eine breite Seite bleibt außen.
Eine schmale Spitze geht hinein.
Je tiefer diese Spitze gesetzt wird, desto weiter müssen die beiden Seiten auseinanderweichen.
Genau das soll der Ritualaufbau zeigen.
Die sieben Stimmen der Zwietracht
Dieses Ritual nehme ich, wenn zwei Menschen nicht nur Abstand bekommen, sondern immer häufiger aneinandergeraten sollen.
Zwietracht ist für mich etwas anderes als Entfremdung.
Bei Entfremdung wird es stiller.
Bei Zwietracht entsteht Reibung.
Unterschiede treten stärker hervor.
Worte werden anders gehört.
Kleine Dinge bekommen mehr Gewicht.
Menschen stellen sich gegeneinander, obwohl sie vorher auf derselben Seite standen.
Auch diese Arbeit gilt für alle Arten enger Verbindung:
Partnerschaften, Freundschaften, Familienbindungen und andere persönliche Beziehungen.
Zeit
Abends.
Die Arbeit wird über sieben aufeinanderfolgende Abende aufgebaut.
Mondphase
Abnehmender Mond.
Du benötigst
- zwei kleine Tonfiguren oder zwei formbare Wachskörper
- zwei Namenszettel
- eine schwarze Kerze
- Wermut
- Wegwarte
- Brennnessel
- sieben schmale Papierstreifen
- einen schwarzen Stift
- eine kleine Metallschale
- sieben kleine Scherben aus bereits zerbrochener Keramik mit ungefährlichen Kanten
- zwei rote Fäden
- einen schwarzen Faden
- eine Glocke
- ein dunkles Gefäß
Durchführung
Stelle die beiden Figuren zunächst einander zugewandt auf.
Jede bekommt ihren Namenszettel.
Sprich:
„Heute seht ihr noch in dieselbe Richtung.“
Entzünde die schwarze Kerze.
Lege zwischen die Figuren etwas Wermut.
Sprich:
**„Wermut,
lege Trennung unter die Worte.“**
Wegwarte:
**„Wegwarte,
lege Hindernisse in das gegenseitige Verstehen.“**
Brennnessel:
**„Brennnessel,
trage Reizung in das,
was bisher glatt vorüberging.“**
Die Brennnessel bleibt ausschließlich Ritualmaterial und wird nicht auf Menschen oder Haut gebracht.
Jetzt nimmst du die sieben Papierstreifen.
Auf jeden kommt eine Ebene, auf der Zwietracht entstehen soll.
Nicht irgendwelche erfundenen Vorwürfe.
Du schreibst Bereiche.
Zum Beispiel:
Worte
Vertrauen
Zeit
Prioritäten
Entscheidungen
Nähe
Loyalität
Wähle sieben Punkte, die zur Verbindung passen.
Falte alle Streifen von dir weg.
Lege sie zunächst neben die Arbeit.
Erster Abend – Worte
Nimm den ersten Streifen.
Lege ihn zwischen die Figuren.
Setze eine Keramikscherbe darauf.
Sprich:
**„Erste Stimme:
Worte treffen anders als zuvor.“**
Lass die Glocke einmal hart und kurz erklingen.
Drehe die Figuren wenige Grad voneinander weg.
Zweiter Abend – Vertrauen
Zweiter Papierstreifen.
Zweite Scherbe.
Sprich:
**„Zweite Stimme:
Was gesagt wird,
wird nicht mehr selbstverständlich geglaubt.“**
Glockenschlag.
Figuren etwas weiter auseinander.
Dritter Abend
Dritter Streifen.
Dritte Scherbe.
Sprich:
**„Dritte Stimme:
Was einer wichtig findet,
stört den anderen.“**
Glockenschlag.
Vierter Abend
Vierter Streifen.
Vierte Scherbe.
**„Vierte Stimme:
Wo Einigkeit war,
tritt Widerspruch hervor.“**
Fünfter Abend
Fünfter Streifen.
Fünfte Scherbe.
**„Fünfte Stimme:
Alte Verletzungen finden wieder Sprache.“**
Sechster Abend
Sechster Streifen.
Sechste Scherbe.
**„Sechste Stimme:
Geduld wird kleiner.
Reizung wird größer.“**
Siebter Abend
Lege den letzten Streifen in die Mitte.
Darauf die siebte Scherbe.
Jetzt stehen zwischen den beiden Figuren sieben Bruchstücke.
Sprich:
**„Siebte Stimme:
Was euch zusammenführte,
muss euch nicht länger dieselbe Antwort geben.“**
Lass die Glocke siebenmal erklingen.
Langsam.
Ein Schlag nach dem anderen.
Jetzt nimmst du die beiden roten Fäden.
Lege einen um jede Figur.
Sie erhalten getrennte rote Kreise.
Sprich zur ersten:
„Deine Seite.“
Zur zweiten:
„Deine Seite.“
Nimm den schwarzen Faden.
Führe ihn im Zickzack zwischen den sieben Scherben hindurch.
Er verbindet nicht die Figuren.
Er läuft zwischen ihnen.
Sprich:
„Hier läuft die Zwietracht.“
Gesprochene Worte
Sprich beide Namen:
**„[Name] und [Name],
wo eure Stimmen einander fanden,
soll nun Reibung entstehen.
Wermut legt Trennung unter eure Worte.
Wegwarte macht den Weg zum Verstehen schwerer.
Brennnessel gibt Stachel,
wo vorher vieles einfach vorüberging.
Ein Wort wird falsch gehört.
Ein Blick wird anders gedeutet.
Ein Schweigen bekommt Bedeutung.
Ein Versprechen wird hinterfragt.
Eine Entscheidung wird zum Streitpunkt.
Was einer verteidigt,
soll den anderen reizen.
Was einer verlangt,
soll der andere nicht bereitwillig geben.
Alte Unterschiede treten hervor.
Neue Unterschiede bekommen Gewicht.
Ihr hört dieselben Worte,
aber nicht dieselbe Bedeutung.
Ihr seht dieselbe Situation,
aber nicht dieselbe Wahrheit.
Sieben Stimmen sprechen zwischen euch.
Wort.
Zweifel.
Widerspruch.
Verletzung.
Reizung.
Misstrauen.
Zwietracht.
Was harmonisch war,
bekommt Risse.
Was zusammenstand,
stellt sich gegeneinander.
Die Zwietracht hat ihre Stimme.
Sic fiat.“**
Lege anschließend die sieben Papierstreifen und Scherben in das dunkle Gefäß.
Die beiden Figuren kommen getrennt voneinander hinein.
Zwischen ihnen liegen die Scherben.
Schließe das Gefäß.
Beachte
Dieses Ritual soll nicht bloß dafür sorgen, dass zwei Menschen weniger miteinander sprechen.
Zwietracht braucht Reibung.
In meiner magischen Arbeit richte ich den Blick deshalb besonders auf:
häufigere Meinungsverschiedenheiten,
alte Konflikte, die wieder auftauchen,
gegenseitige Gereiztheit,
Missverständnisse,
gegenseitige Vorwürfe
und das Gefühl, zunehmend auf unterschiedlichen Seiten zu stehen.
Gerade bei Familienbeziehungen kann Zwietracht jedoch lange bestehen, ohne dass der Kontakt vollständig abbricht.
Wer anschließend eine vollständige Trennung will, setzt eine eigene Arbeit darauf.
Tipp von mir
Die sieben Papierstreifen sollten keine erfundenen Geschichten über die Menschen enthalten.
Ich brauche keinen Satz wie:
„Du glaubst, dass sie dich belügt.“
Ich setze stattdessen:
Vertrauen.
Die Arbeit soll diesen Bereich treffen.
Ich schreibe ihr nicht vorher eine komplette Alltagsszene vor.
Das macht die Arbeit für mich klarer und weniger beliebig.
Der dritte Schatten – eine Person aus einer bestehenden Verbindung drängen
Dieses Ritual nehme ich, wenn eine dritte Person zwischen zwei Menschen steht und aus dieser Verbindung herausgedrängt werden soll.
Der klassische Fall ist eine dritte Person in einer Liebesbeziehung.
Das Ritual ist darauf aber nicht beschränkt.
Ein dritter Mensch kann ebenso:
zwischen zwei Freunden stehen,
starken Einfluss auf ein Familienmitglied nehmen,
sich zwischen Geschwister schieben,
eine Mutter-Tochter-Verbindung dominieren
oder in einer anderen engen Beziehung immer mehr Raum einnehmen.
Die Arbeit richtet sich ausdrücklich gegen die Position dieser dritten Person innerhalb der Verbindung.
Das Ziel lautet:
Die Verbindung zwischen A und B bleibt bestehen. C verliert seinen Platz darin.
Das unterscheidet diese Arbeit von einem allgemeinen Trennritual.
Zeit
Nach Sonnenuntergang.
Mondphase
Abnehmender Mond.
Du benötigst
- drei unterschiedlich große Steine
- drei Namenszettel
- zwei rote Fäden
- einen schwarzen Faden
- eine rote Kerze
- eine schwarze Kerze
- Wermut
- Wegwarte
- Knoblauch
- eine kleine Schale mit Erde
- sieben kleine schwarze oder dunkle Kiesel
- ein kleines Tor aus zwei Zweigen oder zwei Holzstäbchen
- ein dunkles Tuch
- eine Schere
- einen kleinen Schlüssel
Durchführung
Bestimme zuerst eindeutig die drei Positionen.
Stein A: erster Mensch der Verbindung.
Stein B: zweiter Mensch der Verbindung.
Stein C: die Person, die herausgedrängt werden soll.
Lege die entsprechenden Namen darunter.
Stelle A und B nebeneinander.
C steht zunächst zwischen ihnen oder sehr dicht bei ihnen, genau so, wie du die Situation magisch darstellst.
Entzünde die rote Kerze hinter A und B.
Sprich:
**„Hier steht die Verbindung,
die bestehen soll.“**
Entzünde die schwarze Kerze hinter C.
Sprich:
**„Und hier steht die Person,
deren Platz darin enden soll.“**
Nimm den ersten roten Faden.
Verbinde A mit B.
Setze einen Knoten.
Sprich:
„Dieses Band ist nicht mein Ziel.“
Berühre den Knoten.
„Es bleibt.“
Jetzt nimm den zweiten roten Faden.
Lege ihn so, wie C aktuell mit A oder B verbunden ist.
Wenn C mit beiden verbunden ist, führe ihn entsprechend durch alle drei Positionen.
Sprich:
**„Dies ist der Platz,
den der dritte Mensch innerhalb dieser Verbindung trägt.“**
Lege Wegwarte zwischen C und die beiden anderen.
Sprich:
**„Wegwarte,
lege Hindernisse auf den Weg zurück in ihre Mitte.“**
Wermut kommt auf den roten Faden zwischen C und der Verbindung.
Sprich:
**„Wermut,
trenne den dritten Weg vom gemeinsamen Band.“**
Knoblauch wird hinter C gelegt.
Sprich:
**„Knoblauch,
gib dieser Person einen eigenen Raum,
außerhalb dieser Verbindung.“**
Jetzt stellst du das kleine Tor hinter C auf.
Nicht zwischen A und B.
Das Tor zeigt von ihnen weg.
Lege den Schlüssel davor.
Sprich:
„Ein Ausgang öffnet sich.“
Nimm den ersten dunklen Kiesel.
Lege ihn zwischen C und A/B.
Sprich:
„Erster Schritt hinaus.“
Schiebe C ein Stück zurück.
Zweiter Kiesel:
„Zweiter Schritt.“
Wieder zurück.
Dritter:
„Dein Platz wird kleiner.“
Vierter:
„Dein Einfluss verliert Raum.“
Fünfter:
**„Was dich hier hielt,
wird schwächer.“**
Sechster:
„Der gemeinsame Mittelpunkt gehört dir nicht.“
Siebter:
„Der Weg hinaus ist offen.“
Jetzt steht zwischen C und A/B eine Reihe aus sieben Steinen.
C befindet sich unmittelbar vor dem Tor.
Nimm den roten Faden, der C mit der Verbindung darstellt.
Halte ihn straff.
Sprich:
„Dieses Band ist das Ziel.“
Schneide ihn durch.
Nicht den Faden zwischen A und B.
Nur die Verbindung zu C.
Lege das abgeschnittene Ende von A/B weg.
Das andere bleibt zunächst bei C.
Sprich:
„Du nimmst nur deine Seite mit.“
Nimm den schwarzen Faden.
Binde ihn locker um C.
Führe das andere Ende durch das Tor.
Sprich:
**„Dein Weg führt hinaus,
nicht zurück in ihre Mitte.“**
Ziehe Stein C durch das kleine Tor.
Stelle ihn dahinter ab.
Nimm den Schlüssel.
Lege ihn auf der Seite von A und B vor das Tor.
Sprich:
„Der Zugang zurück gehört nicht dir.“
Jetzt rückst du A und B wieder näher zusammen.
Der rote Faden zwischen ihnen bleibt unversehrt.
Berühre ihn.
Sprich:
**„Was zwischen euch bestehen soll,
behält seinen Weg.“**
Lege etwas von der Wegwarte zwischen das Tor und C.
Sprich:
„Der Weg zurück wird schwieriger.“
Wermut:
„Die Verbindung zum dritten Platz trennt sich.“
Knoblauch:
„Der eigene Weg beginnt außerhalb.“
Gesprochene Worte
Sprich zunächst A und B:
**„[Name] und [Name],
euer Band ist nicht das Ziel dieser Arbeit.“**
Berühre den roten Faden.
Dann den Namen von C:
**„[Name],
dein Platz zwischen diesen Menschen endet.
Du sollst nicht länger Mittelpunkt ihrer Verbindung sein.
Du sollst nicht länger zwischen ihre Worte treten.
Nicht zwischen ihre Nähe.
Nicht zwischen ihre Entscheidungen.
Nicht zwischen ihr Vertrauen.
Wegwarte legt Hindernisse auf deinen Weg zurück.
Wermut trennt deinen Platz aus dieser Verbindung.
Knoblauch stellt dich auf deinen eigenen Boden.
Was zwischen dir und ihnen gespannt war,
ist durchtrennt.
Du nimmst deine Seite.
Sie behalten ihre.
Sieben Schritte führen dich hinaus.
Der achte führt nicht zurück.
Dein Einfluss wird kleiner.
Deine Gegenwart verliert Gewicht.
Dein Platz wird leer.
Das Tor steht hinter dir.
Nicht vor dir.
[Name] und [Name] bleiben auf ihrer Seite.
Du gehst auf deine.
Der dritte Schatten verlässt ihre Mitte.
Sic fiat.“**
Decke C und das Tor anschließend mit dem dunklen Tuch ab.
A und B bleiben außerhalb des Tuches.
Lass den Aufbau über Nacht stehen.
Am nächsten Morgen wird C getrennt von A und B weggeräumt.
Der abgeschnittene rote Faden von C wird entsorgt.
Der rote Faden zwischen A und B bleibt bestehen, wenn die Verbindung weiterhin gehalten werden soll.
Beachte
Hier muss ich sehr genau wissen, welche Verbindung ich trenne.
Wenn die dritte Person aus einer Partnerschaft gedrängt werden soll, greife ich den Faden zwischen dieser Person und der Partnerschaft an.
Ich zerstöre nicht automatisch die Verbindung des Paares selbst.
Dasselbe gilt bei Freundschaft oder Familie.
Eine ungenaue Arbeit nach dem Motto:
„Person C soll einfach verschwinden“
ist mir zu grob.
Ich lege fest:
Aus welchem Verhältnis?
Aus welcher Position?
Von welchen Menschen weg?
Das macht den Unterschied.
In meiner Praxis zeigt sich diese Arbeit zuerst dadurch, dass die dritte Person weniger Raum erhält: weniger Einbeziehung, weniger Einfluss, weniger Vertraulichkeit oder weniger Zugang zu den Entscheidungen und zur Nähe der beiden anderen.
Tipp von mir
Der wichtigste Gegenstand ist bei diesem Ritual für mich nicht die Schere.
Es ist das Tor.
Nur etwas abzuschneiden sagt noch nicht, wohin die getrennte Person anschließend gehört.
Ich gebe ihr deshalb einen eindeutigen Weg:
hinaus aus der Mitte – auf den eigenen Weg.
Und ich achte genau darauf, dass der rote Faden zwischen den zwei Menschen, deren Verbindung bestehen soll, nicht versehentlich mit durchtrennt wird.
Das gebrochene Versprechen – Treue und bestehende Bindung brechen
Dieses Ritual nehme ich, wenn zwischen zwei Menschen bereits Treue, Partnerschaft oder eine feste Bindung besteht und genau dieser Halt aufgebrochen werden soll.
Es arbeitet anders als ein allgemeines Trennritual.
Ich greife hier nicht zuerst Liebe oder sexuelles Begehren an.
Ich greife das an, was eine bestehende Verbindung zusammenhält:
Treue.
Verlässlichkeit.
Das gemeinsame Versprechen.
Die Vorstellung von „wir gehören zusammen“.
Das Festhalten an einer bestehenden Partnerschaft.
Für diese Arbeit nehme ich bewusst Pflanzen, die in meiner eigenen Zuordnung zunächst genau diese Verbindung darstellen:
Rosmarin steht für Treue.
Majoran für Bindung und Partnerbindung.
Dill für Ehe und feste Verbindung.
Diese drei werden im Ritual zunächst miteinander verbunden und anschließend voneinander getrennt.
Wermut übernimmt die Trennung.
Wegwarte setzt Hindernisse auf den gemeinsamen Weg.
Zeit
Nach Sonnenuntergang.
Mondphase
Abnehmender Mond.
Du benötigst
- zwei kleine Metall- oder Holzringe
- zwei Namenszettel
- einen roten Stift
- Rosmarin
- Majoran
- Dill
- Wermut
- Wegwarte
- einen roten Faden
- einen schwarzen Faden
- rotes Siegelwachs
- schwarzes oder sehr dunkles Siegelwachs
- eine schwarze Kerze
- einen kleinen Metallkeil, alten Schlüssel oder stumpfen Ritualgegenstand zum Brechen des Wachssiegels
- zwei kleine Schalen
- eine flache Steinplatte oder feuerfeste Unterlage
- ein dunkles Tuch
Durchführung
Schreibe die beiden vollständigen Namen auf getrennte Papierstreifen.
Lege sie zunächst nebeneinander.
Auf den ersten Namen kommt ein Ring.
Auf den zweiten ebenfalls.
Nimm den roten Faden.
Führe ihn durch beide Ringe.
Dann noch einmal zurück.
Setze drei Knoten.
Beim ersten sprich:
„Treue.“
Beim zweiten:
„Bindung.“
Beim dritten:
„Beständigkeit.“
Lege nun Rosmarin auf den ersten Knoten.
Sprich:
**„Rosmarin zeigt,
was euch treu zusammenhält.“**
Majoran auf den zweiten.
**„Majoran zeigt,
was euch bindet.“**
Dill auf den dritten.
**„Dill zeigt,
was eure bestehende Verbindung trägt.“**
Jetzt gibst du einen Punkt roten Siegelwachses genau über die Stelle, an der die drei Knoten zusammenliegen.
Lass das Wachs fest werden.
Sprich:
„Hier liegt euer bestehendes Versprechen.“
Entzünde die schwarze Kerze.
Stelle sie hinter das versiegelte Band.
Nimm Wermut.
Lege ihn quer über das rote Band.
Sprich:
**„Wermut,
geh durch das,
was bisher gehalten hat.“**
Lege Wegwarte zwischen die beiden Ringe.
Sprich:
**„Wegwarte,
setze Hindernisse auf den gemeinsamen Weg.“**
Jetzt nimmst du den Ritualgegenstand.
Setze ihn auf das rote Wachssiegel.
Drücke zuerst nur leicht.
Sprich:
„Das Versprechen bekommt seinen ersten Riss.“
Drücke stärker.
**„Was fest erschien,
ist nicht unzerbrechlich.“**
Dann brichst du das Wachssiegel tatsächlich auseinander.
Nicht die Ringe.
Das Siegel.
Sprich:
„Das Siegel ist gebrochen.“
Nimm das erste Wachsstück und lege es in die linke Schale.
Das zweite in die rechte.
Jetzt löst du den ersten Knoten.
Sprich:
„Treue verliert ihren Halt.“
Den zweiten:
„Bindung verliert ihre Festigkeit.“
Den dritten:
„Beständigkeit verliert ihr Gewicht.“
Nimm Rosmarin, Majoran und Dill aus der Mitte.
Teile jede Pflanze in zwei Portionen.
Eine kommt zur linken Seite.
Eine zur rechten.
Sprich:
**„Was gemeinsam getragen wurde,
trägt nun jeder auf seiner Seite.“**
Jetzt ziehst du den roten Faden vollständig aus den beiden Ringen.
Lege eine Hälfte in die linke Schale.
Die andere in die rechte.
Nimm den schwarzen Faden.
Lege ihn zwischen die beiden Ringe.
Er verbindet sie nicht.
Er trennt.
Sprich:
„Zwischen euch liegt nun ein anderer Weg.“
Nimm etwas Wermut.
Lege ihn auf den schwarzen Faden.
Dann Wegwarte.
Sprich:
**„Trennung erhält Richtung.
Hindernisse erhalten Raum.“**
Nun kommt ein kleiner Punkt dunkles Siegelwachs auf jedes rote Wachsstück.
Damit wird nicht die Verbindung wieder versiegelt.
Jede Seite wird für sich geschlossen.
Beim ersten:
„Deine Seite.“
Beim zweiten:
„Deine Seite.“
Gesprochene Worte
Sprich beide Namen:
**„[Name] und [Name],
was euch bisher zusammenhielt,
verliert seine Selbstverständlichkeit.
Rosmarin trug Treue.
Doch Treue muss nicht bestehen.
Majoran trug Bindung.
Doch Bindung kann brechen.
Dill trug das gemeinsame Versprechen.
Doch ein Versprechen kann sein Gewicht verlieren.
Das rote Siegel ist gebrochen.
Der erste Riss geht durch das,
was selbstverständlich erschien.
Treue wird leichter zu übertreten.
Das gemeinsame Wort wird leichter infrage gestellt.
Was früher gehalten wurde,
wird neu abgewogen.
Was früher wichtiger war als ein fremder Blick,
muss nicht wichtiger bleiben.
Was früher mit ‚wir‘ beantwortet wurde,
bekommt wieder ein ‚ich‘.
Wermut trennt.
Wegwarte erschwert den gemeinsamen Weg.
Die Ringe bestehen,
doch sie tragen nicht länger denselben Faden.
Das Versprechen verliert seinen Halt.
Die Bindung bekommt Risse.
Was fest war,
wird brüchig.
Was brüchig wird,
kann auseinanderbrechen.
Sic fiat.“**
Lege anschließend jeden Ring mit seinem Namenszettel in eine eigene Schale.
Die beiden Schalen bleiben drei Nächte getrennt voneinander stehen.
Am dritten Abend werden sie auch räumlich voneinander entfernt.
Beachte
Dieses Ritual zerstört nicht automatisch jede Form von Liebe zwischen zwei Menschen.
Es greift zuerst Treue, Verbindlichkeit und das Festhalten an einer bestehenden Bindung an.
Das kann sich innerhalb der magischen Arbeit beispielsweise als zunehmendes Infragestellen der Beziehung, weniger Loyalität, stärkere Offenheit für andere Menschen, gebrochene Versprechen oder das Gefühl zeigen, sich nicht mehr unbedingt an das gemeinsame „Wir“ halten zu müssen.
Wenn zusätzlich Liebe, Begehren oder emotionale Nähe zerstört werden sollen, werden diese Ebenen gesondert bearbeitet.
Tipp von mir
Ich zerbreche hier bewusst nicht die beiden Ringe.
Der Ring zeigt mir, dass zwischen diesen Menschen tatsächlich eine Verbindung bestand.
Was ich breche, ist das gemeinsame Siegel und der gemeinsame Faden.
Das ist für mich genauer.
Denn manchmal scheitert eine Beziehung nicht daran, dass plötzlich nichts mehr zwischen zwei Menschen besteht.
Sie scheitert daran, dass das, was sie zusammenhielt, nicht mehr stark genug ist.
Der Wurzelbruch – eine tiefe persönliche Verbindung lösen
Manche Verbindungen liegen tiefer als Partnerschaft oder sexuelles Begehren.
Menschen können jahrzehntelang miteinander verbunden sein.
Geschwister.
Mutter und Tochter.
Vater und Sohn.
Enge Freunde.
Menschen, die miteinander aufgewachsen sind.
Langjährige Partner.
Oder zwei Menschen, deren Leben über viele Jahre so stark miteinander verflochten wurden, dass ein einfaches Durchschneiden eines roten Fadens dieser Verbindung für mich nicht entspricht.
Für solche Arbeiten nehme ich den Wurzelbruch.
Hier wird die Verbindung wie ein gemeinsames Wurzelwerk behandelt.
Nicht ein einzelnes Band wird durchschnitten.
Die Verflechtung wird freigelegt, entwirrt und auf zwei getrennte Böden verteilt.
Für diese Arbeit nehme ich Wermut für Trennung, Knoblauch für Isolation und Wegwarte für getrennte Wege und Hindernisse zwischen ihnen.
Zeit
Abends.
Für diese Arbeit nehme ich mir ausreichend Zeit.
Mondphase
Abnehmender Mond.
Du benötigst
- zwei Schalen oder kleine Blumentöpfe
- eine größere flache Schale
- Erde
- zwei Namenszettel
- zwei persönliche Bezüge oder zwei kleine Steine
- drei lange rote Baumwollfäden
- einen braunen oder naturfarbenen Faden
- Wermut
- Knoblauch
- Wegwarte
- sieben kleine Wurzelstücke einer ungiftigen Pflanze oder sieben saubere verzweigte Zweigstücke
- eine schwarze Kerze
- zwei schwarze Fäden
- Wasser
- einen kleinen Holzstab
- ein dunkles Tuch
Durchführung
Fülle zunächst nur die große Schale mit Erde.
Die beiden kleinen Schalen bleiben leer.
Schreibe die beiden Namen.
Lege beide Namenszettel nebeneinander auf die Erde.
Auf jeden kommt sein Stein oder persönlicher Bezug.
Sprich:
„Zwei Namen stehen auf demselben Boden.“
Nimm die drei roten Fäden.
Flechte sie locker miteinander.
Nicht perfekt.
Sie sollen sich sichtbar umeinanderlegen.
Sprich beim ersten Faden:
„Gemeinsame Zeit.“
Beim zweiten:
„Gemeinsame Erinnerung.“
Beim dritten:
„Gemeinsame Nähe.“
Nimm den braunen Faden.
Wickle ihn locker um die rote Flechtung.
Sprich:
**„Und darum liegt,
was über Jahre Wurzeln geschlagen hat.“**
Lege dieses Geflecht zwischen die beiden Namen.
Jetzt kommen die sieben Wurzel- oder Zweigstücke darüber.
Verteile sie so, dass sie beide Seiten berühren.
Beim ersten:
„Erinnerung.“
Zweiten:
„Gewohnheit.“
Dritten:
„Vertrauen.“
Vierten:
„Nähe.“
Fünften:
„gemeinsame Geschichte.“
Sechsten:
„Abhängigkeit voneinander.“
Siebten:
„das, was bis heute verbindet.“
Bedecke alles leicht mit Erde.
Die Namenszettel müssen nicht vollständig verschwinden.
Sprich:
**„Was lange gewachsen ist,
liegt nicht nur an der Oberfläche.“**
Entzünde die schwarze Kerze.
Nimm den Holzstab.
Ziehe eine Linie in die Erde genau zwischen die beiden Namen.
Sprich:
**„Heute beginne ich,
zwei Böden voneinander zu unterscheiden.“**
Nimm Wermut.
Streue ihn in diese Linie.
Sprich:
**„Wermut,
geh durch die alten Wurzeln.
Trenne,
was nicht länger gemeinsam wachsen soll.“**
Lege Wegwarte hinein.
**„Wegwarte,
gib jedem Weg seine eigene Richtung.“**
Die Knoblauchzehe kommt in die Mitte der Linie.
Sprich:
**„Knoblauch,
setze Eigenraum zwischen diese Menschen.“**
Jetzt beginnst du mit den sieben Wurzelstücken.
Nimm das erste heraus.
Wenn es beide Seiten berührt, entscheide, zu welcher Seite es gehört.
Lege es dorthin.
Sprich:
**„Was deins ist,
geht zu dir.“**
Nimm das zweite.
Lege es auf die andere Seite.
**„Was deins ist,
geht zu dir.“**
Arbeite so weiter.
Nicht jedes Stück muss gleich verteilt werden.
Der Sinn ist:
Nichts bleibt mehr quer über beide Seiten liegen.
Wenn alle sieben getrennt sind, gräbst du das rote Fadengeflecht vorsichtig aus.
Lege es vor dich.
Sprich:
**„Jetzt liegt offen,
was vorher unter allem anderen verborgen war.“**
Beginne nicht sofort zu schneiden.
Löse zuerst den braunen Faden.
Windung für Windung.
Sprich:
„Gewohnheit löst sich.“
Wenn der braune Faden entfernt ist, öffnest du die Flechtung der drei roten Fäden.
Langsam.
Sprich beim ersten:
„Gemeinsame Zeit wird Vergangenheit.“
Beim zweiten:
„Gemeinsame Erinnerung muss keine gemeinsame Zukunft bedeuten.“
Beim dritten:
**„Nähe muss nicht bestehen,
nur weil sie lange bestand.“**
Jetzt liegen drei einzelne rote Fäden vor dir.
Schneide jeden Faden in der Mitte.
Beim ersten:
„Zeit.“
Beim zweiten:
„Erinnerung.“
Beim dritten:
„Nähe.“
Die linke Hälfte jedes Fadens kommt zum ersten Namen.
Die rechte zum zweiten.
Sprich:
**„Jeder trägt seinen Anteil.
Keiner trägt länger das Ganze.“**
Jetzt füllst du die beiden kleinen Schalen mit Erde aus der großen Schale.
Aber nicht dieselbe Erde einfach gemeinsam hineinschaufeln.
Nimm zuerst Erde von der Seite des ersten Namens.
Dann von der anderen.
Der Wermutstreifen in der Mitte bleibt zurück.
Lege den ersten Namenszettel in die erste Schale.
Den zweiten in die andere.
Dazu jeweils Stein, Fadenhälften und die zugeordneten Wurzelstücke.
Gib etwas Wasser in die erste Schale.
Sprich:
„Dein Boden.“
Dann in die zweite.
„Dein Boden.“
Lege jeweils einen schwarzen Faden locker um eine Schale.
Nicht miteinander verbinden.
Sprich:
„Deine Grenze.“
Gesprochene Worte
Sprich:
**„[Name] und [Name],
eure Verbindung hat Wurzeln getragen.
Sie war nicht nur ein Augenblick.
Nicht nur ein Wort.
Nicht nur ein einzelnes Band.
Zeit hat euch verbunden.
Erinnerung hat euch verbunden.
Gewohnheit hat euch verbunden.
Nähe hat euch verbunden.
Doch Tiefe bedeutet nicht Ewigkeit.
Was gemeinsam wuchs,
wird heute freigelegt.
Was verflochten war,
wird entwirrt.
Wermut geht durch die alten Wurzeln.
Knoblauch setzt eigenen Raum.
Wegwarte gibt jedem Weg eine andere Richtung.
Was [Name] gehört,
geht zu [Name].
Was [Name] gehört,
geht zu [Name].
Keiner trägt länger die ganze Verbindung.
Keiner steht länger auf demselben Boden,
nur weil er dort lange gestanden hat.
Die gemeinsame Wurzel teilt sich.
Zwei Böden.
Zwei Wege.
Zwei Leben.
Vergangenheit darf Vergangenheit werden.
Nähe darf Abstand werden.
Verbindung darf sich lösen.
Was tief gewachsen ist,
wird nicht geleugnet.
Es wird getrennt.
Sic fiat.“**
Stelle die beiden Schalen anschließend nicht nebeneinander.
Eine kommt an einen Ort.
Die andere an einen anderen.
Die Erde aus dem Trennstreifen mit Wermut und Knoblauch wird separat entsorgt.
Beachte
Diese Arbeit richtet sich gegen tiefe persönliche Verbundenheit.
Gerade bei Familienmitgliedern bedeutet das innerhalb meiner Praxis nicht, dass biologische Abstammung „magisch ausgelöscht“ wird.
Eine Mutter bleibt biologisch die Mutter.
Geschwister bleiben Geschwister.
Was bearbeitet wird, ist ihre gelebte emotionale und persönliche Verbindung:
Nähe.
Vertrauen.
Einfluss.
Gewohnheit.
gegenseitige Bedeutung.
gemeinsame Bindung.
Bei einer tiefen Verbindung können nach einer solchen Arbeit auch alte Erinnerungen oder bisher verdrängte Konflikte stärker in den Vordergrund treten. Das deute ich innerhalb der spirituellen Arbeit nicht als medizinischen oder psychologischen Beweis, sondern als Teil dessen, was beim Lösen einer lang gewachsenen Verbindung sichtbar werden kann.
Tipp von mir
Hier schneide ich nicht als Erstes.
Das wäre mir für eine jahrzehntelang gewachsene Verbindung zu einfach.
Erst wird ausgegraben.
Dann getrennt.
Dann entwirrt.
Erst ganz am Ende wird geschnitten.
Das entspricht für mich viel besser einer Verbindung, die nicht gestern entstanden ist, sondern über Jahre ihre Wurzeln bekommen hat.
Das doppelte Siegel – zwei Namen voneinander verschließen
Dieses Ritual nehme ich, wenn zwei Menschen nicht nur getrennt, sondern für die weitere Verbindung gegeneinander verschlossen werden sollen.
Die vorherigen Arbeiten schaffen Abstand, Trennung oder Zwietracht.
Hier wird anschließend eine Grenze gesetzt:
Der Weg zurück soll nicht offen bleiben.
Deshalb ist dieses Ritual besonders geeignet, wenn eine Verbindung immer wieder auseinandergeht und sich anschließend erneut zusammenzieht.
Oder wenn zwei Menschen trotz Streit, Trennung und Distanz immer wieder zueinander zurückkehren.
Für diese Arbeit nehme ich aus meiner Kräuterzuordnung:
Lärche für die energetische Mauer.
Knoblauch für Isolation.
Wegwarte für Hindernisse.
Wermut für Trennung.
Und Buchsbaum für das dauerhafte Siegel beziehungsweise die dauerhafte Bannung.
Buchsbaum ist giftig. Ich verwende ihn deshalb hier nur als trockenes, geschlossen verwahrtes Ritualmaterial. Er wird weder verbrannt noch eingenommen noch als körperliche Anwendung benutzt. Nach dem Umgang wasche ich die Hände.
Zeit
Nach Sonnenuntergang.
Mondphase
Abnehmender Mond oder dunkle Mondphase.
Wenn eine bereits vollzogene Trennung unmittelbar versiegelt werden soll, führe ich die Arbeit dann durch, wenn sie gebraucht wird.
Du benötigst
- zwei kleine feste Schachteln oder verschließbare Gefäße
- zwei Namenszettel
- einen schwarzen Stift
- zwei kleine Spiegel
- Wermut
- Wegwarte
- Knoblauch
- etwas Lärchenholz oder Lärchennadeln
- ein kleines Stück Buchsbaum
- zwei schwarze Fäden
- zwei dunkelrote Fäden
- schwarzes Siegelwachs
- zwei unterschiedliche Siegelzeichen oder Symbole
- eine schwarze Kerze
- einen flachen Stein
- ein Stück dunklen Stoff
Durchführung
Stelle die beiden leeren Schachteln vor dich.
Eine links.
Eine rechts.
Zwischen ihnen bleibt ausreichend Abstand.
Schreibe den ersten Namen auf einen Zettel.
Den zweiten auf den anderen.
Lege beide zunächst in die Mitte.
So, dass die geschriebenen Seiten einander zugewandt sind.
Sprich:
„Noch sehen diese Namen einander.“
Entzünde die schwarze Kerze.
Nimm Wermut.
Ziehe damit eine Linie zwischen beiden Namenszetteln.
Sprich:
**„Wermut,
trenne den direkten Weg.“**
Lege Wegwarte darauf.
Sprich:
**„Wegwarte,
setze Hindernisse dort,
wo Rückkehr leicht war.“**
Jetzt drehst du beide Namenszettel gleichzeitig voneinander weg.
Die beschrifteten Seiten schauen nach außen.
Sprich:
„Name wendet sich von Name.“
Nimm die beiden Spiegel.
Lege jeweils einen vor einen Namenszettel.
Aber die Spiegelfläche zeigt zum eigenen Namen, nicht zum anderen.
Sprich beim ersten:
„Dein Blick bleibt auf deiner Seite.“
Beim zweiten:
„Dein Blick bleibt auf deiner Seite.“
Nimm die beiden dunkelroten Fäden.
Lege jeweils einen einmal um seinen Namenszettel.
Setze einen Knoten.
Beim ersten:
**„Was dir gehört,
bleibt bei dir.“**
Beim zweiten:
**„Was dir gehört,
bleibt bei dir.“**
Jetzt nimmst du Knoblauch.
Lege etwas beziehungsweise die vorbereitete Zehe zwischen die beiden Arbeitsseiten.
Sprich:
„Isolation steht zwischen den Namen.“
Nimm das Lärchenmaterial.
Lege eine kleine Linie vor den ersten Namen.
Dann eine vor den zweiten.
Beide Linien zeigen zur Mitte.
Sprich:
„Mauer vor [Name].“
Und:
„Mauer vor [Name].“
Jetzt nimm den flachen Stein.
Stelle ihn hochkant oder lege ihn deutlich sichtbar genau zwischen beide Seiten.
Sprich:
**„Was getrennt wurde,
erhält eine Grenze.“**
Nimm den ersten Namenszettel samt eigenem Spiegel und Faden.
Lege ihn in die linke Schachtel.
Dazu etwas Wermut, Wegwarte und Lärche.
Die Spiegelfläche bleibt zum Namen gerichtet.
Sprich:
„Diese Seite schließt sich.“
Mit dem zweiten machst du dasselbe in der rechten Schachtel.
„Auch diese Seite schließt sich.“
Jetzt kommt der Buchsbaum.
Teile das vorhandene kleine Stück nicht mit bloßen Händen unnötig weiter.
Lege einen kleinen vorbereiteten Anteil in ein zusätzliches kleines Papier oder geschlossenes Säckchen und gib jeweils nur das symbolisch vorgesehene Material in die jeweilige Schachtel.
Sprich beim ersten:
„Das Siegel erhält Dauer.“
Beim zweiten:
„Das Siegel erhält Dauer.“
Schließe beide Schachteln.
Nimm den ersten schwarzen Faden.
Wickle ihn dreimal um die linke Schachtel.
Erster Umlauf:
„Kein leichter Rückweg.“
Zweiter:
„Keine offene Tür.“
Dritter:
„Keine gemeinsame Mitte.“
Setze drei Knoten.
Dasselbe mit der zweiten Schachtel.
Jetzt versiegelst du jede Schachtel für sich mit schwarzem Wachs.
Sie werden niemals miteinander versiegelt.
Beim ersten Siegel:
„[Name] bleibt auf dieser Seite.“
Beim zweiten:
„[Name] bleibt auf dieser Seite.“
Stelle anschließend den flachen Stein wieder zwischen beide.
Gesprochene Worte
Sprich:
**„[Name] und [Name],
eure Namen liegen nicht länger einander zugewandt.
Wermut trennt.
Wegwarte setzt Hindernisse.
Knoblauch stellt Isolation zwischen euch.
Lärche hebt die Mauer.
Buchsbaum trägt das dauerhafte Siegel dieser Arbeit.
Was euch zurückzog,
findet keinen offenen Weg.
Was euch wieder zusammenführte,
findet Hindernisse.
Der Blick des einen geht nicht in den Spiegel des anderen.
Jeder Spiegel trägt nur seinen eigenen Namen.
Jeder Faden hält nur seine eigene Seite.
Jede Schachtel trägt nur ihren eigenen Weg.
Wenn Erinnerung zurückruft,
steht die Grenze.
Wenn Sehnsucht zurückzieht,
steht die Grenze.
Wenn Gewohnheit die alte Tür sucht,
steht die Grenze.
Wenn einer den Weg zum anderen wieder öffnen will,
findet er ihn nicht mehr so,
wie er vorher war.
Zwei Namen.
Zwei Siegel.
Zwei geschlossene Seiten.
Was getrennt wurde,
wird verwahrt.
Was verwahrt wird,
bleibt voneinander geschieden.
Sic fiat.“**
Stelle die beiden Schachteln anschließend an zwei verschiedene Orte.
Nicht nebeneinander.
Nicht im selben gemeinsamen Behälter.
Der Stein, der zwischen ihnen lag, bleibt an deinem Ritualplatz als Zeichen der gesetzten Grenze oder wird nach Abschluss gereinigt.
Beachte
Dieses Ritual ist stärker als eine einfache Trennung, weil es nach der Trennung eine Barriere setzt.
Deshalb verwende ich es nicht, wenn ich lediglich möchte, dass zwei Menschen vorübergehend etwas Abstand bekommen.
Die Aufgabe lautet ausdrücklich:
Auseinander – und nicht einfach wieder zurück.
Innerhalb meiner spirituellen Arbeit kann sich das beispielsweise darin zeigen, dass Versöhnungsversuche weniger leicht zustande kommen, alte Anziehung nicht mehr dieselbe Brücke bildet, Kontakt immer wieder ins Leere läuft oder beide stärker ihr eigenes Leben verfolgen.
Buchsbaum bleibt wegen seiner Giftigkeit reines Ritualmaterial. Er wird weder geräuchert noch eingenommen oder auf Haut beziehungsweise Tiere gebracht.
Tipp von mir
Der entscheidende Punkt sind für mich die zwei getrennten Behälter.
Ich würde beide Namen nach dieser Arbeit niemals zusammen in ein Glas legen.
Das wäre widersprüchlich.
Ich will keine gemeinsame Verwahrung.
Ich will:
dein Name auf deiner Seite,
dein Weg auf deiner Seite,
dein Siegel auf deiner Seite.
Und genau deshalb bekommt jeder Mensch sein eigenes geschlossenes Gefäß.
Der Zwiespalt des Seth-Typhon
Historische Trennungsarbeit nach PGM XII 365–375
Dieses Ritual unterscheidet sich bewusst von meinen übrigen Arbeiten auf dieser Seite.
Es ist keine von mir neu geschaffene Calluna-Mystica-Trennungsarbeit.
Seine Grundlage ist eine tatsächlich überlieferte antike magische Vorschrift aus P. Leiden I 384, bekannt als PGM XII 365–375 beziehungsweise in der neueren Edition als GEMF 15.414–424.
Im Papyrus trägt sie die Bezeichnung διάκοπος – diakopos, eine Arbeit zur Trennung beziehungsweise zum Hervorrufen von Zwiespalt.
Das Ziel wird ausgesprochen deutlich benannt:
Zwischen zwei Menschen sollen Streit, Kampf, Abneigung und Feindschaft entstehen.
Die überlieferte Arbeit richtet sich zunächst auf zwei Männer. Für die Trennung eines Mannes und einer Frau gibt der Papyrus ausdrücklich eine veränderte Vergleichsformel an. Eine eigene Variante für zwei Frauen ist in diesem Abschnitt nicht überliefert – deshalb erfinde ich hier auch keine.
Historischer Hintergrund
Angerufen wird Typhon-Seth.
Seth wurde in griechisch-ägyptischen magischen Texten mit Typhon identifiziert und gerade in Trennungsarbeiten mit Unordnung, Konflikt und Zerrüttung verbunden. Der Text ruft ihn als eine Macht an, die Unruhe liebt, Stabilität hasst und selbst die Wolken voneinander trennt. Die moderne wissenschaftliche Edition versteht auch die Verwendung einer Scherbe eines Salzfischgefäßes wahrscheinlich im Zusammenhang mit Seth/Typhon.
Gerade deshalb lasse ich diese historische Arbeit so schlicht, wie sie überliefert ist.
Sie braucht keine zusätzlichen Kräuter.
Keine Liebeskerzen.
Keine Spiegel.
Keine Knoten.
Keine modernen Korrespondenzen.
Die Stärke dieses Rituals liegt für mich gerade darin, dass hier eine vollkommen andere magische Sprache sichtbar wird.
Zeit
Im erhaltenen Original nicht angegeben.
Ich erfinde deshalb keine bestimmte Stunde oder einen Wochentag dazu.
Mondphase
Im erhaltenen Original nicht angegeben.
Eine abnehmende Mondphase wäre eine moderne magische Zuordnung und gehört deshalb nicht in die historische Fassung.
Du benötigst
- ein Ostrakon, also eine Tonscherbe; im Original ausdrücklich die Scherbe eines Gefäßes für Salzfisch
- einen Bronzegriffel
- den vollständigen Namen der ersten Person
- den Namen ihrer Mutter
- den vollständigen Namen der zweiten Person
- den Namen ihrer Mutter
Mehr Material verlangt diese überlieferte Vorschrift nicht.
Durchführung
Nimm die Tonscherbe vor dich.
In der historischen Vorschrift wird die Formel mit einem Bronzegriffel auf das Ostrakon geschrieben.
Die Beschriftung ist dabei nicht bloß eine Vorbereitung auf das eigentliche Ritual.
Das Schreiben selbst gehört zur Arbeit.
Die Personen werden in der für die magischen Papyri typischen Form über ihren eigenen Namen und den Namen ihrer Mutter eindeutig bezeichnet:
[Name], den/die [Name der Mutter] geboren hat.
Schreibe beziehungsweise ritze die Anrufung und die Forderung auf das Ostrakon.
Anschließend wird dieselbe Formel laut gesprochen.
Der Papyrus weist danach an, die beschriftete Scherbe dort niederzulegen, wo sich die betreffenden Menschen befinden beziehungsweise wohin sie gewöhnlich zurückkehren, und dabei die Formel erneut zu sprechen. Genau das ist der historische Ablauf.
Für eine heutige Durchführung gilt selbstverständlich: Ein historischer Text ist keine Erlaubnis, fremde Grundstücke oder private Räume zu betreten. Wenn dieser letzte Teil verändert wird, sollte er auf der Website als moderne Anpassung bezeichnet werden und nicht als Bestandteil des Originals.
Gesprochene Worte
Die folgende deutsche Fassung gebe ich eng am erhaltenen griechischen Text wieder und nicht als neu gedichteten Calluna-Mystica-Spruch:
„Ich rufe dich an,
dich Furchtbaren im leeren Luftraum,
dich Unsichtbaren,
dich großen Gott,
der die Erde erschüttert
und den Kosmos trifft,
der Unruhe liebt
und Beständigkeit hasst,
der die Wolken voneinander zerstreut.“
Danach folgen die überlieferten voces magicae. Diese Namen übersetze ich nicht, weil genau ihre Lautgestalt Bestandteil des Textes ist:
IAIA IAKOUBIAI IŌERBĒTH IŌPAKERBĒTH IŌBOLCHOSĒTH BASDOUMA PATATHNAX APOPSS OSESRŌ ATAPH THABRAOU ĒŌ THATHTHABRA BŌRARA AROBREITHA BOLCHOSĒTH KOKKOLO IPTOLĒ RAMBITHNIPS.
Danach wird die Forderung gesetzt:
„Gib [Name 1],
den/die [Muttername 1] geboren hat,
Streit und Kampf.
Gib [Name 2],
den/die [Muttername 2] geboren hat,
Abneigung und Feindschaft.
Bei zwei Männern folgt der Vergleich:
„Wie Typhon und Osiris sie gegeneinander hatten.“
Für Mann und Frau schreibt die überlieferte Vorschrift ausdrücklich die Variante vor:
„Wie Typhon und Isis sie gegeneinander hatten.“
Dann richtet sich der letzte Befehl unmittelbar an Typhon:
„Starker Typhon,
du überaus Mächtiger,
vollende deine Kräfte an ihnen.“
Damit endet die überlieferte Formel.
Sic fiat
„Sic fiat“ gehört nicht zum antiken Text.
Ich würde es auf Calluna Mystica trotzdem anschließend setzen, weil es dein eigener Abschluss deiner Ritualarbeit ist und auf deinen Ritualseiten grundsätzlich dazugehört:
Sic fiat.
So bleibt sauber erkennbar:
Bis zur Typhon-Formel = historisch überlieferte Arbeit.
Sic fiat = Calluna-Mystica-Abschluss.
Beachte
Dieser Trennungszauber ist bemerkenswert, weil er wesentlich konkreter ist als ein allgemeines „Diese Menschen sollen auseinandergehen“.
Er verlangt ausdrücklich:
Streit.
Kampf.
Abneigung.
Feindschaft.
Das ist seine Aufgabe.
Er ist deshalb nicht dasselbe wie meine anderen roten Trennungsarbeiten.
„Zwei Ufer“ arbeitet mit zunehmender Entfremdung.
„Der kalte Kelch“ richtet sich auf sexuelles Begehren.
„Der dritte Schatten“ entfernt eine dritte Person aus einer Verbindung.
„Das doppelte Siegel“ verschließt zwei bereits getrennte Seiten gegeneinander.
Der Zwiespalt des Seth-Typhon dagegen ruft ausdrücklich eine Macht an, die Konflikt zwischen zwei Menschen setzen soll.
Auch der Vergleich mit Typhon und Osiris beziehungsweise Typhon und Isis ist kein Zusatz von mir. Genau diese Varianten stehen in der erhaltenen Vorschrift.
Wichtig ist mir außerdem die Grenze zwischen Quelle und Rekonstruktion:
Der Papyrus gibt keine Mondphase, keine Kerzenfarbe, keine Kräuter, keinen Ritualkreis und keine siebentägige Wiederholung an.
Deshalb füge ich all das hier nicht hinzu.
Und wenn der Name der Mutter einer Person unbekannt ist, gibt der erhaltene Text keine Ersatzformel an. Auch dort erfinde ich nicht einfach eine und behaupte anschließend, sie gehöre zum Original.
Tipp von mir
Mach diesen Trennungsfluch nicht moderner, nur damit mehr auf dem Altar liegt.
Gerade das würde ihm seine Besonderheit nehmen.
Auf dieser Seite stehen bereits Arbeiten mit Kräutern, Fäden, Spiegeln, Wachsfiguren, Wasser, Siegeln und Steinen.
Hier haben wir etwas vollkommen anderes:
eine Tonscherbe,
einen Bronzegriffel,
Namen,
geschriebene Worte
und die Anrufung des Seth-Typhon.
Verantwortung in der roten Magie
Rote Magie arbeitet mit Bereichen, die Menschen tief berühren: Liebe · Nähe · Begehren · Sexualität · Treue · Bindung · Eifersucht · Trennung · emotionale Verbindung.
Deshalb muss für mich immer klar sein, was genau verändert werden soll. Aufmerksamkeit wecken ist etwas anderes als Gefühle entfachen. Leidenschaft verstärken ist etwas anderes als binden. Sexuelles Begehren abzukühlen ist etwas anderes, als eine ganze Verbindung zu zerstören.
Besonders bei Bindungen gilt für mich eine klare Regel:
Eine Bindung bindet niemals nur einen Menschen. Sie verbindet immer mindestens zwei Seiten.
Wenn zwei andere Menschen miteinander gebunden werden, betrifft die Arbeit beide. Wenn jemand einen Menschen an sich selbst bindet, wird er selbst Teil dieser Bindung.
Du bindest also nicht nur den anderen Menschen an dich. Du bindest auch dich an diesen Menschen und an die gemeinsame Verbindung.
Darum reicht die Frage nicht: „Möchte ich, dass dieser Mensch bei mir bleibt?“ Genauso wichtig ist: „Möchte ich selbst an diesen Menschen gebunden bleiben – egal, was später geschieht, wie er sich verändert oder was er tut?“
Menschen verändern sich. Gefühle verändern sich. Lebenswege verändern sich.
Zwei Menschen werden verbunden. · Zwei Seiten tragen das Band. · Und wenn eine dieser Seiten du selbst bist, bindest du auch dich.
Gebunden ist meistens gebunden.
Eine Bindung kann gelöst werden, aber das ist eine eigene magische Arbeit und kann schwieriger sein als das ursprüngliche Setzen des Bandes.
Auch bei Trennungen muss klar sein, was getroffen werden soll: Liebe · Vertrauen · Nähe · Begehren · Loyalität · gemeinsame Geschichte · das Band selbst.
Für mich gehören deshalb immer zusammen:
Absicht · Grenze · Konsequenz.
Rote Magie ist nicht harmloser als schwarze Magie, nur weil sie mit Liebe arbeitet.
Die Farbe entscheidet nicht über die Verantwortung. Die Arbeit tut es.
Mein Weg mit roter Magie
Für mich ist rote Magie die Kraft der Bewegung zwischen Menschen und im Menschen selbst.
Sie zieht an. · Sie entfacht. · Sie verbindet.
Sie belebt. · Sie macht Begehren sichtbar. · Sie gibt Leidenschaft Raum.
Sie stärkt Nähe. · Sie kann Treue festigen. · Sie kann Menschen aneinanderbinden.
Aber dieselbe Kraft kann ebenso abkühlen · auseinanderziehen · entfremden · trennen · zerstören.
Rote Magie besteht für mich deshalb nicht nur aus Rosen, roten Kerzen und Liebeswünschen.
Herz und Körper. · Blut und Gefühl. · Lust und Treue.
Bindung und Trennung. · Fruchtbarkeit und Schöpfungskraft. · Eigene Lebenskraft und Verbindung zwischen Menschen.
Wenn ich mit roter Magie arbeite, frage ich nicht einfach: „Geht es um Liebe?“
Ich frage: Welche Verbindung besteht hier wirklich? Was hält sie zusammen? Und welche Ebene soll verändert werden?
Romantische Liebe ist nicht dasselbe wie sexuelles Begehren. Emotionale Nähe ist nicht dasselbe wie Treue. Gewohnheit ist nicht dasselbe wie Bindung.
Auch hier gilt für mich:
Absicht + Energie + Handeln.
Wer Nähe stärken will, muss Nähe zulassen. Wer Leidenschaft ruft, muss bereit sein, sie zu leben. Wer trennt, muss wissen, welches Band getroffen werden soll.
Und wer bindet, sollte nicht nur wissen, warum er den anderen Menschen halten möchte, sondern ebenso, ob er selbst bereit ist, dieses Band zu tragen.
Die rote Kraft bewegt.
Die entscheidende Frage ist:
Wohin setze ich diese Bewegung?

Individuelle rote Ritualarbeit
Nicht jede Verbindung passt in ein fertiges Ritual.
Manchmal fehlt keine Liebe, sondern Leidenschaft. Manchmal fehlt keine Nähe, sondern Versöhnung. Vielleicht soll nur sexuelles Begehren schwächer werden, während die emotionale Verbindung bestehen bleibt. Vielleicht soll eine dritte Person ihren Einfluss verlieren. Oder eine Verbindung soll vollständig auseinanderbrechen.
Deshalb schaue ich bei einer individuellen Arbeit zuerst auf das, was tatsächlich zwischen den beteiligten Menschen besteht.
Wer ist beteiligt? · Welche Verbindung besteht? · Was hält sie zusammen?
Was soll stärker werden? · Was soll schwächer werden? · Was soll entstehen?
Was soll gebunden werden? · Was soll getrennt werden? · Was soll enden?
Gerade bei Bindungen muss außerdem klar sein, wer mit wem verbunden wird.
Werden zwei andere Menschen gebunden, betrifft die Arbeit beide. Bindet jemand einen Menschen an sich selbst, ist er selbst die zweite Seite des Bandes.
Das Band läuft nicht nur in eine Richtung.
Deshalb gehört für mich immer die Frage dazu:
„Willst du nicht nur diesen Menschen an dich binden – willst du auch selbst an ihn gebunden sein?“
Erst wenn das Ziel klar ist, baue ich die Arbeit auf.
Nicht jede Liebesarbeit braucht dieselben Kräuter. Nicht jede Bindung braucht dieselben Werkzeuge. Nicht jede Trennung muss alles zwischen zwei Menschen zerstören.
Wenn ich eine individuelle magische Arbeit übernehme, richtet sie sich deshalb nach der tatsächlichen Situation, den beteiligten Menschen und dem gesetzten Ziel.
Je genauer das Ziel, desto genauer kann die magische Arbeit gesetzt werden.