Hexenbrot – ein Brot für die Hexenküche

Unter dem Namen Hexenbrot findet man heute ganz unterschiedliche Rezepte. Ein einziges altes, überliefertes „Brot der Hexen“ gibt es nicht.

Das macht das Thema für mich aber nicht weniger spannend. Denn Brot selbst begleitet den Menschen seit sehr langer Zeit und hatte in Brauchtum und Volksglauben weit mehr Bedeutung als nur die eines Lebensmittels.

Brot wurde verschenkt, geteilt und zu besonderen Anlässen gebacken. Es konnte für Versorgung und Gemeinschaft stehen, wurde aber auch mit Schutz, Totengedenken und der Verbindung zu Verstorbenen verbunden. Noch heute sind beispielsweise Allerseelenbrote und Seelenzöpfe als alte regionale Brotbräuche dokumentiert.

Für meine Hexenküche gefällt mir deshalb der Gedanke, aus etwas so Alltäglichem wie Brot ganz bewusst etwas Besonderes entstehen zu lassen.

Was du für dein Hexenbrot brauchst :

Für einen Laib:

500 g Dinkelmehl
150 g Weizenmehl
200 g Buttermilch
200 g Wasser
2 TL Salz
½ Würfel frische Hefe
70 g Haselnüsse
– 35 g gemahlen und 35 g gehackt
1½ Äpfel
1 TL Anis oder Kümmel

So wird es gemacht

Dinkelmehl, Weizenmehl, Salz und Haselnüsse in eine große Schüssel geben. Wenn du möchtest, gibst du jetzt Anis oder Kümmel dazu.

Die Hefe im Wasser vollständig auflösen und anschließend mit der Buttermilch verrühren.

Die Äpfel schälen und entweder fein reiben oder klein hacken.

Jetzt kommt die Hefemischung zum Mehl. Alles miteinander vermengen, die Äpfel dazugeben und zu einem geschmeidigen Teig kneten.

Den Teig in eine gefettete Kastenform geben, abdecken und ungefähr 30 Minuten gehen lassen.

Den Backofen währenddessen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Das Hexenbrot anschließend ungefähr 60 Minuten backen. Wenn du eine kräftigere und dunklere Kruste möchtest, kannst du ihm noch etwa 5 bis 10 Minuten länger geben.

Was daraus mein Hexenbrot macht

Für mich wird aus einem Brot nicht allein durch die Zutaten ein Hexenbrot. Entscheidend ist die Absicht, mit der ich es backe.

Bevor das Brot in den Ofen kommt, versehe ich den Teig mit einem Zeichen. Oft ist es ein Pentakel. Wenn das Brot jedoch für ein bestimmtes Ritual oder einer Gottheit gewidmet ist, wähle ich ein Symbol, das dazu passt.

Für Hekate kann das zum Beispiel ein Schlüssel oder die drei Monde sein.     Bei einem anderen Anlass kann wiederum ein ganz anderes Zeichen richtig sein.

Auch meine Absicht verändert sich mit dem Zweck des Brotes. Es kann um Schutz, Heilung, Reinigung, Stärkung, Dank, Erinnerung oder eine bestimmte rituelle Arbeit gehen.

          Das Zeichen ritze ich direkt vor dem Backen in den Teig.                                          So bekommt jedes Hexenbrot seinen eigenen Zweck und seine eigene Bedeutung.

Ich backe deshalb nicht immer dasselbe Brot auf dieselbe Weise. Zutaten, Symbol und Absicht können sich verändern – je nachdem, wofür ich es brauche und wem oder welchem Anlass ich es widme.

Mach daraus dein eigenes Hexenbrot

Du musst mein Symbol oder meine Absicht nicht übernehmen.

Überlege dir zuerst, wofür dein Brot stehen soll.

Vielleicht möchtest du es für ein Ritual backen. Vielleicht soll es Schutz in dein Zuhause bringen, eine Zeit des Neubeginns begleiten oder einfach ganz bewusst mit Menschen geteilt werden, die dir wichtig sind.

Wähle ein Zeichen, das für dich zu dieser Absicht gehört.

Denn für mich liegt Magie nicht darin, etwas genauso nachzumachen wie ein anderer Mensch.

Sie beginnt dort, wo du bewusst weißt, warum du etwas tust.